Nur mal so als Zwischenfazit meinerseits nach knapp 25 Stunden. Anbei bemerkt, ich habe den Vorgänger ausgiebig und auch durch gespielt (mal abgesehen von den zig zusätzlichen Challenges und Dungeons) und mit sehr viel Spaß. Aus dem Warrior-Segment hab ich bis jetzt mit großer Freude das letzte Samurai Warriors gezockt, ein bisschen Empires, das letzte Orochi und die erste Fist of the North Star Einbettung. Dragon Quest hingegen hab ich wirklich kaum Berührungspunkte mit, lediglich Teil 8 auf der PS2 damals.
Das erste Quest war auch mehr ein Schuß in's Blaue für mich, die allgemein bunte Optik und der stimmige Toriyama-Look, in Verbindung mit dem Warriors-Prinzip, wirkten vielversprechend und so war es dann am Ende auch ein unterhaltsames "Nebenherspiel". Das Gameplay war weniger chaotisch, die Kämpfe etwas taktischer und fokussierter als in den Warriors-Hauptserien, in allem ein sehr rundes Gesamtpaket. Doch derzeit liegt der zweite Teil in der Konsole und mit der Ankündigung von Entwickler und Presse mehr hin zum RPG und weiter weg vom Warriors-Gameplay, war ich schon vor dem Release etwas skeptisch und leider haben sich die Befürchtungen bis jetzt auch bewahrheitet.
Man läuft nun größtenteils durch zusammenhängende Gebiete, in denen sich Gegner tummeln und ab einem gewissen Radius aggro auf die Gruppe werden. So stapft man nun story- und questbedingt von A nach B und dann zu C, anstatt wie im Vorgänger in Arenen und abgesteckten Gebieten Plätze und Gänge zu verteidigen oder Gegnerwellen entgegenzukommen. Und das genau ist der Punkt der mir am Vorgänger so viel Spaß gemacht hat. Nicht die Story oder das Erledigen von Fetch-Quests, denn bei aller Liebe, aber die Geschichte und Charaktere von Teil 2 (und auch schon im Vorgänger), sind zusammengekloppter 08/15-JRPG-Käse. War in Teil 1 die Geschichte aber noch größtenteils überschaubar inszeniert und vertont, hat man dieses unspektakuläre Nichts von einer Story nun auf ein Blabla-System gezogen und mit Unmengen von Textboxen ausgeschmückt. Anhand der Stereotypen weiß man schon vorher wie ein Gespräch verläuft und wird mittlerweile (von mir) einfach weggeklickt.
Stattdessen muß man sich mit den Mobs in den Umgebungen rumschlagen, die bis auf wenige Ausnahmen kaum agressiv sind, geschweige denn fordernd und nach einem Augenblick im Rücken eh wieder respawnen. Sinn und Zweck sich mit denen zu prügeln ist außerhalb von Sammel-Quests und zum Leveln also gleich null. In manchen Abschnitten der Story gibt es dann zwar wieder eher abgestecktere Bereiche, aber (zumindest bis jetzt) so gut wie keine nennenswerten Gegnervorkommen, geschweige denn die Massenschlachten wie im Vorgänger. Da nützt das beste Combo- und Special-Move-System nichts, wenn es nie genug Gegner gibt, um sich richtig auszutoben. Der Schritt hin zu mehr RPG und "offenerer" Spielwelt ist in meinen Augen komplett für die Tonne.
Ebenfalls nicht zusagend ist mir die Änderung bei den Monster-Medals. Als Erklärung, besiegte Gegner lassen manchmal eine Medallie von sich fallen. Die kann man aufsammeln und dann jederzeit damit dieses Monster beschwören, welches dann (zumindest im Vorgänger) für dich als Verteidiger gekämpft, oder einen Buff/Spell gezaubert hat. In Teil 2 ist es jetzt aber so, dass einige der Monster nicht mehr als Helfer beschworen werden können, sondern als sogenannte "Substitutes", mit denen der eigene Charakter für kurze Zeit die Form des Monsters annimmt und dessen Fähigkeiten erhällt. Das klingt vielleicht erst Mal spaßig, erweist sich in der Praxis aber als nichts Halbes und nichts Ganzes. Nicht nur sind nun viele der besten Monster aus dem Vorgänger nicht mehr als Mitstreiter einsetzbar, das Spielen als Monster ist auch absolut unspaßig, hält nur für wenige Sekunden und ist strategisch kaum hilfreich. Mir scheint eher, als habe man hier Aufgrund des Wegfallens der großen Defense-Missionen und Gegnermassen, einen Verwendungszweck für all zu starke Monster gesucht.
Thema "starke Monster", in der Welt laufen nun auch sogenannte Elite-Monster herum. Das sind zum einen Viecher mit einem "Wanted" über den Kopf, stärkere Versionen von regulären Monstern und dann gibt es noch die ganz großen Brocken, die eigentlich nur 'ne andere Farbe haben, aber im Verhältnis immens viel stärker sind. Das Erledigen dieser bringt XP, Items oder ist questbedingt. Das Problem ist nur das im Spiel nie gesagt wird ob das jeweilige Monster vielleicht noch zu stark für die Gruppe ist, bzw. gibt es keinen Indikator dafür. So kann man leicht in Wanted-Monster rennen, die einen mit ein paar Moves schon umhauen und mitten in einer langen Mission komplett in's Game Over kloppen. Die umgefärbten Versionen sind noch fieser und triggern einen abgesperrten Bereich, den man nur durch Besiegen oder Game Over verlassen kann. Und die hauen wirklich nur einmal zu und haben bereits die halbe Gruppe ausgelöscht. Spaß sieht anders aus.
Hinzu kommen Krankheiten, welche schon den Vorgänger befallen hatten, absurd nervige Menüführung, in denen man jeden Scheiß doppelt bestätigen muß und nach einer Bestätigung teilweise noch auf das Durchlaufen des Textes oder einen Jingle(!) warten muß, und das bei jeder Quest die man abgibt, jedem Item das man kauft, jeder Skillung und wirklich allem. UND, was eigentlich nur mein persönlicher Kriegsfuß ist und warum ich mit der Dragon Quest Reihe wohl nie wirklich Freund werde, ist der absolut schreckliche Soundtrack. Dieses Getröte und Gefarze, diese Bläser-Chöre aus der Keyboard-Konserve. Jedes scheiß Musikstück klingt entweder wie Opernball oder Turnier-Fanfare und ist im Spiel zu 90% atmosphärisch komplett fehl am Platze. Da quäken die Trompeten bei jedem noch so ruhigen Moment vor sich hin, als würde im Hintergrund gerade ein König einmarschieren. Absolut fürchterlich.
Kurz und knapp, Heroes 2 macht so weit noch Spaß wie das Kampfsystem, der Toriyama-Style und die Gegnermassen tragen, aber der RPG-Fokus ist absolut nicht mein Fall. Wer mehr Warriors will, sollte lieber zum Vorgänger greifen, wer ein JRPG im MMO-Gewand will, kann allerdings vielleicht auch dem Nachfolger etwas abgewinnen.