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DRS Flügel ergänzt.
 
Ärger um einen bunten Lego-Strand

Neues Set mit Palmen und Rettungsschwimmern ähnelt der Idee eines krebskranken Vaters


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Die Idee der Australier: Strandset mit gelb-rotem Rettungsturm und Hüten als Sonnenschutz

Sydney. Vor fünf Jahren war der Australier Damien MacRae schwer an Hautkrebs erkrankt, die Ärzte gaben ihm wenig Überlebenschancen. Um seinem Sohn Aiden das Thema Sonnenschutz ans Herz zu legen, entwickelte er mit dem damals Fünfjährigen ein Strandset für Lego – mit Strand, Lebensrettern, Surfbrettern – und vor allem einer Flasche Sonnencreme. 10 000 Stimmen sammelte er über die Lego-Ideenwebseite ein – das ist die Voraussetzung, damit sich Lego überhaupt einen Vorschlag ansieht. Aber der Konzern lehnte die Idee ab. Doch jetzt – fünf Jahre später – brachte der Spielzeughersteller ein ganz ähnliches Strandset auf den Markt. Vater Damien MacRae ist aber nach wie vor am Leben und wehrt sich nun gegen das Verhalten der Firma.

„Damals dachte ich, ich habe nur noch acht bis zwölf Wochen zu leben“, erzählt Damien MacRae. Doch dann sei er für ein Pilotprojekt einer Immuntherapie ausgewählt worden. Und die hemmt das Wachstum neuer Tumore. „Ich bin nicht geheilt, aber ich führe damit ein relativ normales Leben“, so der Australier.

MacRae erinnert sich noch gut an seine Lego-Idee und stellte mit Erstaunen fest: Der offizielle Lego-Strand ähnelt der Version, die er einst mit seinem Sohn eingereicht hat. So gibt es ebenfalls eine Station für die Rettungsschwimmer in den Farben gelb und rot, aufrecht stehende Surfbretter, Meerestiere und einen Mülleimer. Andere Elemente fehlen dagegen – und zwar genau die Dinge, die zeigen, dass man sich am Strand vor der Sonne schützen muss, mit Sonnencreme oder einem Hut. „Lego hat genau so viele Aspekte geändert, dass sie vor einer Copyrightklage geschützt sind“, sagt MacRae. Der Australier kennt sich aus – er ist selbst Anwalt und auf Urheberrecht spezialisiert. MacRae betont, dass es ihm bei seinem Streit mit Lego nicht um Geld geht, sondern nur um seine Idee und die Botschaft, „sicher in der Sonne“ zu sein.

Lego ist sich jedoch keiner Schuld bewusst: Auf eine Anfrage schreibt der Konzern, dass das neue Produkt mit dem Namen „Lego City Beach Lifeguard Safety“ von den „lustigen Aktivitäten inspiriert“ sei, die Kinder gerne am Strand machen. Strand- und Küstenthemen seien seit 1989 regelmäßig im Lego-Angebot und einige der Elemente, wie Palmen und Rettungsschwimmer, seien einfach Teil einer vertrauten Strandszene. „Da dieses Set von Lego-Designern als Fortsetzung der Sets zum Thema Strand entwickelt wurde (...), haben wir es Damien und Aiden nicht gutgeschrieben“, heißt es in der E-Mail des Konzerns. Gleichzeitig äußert eine Sprecherin auch ihre Freude darüber, dass Damien „seine Krankheit überlebt hat“ und schreibt, „wir waren wirklich bewegt von Damiens Geschichte, als er 2017 seine Lego-Idee mit seinem Sohn einreichte“.

In Australien schlägt die Geschichte jedoch höhere Wellen, als Lego sich dies wahrscheinlich wünscht. Neben Medienberichten in mehreren Tageszeitungen wurde der Copyrightstreit vergangene Woche sogar im australischen Parlament angesprochen. So thematisierte die Abgeordnete Michelle Rowland die Geschichte in einer Rede, in der sie betonte, dass Australien die höchste Rate an Hautkrebs in der Welt habe und es die häufigste Krebsart bei jungen Australiern im Alter von 15 bis 39 Jahren sei.

Dass Lego es nun leugne, das Design des neuen Produkts von Damiens Vorschlag kopiert zu haben, werfe bei ihr einige Fragen auf: „Ist das ethisch vertretbar? Ist das moralisch?“, fragte sie. Und: „Sieht es für ein Unternehmen gut aus, einem damals Fünfjährigen und seinem krebskranken Vater so eine Idee zu stehlen?“ Auf der Webseite von Lego würde doch eigentlich stehen, dass „Fürsorge“ zu den Schlüsselwerten des Unternehmens gehöre.

Kieler Nachrichten vom 23.02.2022


Lego....:fp:
 
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