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REVIEW Knack [Review]

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Was soll das heißen, anderthalb Jahre zu spät? Ist es meine Schuld, dass seitdem gerade mal drei weitere Exklusivtitel erschienen sind und ich erst jetzt Bock auf ein Review habe? Naja, vielleicht zum Teil. Ich versuche mich auch für meine Verhältnisse kurz zu halten.


Knack ist ein Launchspiel der PS4, welches so populär war, dass es teilweise zum Start den Konsolen zum halben Preis mitgeliefert wurde. Reviewers haben es reihenweise zerfetzt, Gamer waren wenig begeistert und ein Sequel ist weit und breit nicht in Sicht.


Wo ist der Knack-Punkt? Ja, da kommen noch mehr von.


Ich sage gleich vorneweg, dass ich Knack mag. Etwa so wie Leonard Sheldon mag. Es gibt keinen Grund, ihn zu mögen, im Gegenteil eine Reihe guter Gründe ihn aus der Hülle zu nehmen und aus dem Fenster zu schmeißen, aber wenn man eine gesunde Distanz bewahrt, kann man einen gewissen Unterhaltungsfaktor nicht verneinen... okay, ich glaube, die Metapher ist mir irgendwie etwas entglitten. Der Punkt ist, Knack hat Charme und macht zuweilen Spaß, aber nein, es ist nie wirklich gut.


I got a knack for a good story.


Das beginnt mit der Story. SetUp: Die neue Welt, in der Strom, Gas und Öl ersetzt worden sind durch Relikte, die als Energiequelle für alles benutzt werden. Der namensgebende Held ist ein Wesen, welches durch einen Doktor und dessen Ehefrau aufgefunden wurde, dessen Fähigkeit es ist, eine unendliche Anzahl dieser Relikte aufzunehmen und in seinen Körper einzubauen, wodurch er beliebig in der Größe steigen kann.


Die Menschheit befindet sich in einem Krieg mit Goblins und Knack wird Teil einer Expedition, bestehend aus einem Abenteurer und einem Industriellen, die herausfinden soll, wo die Goblins so plötzlich ihre Technologie her haben, denn sie greifen nicht mit Speer und Holzschild an, sondern mit Panzern und Flugmaschinen.


Dies ist der erste Punkt, der mich massiv stört. An verschiedensten Stellen weisen hochrangige Goblin-Offiziere und ihr Anführer Gundahar daraufhin, dass die Menschen zuerst angegriffen und die Goblins aus ihren Städten vertrieben haben, mutmaßlich für Ressourcen. Das klingt ja nun auch nicht wirklich weit hergeholt. Die Menschheit vertreibt eine andere Spezies aus ihrem Habitat, um für sich Energiequellen zu erschließen? Will ja nix sagen, aber das klingt durchaus nach unserem MO, oder nicht? Ob dies nun so ist oder nicht, wird nicht wirklich geklärt, denn was Auftakt eines komplexen moralischen Konstrukt hätte werden können, in dem Knack seine Loyalität in Frage stellen muss, wird für unsere Heldentruppe zum Witz. Als der erste Boss nach seiner Niederlage diese Motivation anspricht, raunt ihn unser Doktor doch gleich mal an, er möge nicht in der Vergangenheit leben. Diesen Satz könnte man ebenso gut einer trauernden Witwe auf einer Beerdigung vor den Kopf hauen, es wäre ebenso angebracht. Knack selber verwendet keine Sekunde damit, über das Gehörte zu reflektieren. Goblins sind böse, weil Goblins böse. Wie sagte Herr Millowitch? 's war immer so... 's war immer so.


Ohne meinen Knackermann sage ich nichts... hm... ok, der war etwas erzwungen.


Nun erwarte ich von einem Plattformer ab 12 Jahren, dessen Gameplay (ich greife vor) aus frühen PS2 Zeiten stammt, vielleicht etwas zu viel, wenn ich eine komplexe Ausarbeitung der moralischen Vorgänge einer kriegerischen Auseinandersetzung verlange. Aber dann hätte man die Geschichte schlichtweg ganz anders schreiben müssen. Es wird eine erwachsene, reife Story angedeutet, die an jeder Stelle, an der sie interessant werden könnte, ausgebremst wird, so als ob man den übereifrigen Autoren immer wieder daran erinnern musste, dass er hier für kleine Kinder schreibt und man lediglich ein paar halb-böse, halb-niedliche Gegner zum Verkloppen braucht.


Es hilft nicht, dass Knacks Ziehvater, der Doktor, grotten-unsympathisch ist und er ist nach Knack der Held in dieser Geschichte. Der Abenteurer, er erinnert an Quax den Bruchpiloten und sein nerviger Neffe spielen kaum eine tragende Rolle, wobei insbesondere erstgenannter um ein Vielfaches interessanter und sympathischer wirkt als der arrogante und stets gereizte Doktor (worin soll er eigentlich promoviert haben?)


Knack-ebrot... Oh kommt schon, das ist hart! Außerdem seh ich nicht, dass ihr euch hier irgendwie bemüht. Meckern ist einfach...


Der Industrielle ist natürlich der Böse, weil alle reichen, erfolgreichen Männer böse sind. Ich würde das auf den Neid der Besitzlosen schieben, aber es ist ironisch, dass diese Klischee so gern aus Hollywood und der Videospielindustrie kommt. Man sollte meinen, dass die dort Verantwortlichen gerne ein besseres Bild der Reichen präsentiert haben wollen.


Die Motivationslage der Charaktere ist überaus fragwürdig. Zu einem Zeitpunkt, als Industrieller und Doktor noch zusammen gearbeitet haben, entführt Industrieller (er heißt übrigens Viktor) den Neffen des Abenteurers (dessen Name mir nicht erinnerlich ist und ich zu faul zum Googlen bin, von hier nenne ich ihn Quax). Ziel der Aktion: Doktor und Knack in seine Villa zu zwingen. Warum lädt er die beiden nicht einfach ein? Zu diesem Zeitpunkt hätten sie keinen Grund gehabt, diese Einladung abzulehnen.


Knack insbesondere wirkt wie ein absoluter Idiot. „Diese Zerstörung ist böse.“ sagt Knack sinngemäß zu Gundahar über eine Großleinwand mitten in der Stadt, deren Funktion als Webcam nie erklärt wird. Sodann greift Knack ein Auto und schmeißt es durch die Leinwand. Wem gehörte das Auto? Wem gehörte die Leinwand? Wie vielen Menschen hat Knack allein durch diese Aktion immensen finanziellen Schaden zugefügt? Von den dutzenden Autos, die Knack als Wurfgeschosse benutzt hat abgesehen. Ebenso abgesehen von den dutzenden Häusern, die Knack dem Erboden gleich gemacht hat in diesem Kapitel.


Break your knack


Gameplaytechnisch ist Knack ein Plattformer/Brawler. Knack startet ein Kapitel klein, läuft den immer vorgegebenen graden Weg entlang und sammelt unterwegs mehr und mehr Relikte ein. Bekämpft er anfangs Insekten, arbeitet er sich nach und nach höher, legt sich mit Goblinkapitänen an, Mechs, Panzern und wirft am Ende mit Autos gegen Kampfjets.


Das Macht-/Rachegefühl in Knack ist großartig. Nachdem man am Anfang kaum die Größe eines Fünfjährigen hat ist das Gefühl, wolkenkratzergroß die Feinde zu dezimieren einfach nur herrlich. Dazu kommt Knacks hervorragendes Design, insbesondere wenn er seine volle Größe erreicht hat. Die letzten Kapitel des Spiels sind in dieser Hinsicht absolut göttlich. Das Problem hiermit ist zweierlei.


Zum einen ist Knack ein unglaublicher Cock-Tease. Kaum habt ihr so richtig Spaß als Riesen-Knack gehabt und ganze Goblin-Armeen regelrecht platt getreten, endet das Kapitel und nach einer Cutszene seid ihr wieder 80 Zentimeter hoch und werdet von Insekten nieder gestreckt. Es tut weh, wenn man sich wieder mit Käfern anlegen muss, nachdem gerade eben mit Panzern um sich geschmissen hat. Dieses furchtbare Rauf und Runter bietet Knack über die gesamte Laufzeit von über 12 Stunden. Es wäre so, als ob man ein RPG spielte, in dem man, wie üblich, mit Level 1 Probleme hat gegen die Ratten und Wildschweine dieser Welt, auf Level 14 dann aber Drachen erlegt. Nur dass man in diesem RPG alle zwei Stunden auf Level 1 zurück gestuft würde. Die Frustration ist messbar. Das andere Problem ist, dass Knack relativ verletzbar bleibt. Als kleiner Knack ist es nicht verwunderlich, dass er nach zwei Treffern eines Goblins explodiert. Als großer Knack trifft man aber nicht mehr auf Goblins, sondern auf Panzer und Mechs, die auch nicht viel länger brauchen, um Knack klein zu kriegen (Wortspiel beabsichtigt).


Dazu kommt, dass Knacks Größe immer vom Spiel bestimmt wird. Nicht nur, dass Knack nur an den Stellen wächst, an denen das Spiel die Relikts hingestellt hat, wenn es will, nimmt es ihm alle Relikte wieder weg, nur weil Knack alle aufwenden muss, um eine Tür zu aktivieren. Die Willkür ist allgegenwärtig und bremst den Spielspaß massiv aus.



Mach hier nicht so einen Heck-Knack



Ebenso tragisch ist, dass sich das Gameplay trotz allem nie ändert. Knack verfügt über eine Drei-Hit Kombo, einen Dodge, eine nicht funktionstüchtige Sprungattacke ala Sonic sowie drei Spezialmoves, die mehrere Gegner gleichzeitig erledigen können und am ehesten als letzter verzweifelter „Lasst mich in endlich in Ruhe!“ Hilfeschrei angewandt werden. Es gibt eine enorme Vielzahl an Gegnern, aber was nützt es, wenn die einzige Taktik lautet zu warten, bis die Gegner mit ihren Attackanimationen fertig sind und dann Quadrat zu hämmern. Die Kombination aus verschiedensten Gegnern (Bogenschützen, Scharfschützen, Mechs, Panzern) sowie Hindernissen aus der Umgebung (Eis, Treibsand, Schlamm etc.) tut sein Übriges dazu, dass der Schwierigkeitsgrad erstaunlich hoch und extrem nervig ist. Eine kurze Unaufmerksamkeit kann reichen, um Knacks Gesundheit zu leeren, was zu häufigen Restarts und dem Wiederholen längerer Abschnitte führt.


Es gibt eine ganze Reihe von Gadgets zu finden, die Knack passive zusätzliche Eigenschaften geben, aber es ist unverständlich, welche Hindernisse die Entwickler dem Spieler in den Weg gestellt haben, diese zu finden. Für die meisten braucht ihr zwischen 3 und 7 Einzelteile, für die größeren bis zu 20. Es ist nicht im Ansatz möglich, diese in einem Durchgang zu finden. Eine Onlinekomponente erlaubt es, beim Finden einer Truhe zwischen den Funden der PSN-Freunde zu wählen, was die Chance darauf, wenigstens ein Gadget zu finden, massiv erhöht. In meinem ersten Durchgang bei Launch habe ich auf normal nicht ein Gadget zusammen bekommen. In meinem aktuellen auf easy habe ich eines gefunden, ca. 2/3 im Spiel und auch das nur auf Grund der Onlinekomponente.


Ein Spiel, das gameplaytechnisch so dermaßen am untersten Rand angesiedelt ist und fast keine nennenswerten Mechaniken bietet, sollte alles, was das Gameplay ansatzweise vertiefen oder interessant machen kann, nicht verstecken, sondern den Spieler damit regelrecht erschlagen. Oder wie oft haben die Entwickler geglaubt, dass Spieler ihr 12 Stunden langes, lineares und mit Verlaub ödes Spiel durchspielen wollen?


Knack kann manchmal Holz, Eis oder Metall aufnehmen, aber erneut, dies geht nur da und nur immer solange das Leveldesign dies vorschreibt. Gleiches gilt für eine Stealtheinlage. Eine Stealtheinlage! Was haben wir, 2002?


Auch optisch schwankt das Spiel. Der einem Pixar Film ähnelnde Stil entbindet die Entwickler von der Erwartung eines realistischen Bildes, das Leveldesign und die Architektur mit alle ihren rechten Winkeln und blockigen Objekten hätte so auch von der PS2 dargestellt werden können, wenngleich mit niedriger aufgelösten Texturen. Gefallen kann natürlich Knack, was mit jedem aufgenommenen Relikt noch beeindruckender wirkt. Mit Ausnahme eines bestimmten SuperMoves (eines Tornados, der Knacks Relikte um seinen Körper wirbelt) läuft das Spiel schnell und flüssig und Neustarts kommen ohne Ladezeiten aus. Voiceacting ist weitgehend annehmbar und gut gecastet, wobei Knacks extrem tiefe Stimme nur passt, wenn er die entsprechende Größe hat. Aus dem Gartenzwerg den Bass zu hören, wirkt deplatziert. Eine Anpassung der Stimme an die Größe wäre stimmiger gewesen.



Was sich liebt, das knackt sich.



Manchmal gibt es einfach Dinge (oder Menschen), die man mag, auch wenn man es nicht rational begründen kann. Knack ist für mich so ein Spiel. Und ich denke das ist in Ordnung. Gefühle zeichnen sich eben dadurch aus, dass sie nicht aus rationalen Erwägungen heraus stammen. Vernunftentscheidungen sind oftmals die langweiligeren. Vernünftigerweise gäbe es so einige Menschen, die ich wohl schon vor Jahren aus meinem Umfeld geworfen hätte, die ich aber trotzdem behalte weil ich sie irgendwie mag (oder weil sie gut riechen? Ist das ein Grund?).


Ich kann bei Knack sehen, wie man ein super Spiel daraus machen kann. Die Story könnte interessant sein, wenn man die moralischen Fragen erlaubt, das Gameplay könnte gut werden, wenn man erstens die Größe Knacks mehr in die Hände des Spielers legt, vielleicht mit einer Art Risk-Reward Komponente oder einem Vorteil-Nachteil-Prinzip, wenn man Knack eine zweite Angriffstaste spendiert (ernsthaft, alle vier Schultertasten sind unbesetzt!) und wenn man die Balance der Gegner etwas relativiert.


Knack ist nicht gut. Ich mag es. Und wenn ich die Wahl hätte, würde ich ein Knack 2 spielen lange bevor ich ein The Order: 1887 spielen würde. Es können ja Wetten angenommen werden, was wohl eher passieren wird.
 
Schönes Review. Ging mir genauso, Knack ist nicht richtig gut, hat aber Charme. Das hätte Sony längst als Buget oder PS+ Game raushauen sollen. Was du gegen The Order: 1886 hast, kann ich aber nicht nachvollziehen. Gegenüber The Order 1886 wirkt Knack wie eine billige Indie-Produktion.
 
Schönes Review. Ging mir genauso, Knack ist nicht richtig gut, hat aber Charme. Das hätte Sony längst als Buget oder PS+ Game raushauen sollen. Was du gegen The Order: 1886 hast, kann ich aber nicht nachvollziehen. Gegenüber The Order 1886 wirkt Knack wie eine billige Indie-Produktion.
Was ich gegen The Order hab, steht ja einige wenige Threads weiter unten.
 
Wat? Als ich es ca. vor nem Jahr gespielt habe, hatte es je nach Level ein leichtes - dauerruckeln. Ich bekomme davon dann auch sofort Kopfschmerzen, wie bei GTA damals am Anfang. Deshalb war es ein kurzes Vergnügen.
 
Die Framerate ging teilweise bei Bosskmpfen mit dem großen Knack in den einstelligen Bereich.
Spiel war jedenfalls okay. Schön klassisch, aber leider sehr monoton und ohne jeglichen Anspruch.
 
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Many who've seen Knack tend to be put off by its perceptibly poor frame-rate. The curious thing is that the game usually runs in the 30-40fps area. Once again we're seeing what happens when a game refreshes in a haphazard manner, with little consistency - the resultant judder often gives the impression of a game that is running at a much lower frame-rate than the actual reality of the situation.

http://www.eurogamer.net/articles/digitalfoundry-next-gen-now-killzone-resogun-knack
 
Stimmt, ich erinner mich an dieses Nachziehen des Bildes, das meinst du wohl mit dem Dauerruckeln. Ich hatte das nur wenn Knack richtig groß war. War nicht schön, aber kam bei mir wie gesagt kaum vor.
 
Habe Knack nach über einen Jahr endlich beendet.
Ist in meinen Augen ein Spiel mit viel Charme und die verschiedenen Location sind nicht zu verachten.
Leider war das Gameplay etwas zu eintönig.
Als Budget Titel auf jedenfall in Must Have.
Einen 2ten Teil mit etwas mehr Gameplay Varianten würde ich begrüßen.
 
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