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Online Distribution in der Videospielbranche

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Also:Vollpreisspiele würde ich mir im bisherigen Vertriebsmodell (einfacher Download) sicher nicht kaufen. Es fehlt hier für mich einfach an der Wertigkeit, ich hab nix zum Anfassen, keine Anleitung, keinen materiellen Gegenwert.
Bei Arcade-Spielen find ichs noch in Ordnung, den "kleinen Happen für zwischendurch" lass ich mir auch per DL gefallen. Ebenso siehts mit DLC aus, hier ermöglicht digitale Distribution große neue Möglichkeiten, aber eben auch Abzock-Möglichkeiten (siehe EA). Aber das regelt sich mit der Zeit von alleine, wenn niemand mehr kauft, dann bietet auch niemand mehr billige Freischaltschlüssel für Content auf der Disc an.

Aber ich will nicht digitale Distribution per se verteufeln, wenn man kreativ mit den Möglichkeiten umgeht, findet man auch Wege, alle bisherigen Käuferschichten anzusprechen.
Als erstes muss bei einer digit. Distribution der Preis fallen, denn man geht hier von einem ein- oder zweistufigen Vertrieb auf einen nullstufigen Direktvertrieb zurück. Da das Produkt virtuell ist, entstehen auch keine großen Transaktionskosten für den Anbieter. Und es wäre einfach angebracht, hier nicht die Gewinnmarge anzuheben, sondern den Preisvorteil an den Kunden weiterzugeben.

Aber es gäbe noch weitergehende Möglichkeiten, für die gehe ich von einem guten DRM aus, das eine Umgehung der Restriktionen schwer/unmöglich macht:
Viele Kunden wollen einen Datenträger in der Hand haben. Hier könnte man in zukünftigen Konsolen einen BluRay-Brenner (oder welches Format auch immer eingesetzt wird) verbauen, so dass man sich seine downgeloadeten Spiele nach Wunsch "physikalisieren" kann oder auch nicht. Hier könnte ein gutes DRM ansetzen, in dem z.B. der wiederholte Download ohne Zahlung unterbunden wird, sobald man das Spiel gebrannt hat. Somit kann niemand Kopien eines Spiels für alle Kumpels ziehen und wenn man Platz auf der Platte braucht, kann man es auch löschen und später neu runterladen (wie jetzt bei XBL auch)
Auch hätte man hier ne Möglichkeit der Preisdifferenzierung: Gegen geringen Aufpreis läuft das geladene und gebrannte Spiel auch auch anderen Konsolen, so dass der Gebrauchtmarkt nicht ausgeschaltet wird (die Hersteller würden das zwar gern, aber hier müssen sie imo den Kunden entgegenkommen, allein schon, da sonst weniger Spiele gekauft würden). Wer das Spiel billiger haben will, verzichtet eben auf die Möglichkeit, das Spiel weiterzugeben.

Was auch gemacht werden muss (sonst springt der Einzelhandel im Dreieck), ist das Aufstellen von Download-Kiosken im Handel, an denen Spiele direkt auf Datenträger/Speichereinheit geladen werden können. Hier könnte man die Materialität des Spiels wieder steigern, indem man z.B. sich Cover/Anleitungen für gekaufte Spiele drucken kann. Amarays werden dann kostenlos zur Verfügung gestellt.
Natürlich muss der Preis hier von den Händlern festlegbar sein, sonst hätte der Direktanbieter ein Angebotsmonopol, und das wäre sicher alles andere als gut.

Somit hätte jeder, der will, einen Datenträger mit Cover, Anleitungen und allem was dazugehört. Und die Puristen könnten sich auf reinen Download mit entsprechenden Preissenkungen freuen.

Wenn so ein Modell gut umgesetzt wird, mit klarer Preispositionierung wäre das gut für alle. Die Hersteller könnten die Kunden spezifischer ansprechen und könnten mehrere Preisbereitschaften über Merkmale wie brennbar/rein virtuell, weiterverkaufbar/konsolenspezifisch, Cover u. Anleitung oder nicht, ansprechen.

Natürlich darf es dann nicht so aussehen, dass man für ein Komplettpaket dann 80€ oder so hinlegt. Der Preis für die maximal mögliche Qualität über den Einzelhandelsvertrieb dürfte nicht höher sein als der bisherige Preis.


So, das waren meine Gedanken zum Thema, hoffentlich hilfreich :)
In welchen Fach schreibst du deine DA, Shellshock? Hört sich ein wenig nach BWL/Marketing an.
Wäre auch meine Lieblingsrichtung, nächstes Jahr im Hauptstudium werd ich Marketing vertiefen, und so ein Thema wäre für mich auch ideal (wenn der Prof das zulässt...)
 
Shellshock schrieb:
@Blackacidevil:
Guter Punkt: Spiele, die schon längst "out of print" oder schwer zu bekommen sind. Da sind Downloads definitiv eine gute Möglichkeit.
Wie hoch schätzt du denn das Interesse danach ein? Die Spiele sind dann ja schon einige Jahre alt und entsprechen nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Werden sie trotzdem noch gerne gekauft?

Gerade auf den Konsolen boomen ja Remakes von alten Klassikern. Erwünschte Entwicklung oder reine Abzocke?

Besser spät als nie.

Ich schätze das Interesse an Raritäten sehr hoch ein. Es gibt immernoch Spiele die "steinalt" sind und trotzdem noch rocken.
Auch wenn ein Lieferengpass besteht sollte man auf den digitalen Vertrieb zählen. Jüngstes Beispiel die AT Version von fallout 3. Da wäre eine Onlinedistribution sehr angebracht gewesen. Allerdings denke ich auch, dass die Hersteller der Spiele dann den Preis von Neutiteln online senken sollten. Da man ja ohne Disc/Hülle/Handbuch liefert. Ich selbst lege eigentlich auch sehr viel Wert auf eine Hülle die ich mir zur Zierde in den Schrank stellen kann. Trotzdem habe ich bereits mehrere Titel online gekauft, weil man quasi nur 1nen Klick entfernt ist.
Und da betone ich nochmal das der nächste Fachmarkt 50 km weg ist. Das macht dann 100km im Total nur um ein Game zu kaufen. Da kommt mir die Online Distribution sehr gelegen.
 
Blackacidevil138 schrieb:
Und da betone ich nochmal das der nächste Fachmarkt 50 km weg ist. Das macht dann 100km im Total nur um ein Game zu kaufen. Da kommt mir die Online Distribution sehr gelegen.

Naja, 1 Click und ein Händler lieferts dir am nächsten Tag per Post. Wenn man natürlich nicht mal 1-2 Tage warten kann, hat man ein Problem und dann ist ein Onlinedienst sicher ne Alternative.

el_barto schrieb:
Was auch gemacht werden muss (sonst springt der Einzelhandel im Dreieck), ist das Aufstellen von Download-Kiosken im Handel, an denen Spiele direkt auf Datenträger/Speichereinheit geladen werden können. Hier könnte man die Materialität des Spiels wieder steigern, indem man z.B. sich Cover/Anleitungen für gekaufte Spiele drucken kann. Amarays werden dann kostenlos zur Verfügung gestellt.
Natürlich muss der Preis hier von den Händlern festlegbar sein, sonst hätte der Direktanbieter ein Angebotsmonopol, und das wäre sicher alles andere als gut.

Somit hätte jeder, der will, einen Datenträger mit Cover, Anleitungen und allem was dazugehört. Und die Puristen könnten sich auf reinen Download mit entsprechenden Preissenkungen freuen.

Wenn so ein Modell gut umgesetzt wird, mit klarer Preispositionierung wäre das gut für alle. Die Hersteller könnten die Kunden spezifischer ansprechen und könnten mehrere Preisbereitschaften über Merkmale wie brennbar/rein virtuell, weiterverkaufbar/konsolenspezifisch, Cover u. Anleitung oder nicht, ansprechen.

Naja, selbstgebrannte Rohlinge sind viel empfindlicher und weniger lange haltbar als Discs aus dem Presswerk. Sowas wäre für mich genauso wertlos wie ne Downloadversion, vor allem mit nem selbst ausgedruckten Cover/Anleitung usw..
 
@el barto:
interessante Ansätze. Und ich bin auch der Meinung, dass man mit ein wenig Gehirnschmalz praktikable Lösungen finden kann. Andererseits habe ich da so meine Zweifel, dass bei reiner Online Distribution von Spielen jemals wieder die Möglichkeit geboten wird, das ganze in irgendeiner Form greifbar zu machen. Warum auch? Aus Sicht der Hersteller ist dann ja alles paletti (keine Raubkopien, kein Gebrauchtmarkt, größere Gewinnspanne). Und die Spieler haben keine andere Wahl, entweder downloaden oder mit dem Zocken aufhören.

Die Frage ist ja, werden künftige Konsolengenerationen überhaupt noch physikalische Laufwerke besitzen? Falls nein, womit schaut man dann DVDs oder BRs? Werden die Konsolen dann wieder zu reinen Spielmaschinen? Oder werden Filme zukünftig dann auch nur noch digital vertrieben?
Beim PC wirds noch lange Zeit Laufwerke geben, aber bei den Konsolen....?

Stichwort selber Brennen: Vorausgesetzt, die kommenden Konsolen würden diese Möglichkeit anbieten, würde sich das lohnen? Würde sich ein Sammler mit einer selbst gedruckten Hülle/Cover zufrieden geben. Würdest du so etwas gebraucht kaufen? Ich nicht.

Ein weiteres Problem ist ja die Speicherung und der Download an sich. Nicht jeder Konsolenspieler hat einen Highspeed-Anschluss. Und bis man 10 oder mehr GB runtergeladen hat, braucht man schon so seine Zeit, vom Speicherplatz mal ganz abgesehen.

Ach ja: Zum Thema Preis habe ich letztens eine interessante Aussage gelesen: Demnach ist es für die Publisher gar nicht so einfach möglich online den Preis weit unter den Ladenpreis zu drücken, da einem sonst die konventionellen Händler auf's Dach steigen, weil ihnen die Umsätze einbrechen würden.
Andererseits werden Spieleentwicklungen immer teurer, wohingegen die Spielepreise auf altem Niveau geblieben sind. Ich hätte da so meine Zweifel, ob die Publisher wirklich ihre Preisvorteile weitergeben würden.

Ich denke derzeitig ist der Online-Vertrieb von Vollpreisspielen vor allem auf den Konsolen noch Zukunftsmusik (zu wenig Anreize für den Kunden, zu geringer Speicherplatz und zu geringe Downloadgeschwindigkeiten/Verfügbarkeit). Und bei den nächsten Generationen wird es dann interessant zu sehen sein, wie diese ausgestattet sind (mit/ohne Laufwerk, Fesplattengröße, etc.)


Ich schreibe meine DA im Bereich Electronic Business. Bin echt froh, dass das Fach hier in Essen angeboten wird. Ist nämlich nicht sonderlich verbreitet, da neu.
 
*Thread rauskram*

Arbeit geht gut voran. Jetzt fehlt nur noch die abschließenden Umfrage zu dem Thema.
Fragebogen ist soweit fertig, doch wie komme ich möglichst flott an möglichst viele qualifizierte Antworten?

Ich hatte schon mal größere videospielspezifische Internetseiten angeschrieben, wurde da aber ganz schnell abgewimmelt.
In anderen Foren wird so eine Anfrage wahrscheinlich auch ganz schnell als Werbung behandelt und der Thread geschlossen.

Jedenfalls hoffe ich, dass zumindest Ihr mich tatkräftig unterstützt.
Doch selbst wenn hier 10-20% der aktiven User den Fragebogen komplett ausfüllen, ist das immer noch ein bisschen wenig.
Denn so 200-300 vollständig ausgefüllte Bögen hätte ich schon ganz gerne.

Nur wie komme ich an die? Jemand ne Idee?
 
Unimailverteiler?
Schick den Link zur Umfrage mit einer Bitte zur Teilnahme über den Mailverteiler eurer Uni rund , häng eventuell noch eine Verlosung von ein paar Amazongutscheinen unter den Teilnehmern ran und du solltest zumindest ein paar Teilnehmer finden. So läuft das zumindest an unserer Uni häufig.
 
Ja, bei uns auch.
Allerdings ist das ja ein eher spezielles Thema, und die Umfrage richtet sich demnach auch fast ausschließlich an Gamer.
Themenfremde, die dann nach wenigen Fragen abbrechen, versauen mir den Schnitt ;-)

An eine Verlosung habe ich auch gedacht, allerdings ist die Umfrage anonym. Da wird's schwer mit ner Verlosung.
 
Sony will auf Digital-Vertrieb und Disc-Versionen setzen

26.05.10 - Sony will in Zukunft sowohl herkömmliche Disc-Versionen seiner Spiele, als auch auf den reinen Digital-Vertrieb setzen. Das bestätigt Sony CEE Präsident Andrew House im PlayStation Forum.

Der Kunde würde weiterhin Disc-Versionen der Spiele bevorzugen, wie House meint. Allerdings sei auch der Digital-Vertrieb von Spielen technisch immer besser möglich und würde immer attraktiver werden. Daher will Sony dem Kunden in Zukunft weiterhin die Wahl geben und beide Vertriebsvarianten anbieten - sofern es möglich ist.

Gamefront
 
Großbritanniens Games-Handel probt den Aufstand


Welche Mittel hat der Handel, um der fortschreitenden Digitalisierung im Gamesgeschäft entgegenzutreten? In Großbritannien proben nun mehrere Ketten den Aufstand. Nach Informationen von "MCV UK" wollen mindestens zwei große Marktteilnehmer PC-Spiele aus dem Sortiment verbannen, die den Steam-Service von Valve unterstützen. Das britische Fachmagazin nennt keine Namen, sodass die tatsächliche Marktmacht hinter der Drohung nur schwer einzuschätzen ist. Offenbar handelt es sich aber um größere Händler, die auch selbst eine Digitalstrategie verfolgen. Der Steam-Boykott soll sich nämlich nicht generell gegen den Trend zur digitalen Distribution richten, sondern vielmehr die eigenen Angebote schützen. "Wenn ich ein digitales Angebot habe, dann dulde ich keinen direkten Konkurrenten im eigenen Laden", zitiert "MCV" anonym einen Mitarbeiter eines großen Handelsunternehmens.

Die digitale Distributionsplattform Steam ist heute aus dem PC-Geschäft kaum noch wegzudenken. Viele AAA-Produktionen nutzen den Service nicht nur als Vertriebskanal für die digitale Version. Auch als Kopierschutz und Multiplayerplattform kommt Steam umfassend zum Einsatz. Der Marktanteil der Plattform im digitalen Spielevertrieb wird auf bis zu 80 Prozent geschätzt. Verlässliche Zahlen gibt es aber nicht. "Die Publisher haben ein Monster erschaffen. Wir haben unseren Lieferanten gesagt, dass sie den Steam-Support stoppen sollen", so die anonyme Quelle von MCV. Ob durch den Steam-Boykott tatsächlich genug Druck auf die Publisher ausgeübt werden kann, darf aber bezweifelt werden. Der PC-Spiele-Markt in Großbritannien hat längst nicht mehr die Bedeutung wie früher. Wie auch in den USA wird der UK-Markt von den Konsolensystemen dominiert. PC-only-Titel auf hohen Chartspositionen, wie derzeit mit dem "Football Manager 2011" der Fall, sind schon lange die Ausnahme. Gekauft werden PC-Spiele auch heute schon vor allem online. ein Handelsboykott könnte gar der Industrie in die Karten spielen und die Entwicklung zum digitalen Vertrieb im PC-Markt noch beschleunigen.

Quelle: GamesMarkt.de
 
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