Emulationsgeräte ist eines meiner Hobbythemen. Die Szene, der Handhelds verfolge ich nun seit fast 10 Jahren und auch Konsolen-Lösungen interessieren mich, daher glaube ich einen ziemlich guten Überblick zu haben.
Hier gibt es noch eine sehr gute Liste in puncto Vollständigkeit. Aber ich glaube, man muss schon ein wenig im Thema drinne sein, um damit gut arbeiten zu können, weil auch manche Informationen fehlen bzw. man Hintergrundwissen brauch um die wirklich gut einzuschätzen.
Doch für Anbernic (Linux-Basis) gibt es noch relativ wenige Emus und einige scheinen noch Kinderkrankheiten zu zeigen. Liegt vielleicht daran, dass diese Plattform mit 2018-2019 relativ neu ist?
Welche Emulatoren fehlen dir denn? - Generell ist es so, dass all die Linux-Handhelds egal ob Android oder andere ja auf verschiedenen Chips bzw. Chipgenerationen basieren. Manche sind da halt eingeschränkt. So basiert z. B. der RG350M auf dem sehr verbreiteten Ingenic JZ4770. Der ist von der Leistung sehr eingeschränkt und kann nach oben hin, nicht alles abdecken. Auch kamen schnell bessere Chips in der ähnlichen Preisklasse, weswegen die Community dann weiter gewandert ist und sich niemand die Zeit genommen hat, obskure Systeme zu emulieren. Der RockChip RK3326 ist am meisten verbreitet und hat ne gute Leistung (PSP, Dreamcast und N64 eingeschränkt. Saturn gar nicht. Alles darunter inklusive PS1 perfekt). Auch ist der in so vielen Geräten vertreten, dass da viel gemacht wurde. Gerade bei de Anbernic RG351-Geräten (351M, 351P, 351V und 351MP) gibt es da ne sehr breite Community.
Zum Thema HDMI: Das würde ich vergessen. Es gibt sehr viele Geräte, die einen HDMI-Anschluss haben. Wie z. B. der 350M. Aber das ist total buggy, und funktioniert nicht richtig. Daher hat der RK3326 erst gar keinen HDMI-Support vom Chip her, weswegen es auch keine Geräte mit RK3326 und HDMI gibt. Es gibt Geräte mit HDMI:
- Ältere Geräte mit schlechter Leistung und wo HDMI sowieso sehr schlecht läuft -> nicht verwendbar
- Analogue Pocket -> Mit extra Dock. Das läuft gut. Der Analogue Pocket ist aber kein Emulationshandheld. Mit ihm kann man originale Module vom GB, GBC, GBA und mit Adapter noch von Game Gear, Lynx und Neo Geo Pocket spielen -> Nicht das was du suchst
- Es gibt Geräte, die auf einem Raspberry Pi basieren. Das sind zu 99% irgendwelche Eigenbaulösungen aus dem Netz. Das heißt man muss selbst Hardware-Modding betreiben oder übertrieben teure Lösungen aus dem Netz bestellen. Die Einzige Fertiglösung ist das GPi Case 2 von Retroflag. Da muss man nur noch den Pi reinmachen, dann ist er hardwareseitig fertig. Aber halt noch selbst die komplette Software drauf. Was bei Raspberry Pi immer etwas frickelig ist. Aber theoretisch machbar und wohl die beste Alternative.
- Android-Geräte. Da kenne ich mich nicht so aus. Aber so weit ich weiß, gibt es da auch noch keine Lösung, wo das Gerät sonst sehr gut und auch der HDMI-Support problemlos funktioniert.
- Teure Handhelds. Namentlich die Windows Handhelds One Xplayer, Aya Neo und GPD Win, welche alle im vierstelligen Bereich liegen. Da wird man mit USB-C zu HDMI-Adaptern sicherlich was machen können, weil das ja im Enddefekt PCs sind. Gleiches gilt für das Steam Deck.
Persönlich würde ich entweder überlegen, ob ich in die teure und vom Formfaktor große Klasse der Windows Handhelds gehe (oder noch besser auf das Steam Deck warte) oder stattdessen einfach parallel zum Handheld noch ne Konsolen-Lösung zusätzlich nehnme.
Persönlich benutze ich den Anbernic RG351MP. Zwei Wehrmutstropfen hat das Gerät. Einerseits kein internes WLAN, weswegen ich immer einen Adapter am Gerät habe. Man kann auch wunderbar ohne dauerhaftes WLAN auskommen, da ich aber RetroAchievements nutze, brauche ich es persönlich schon. Darüber hinaus bekommt man für den Preis auch andere Geräte mit mehr Hardwarepower.
Jedoch überwiegen für mich die Vorteile. Das Gerät hat einen 4:3 Screen, welcher für die alten Retro-Konsolen am besten geeignet ist. Auch wollte ich neben der Switch noch einen kleinen Handheld, weswegen Steam Deck oder auch die jetzt immer populärer werdenden Android-Geräte oft zu groß und unhandlich sind. Vor allem aber ist die Verarbeitungsqualität wirklich Premium. Darüber hinaus gibt es eine sehr aktive Szene und das beste Custom-Betriebssystem (
351ELEC), welches eigentlich fast alles abspielt, was ich mir so wünsche. Vor allem aber ist das Einrichten und vor allem das Finetuning im Vergleich zum Raspberry Pi ein Kinderspiel.
Ich habe zwar noch originale Konsolen, aber keine Röhre und auch keine Upscaler oder so, weswegen ich auch ein Emulationslösung für den Fernseher habe. Da habe ich einen Raspberry Pi 4 im
NES-Gehäuse von Retroflag. Ich lege aber sehr viel Wert auf ein Premium-Feeling, weswegen ich da noch am Einrichten bin. Auch kann das Betriebssystem meines Handhelds Spielstände online synchronisieren. Das habe ich mir aber noch nicht eingerichtet. Die Idee ist es aber zukünftig die Spielstände zwischen Retro-Konsole, Retro-Handheld, PC und Smartphone über die Cloud zu synchronisieren.
@Gizmo Mania Kannst du gute Bluetooth-Controller dafür empfehlen, die das PlayStation-Design haben (beide Joysticks unten) und wiederaufladbare Akkus haben?
Da würde ich immer 8BitDo empfehlen. Mit Abstand der beste Dritthersteller für Controller. Der aktuellste Controller ist der
Pro2, ich habe noch den Vorgänger
SN30Pro Plus. Wenn du willst, kann ich dir die Unterschiede aufzählen, ansonsten spar ich es um nicht noch länger als eh schon zu schreiben. Die Controller sind super. Ich verwende die fürs Zocken am Smartphone (gibt ne Halterung), am PC, Macbook, meiner Retro-Konsole und meiner Nintendo Switch.
Hat jemand Erfahrung damit? Eine Emulatorkonsole auf einem großen USB-Stick, die man nur in den TV stecken muss? Und Controller paired man über Bluetooth? Für daheim irgendwie praktisch.
Das sind im Endeffekt Android-Boxen. Es gibt super viele Android-TV Boxen und Android-TV-Sticks, welche immer auf ähnlichen Chips basieren. Gerade bei No-Name-Herstellern. Das ist eigentlich immer 1:1 das gleiche Gerät, nur das Gehäuse unterscheidet sich. Die haben einfach so ne Android-Box genommen, das System auf Emulation ausgelegt und billige Controller dazugelegt. Die Controller sind immer für den Müll. Preislich gesehen, kannst du dir auch einfach ne Android-Box mit genau dem selben internen Chip kaufen und musst weitaus weniger zahlen. Dann aber auch alles selbst komplett einrichten. Diese Fertig-Boxen sind aber auch oft nur mäßig eingerichtet. Die der Marke "Super Console X" (die haben mehrere Modelle) sind die einzigen, die so gut vor eingerichtet sind, dass man sie halbwegs okay als Plug and Play nutzen kann (aber auch da lohnt es sich von Hand noch Finetuning zu machen).
So ne Eigenbau-Lösung mit Raspberry Pi ist weitaus günstiger. Das beste Preis-Leistungsverhältnis wird man aber mit ner selbstgemachten Android-Lösung haben. Denn ein Raspberry Pi mit Zubehör (Gehäuse, SD-Karte, Kabel und evtl. Festplatte) liegt auch schon dann je nach Qualität des Zubehörs kaum unter ner Android-Box, die man aber nicht als Fertig-Lösung kauft, sondern eben auch selbst eirnichtet. Aber ich wollte das Premium-Gefühl haben und da hat man wenn man nichts gegen Frickeln hat, mit dem Raspberry Pi ne gute Option. Ansonsten würde ich eher einen Mini-PC kaufen, wenn ich höheres Budget hätte, aber von Android würde ich Abstand nehmen. Ist aber inzwischen eher ne Geschmackssache, auch im Android-Bereich hat sich über die letzten Jahre sehr viel getan.