Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ja, dann lassen wir die Polizei dann einfach weg und gucken mal, was passieren wird. Dann haben die Autonomen ja auch kein direktes Feindbild auf der Straße zum Angreifen. (Mit Ausnahme der sehr bedrohlichen Autos)

Oder die bessere Variante: Der schwarze Block sucht sich ein gescheites Hobby und bleibt Zuhause.
 
Zuletzt bearbeitet:
Was mich bei diesem Thema fast noch am meisten zum Kopfschütteln bringt...

Genauso wie traditionell viele links stehende Holzköpfe gerne jeden demokratisch Rechten für einen Nazi oder Faschisten halten, stecken nun wieder die Holzköpfe unter den Rechten jeden demokratisch Linken in die Schublade eines Steinewerfers aus dem schwarzen Block (rechts automatisch Nazi und Fascho, links Steinewerfer und Kommunist). Reflektierte Differenzierung findet bei den Armleuchtern auf beiden Seiten quasi nicht mehr statt und die ersten Politiker brüllen auch bereits danach, die Rasierklinge mal wieder an den Freiheitsrechten anzusetzen.

Schuldzuweisung und verknorpeltes Denken in der Einbahnstraße, statt sich tatsächlich mit der komplizierten Dynamik, die da entstand auseinanderzusetzen. Das ist doch zum Kotzen.
 
@Slurms Mc Kenzie

Nichts für ungut - aber was du zur Welcome to Hell Demo schreibst ist schon ziemlich falsch.

..Das ist ein Satz der vielleicht vor 20 Jahren mal so gepasst hätte. Heute ist jeder Sommerschlussverkauf, jede halbwegs moderne Werbung und jedes Vorabendprogramm voller Kriegsrhetorik. UU wollte der Versammlungsleiter ja seine Sicht der Dinge deutlich machen. "Willkommen in der Hölle, liebe Politiker. Wir sind jetzt so laut, dass ihr uns hört und unsere Argumente." Wobei Hölle dann für die in den Augen der Kritiker stehende Globalisierungspolitik steht. Auch nur eine Vermutung. Im Nachhinein drängt sich dein Schluss natürlich auf. Halte ich aber nicht für zwingend.

Du klingst ja als ob wir auf Vermutungen angewiesen wären und es erst im Nachhinein wüssten. Also ob man diskutieren müsste welcher Schluss zwingend wäre. Dem ist aber nicht so.
Andreas Blechschmidt von der Roten Flora organisierte das und gab schon vorher in der Zeit folgendes zu Papier:

"Blechschmidt wird in der ZEIT vom 29. Juni 2017 wie folgt zitiert:
-ZEIT: „Mit Ihrem Demo-Motto Welcome to Hell deeskalieren Sie aber auch nicht gerade.“ – Blechschmidt: „Es ist ja klar, dass wir nicht die katholische Pfadfinderjugend versammeln. Es geht uns um eine kämpferische Demo.“
-„Militanz ist eine bewusste Regelübertretung.“ „Vielleicht regen diese Anschläge zur Nachdenklichkeit an.“[Auf die Frage nach den Anschlägen auf Bahnanlagen]
-„Sich im Vorfeld von Gewalt zu distanzieren bedeutet für uns, in die ideologische Falle der Gegenseite zu laufen.“

"Kämpferische Demo" + vorheriges ausdrückliches nicht distanzieren von Gewalt sind imho keine halbwegs moderne Werbung. Das hat nicht mit Vermutungen zu tun sondern wurde vorher schon kommuniziert und kannst du zB auch beim Verfassungschutz Hamburg nachlesen. Das brachte ich nebenbei schonmal.

http://www.hamburg.de/innenbehoerde/linksextremismus/9069258/autonome-szene-rote-flora-umfeld-g20/



Hm schwierig. Wie viele globalisierungskritische Demonstrationen gibt es denn regelmäßig im Zusammenhang mit einem Gipfel? Da laufen doch an allen Ecken Demonstranten rum. Woher sollen die Demonstranten denn bitte wissen dass der schwarze Block sich jetzt ausgerechnet ihre Versammlung ausgeguckt hat? Wenn da jetzt der DGB marschiert, darunter befinden sich noch 50 Bürger aus einem öko-viertel aus Freiburg, 20 Grünenpolitiker und 80 Sozialwissenschaftsstudenten und meinetwegen ein Stadtrat aus Wanne-Eickel. Woher sollen die bitte damit rechnen? Mit deiner Logik könnte man jede Versammlung per se verbieten und würde das Grundrecht aus Art. 8 abschaffen. Ich verstehe nicht warum das klar sein sollte. Die Chaoten suchen doch bewusst den Schutz irgendeiner Demo und agieren von da aus. Bei den Steinewürfen vom Dach war doch gar keine Rede mehr von einer Versammlung oder denkst du die eben von mir genannten Bevölkerungsgruppen sind mit ihren Pappschildern, Blumensträußen und Trillerpfeiffen mit aufs Dach geklettert? Die waren zu dem Zeitpunkt schon weit weg. Verständlicherweise.

Als ob die anderen Demonstranten von Welcome to Hell total überrascht worden wären das der schwarze Block auftaucht. Als ob der schwarze Block sich zufällig gerade diese Demo "ausgeguckt" hätte. Das ist Mumpitz. Der schwarze Block war lange vorher bei Welcome to Hell angekündigt. Ich vermute eher das umgehrt die anderen Demonstranten sich gerade deshalb diese Demo ausguckten. Die hätten auf andere Demos gehen können - nein die sind zu gerade der Demo bei der Wochen vorher angekündigt wurde das ein Zitat:
"An der Spitze der Demonstration wird ein großer schwarzer Block gehen" wird hin.

Das von mir zitierte ist noch aus einer Ankündigung vom 16.06. !
https://barrikade.info/G20-Welcome-to-Hell-Newsbloc-1-240

Mir kommt das hier immer wieder so vor als ob das hier keinem bekannt und bewusst wäre.



Das beantwortet nämlich zb auch diese Frage:
..Was hat die normalen Demonstraneten denn daran gehindert die "paar vermummten" (ich weiß wirklich nicht wieviele es waren) selbst aus der Demo zu verweisen?..

Na die normalen Demonstranten von Welcome to Hell wussten schon Wochen vorher das die Vermummten auftauchen - sind trotzdem hin. Und wohl eher wenige davon um diese der Demo zu verweisen....
 
Geil war ja gestern in Frontal 21, wie der Rote-Flora-Vogel sinngemäß schmunzelnd sagte:

Nee, also wir begrüßen schon solche Aktionen, aber nicht in unserer eigenen Umgebung und nicht an Läden, in denen wir selbst einkaufen gehen. Solche Randale sollte man dann doch lieberin Blankenese oder sonst wo machen.

:ugly:
 
Hier mal die Perspektive einiger Geschäftsinhaber aus dem Hamburger Schanzenviertel:

+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.
Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.
Es waren Betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.
Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.
Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.
Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.

Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.
Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.
Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.
Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.
Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:
Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.
Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.
Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.

Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.
An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.

Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.

In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel

BISTRO CARMAGNOLE
CANTINA POPULAR
DIE DRUCKEREI - SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
ZARDOZ SCHALLPLATTEN
EIS SCHMIDT
JIM BURRITO'S
TIP TOP KIOSK
JEWELBERRY
SPIELPLATZ BASCHU e.V.
MONO CONCEPT STORE
BLUME 1000 & EINE ART
JUNGBLUTH PIERCING & TATTOO
SCHMITT FOXY FOOD

Quelle:
https://web.facebook.com/CantinaPopularHamburgo/posts/2009834439251557
https://web.facebook.com/BistroCarmagnole/posts/1451018668300206
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke, habs inzwischen auch gefunden :)

Wenn ich bei Zardoz reinkomm sagt der eine Typ jedes Mal "Immer noch nix!", weil ich ne Platte suche, die sehr sehr selten vorkommt :ugly:

Freut mich sehr, dass die das unterschrieben haben :liebe:

Mal gucken was König Olaf heute um 13:30 Uhr so vom Stapel lässt bei seiner "Regierungserklärung". Die Soko heißt ja schon mal von vornherein "Schwarzer Block" und verspricht völlige Einseitigkeit.
 
Mehr oder weniger dazu passt auch ganz gut das hier:

http://www.spiegel.de/kultur/gesell...zeitung-wild-west-journalismus-a-1157189.html

Auf Facebook gehen auch schon die Postings inklusiver unverpixelter Bilder rum, wo zur Jagd auf vermeintliche Gewalttäter aufgerufen wird. Ich kann manchmal gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte ... das Internet führt mir doch immer wieder vor Augen, wie gefährlich hohl ein nicht zu unterschätzender Teil der deutschen Bevölkerung ist.
 
Man sieht es übrigens gerade bei der Akte, wie friedlich das alles war bis die Polizei kam :roll:
Habe mir den Beitrag auch eben angeschaut und aus diesem wird absolut 0,0 deutlich, von wem wann initial Gewalt ausging. Insbesondere nicht bezogen auf die offizielle(n) Demonstration(en).
Dass über die drei Tage in Hamburg zahlreiche gruslige Gestalten unterwegs waren, die den Konflikt mit der Polizei geradezu heraufbeschwört haben, würde glaube ich niemand mit auch nur einem Hauch Bezug zur Realität bestreiten wollen.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben