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okst666 schrieb:silbex schrieb:Duisburg kennt man vom Namen, mehr weiß man wohl darüber nicht. Ich selber bin ja selten im Ruhrgebiet, aber dennoch war ich schon in Gelsenkirchen, Dortmund, Bochum, Essen, Herne, Recklinghausen, Oberhausen usw. Aber Duisburg? Keinen Plan wieso man da hin sollte.
Naja..ausser Essen, ist auch kein anderer Ort den du erwähnt hast, irgendwie sehens- oder nennenswert..Und ich bin in Recklinghausen geboren...ich weiss wo von ich Rede.
GPLegend schrieb:Alleine schon wieder die Aussage, dass niemand mehr in Lebensgefahr schweben würde und zwei Tage später stirbt das nächste Opfer, lässt tief blicken. Das ist echt der Burner.
Zitat aus n-tv.de: "Einen Rücktritt lehnt der Bürgermeister weiterhin ab. Wenn er für die Tragödie die Verantwortung übernähme, würde er für den Rest seines Lebens für 20 Todesopfer verantwortlich gemacht, sagte Sauerland den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. Ein Rücktritt käme einem Eingeständnis gleich, den Tod der 20 Menschen verursacht zu haben. "Ich muss das durchhalten", sagte Sauerland. Er werde nachweisen, keine Fehler begangen zu haben. Wie die Loveparade-Veranstalter machte auch er ein Fehlverhalten der Polizei für die Katastrophe am Tunnel verantwortlich."
GPLegend schrieb:Alleine schon wieder die Aussage, dass niemand mehr in Lebensgefahr schweben würde und zwei Tage später stirbt das nächste Opfer, lässt tief blicken. Das ist echt der Burner.
Django schrieb:Zitat aus n-tv.de: "Einen Rücktritt lehnt der Bürgermeister weiterhin ab. Wenn er für die Tragödie die Verantwortung übernähme, würde er für den Rest seines Lebens für 20 Todesopfer verantwortlich gemacht, sagte Sauerland den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. Ein Rücktritt käme einem Eingeständnis gleich, den Tod der 20 Menschen verursacht zu haben. "Ich muss das durchhalten", sagte Sauerland. Er werde nachweisen, keine Fehler begangen zu haben. Wie die Loveparade-Veranstalter machte auch er ein Fehlverhalten der Polizei für die Katastrophe am Tunnel verantwortlich."
meinst du das sanifox?
Wie gesagt, bei gutem Ausgang sind die Herren OB garnicht schnell genug mit der Übernahme der Verantwortung. Entweder sind die Protokolle faslch oder Herr S. lügt, dann wird sein Abgang umso schmerzhafter.


Wer übernimmt endlich Verantwortung ?
Nach der Loveparade ist für uns in NRW das Sommermärchen vorbei - von Rüdiger Oppers.
Für uns in NRW ist das Sommermärchen vorbei. Was mit Lena, Jogis Jungs und dem Stillleben auf der A 40 begann, hat ein schlimmes Ende genommen. Die Loveparade- Katastrophe ist zu einem Albtraum geworden wegen des schrecklichen Geschehens und wegen der unfassbaren Sprachlosigkeit der Verantwortlichen. Doch dieses Desaster kann niemand aussitzen. Vergessen ist das Blutbad nicht. Wird es niemals sein. 21 Menschen sind tot. Junge Leute. Deren Eltern haben eine ganze Welt verloren, weil ihre Kinder sinnlos ums Leben gebracht wurden. Warum?
Juristisch wird diese Frage die Staatsanwaltschaft beantworten. Irgendwann. Moralisch ist die Antwort seit Samstag gegeben. Stadt und Veranstalter haben schwere Schuld auf sich geladen. Das Mega-Ereignis in einer Stadt, die unbedingt „Metropole“ sein wollte und sich selbst zu viel und ihren Bürgern und Gästen tödliche Gefahren zumutete, war fahrlässig geplant. Was nun nach und nach von Journalisten ans Tageslicht gefördert wird, ist das Szenario eines großen Skandals. Viele haben gewusst, was geschehen konnte. Trotzdem haben sie im Rausch ihrer Metropolis-Fantasien und leider auch im Taumel der Kulturhauptstadt Euphorie alle Bedenken ignoriert. Gesiegt hat nicht die Vernunft, sondern die Geilheit auf das Giga-Ereignis. Gesiegt haben die in vielen Rathäusern typische Großmannssucht von sonst zu kurz gekommenen Kommunalpolitikern und am Ende schlichtweg die Gier.
Geschehen ist ein GAU. Er trifft die Stadt, das Land aber auch die Kulturhauptstadt, die den maßlosen Wettbewerb um immer größere Events initiiert, gefordert und gefördert hat. All das ist klar. Nur nicht die Verantwortung. Niemand bekennt sich. Niemand ist bereit, sich zu stellen. Schuld wird davon geschoben. Es gilt das Schwarze-Peter-Prinzip . Von Gerechtigkeit, gar Glaubwürdigkeit nirgends eine Spur.
Die vielen Angehörigen der Toten und die Verletzten haben aber ein Recht darauf, dass ihnen Antworten gegeben werden, dass jemand um Verzeihung bittet. Oberbürgermeister Adolf Sauerland wäre verpflichtet, dies zu tun. Dazu wurde er gewählt. Ein OB ist nicht nur fürs Fassanschlagen zuständig, er ist der erste Bürger seiner Stadt. So müsste er in der schlimmsten Stunde, die seine Mitbürger erleben mussten, bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und Konsequenzen zu ziehen, weil seine schlampige Loveparade-Planung zu einer furchtbaren Katastrophe geführt hat.
Stattdessen hat er die Opfer verhöhnt, sie selbst für ihren Tod verantwortlich gemacht. Völlig zu Unrecht, wie die Untersuchungen jetzt bewiesen haben. Nun sollen die Polizisten Schuld sein, einfache Beamte, die Leben retten mussten, die von miserablen Veranstaltungs machern in tödliche Gefahr gebracht worden sind.
Der Duisburger Oberbürgermeister ist zu einer Symbolfigur für den herzlosen Bürokratenstaat geworden: Statt Verantwortung zu tragen, so schwer es sein mag, duckt sich dieser Herr Sauerland flach in die Furche; glaubt, er könnte sich seiner Verantwortung entziehen. In seiner Verwaltung wurde immer wieder vor der Loveparade gewarnt. Jetzt wird getrickst, damit die interne Kritik nicht im Nachhinein die Öffentlichkeit erreicht. Sauerland hat noch immer nicht begriffen, was in Duisburg geschehen ist; dass seine Bürger in Schock und Trauer sind - und voller Wut auf ihr unwürdiges Stadtoberhaupt. In seltener Selbstüberschätzung ließ er mitteilen, er würde gebraucht, um an der Aufklärung mitzuwirken. Ja, aber nicht als Oberbürgermeister. Es ermittelt die Staatsanwaltschaft, und Adolf Sauerland wird vermutlich als Beklagter, mindestens als Zeuge benötigt. Als OB erweckt er zurzeit den Eindruck nicht Aufklärer, sondern Vertuscher zu sein Die traumatisierten Bürger aber sehnen eine Stadtführung herbei, die sich endlich entschuldigt. Es bedarf eines glaubhaften Zeichens, dass die Bestürzung und die bittere Verzweiflung der Duisburger, deren Namen für immer mit diesem Desaster verbunden sein werden, zum Ausdruck bringt.
Adolf Sauerland liefert das Gegenteil. Er ist zur Zielscheibe eines gerechtfertigten Zorns geworden. Nein, Rücktritt kommt nicht in Frage. Um sein „Seelenheil“ sorge er sich, sagt er. Aber dazu braucht er kein Amt. Im christlichen Sinn hängt das Seelenheil ganz wesentlich von der Einsicht in die Schuld, vor allem aber von aufrichtiger Reue ab. Davon ist Herr Sauerland weit entfernt. Wie viele, die um ihre Verantwortung wissen, sich aber scheuen, sie auf sich zu nehmen, ist er nur feige. Warum sind sie noch nicht zurückgetreten, Herr Sauerland?
Es sind die ersten Antworten nach Tagen des Schweigens: Der NRW-Innenminister hat in einer beispielhaften Pressekonferenz zu skizzieren versucht, was zum Duisburger Desaster führte. Demnach machte vor allem der Veranstalter Fehler über Fehler - der reagierte nun verhalten auf die Vorwürfe.
eMKay schrieb:Die erste Seite der Bild heute schon wieder. Habs im Lidl gesehen.. wann wird der Verlag eigentlich endlich mal in die Luft gesprengt? RAF anyone?


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