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Gast
Ach jetzt verstehe ich, du bist Arzt im IrrenhausBin eh immer der schlimmste Kinogänger ever, ich finde wirklich jeden Fehler in einem fremden Kino, schreckliche Berufskrankheit.
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Ach jetzt verstehe ich, du bist Arzt im IrrenhausBin eh immer der schlimmste Kinogänger ever, ich finde wirklich jeden Fehler in einem fremden Kino, schreckliche Berufskrankheit.

Ich habe mal eine Frage zum Film. Als Synchroschauer sind Musicals immer so eine Sache, da ja in Englisch gesungen wird und die Texte der Musik oft die Story vorantreiben. Ok, bei Disney wird der Gesang übersetzt, aber das ist ja eine Ausnahme.
Wie ist das denn bei LLL, wird da ständig nur gesungen und fast nie gesprochen, sind die Musiktexte deutsch untertitelt, und sind Musik und Text hier auch für die Geschichte verantwortlich?
Die Lieder werden nicht synchronisiert, sondern sind untertitelt. Und ja, für die Geschichte relevant.
Zwischendrin wird aber auch reichlich gesprochen, so dass ich mir manchmal dachte, es könnte ja jetzt mal wieder ein Song kommen.![]()
Wie würdest du es prozentual beziffern, also Gesang/Dialoge.
Ich trau mich kaum, es zu schreiben, aber es muss leider raus.
La La Land 5/10
Ich hatte mich ja SEHR auf diesen Film gefreut, denn ich liebe Musicals und Musicalfilme. An manchen Tagen unterhalte ich mich schief singend mit meinem gegenüber.
Und vielleicht krankt es daran. Ich kann verstehen, wenn sich Leute und Jazz-Liebhaber den Soundtrack dazu kaufen, man kann das nett hören. Als Musical funktioniert der Film mit dieser eh schon sehr dünnen Story einfach nicht gut.
Das liegt vor allem daran, dass die Lieder zwar ganz unterhaltsam sind, die eigentliche Geschichte aber nicht weit genug weitertragen, so, wie es ein guter Musical-Song eigentlich kann und muss. Die Lieder in "La La Land" sind kurze Momentaufnahmen, in denen nicht sonderlich viel passiert oder neues erfahren wird und daher bleiben die beiden Hauptcharaktere leider ziemlich blass.
Weiterhin finde ich beide Hauptdarsteller nicht sonderlich überragend, insbesondere neben dem professionellen Cast, wo einfach auffällt, wie die beiden tänzerisch und gesanglich schnell an ihre Grenzen stoßen. Was in "Les Miserables" charmant und überraschend gut funktioniert hat, geht hier nicht auf, was auch daran liegt, dass "Les Mis" auch ein extrem gutes Musical ist (Stichwort: Songs, die wirklich eine Geschichte weitererzählen).
Ich habe den ganz persönlichen (!) Eindruck, dass Damien Chazelle hier lediglich auf einem ziemlichen Ego-Trip war und seine große Liebe für Jazz in ein billiges und knallbuntes Outfit gepresst hat, das der Musik im Grunde kein Stück gerecht wird, aber dieses billige Outfit braucht, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Traurig ist das.
Die Kamera war für ein Musical meines Erachtens ebenfalls etwas unpassend. Ich weiß nicht, warum das in Baz Luhrman Filmen so gut funktioniert, obwohl das schon teilweise unerträglich schnell ist, aber es lenkt nicht von der Geschichte ab und präsentiert dann insgesamt auch wirklich pompöse Bilder von Parties. Das hier fand ich auch nur so mittelgut.
Ab jetzt geht es um kleinere und größere Details, die mich gestört haben, die aber ein bisschen was zur Story verraten:
Die "Beziehung" zwischen den Charakteren war einfach dünn.
Ich liebe Geschichten, in denen Menschen sich erstmal nicht sonderlich gut leiden können. Das geht dann meistens im Film doch auf, weil sie etwas entdecken, was sie aneinander mögen oder miteinander teilen. So ein Punkt lässt sich hier kaum finden. Es wird klar, die beiden Pappnasen finden sich doof, ärgern sich ein wenig (was süß war) und nach einer Singnummer, in der charakterlich nix weiter passiert, finden sie sich dann plötzlich doch ganz oke?!? Bitte?!
Dass Mia "Jazz hasst", ist lediglich ein super billiges Element, damit Sebastian mehr dem doofen Mainstream-Publikum, statt ihr ganz kurz übers Knie gebrochen und irgendwie auch unangenehm großspurig erklären darf, warum Jazz doch ganz super ist. Na, bumm und dann findet sie danach Jazz toll. Wie schön! Wait, what?!
Ehrlich, ich finde, die ganze Story hätte viel besser geklappt, wenn sie Jazz gemocht hätte, dann hätten sie wenigstens irgendwas miteinander gemeinsam gehabt.
Überhaupt hatte ich leider den Eindruck, es ginge ein kleines bisschen mehr um das was Sebastian so träumt und vor hat. Mir hat da eine gewisse Ausgewogenheit gefehlt. Mia war mit all ihren Plänen leider austauschbar und auch die Geschichte mit der Verbindung zu ihrer Tante, wegen der sie Schauspielerin werden möchte, war zu wenig. Der Charakter bleibt zu blass. Wenn ich vorher 1 1/2 Stunden keine Verbindung zu dieser Figur aufbauen konnte, muss zum Ende hin einfach mehr kommen, um das zu retten. Aber eigentlich muss ein gutes Musical seine Zuschauer schon weit vorher abholen und an seine Figuren ranführen. Das sind in anderen Filmen/Musicals dann die großen Lieder wie "I dreamed a dream" (Les Mis), "Die unstillbare Gier" (Tanz der Vampire), "Let it go" (Frozen) und eigentlich fast jeder Song in "Sweeney Todd", die klar Motivationen und großes charakterliches Weiterkommen beitragen. Allein der Opening-Song von "Hamilton" erzählt für sich gestellt schon eine ganz große Geschichte! *_*
Das Ende... das hätte mich wirklich gerührt, wenn ich vorher "mehr" von diesen Charakteren gehabt hätte, irgendwas, damit mir diese merkwürdigen Abziehbilder irgendwas bedeutet hätten.
Meh. :/
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