Nostalgie-Gaming Teil 3: Blast Corps
So, nach meinem Urlaub gibt es mal wieder ein kleines bisschen Retro:
Liebe KTler, Nostalgie-Gamer und Anti-Nostalgiker,
diesmal von mir mal zur Abwechslung kein Wort an die Anti-Nostalgiker aber ich habe gehört jemand anderes möchte ein paar Worte an euch richten...wer mag das wohl sein?
Vielen Dank Reggie, ich glaube bessere Worte hätte ich selbst nicht finden können.
Sooo, wir reisen mal wieder in der Zeit ein wenig zurück. Um genau zu sein in das Jahr 1997. Mensch und was war das für ein Jahr!:
Borussia Dortmund gewinnt das Endspiel der UEFA Champions League in München
,
Black Sabbath vereinigen sich mit alter Besetzung wieder
und aus Protest gegen die musikalische Ausgrenzung und Kommerzialisierung der Love Parade kommt es zur Hateparade, aus der sich später die Demonstration Fuckparade entwickelt
aaaber
es ist auch das Jahr von Spielperlen wie: Fallout, Bomberman 64, Gran Turismo, GoldenEye 007 und natürlich:
Blast Corps ist ein Action-Spiel von der (damaligen) Qualitätsschmiede Rareware. Erschienen ist es in Nord-Amerika am 28. Februar, in Japan am 21. März und in unseren Reihen am 1. September 1997.
Handlung
Ein Missile Carrier, ein mit zwei Atomraketen beladener Transporter, schaltet nach einem technischen Defekt auf Autopilot. Die nukleare Ladung ist undicht und leckt, daher kann kein Personal den Transporter unter Kontrolle bringen. Der Autopilot hat tragischerweise eine Route durch dicht bebaute Gebiete gewählt (ja, Navis und Autopiloten
). Da er Hindernissen nicht ausweichen kann, führt jeder Kontakt mit einer Häuserwand zu einem Zusammenstoß mit nachfolgender Explosion der Atomraketen. Dies hätte einen nuklearen Winter zur Folge. Da ihr auch weiterhin noch den Sommer genießen wollt, müsst ihr natürlich hier etwas unternehmen! (das ist doch mal ein schöner Start in den Tag...)
Ihr seid Fahrer für das Abbruchunternehmen Blast Corps und habt die Aufgabe Gebäude abzureißen, Gräben zu befüllen und wirklich alles dafür zu tun, um jedes Hindernis auf der Fahrtstrecke für den Atomtransport aus dem Weg zu räumen. Dafür stehen euch eine ganze Reihe von Fahrzeugen und Maschinen mit sehr viel KAWUMM-Potenzial, auch TNT und Co., zur Verfügung.
Gameplay:
Das Spiel startet mit einer Weltkarte bei der man jeweils auf zwei Arten von Leveln trifft:
Carrier Level und Bonus Level.
Auf den Carrier Leveln liegt der Hauptfocus. Hier hat der Missile Carrier eine vorgegebene Route die natürlich (wie könnte es auch anders sein) durch eine Reihe von Hindernissen führt, darunter auch Häuser. Ihr startet in einem Abriss-Fahrzeug, so z. B. ein Bulldozer der sich hier Ramdozer nennt, oder in irgendeinem anderen Fahrzeug das ihr in dem Level finden könnt. Ziel ist es, dass ihr die Gebäude zerstören müsst, die dem Carrier im Wege stehen, bevor dieser auf ein solches triftt.
Doch einige Hindernisse verlangen auch, dass man sein Köpfchen anstrengt. So müssen z. B. erst TNT-Blöcke in Gebäude reingeschoben werden, damit ihr sie zerstören könnt. Gräben die mit Blöcken gefüllt werden müssen oder Brücken die gebaut werden müssen gibt es auch. In einigen Leveln schiebt ihr auch TNT-Boxen auf einen Kran und lasst diesen dann in ein Gebäude knallen. Wenn der Missile Carrier sein Ziel erreicht, gibt es als Belohnung eine Goldmedaille.
Ist erst einmal die Route für den Carrier klar, ist das Level aber noch nicht vorbei. Jedes Level hat Geheimnisse die gefunden werden wollen.
Um ein Carrier-Level komplett abzuschließen und eine 2. Goldmedaille zu gewinnen müssen einige Missionen innerhalb des Levels abgeschlossen werden, z. B. alle Gebäude zerstören.
Weiterhin sind eine Reihe von RDU's im Level verteilt [kleine Leuchten auf dem Boden die über das ganze Level verstreut sind) die durch langsames darüberfahren aktiviert werden wollen. Einige sind zur Orientierung platziert. Ist erst einmal der Carrier im Ziel, könnt ihr jederzeit zu dem Level zurückkehren, ohne Zeitlimit, um die verschiedenen Geheimnisse zu erforschen. Wenn ihr alle Missionsziele bzw. Bonus(Geheim-)aufgaben schafft, erhaltet ihr die begehrte 2. Godmedaillie. Sind erstmal alle Carrier-Level beendet, fliegt ihr sogar zum Mond um dort weitere Level zu absolvieren, natürlich mit veränderter Gravitation.
Folgendes Prinzip des Levelaufbaus:
Ist das erste Level absolviert, öffnen sich die Carrier Level. Wenn diese gemeistert wurden, öffnen sich die nächsten Level. Bonus Level werden freigeschaltet, wenn man Kommunikationsgeräte findet und aktiviert, die in den Leveln versteckt sind. Und so breitet sich das Spiel von einer einfachen Carrier-Mission zu vielen verschiedenen Leveln (normale Level und Bonus Level) aus.
Bonuslevel:
Meistens bestehen die Bonus-Level aus einem Rennen. Ihr müsst z. B. 4 Runden mit eurem Abrissfahrzeug so schnell wie möglich fahren , in anderen eine bestimmt Anzahl von Gebäuden zerstören oder alle RDU's aktivieren. In weiteren Bonus-Leveln gibt es sogar Feinde oder Hindernisse, wie Wasser oder Lava, welche, wenn sie berührt werden, die Mission zum scheitern bringen. Übungs-Level sind Zeitlevel die euch einige ungewöhnliche Abrissfahrzeuge zur Verfügung stellen. Diese geben Anweisungen zur Bedienung des spezifischen Fahrzeugs und manchmal helfen auch Pfeile um euch die Orientierung zu erleichtern. Diese Level sind ähnlich der normalen Zerstörungs-Bonus-Level. Vor jedem Rennen könnt ihr euch entscheiden, welches Fahrzeug ihr benutzen möchtet. Es sind jedoch nur die Fahrzueuge verfügbar die ihr schon in den anderen Carrier-Level gefunden habt. Einige Level verbieten die Auswahl eines Fahrzeugs. Beeendet man ein Bonus-Level gibt es dafür entweder eine Bronze-, Silber-, Gold-, oder Platinmedaille, je nachdem wie schnell ihr das Level abgeschlossen habt.
Fahrzeuge:
Es gibt viele Abrissfahrzeuge in diesem Spiel. Jedes hat eine verschiedene Methode, Gebäude abzureißen, von Ramdozer, einem einfachen Bulldozer zum J-Bomb - einem Roboter, der hochfliegt um Gebäude einzustampfen.
• Bulldozer (engl. Ramdozer)
ist ein gewöhnlicher Bulldozer, der kleinere Gebäude durch einfaches hineinfahren einreißt, aber nur wenig bis keine Schäden bei größeren Gebäuden anrichtet. Er kann TNT-Kisten einfach schieben, was ihm erlaubt, größere Gebäude zu zerstören.
• Monstertruck (engl. Backlash)
Der Backlash ist ein ziemlich langsamer Muldenkipper. Rammen ist seine große Schwäche, aber sein gepanzertes Hinterteil hat eine enorme Zerstörungskraft, wenn er ins Schleudern kommt und damit Gebäude rammt. Alternativ kann auch manches Gebiet als eine Rampe genutzt werden um das Fahrzeug abheben zu lassen und so mit Leichtigkeit durch Gebäude hindurchzufahren. Genau wie beim Ramdozer hat das lediglich gegen kleinere Gebäude Sinn.
• Turbobuggy (engl. Skyfall)
ist ein kleiner und schneller Dünenbuggy mit einem Turbo, welcher aber einen sehr begrenzten Vorrat hat, sich jedoch wieder regeneriert wenn er nicht gebraucht wird. Seine Hauptzerstörungsmethode ist es, Rampen hochzufahren und auf den Hindernissen zu landen. Auch dieses Fahrzeug ist nur gegen relativ kleine Hindernisse brauchbar.
• Donnerfaust (engl. Thunderfist)
ist ein sehr großer menschenähnlicher Roboter, der ideal zur Zerstörung von großen Gebäuden wie Türme ist. Er rennt in die Gebäude und schwingt dann zur Seite. Manchmal schwingt er seinen Arm wie ein Kinnhaken eines Boxers. Der Maschine scheint ein Arm zu fehlen, Stromkreise und Kabel ragen aus einer Schulter und es sind gelegentlich Funken zu sehen.
• Crasholator (engl. Cyclone Suit)
ist auch ein Roboter, der etwas größer ist als die Spielerfigur, mit dem mittelgroße Gebäude eingerissen werden können. Der Cyclone Suit macht dazu akrobatische Sprünge in die Gebäude.
• J-Bomb
ist der dritte der Zerstörungsroboter und etwas kleiner als der Thunderfist. Er hat ein Jetpack auf seinem Rücken, das er zum hochfliegen eines Zielgebäudes benutzt. Der J-Bomb kann dann blitzartig landen, um so das Gebäude einzustampfen. Das Jetpack erlaubt es dem J-Bomb ebenfalls, Gebiete zu erreichen, die mit anderen Fahrzeugen unerreichbar sind.
• Rocket Crusher (engl. Ballista)
ist ein Motorrad, das Gebäude mittels eines Raketenwerfers zerstört. Die Raketen sind in begrenzter Menge in Munitionskisten zu erhalten, die im Level verteilt sind.
• XR7-Protocrash (engl. Sideswipe)
ist ein Fahrzeug, das Ziele mit Rammböcken, die links und rechts am Fahrzeug sind, zerstört. Die Rammböcke können nur eine begrenzte Zeit eingesetzt werden, jedoch können Rammbockstöße durch Sammeln von "Munitionskisten" erneuert werden, die den Munitionskisten von Ballista sehr ähnlich sehen.
Sonstige Fahrzeuge
Es existieren außerdem noch ein paar kleinere Fahrzeuge, welche hauptsächlich in den Rennen genutzt werden. Darunter ein Polizeiauto, ein "Hot Rod" (modelliert nach dem General Lee aus Ein Duke kommt selten allein), ein Sportwagen, der dem Ford Gran Torino aus Starsky & Hutch nachempfunden wurde, und ein Nachbau des Van von dem A-Team. Jedes der Fahrzeuge unterscheidet sich in Handling, Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung, was manche der Fahrzeuge für bestimmte Levels attraktiver macht. Der Sportwagen hat als einziger die Eigenschaft ohne Geschwindigkeitsverlust Offroad und unter Wasser zu fahren. Bestimmte Levels enthalten außerdem einen Zug oder ein Boot, welche eine feste Route abfahren und primär zum Transportieren genutzt werden.
Der Hebekran
Der Hebekran ist unbeweglich und langsam und kann nur unter bestimmten Bedingungen etwas zerstören, indem er etwas drauf fallen lässt. Er ist notwendig um Fahrzeuge an einen anderen Punkt zu bewegen, an dem sie sonst nicht hinkommen würden.
Entwicklung:
Blast Corps wurde von nicht mehr als jeweils nur 7 Entwicklern entwickelt, darunter Martin Wakeley (späterer Free Radical-Mitarbeiter) als Lead Designer. Das ursprüngliche Konzept sah vor, ein Spiel zu kreieren das es dem Spieler ermöglicht Gebäude zu zerstören. Aus diesem Konzept entwickelte sich sogar eine Handlung nämlich die des Nukleartransporters der euch einen Grund gibt alles zu plätten was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Nachfolger:
Lead Designer Martin Wakeley hat angeführt, dass er mit Ideen für einen Nachfolger für Blast Corps herumgespielt hat. Das Spiel hätte sich zu einem mehr Action-basierten Kampf Spiel entwickelt. Er führte aus, dass das Gameplay so weit es nur möglich war ausgechöpft wurde und Blast Corps sich nicht mehr hätte weiterentwickeln können.
Grafik:
Die Grafik bietet unglaubliche Explosionen, tolles Umgebungs-Mapping, butterweich-scrollenden und tolle Hintergrundgrafiken. Eben ein totales Eyecandy was so ein Actionspiel dieser Klasse auch verdient hat. Rareware hat damals alle Register gezogen.
Ton:
Auch typisch Rareware ist die Qualität des Soundtracks. Die elektronischen Beats von Graeme Norgate unterstreichen wunderbar das Action-orientierte Gameplay des Titels und lassen das Adrenalin in euch kochen. Ihr glaub mir nicht? Gut! Hier der Beweis:
Positive Aspekte:
- Einfallsreiches Gameplay
- verschiedene Möglichkeiten ein Level zu beenden
- verschiedene Abrissfahrzeuge
- toller Soundtrack
- tolle Grafik
- über 50 einzigartige Level und Langzeitmotivation durch Medaillen
Negative Aspekte:
- zum Teil etwas schwierige Steuerung
Fazit:
Wow, Blastcorps hat damals wie eine Bombe eingeschlagen und erfreut sich dank seiner tollen Präsentation, inklusive grandiosem Soundtrack und Grafik noch heute vieler treuer Fans. Das Gameplay macht Laune und ist, nicht allein wegen seiner unterschiedlichen Fahrzeuge und Level, unglaublich abwechslungsreich. Und seien wir mal ehrlich: Wer wollte nicht schon mal ein ganzes Gebäudeviertel in Schutt und Asche legen
Blast Corps heute:
Heutzutage würden einige von euch (die bei heutigen Spielen schon über Bodentexturen meckern) wohl nach einer Runde Blastcorps emotionale Unterstützung von ihrem Freund oder ihrer Freundin brauchen. Ja ihr müsst jetzt stark sein, die Grafik von Blast Corps ist nicht gut gealtert. Das Problem hat Blast Corps aber nicht allein, sondern vielen Spielen der N64 oder PS1-Ära geht es da ganz ähnlich. Viel spannender ist die Frage, wie ist das Gameplay gealtert? Die Antwort: Richtig gut. Das Spiel versprüht nach wie vor immer noch den Charme von damals, hat spaßige, abwechslungsreiche Level und, man mag es kaum glauben, ist immer noch das einzige Spiel seiner Art. Allein dafür Hut ab Rareware, ihr habt den Nerv der Zeit getroffen!
Die Zugabe:
Zum Schluss wieder das Sahnehäubchen obendrauf: Ein Gameplayvideo von diesem grandiosen, exzellenten und einzigartigen Spiel
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