Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
es wird doch die ganze Zeit eine gewalttätigen Demo mit einem friedlichen Konzert verglichen deshalb diese Frage und ich hätte gerne auch eine antwort
Du willst es wahrscheinlich gar nicht verstehen.

Die Eskalation der Polizei wurde dadurch ausgelöst, dass man mit der Vermummung einiger Demonstranten nicht einverstanden war und diese nicht von den unvermummten Demonstranten trennen konnte.

Und unter einem friedlichen Konzert (Hitlergrüße, verbotene Abzeichen und verbotene Musik, Bedrohung, Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz) verstehen wir wohl auch was anderes.
 
Ich finde es schlimm wenn in einer Gesellschaft ein brennendes Auto mehr Empörung auslöst als ein Migrantenkind das man in der S-Bahn angepinkelt hat. Wenn unverhohlen brennende Flüchtlingsunterkünfe bejubelt werden (dürfen) aber eine Person mit einem Schal vorm Mund vorsorglich niedergeknüppelt wird und wenn das Wort Gutmensch ein Schimpfwort ist aber Asylant allgemeingültig akzeptiert wird.

und Frauen begrabscht und vergewaltigt werden Frauen in u Bahnhöfen von Treppen getreten werden und und und
 
Bei wem muss ich mich eigentlich melden, damit ich meine 600€ Protestgeld bekomme? Bei der Antifa GmbH hebt keiner ab :?
 
Du willst es wahrscheinlich gar nicht verstehen.

Die Eskalation der Polizei wurde dadurch ausgelöst, dass man mit der Vermummung einiger Demonstranten nicht einverstanden war und diese nicht von den unvermummten Demonstranten trennen konnte.

Und unter einem friedlichen Konzert (Hitlergrüße, verbotene Abzeichen und verbotene Musik, Bedrohung, Körperverletzung, Verstöße gegen das Waffengesetz) verstehen wir wohl auch was anderes.

Ich warte immernoch
 
Ich warte immernoch
Die Frage erübrigt sich, da du Äpfel mit Birnen vergleichst. Der Rest wird ja gekonnt komplett von dir ignoriert, wilde Thesen und Behauptungen, die schlicht einfach falsch sind.

Aber mit dir hatte ich ja schon einige Male das "Vergnügen". Und rechts abbiegen wollte ich heute Abend eigentlich nicht mehr.
 
Und währenddessen wird in Polen durch die Regierung der Rechtsstaat demontiert.
Polen besiegelt das Ende der unabhängigen Justiz
  • Das polnische Parlament hat einem Gesetz zugestimmt, das die Beseitigung einer unabhängigen Justiz einleitet.
  • In der Reform geht es ums Oberste Gericht, das letzte einflussreiche Organ der unabhängigen Judikative.
  • Seit ihrem Antritt hat die Pis-Regierung etliche juristisch fragwürdige Gesetze erlassen, die beispielsweise den Nationalen Medienrat oder Abhörvollmachten von Geheimdiensten betreffen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/...t-das-ende-der-unabhaengigen-justiz-1.3591660
Das kann einfach nicht gut gehen. Und die jungen Polen, die ich durchs Studium kennengelernt habe und die eigentlich gerne wieder zurückwollen, überlegen sich es jetzt dreimal.
 
Ich finde es schlimm wenn in einer Gesellschaft ein brennendes Auto mehr Empörung auslöst als ein Migrantenkind das man in der S-Bahn angepinkelt hat..

Ich weiss jetzt nicht genau auf welchen Vorfall du anspielst ? Meinst du etwa diesen Vorfall im August 2015 der Deutschlandweit Empörung hervorrief ?

http://www.sueddeutsche.de/politik/berlin-neonazi-uriniert-auf-kinder-1.2620344
http://www.stern.de/politik/deutsch...riniert-auf-auslaendische-kinder-6416682.html
http://www.spiegel.de/panorama/just...erlin-mann-uriniert-auf-kinder-a-1049606.html
etc..etc.. etc. das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Berichte.

das ging lange und ausführlich durch wirklich alle Medien. Wenn du das meinst - wie kommst du auf die Aussage ein brennendes Auto hätte mehr Empörung ausgelöst als das ? Welches brennende Auto soll das gewesen sein ?


Diese verachtenswerte Tat in der S-Bahn hatte dann aber noch eine überraschende Wende. Es stellte sich nämlich heraus das gar niemand angepinkelt wurde. Kein einziger der Zeugen (Student, Sozialarbeiter, Lehrer etc...) die die Polizei riefen hat jemals ein urinieren gesehen oder angegeben. Deshalb war dieser Tatbestand auch nichtmal mehr Bestandteil der Anklage (der Rest schon) und es kam auch zu einer Verurteilung - aber nicht wegen anpinkeln von Kindern. Das ging bei dir wohl unter da die großen Medien das dann nicht mehr so gross schrieben. Wobei ich mich grob erinnere bei einem Arzt/Krankenhaus im Wartezimmer ein Magazin gelesen zu haben als der Prozess dann lief das die sich sogar für die falsche Berichterstattung mit "angepinkelt" entschuldigten. Ich weiss aber leider nicht mehr welches Magazin das war.

Achja, siehe:
"..Sch. und sein Begleiter seien angetrunken gewesen, so die Zeugen. Am S-Bahnhof Landsberger Allee seien sie in die Bahn gestiegen und sofort aggressiv aufgetreten. Sch. habe die Mutter mit den Kindern ins Visier genommen. „Er ist zu ihnen hin und ließ seine Hose bis zu den Knien runter“, schildert eine Lehrerin. „Ein Urinieren aber sah ich nicht.“ Dieser Verdacht bestand zunächst. In der Anklage heißt es nun, Sch. habe sich entblößt, um Missachtung gegenüber Ausländern zum Ausdruck zu bringen..."

http://www.tagesspiegel.de/berlin/p...-entbloesst-neonazi-vor-gericht/13490226.html

Oder auch:
https://www.morgenpost.de/berlin/ar...acht-Monate-Haft-fuer-Neonazi-aus-S-Bahn.html
http://www.stern.de/panorama/stern-...i-nur-die-hose-heruntergerutscht-6809974.html

Schlimm genug ist der Vorfall natürlich auch so.
 
Was ich noch anfügen wollte. Bevor ich meinen Beitrag schrieb störte mich etwas allgemein an der Entwicklung der letzten Seiten hier im Politikthread. Da konnte ich es aber nicht genau erfassen was es war. Jetzt habe ich es: es stört mich das irgendwie bei mir leicht der Verdacht aufkommt es werden irgendwie linke deppen gegen rechte deppen gegengerechnet. Als ob das eine das andere bessermachen würde.
 
Ein sehr interessantes Interview mit der bekannten italienischen Professorin für Soziologie, Della Porta.

Gewalt ist nicht einfach Gewalt

Donatella della Porta forscht seit den Siebzigerjahren über politische Gewalt und den Einfluss sozialer Bewegungen. Im Nachspiel des G-20-Gipfels in Hamburg interessieren sie vor allem die konkurrierende Deutungen der Ereignisse in der Berichterstattung. Sie ist Dekanin und Professorin für Soziologie an der Scuola Normale Superiore (SNS) in Pisa und Direktorin des Centre on Social Movements (Cosmos). Zu ihren neuesten Büchern zählen "Movement Parties in Times of Austerity" und "Where did the revolution go?"

SZ: Frau Della Porta, berauben gewaltsame Ausschreitungen wie die in Hamburg Anti-Gipfel-Proteste ihrer Legitimation?

Donatella della Porta: Nein. Es gibt keinen Grund, linke Kritik an globalen Gipfeltreffen generell zurückzuweisen. Es wird ja immer deutlicher, dass verschiedenste Gruppen an der Eskalation Freitagnacht beteiligt waren, die nicht aus der autonomen Szene kamen. Man sollte also nicht vereinfachend von "linker Gewalt" sprechen.

SZ: Und wieso tun es gerade alle?

Eine Law-and-Order-Koalition aus manchen Politikern und Medien versucht, mit vereinfachten Interpretationen der Vorfälle die Legitimation der allgemeinen Proteste zu untergraben. Ich denke nicht, dass sie damit langfristig Erfolg haben werden.

SZ: Warum nicht?

In diesen symbolischen Deutungskämpfen nach Gipfeltreffen kommt es darauf an, wie das Verhalten der Polizei abschließend bewertet wird. Nach dem Gipfel in Genua 2001 gab es eine ähnliche Debatte. Man beschuldigte den schwarzen Block, durch gewaltsame Aktionen der gesamten politischen Bewegung die Legitimation entzogen zu haben. Langfristig konnten sich Organisationen des friedlichen Protests trotzdem durchsetzen. Im Nachhinein gab der öffentliche Diskurs der Polizei die Hauptschuld an der Eskalation.

SZ: War der Vorwurf an die Polizei denn berechtigt?

Eskalation entsteht in einer emotional aufgeladenen Situationsdynamik, die sich zwischen zwei Seiten aufschaukelt, aber nicht irrational ist, wie das manche Medien gerade behaupten. Die Polizei gibt mit ihrer Strategie gewissermaßen den Rahmen vor, auf den die Protestgruppen reagieren. In Genua etwa setzten die Carabinieri gezielt Beamte ein, die provozieren sollten.

SZ: Das Verhalten der Polizei in Hamburg wird ambivalent bewertet. Sie hätte an manchen Stellen zu viel, an anderen - und vor allem während der Freitagnacht im Schanzenviertel - zu wenig eingegriffen. Wie interpretieren Sie das?

Auch das ist eine typische Kritikreaktion. Sie erklärt sich teilweise mit der Strategie der "Roten Zonen", die bedeutet, dass die Polizei an manchen Orten "überpräsent" sein wird und an anderen weniger. Die Strategie der Polizei wurde ja schon vor den Ausschreitungen am Freitag stark kritisiert, etwa das Einschreiten während der "Welcome to Hell"-Demonstration. Eine Stellungnahme verschiedener Ladenbesitzer aus dem Schanzenviertel stößt gerade eine Diskussion über mögliche Fehler der Polizeistrategie an. Ich denke, da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

SZ: Vor dem G-20-Gipfel schrieben Sie, dass der politische Widerstand gegen solche Gipfel eine wichtige "Disruptionsfunktion" habe. Indem Proteste stören, können sie sogar Reformen anstoßen. Würden Sie sagen, dass für diese "Disruption" ein gewisses Maß an Gewalt notwendig ist?

Nein, mit Disruption meine ich erst mal nur, dass der "normale" Ablauf, in diesem Fall eines Gipfeltreffens, gestört wird und das erreicht man auch durch "friedliche" Protestformen. Sie sprechen mit ihrer Frage aber auch die ganz zentrale Rolle der Definition von Gewalt und des Umgangs mit ihr an. Vor dem Gipfel war immer wieder von den "gewaltbereiten" Demonstranten die Rede, wobei nicht ganz klar wurde, was das eigentlich bedeutet.

SZ: Gibt es da unterschiedliche Definitionen?

In den Siebziger- und Achtzigerjahren wurden Protestformen wie Hausbesetzungen und Blockaden zunehmend als legitime politische Mittel anerkannt. Heute verkehrt sich das ins Gegenteil. Man muss sich also die Frage stellen, wer Gewalt wie interpretiert und mit welchen Folgen. Ich denke, es ist sehr kurzsichtig von manchen Politikern, diese Gewalt pauschal mit Kriminalität gleichzusetzen und jegliche weitere Diskussion zu unterbinden. Die Politik muss sich mit den Ursachen dieser - wie es jetzt scheint vor allem jugendlichen - Aggression auseinandersetzen. Gewalt ist nicht einfach Gewalt, sie muss erklärt werden.

SZ: In welchem Sinne wirken sich denn solche Proteste positiv aus?

Um das Potenzial solcher Proteste richtig einzuschätzen, muss man die Anti-Gipfel-Proteste seit Seattle 1999 betrachten. Da hat sich über die letzten 20Jahre enorm viel getan. Die größte Errungenschaft ist, dass mittlerweile eine breite Öffentlichkeit die Legitimität solcher Gipfeltreffen bezweifelt. Die "alte" Manier internationaler Politik - Beratungen zwischen Staatsoberhäuptern hinter verschlossenen Türen - ist nicht mehr tragbar. Außerdem haben die Protestbewegungen es geschafft, eine Vielzahl von Themen fest im politischen Diskurs zu verankern: von Global-Justice-Forderungen über Umweltschutz bis hin zur Entwicklungshilfe.

SZ: Das heißt, die Wirkung von Gipfelprotesten ist vor allem im öffentlichen Diskurs festzustellen?

Nicht nur. Politische Institutionen wie die europäische Kommission haben diese Themen auch aufgenommen. Es gibt auch konkrete politische Abkommen, die auf aktivistischen Druck verabschiedet wurden, zum Schutz von Kindersoldaten oder im Waffenhandel etwa. Allgemein haben die Proteste gegen diese Art politischer Gipfel bewirkt, dass sich soziale Grundrechte fest im politischen Denken der sogenannten Millennial-Generation verankert haben. Das wird sicherlich noch für politischen Wandel in den nächsten Jahren sorgen.

SZ: Wir werden die Früchte der Proteste noch ernten?

Ja! Denken Sie an Großbritannien und die USA. Ein Großteil der Menschen unter 35 hätte gegen den Brexit gestimmt und für Bernie Sanders. Wie und wann man diese Millennials an die Wahlurnen bekommt, ist natürlich fraglich.
Dass es schwierig sein kann, haben wir gerade wieder in Frankreich gesehen, wo ja viele junge Franzosen gar nicht zur Präsidentschaftswahl gegangen sind. Aber ich bin zuversichtlich.

SZ: Im Falle Hamburgs lässt sich resümieren, dass das Versammlungsrecht verschärft wurde und eine Datei zur europaweiten Registrierung von Linksextremen und der Schließung linker Einrichtungen diskutiert wird. Ist da nicht eher von einer Verhärtung der demokratischen Institutionen zu sprechen?

So pauschal kann man das nicht sagen. Zwar argumentiert der deutsche Innenminister Thomas de Maizière, dass das Problem "die linke Gewalt" sei. Aber es ist doch auch eine Niederlage für die politischen Eliten. Im Vorfeld haben viele Menschen geäußert, dass sie die Gipfel per se ablehnen. Die Unterstützung für solche Treffen ist so gering, dass sie nicht mehr in großen Städten stattfinden können wie noch in Seattle, Kopenhagen oder Prag. Die anfängliche politische Gegenreaktion ist normal, auch Otto Schily ist schon hart ins Gericht gegangen mit den "Chaoten".

SZ: Die Proteste waren kurz und heftig. Kann ein solcher punktueller Widerstand überhaupt langfristig wirken?

Es stimmt, dass andere Protestformen vielleicht stärker im Sinne einer Demokratisierung wirken. Das gilt etwa für die Proteste gegen die Austeritätsmaßnahmen in Südeuropa, die eine beeindruckende Zahl an "normalen" Menschen politisiert haben. An Gipfelprotesten nehmen meistens nur Menschen teil, die vorher schon politisch aktiv waren. Deshalb können solche Proteste dennoch sehr wirksam eine bisher nahezu ausschließlich auf die Wirtschaft konzentrierte globale Gipfelpolitik verändern.

SZ: Was ist also in Zukunft von Gipfelprotesten erwarten?

Ich kann keine Zukunftsprognose geben und man kann die Wirkung nicht pauschalisieren. Aber indem sie stören, haben Anti-Gipfelproteste aus historischer Perspektive enorm zu politischer Reform beigetragen. Das geht in der aktuellen Debatte bisher leider unter.
http://www.sueddeutsche.de/kultur/g-gipfel-gewalt-ist-nicht-einfach-gewalt-1.3591320
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben