Independence Day: Wiederkehr
Es ist ja durchaus legitim, sich zum Zweck der Unterhaltung des Publikums der zwar ausgelutschten, aber bewährten Mittel zu bedienen: eine Liebesgeschichte, Eltern-Kinder-Beziehungen, Patriotismus in Zeiten höchster Not, skurrile Wissenschaftler ... dazu gibt man dann massenhaft CGI-Effekte und erhält einen Blockbuster. Dumm nur, wenn das Ganze nicht funktioniert und die Melange dermaßen unausgegoren, hanebüchen und haarsträubend daherkommt, dass es fast schon körperliche Schmerzen verursacht.
Exakt dieses passiert bei ID2. Ich will jetzt gar nicht alle Logiklöcher, Drehbuchmissgriffe und Ungereimtheiten aufführen, die mir fast schon schreiend ins Auge stachen. Fakt ist ( meine persönliche Meinung! ), dass Emmerich aus seinen Zutaten kein funktionierendes Ganzes geformt hat: alles bleibt schwammig, halbgar, undurchdacht. Das gilt für die bekloppte Story ebenso, wie für die Charaktere, von denen kein einziger irgendeine Form von Tiefe oder Identifikationspotential hat. Zwei Stunden lang passiert Irgendwas, das mich als Zuschauer nicht mitnahm, sondern eher kopfschüttelnd amüsierte ( wäre die Kinokarte nicht so teuer gewesen ). Der eine oder andere nette CGI-Effekt sorgt dann auch leider nur für kurze Lichtblicke im Dickicht des Schwachsinns.
Lange Rede, kurzer Sinn: dem Film fehlt etwas, was den ersten Teil trotz größtenteils gleicher Zutaten noch ausmachte - Charme! ID2 hat keinen Charme. Er ist ein kaltes, kalkuliertes Machwerk ohne Seele.
2 von 10 Mutterschiffen