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Massenpanik auf der Loveparade - Viele Verletzte und Tote

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wieso kommt die Trauerfeier eigentlich auf beiden öffentlich-rechtlichen Sendern? :?
Vorhin hab ich mal kurz in der ARD reingezappt, und es war so widerlich, wie sie einer völlig aufgelösten Frau (offensichtlich eine Angehörige), die am Tag nach dem Unglück vor dem Tunnel stand, das Mikro unter die Nase hielten...:nein:
 
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-08/loveparade-sicherheitskonzept-analyse

Sehr lange Analyse. Hab leider selbst gerade keine Zeit, das zu lesen.
 
Ich habe heute gelesen, daß die Millionen Besucher nur ne gehypte Zahl war. Es waren tatsächlich viel weniger. Ob das stimmt? Ich weiß es nicht.
Quelle ist das Handelsblatt
 
Es waren weitaus weniger, aber wohl trotzdem noch zu viele.

Aus dem Zeit-Artikel, den ich oben verlinkt haben:

Wie groß war die Fläche und wie viele Menschen waren da?

Von 1,4 Millionen Besuchern war am Tag der Loveparade die Rede. Heute will keiner mehr etwas von dieser Zahl wissen. Alle Beteiligten haben hier wohl bewusst übertrieben. So heißt es bereits in einer Niederschrift eines Gespräches aus dem vergangenen September, dass "weiterhin über 1 Million Besucher angesteuert" werden, aber: "bei weiteren rein internen Planungen sollte allerdings mit einer Besuchermenge von 500.000 bis 600.000 gerechnet werden." Beteiligt waren an dieser doppelzüngigen Strategie alle, Veranstalter, Verwaltung, Stadtspitze.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland sagte in einem Interview in den Tagen nach der Katastrophe die erstaunlichen Sätze: "Da gab es eine große Public-Relations-Maschine. Die Zahlen wurden immer um den Faktor drei oder vier übertrieben. Deswegen mussten wir auch die Zahl der wirklich erwarteten Teilnehmer geheim halten, um der Firma Lopavent GmbH als Veranstalter der Loveparade keinen Imageschaden zuzufügen."

Wie viele Menschen laut Gesetz auf ein Veranstaltungsgelände passen, hält die Sonderbauverordnung NRW fest. Dort heißt es im ersten Paragrafen: "Die Anzahl der Besucher ist wie folgt zu bemessen: für Stehplätze: zwei Besucher je Quadratmeter Grundfläche."

Laut eines Protokolls von Anfang März 2010 hatten der Grundstücksbesitzer und der Veranstalter ursprünglich angekündigt, eine Fläche von 258.000 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen. Diese Zahl schrumpfte später immer weiter auf zwischenzeitlich 90.000 Quadratmeter (also für 180.000 Personen), weil, wie es in dem Protokoll heißt: "die Herrichtung großer Geländeteile zu kostspielig sei." Die Verwaltung rechnet vor: "Selbst bei einer niedrigen Einschätzung des Besucheraufkommen von 500.000 – 600.000 Menschen, die auch nicht gleichzeitig alle vor Ort sind, würden aber im Zeitraum 17.00 – 22.00 Uhr ca. 300.000 Menschen kommen und somit befänden sich ca. 120.000 Personen im öffentlichen Verkehrsraum, die das Veranstaltungsgelände nicht betreten dürfen. Diese Problematik ist nicht lösbar!"

Auf Drängen der Stadt richtet der Veranstalter dann weitere 20.000 Quadratmeter für die Loveparade her, das Gelände wächst auf 110.000 Quadratmeter. Passt man die Verwaltungsrechnung an, sind aber auch jetzt noch 80.000 Menschen "über", die auf das Gelände wollen, aber nicht können.

Lopavent hat dann angesichts dieser Probleme die eigenen Schätzungen einfach angepasst. Sie ging jetzt von nur noch 400.000 Besuchern aus ("mehr können auch kaum durch die Bahn befördert werden"), und davon, dass gleichzeitig höchstens 200.000 bis 250.000 Leute auf dem eigentlichen Gelände seien, "da eben ein ständiger Austausch stattfindet."

Auffällig ist, wie diese Prognose genau zu der Obergrenze der Teilnehmerzahl passt, die laut Gesetz gerade noch erlaubt ist (220.000). Am Ende zeigte sich die Stadtverwaltung großzügig und legte noch mal ein bisschen was drauf, genehmigte das Gelände für 250.000 Besucher.

Schlussendlich wird in der vertraulichen Besucherprognose, die der Veranstalter dem Leiter des Ordnungsamtes am 8. Juli schickte, als Gesamtzahl der Teilnehmer über den Tag 485.000 angegeben. "Bitte behandeln Sie diese Unterlagen streng vertraulich!", schreibt der Lopavent-Vertreter, "eine Veröffentlichung dieser Zahlen könnte dem Ansehen der Veranstaltung immensen Schaden zuführen". Und eine Seite später heißt es: "Hervorzuheben ist, dass die folgenden Zahlen keinen Bezug zur "offiziellen Besucherzahl" für mediale Zwecke (...) haben, die nach anderen Kriterien ermittelt wird und von anderen Faktoren abhängt." Was diese "Kriterien" sein sollen, steht nicht in dem Schreiben.

Nach Außen hat man die Zahlen für PR-Zwecke bis auf 1,4 Millionen hochgetrieben, nach Innen hat man sie soweit runtergerechnet, bis sie zu den gesetzlichen Anforderungen passten.


Was für eine Schweinerei! :nein:
 
Aber wie viele wirklich da waren ist nicht bekannt?

Unglaublich wie man sich das im Vorfeld durch lächerliche Prognosen alles schön zusammengebacken hat. :nein: Die sollten alle in den Knast wandern, alle Verantwortlichen die irgendwie etwas damit zu tun hatten dass die Parade so stattfand wie sie letztendlich stattgefunden hat. :kaffee:
 
Die Frage die ich mir stelle ist:

Wenn die Besuherzahl schon "gering" gewesen ist, dann macht das alles noch schlimmer imo, weil was wäre dann passiert wenn es wirklich die angepeilten Menschenmassen geworden wären. :nein:

Oder habe ich da irgendwo einen Denkfehler.. ?
 
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