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Ich hätte mir jedenfalls für den ganzen Shit seit Beginn der Eurokrise Gerhard Schröder zurück gewünscht. Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich das als traditionell eher Konservativer jemals sagen würde :D. Wobei der ja ungefähr so sozialdemokratisch war, wie Merkel konservativ ist.
 
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Eben, Schröder war (wie Schmidt auch schon) viel mehr in der Mitte zu finden, als der Rest der SPD. Und deshalb hätte er vermutlich auch nicht so groß anders gehandelt, wie Merkel. Jenseits einer politischen Verantwortung ohne Sachzwänge kann er natürlich deutlicher Töne anschlagen, als wenn er noch aktiv wäre. Ob das im Amt immer noch so wäre, wage ich zu bezweifeln.
 
Er stand aber nie für Wischiwaschi Politik und hatte auch keine Angst vor unpopulären Entscheidungen. Sowas kann natürlich auch mal schiefgehen, aber diese Art Politik ist meiner Meinung nach letztendlich immer noch der bessere Weg. Vor allem auch weil man auf die Art besser gegen die Politikmüdigkeit innerhalb einer Gesellschaft vorgeht, denn die Leute wissen, woran sie sind und sind entweder strikt für oder gegen ihn und müssen sich positionieren.
 
Ja, für die schlichteren Gemüter ist eine reine schwarz-weiß- oder pro-contra-Politik sicher schöner, weil sie nicht groß nachdenken müssen. Realistisch ist sowas aber nicht. Die Welt und die Politik ist nun mal nicht so und so kann man auch nicht verantwortungsvoll agieren, imho. Und man muß sich ja auch nicht immer an den kleinsten gemeinsamen Nenner orientieren!

Und angesichts des britischen Referendums (was ja so eine Entscheidung war) zweifle ich auch stark daran, daß eine solche Haltung einer Politkverdrossenheit entgegen wirkt. Die Folgen so einer Politik wären nämlich noch chaotischer, als die der sog. "Wischiwaschi-Politik"...
 
Ich habe nicht gesagt, dass ich eine Schwarz-Weiß Politik möchte. Sie soll schon mit Augenmaß und rational erfolgen - aber man sollte schon eine Linie erkennen, wo man letztendlich hin will. Etwas das es bei Merkel noch nie gab bzw. sie wartet immer bis die Linie sie irgendwo hinzieht.
 
Du kannst aber in einer Situation, wo noch nicht alles klar ist (und das ist weder jetzt nach dem Brexit so, noch während der Flüchtlingskrise, noch während der Griechenlandkrise) eine klare Position erwarten, mit Augenmaß und rational. Wenn man nicht weiß, wo es hingeht, kann man sich nicht hinstellen und eine feste Linie vorgeben, wie es die Populisten so gerne machen. Das ist das genaue Gegenteil rational und verantwortungsvoll!

Du wolltest unpopuläre Entscheidungen? Hat sie doch in deinen Augen gemacht, bei der Flüchtlingspolitik und bei Griechenland. Was beschwerst Du dich denn?
 
Nehmen wir das aktuelle Beispiel mit dem Brexit - keiner mit hoher Funktion in der EU hat bisher "Bestrafungsaktionen" gefordert, es wurde aber legitimerweise eine rasche Umsetzung des Referendums gefordert, um sowohl die Unsicherheiten in GB als auch in der EU schnellstmöglich (was ja immer noch +/- zwei Jahre wären) zu klären. Anstatt sich da aber abzusprechen untergräbt Merkel genau diese Linie mit ihren Aussagen wieder, ohne selbst eine Linie zu verfolgen.
 
Welche Aussagen denn? Sie hat nur gesagt, daß UK weiterhin ein starker Faktor in Europa bleiben wird, so what? Das wird zweifelsfrei so sein. Da wird nichts untergraben, k.A. wo Du das sehen willst. Das aktuell noch nichts Konkretes gesagt wird, ist doch ganz normal, in GB und bei der EU weiß ja eh noch keiner, was jetzt passieren wird, wie soll man da eine klare Line definieren? Ohne Fakten? Nur um was zu sagen?

Bis da etwas Eindeutiges kommt, wird noch etwas Zeit vergehen, vieleicht sogar noch einige Monate...
 
Oh bitte, jeder versucht hier mit lauteren Schlagzeilen aus dem Brexit so viel Aufmerksamkeit zu ziehen, wie es geht, auch SpOn. Wer ein wenig tiefer in der Materie steckt, weiß doch, daß aktuell nichts fest ist, daran ändern solche Artikel und Kommentare nichts. Viel Blabla, mehr nicht. Wundert mich, daß Du darauf so einsteigst.
 
Weil es wie gesagt nicht nur hierzulande so wahrgenommen wird, sondern auch international, in der Times zum Beispiel. Und als Politiker sollte man und weiß man, wie Aussagen ankommen.
 
Da ist es genau das Gleiche, auch international. Nichts was aktuell gesagt wird, bis sich in GB ein wenig Ruhe eingestellt hat, ist wirklich fix.
 
Solange das nicht geklärt ist, wird niemand dort auch nur einen Pence investieren. Unternehmen und Banken werden Jobs und Einrichtungen ins Ausland verlagern. Diese Situation können sie sich jedenfalls nicht lange leisten, imo.
Und lange muss man darauf so wies aussieht gar nicht mehr warten: http://www.cnbc.com/2016/06/26/fina...in-moving-some-operations-out-of-britain.html
Banks have already begun to take action to shift operations out of the UK, with the governor of France’s central bank warning on Saturday that Britain’s financial services groups were at risk of losing their right to operate across the EU.

Investment banks have reacted immediately to Britain’s referendum result, with some of the City’s largest institutions approaching regulators to secure licences and lining up executives to relocate.

The big US banks — JPMorgan Chase, Goldman Sachs, Bank of America, Citigroup and Morgan Stanley — have large operations employing tens of thousands of people in the UK. They are now preparing to shift some of this work to cities such as Dublin, Paris and Frankfurt.
 
Könnte mir ja ein wenig in den Arsch beißen, dass ich Freitag bei Käufen nachgelegt habe. Börsenentwicklung ist heute noch mal schlimmer als letzten Freitag...
 
Ja, eigentlich ists mir auch egal, ich weiß ja, dass die wieder hoch gehen. Aber es schmerzt doch ein wenig, wenn man den besten Zeitpunkt verpasst :D. Vor allem hatten die sich Freitag Nachmittag ja stabilisiert und New York keinerlei Impact. Naja, jetzt sollte man Siemens im Auge behalten, wenn die auf knapp 80 runter gehen sollte man imo kaufen.
 
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