ich finde es traurig und erschütternd, wie die diskussion um flüchtlinge und deren aufnahme in deutschland geführt wird. vor allem am beispiel der taten in köln wird das wieder mehr als deutlich.
es werden vermutungen und thesen in den raum posaunt und dann als tatsachen verkauft ohne, dass man wirklich genaues weiß. in diesem falle ist ja "jedem" klar, dass das flüchtlinge gewesen sein MÜSSEN!
auf fakten warten? warum, dauert nur zu lange! aussagen der polizei aufnehmen, dass es darauf keine hinweise gebe? geschenkt, die lügen ja eh! festgenommene die keinen flüchtlingsstattus haben? man hat die richtigen nur noch nicht erwischt!
und richtig bitter wird es, wenn ich sehe wie man "angegangen" wird, wenn man darauf hinweist. man ist dann ein "linksverdreher", "beschöniger", "weltfremd" etc. obwohl man einzig und allein anmerkt, dass es auch noch andere hintergründe geben könnte, dass die fakten eine andere sprache sprechen.
es wird so viel unsinn rausgehauen. es wird soviel menschenverachtung deutlich. so viel hass gegen menschen, die unsere hilfe brauchen, die aber leider "anders" sind. politker betreiben politik auf kosten dieser menschen. asylbewerberheime brennen, menschen werden angegriffen oder es wird auf sie gepinkelt. man wünscht ihnen den tod auf dem ozean oder durch eine polizeiwaffe, damit die nicht nur deko ist.
die taten in köln und den anderen städten sind widerlich und durch nichts zu entschuldigen. gegen die täter wird ermittelt und immerhin gibt es bereits tatverdächtige und festnahmen. sie bekommen einen fairen prozess und dann eine strafe entsprechend unserer gesetze. so wie es der rechtsstaat vorsieht. dabei spielt es keine rolle ob es ein flüchtling, ein migrant oder ein deutscher war. ohne jetzt juristisch firm in diesen details zu sein kann ich mir nicht vorstellen, dass ein asylbewerber, der in köln als täter beteiligt war noch chancen auf asyl in deutschland hat.
ich bin wirklich kein philanthrop und habs auch mit empathie nicht so. aber wenn ich lese, dass in syrien die menschen in belagerten städten gras essen müssen, wenn ich mir bilder ansehe, wie menschen in flüchtlingslagern in der türkei oder sonstwo leiden und vegetieren, dann wird mir anders. und ich kann nicht begreifen, wieso man diesen menschen hilfe verwehren will. wieso man politische taktierereien auf deren rücken austrägt (nicht wahr, liebe csu), wieso man deren heime anzündet oder wieso man immer und immer wieder darüber diksutieren muss, dass das alles verbrecher seien, unsere kultur nicht annehmen, dies und das nicht achten, kurz: hier nichts zu suchen haben.
(und bevor das wieder kommt: nein, deutschland kann und soll das nicht alleine machen. es bedarf einer europäischen lösung, so schwierig die auch sein mag)
ich glaube nicht, dass jeder, der sich negativ über das thema flüchtlinge äußert ein rassist ist. ich glaube, dass viele einfach nicht vernünftig informiert sind. nicht hinterfragen oder den einfachen weg wählen. es waren nordafrikaner? alle raus, dann sind wir sicher!
deutschland entwickelt sich imo zunehmend in ein land der angst. angst vor dem, vor den anderen, angst vor anschlägen, angst vor dem niedergang, weil die griechen uns in den abgrund ziehen.
diese angst wird geschürt von politikern nahezu aller parteien. von medien wie BILD. von geheimdiensten und polizei. von amerikanern, und briten (und ich mag die wirklich

) und noch tausenden anderen stellen. wir haben mittlerweile soviel angst, dass wir freiweillig unsere freiheit aufgeben. soldateneinsätze im inland befürworten, überwachung gutheißen und die politker wiederwählen die uns nachweislich belügen. und natürlich so viel angst, dass wir unser mitgefühl ausschalten und menschen in not mehr und mehr die hilfe verweigern wollen (natürlich gibt es gott sei dank noch unglaublich viele menschen, die weiterhin helfen). und wer sich dem entgegen stellt darf sich erklären lassen, warum er denn ein spinner sei. wir sind nicht mehr offen für argumente. wir hören nicht mehr zu oder nur selektiv. und viele, viele bilden sich keine eigene meinung auf grundlage von fakten sondern laufen irgendwo so nebenher mit.
es wäre schön, würden wir nicht weiter reflexartig irgendwas raushauen, sondern einfach mal einen moment innehalten und drüber nachdenken. die frage zulassen "was wäre, wenn es anders wäre, als ich glaube/denke?". wenn wir uns an fakten und tatsachen halten die auch belegt sind. anstatt urteile mit halbwahrheiten oder vermutungen zu bilden.
oh man. da bin ich von hölzchen auf stöckchen gekommen... soviel wollte ich gar nicht schreiben. naja. was solls, jetzt isses da.