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Der Laber & Spam Thread (1 Betrachter)

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Und ich bekomme das blanke Kotzen wenn man meint, Auszubildende seien Putzkräfte. Sollen die scheiß Gesellen ihren Arbeitsplatz doch selbst säubern.

Die Arbeitsplätze sind in der Woche doch sauber und werden selbstständig gereinigt, es geht nur um die große Reinigung am Ende der Arbeitswoche. Und natürlich machen das die Lehrlinge.

Wie gesagt, man muss auch lernen sich erstmal in einer Hierarchie unterzuordnen und auch niedere Arbeiten zu übernehmen. So funktioniert Handwerk, Behörde, Arbeitsplatz generell. Meinst du die Polizei ist anders? Natürlich werden die Gruppenwagen auf der Hundertschaft erstmal durch Neueinsteiger aufgerüstet.

Und da ist auch nichts Verwerfliches dran. Mein Vater hat noch härtere Zeiten im Handwerk durchlebt. Heutzutage ist schon alles sehr human und fair. Aber wer eine weichgespülte "Wir sind alle von Anfang an auf einen Level und halten gegenseitig unsere Händchen" Mentalität erwartet ist im Handwerk einfach falsch.
 
Und das sehe ich anders. Auszubildende sind nicht für niedere Arbeiten zuständig nur weil es praktisch ist jeden Dreck auf sie abzuwälzen. Und es ist auch nicht Teil der Ausbildungsverordnung, man kann von Ausbildern durchaus verlangen, sich an geltendes Recht zu halten.
 
Das kannst du gern anders sehen. Hat aber wie gesagt nichts mit der Realität oder irgendwelchen Unrechtmäßigkeiten zu tun. Reinigungsaufgaben, die in jeden Handwerksbetrieb nebenher anfallen, sind zumutbare Arbeiten. Auch für Auszubildende.
 
Mit so einem veralteten Mindset braucht man sich dann auch nicht über sinkende Bewerberzahlen zu wundern. Und ich kenne die Realität allzu gut, wurde 3.5 Jahre ausgebeutet und würde deswegen jedem jungen Menschen vom Handwerk abraten.
 
Sorry Ich habe sich ansonsten sehr gerne, aber was du hier schreibst ist doch absoluter Quatsch.

Mit einer solchen Einstellung kann man doch keinen Arbeitsalltag bestreiten. Wenn ich über jede Tätigkeit, welche den Herrn nicht genehm ist diskutieren muss, ist doch dieses ganze Konstrukt für den Allerwertesten.

Wenn das die Arbeitsmoral von heute und morgen sein soll, können wir unsere Industrie gleich über den Jordan schicken.. Soll ich den Azubis noch Xbox-Playtime einräumen, wie bei dir im Ladenlokal? Was ist denn dein Verständnis von Fleiß und Arbeitsmoral? Dienst nach Vorschrift? Hauptsache die Series S glüht nebenher?

Will dir echt nicht zu Nahe treten aber du bist glaube ich auch kein Musterbeispiel für Fleiß und Engagement..
 
Mit so einem veralteten Mindset braucht man sich dann auch nicht über sinkende Bewerberzahlen zu wundern. Und ich kenne die Realität allzu gut, wurde 3.5 Jahre ausgebeutet und würde deswegen jedem jungen Menschen vom Handwerk abraten.
Nur Mal aus Interesse, wo und wie wurdest du denn genau 3,5 Jahre ausgebeutet? Was ist der Grund dass du so eine Abneigung gegen eine vernünftige Ausbildung und auch solchen Arbeiten hast?
 
Ich finde, jede Aufgabe, die ein normaler Arbeitnehmer macht, sollte auch ein Azubi machen. Und wenn der normale Arbeitnehmer jeden Freitag das Lager reinigen muss, gehört das für den Azubi eben auch dazu.

Wie ich zuvor geschrieben habe, ist das in der Form aber nur selten der Fall und es wird gnadenlos ausgebeutet. Der Knaller war auch der Betrieb von einem Kumpel. Der wurde immer morgens von seinem Chef angerufen, damit er zum Parkplatz kommt und ihm seine Tasche ins Büro trägt. Tagsüber gabs zwischendurch immer die Anrufe, damit er in sein Büro kommt, ihm frischen Kaffee bringt und sein dreckiges Geschirr weg bringt. Alle paar Wochen musste er für seinen Chef den Privatwagen innen und außen putzen. Natürlich Handwäsche.
Als ihm nach etwa einem Jahr der Kragen geplatzt ist, fing das Mobbing an und es wurden sich Dinge wie Diebstahl ausgedacht, um ihm zu kündigen. Dazu eine Drohung, wenn er damit vors Gericht zieht. Für ihn gab es keine Verwendung mehr - war ja wieder August und es gab neue Azubis.
Und das ist noch einer der harmlosen Fälle von etlichen weiteren in meiner damaligen Klasse.
 
Ich finde das Miteinander sehr wichtig, und wie @geckZ und @olddeadman30 schon richtig sagen, gibt es nun mal auch unangenehme Tätigkeiten, die erledigt werden müssen. Aber dieses unangenehmen Tätigkeiten sollten halt nicht nur von Azubis gemacht werden müssen. Wenn man jeden tag nur die Drecksarbeit machen muss und am Ende nichts gelernt hat, dann ist das schon Ausbeutung und hat mit Ausbildung nichts mehr zu tun. Als Arbeitgeber ist man an sich ja auch verpflichtet dem Azubi das nötige wissen zu vermitteln.

Bei uns haben nicht immer nur die Azubis alles putzen müssen, sondern ich habe solche Arbeiten oft gemeinsam mit den Azubis gemacht. Um zu zeigen das das eben auch dazu gehört, wenn ich nur Azubis etwas machen lasse, dann kann die Aufgabe nicht so wichtig sein, so würde ich das sehen.

Was mich nämlich stört, ist diese Überheblichkeit - klar arbeitet ihr alle schon länger, aber dafür kann der Azubi doch nichts, er ist nun mal nicht mit 10 Jahren Berufserfahrung geboren worden. Deshalb finde ich, dass man Azubis den gleichen Respekt entgegenbringen muss, denn warum sollten sie einen denn respektieren? Nur weil man älter ist und länger im Unternehmen arbeitet?

Ich sage immer: Nur weil etwas schon lange so gemacht wird oder schon länger besteht, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist.

Azubis sind nicht ohne Grund so günstig, aber wenn man sie am Ende als Putzfrau missbraucht, kann ich das auch gut verstehen das niemand ins Handwerk will.


@olddeadman30

Was ich bei dir nicht verstehen kann, du hast einen tag vor den neuen Ausbildungsjahr gesagt, du bist gespannt was auf dich zukommt, bist du noch Ausbilder?

Hast du da absolut keine Mitsprache, oder stellst die Leute selbst ein? Verstehe ich nicht so ganz.
 
Ich finde das Miteinander sehr wichtig, und wie @geckZ und @olddeadman30 schon richtig sagen, gibt es nun mal auch unangenehme Tätigkeiten, die erledigt werden müssen. Aber dieses unangenehmen Tätigkeiten sollten halt nicht nur von Azubis gemacht werden müssen. Wenn man jeden tag nur die Drecksarbeit machen muss und am Ende nichts gelernt hat, dann ist das schon Ausbeutung und hat mit Ausbildung nichts mehr zu tun. Als Arbeitgeber ist man an sich ja auch verpflichtet dem Azubi das nötige wissen zu vermitteln.

Bei uns haben nicht immer nur die Azubis alles putzen müssen, sondern ich habe solche Arbeiten oft gemeinsam mit den Azubis gemacht. Um zu zeigen das das eben auch dazu gehört, wenn ich nur Azubis etwas machen lasse, dann kann die Aufgabe nicht so wichtig sein, so würde ich das sehen.

Was mich nämlich stört, ist diese Überheblichkeit - klar arbeitet ihr alle schon länger, aber dafür kann der Azubi doch nichts, er ist nun mal nicht mit 10 Jahren Berufserfahrung geboren worden. Deshalb finde ich, dass man Azubis den gleichen Respekt entgegenbringen muss, denn warum sollten sie einen denn respektieren? Nur weil man älter ist und länger im Unternehmen arbeitet?

Ich sage immer: Nur weil etwas schon lange so gemacht wird oder schon länger besteht, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist.

Azubis sind nicht ohne Grund so günstig, aber wenn man sie am Ende als Putzfrau missbraucht, kann ich das auch gut verstehen das niemand ins Handwerk will.


@olddeadman30

Was ich bei dir nicht verstehen kann, du hast einen tag vor den neuen Ausbildungsjahr gesagt, du bist gespannt was auf dich zukommt, bist du noch Ausbilder?

Hast du da absolut keine Mitsprache, oder stellst die Leute selbst ein? Verstehe ich nicht so ganz.
Finde dein Punkt mit dem Respekt sehr wichtig und richtig. Bei mir ist das Prinzip Respekt und Ordnung mit das wichtigste. Die Jungs wissen quasi das ich ihr Ausbilder bin aber auch das ich Respekt vor ihnen habe. Immer, auch wenn sie scheiße bauen. Und wer Respekt gibt bekommt auch welchen. Und so bekomme ich die Jungs auch dazu Sachen zu machen die sie zuerst nicht machen wollen, Halle ausfegen usw. Ohne Respekt kann das nicht laufen und ja, wenn Azubis das merken das da was falsch läuft haben sie auch kein Bock mehr auf Arbeit. Ich lasse mir aber auch nicht auf der Nase rum tanzen, wenn die Gruppe scheiße baut zieh ich an, wenn alles so läuft wie ich es will, gibt's auch Mal eine Raucherpause mehr. So fahre ich am besten. Hab ich von meinem Ausbilder so gelernt und was ich von dem gehalten hab hab ich ja schon geschrieben.

Zu deiner Frage, nein wir sind im Kern kein Unternehmen mit eigenen Auszubildenden die ich quasi mit aussuche. Wir sind ein Ausbildungszentrum in dem die Straßenbau Firmen ihre Azubis für die überbetriebliche Ausbildung hinschicken und wir ihnen das Pflastern usw beibringen. Quasi die Praxis. Die Theorie gibt's logischerweise in der Schule. Aber ja, bin immer noch Ausbilder für den Bereich Straßenbau
 
Will dir echt nicht zu Nahe treten aber du bist glaube ich auch kein Musterbeispiel für Fleiß und Engagement..
Willst mir nicht zu nahe treten aber tust genau das. Ich schufte seit 35 Jahren, hab in der Ausbildung 60h Wochen absolviert, während des Zivildienstes nebenbei beim Vater den Laden für Wochen geschmissen, in den ersten Jahren der Selbstständigkeit regelmäßig 10-12h Schichten abgerissen und die letzten 20 Jahre nie mehr als 10 Tage Urlaub im Jahr gehabt. Genau deswegen bin ich ja auch ausgebrannt und hab mit Burnout und Depressionen zu kämpfen. Nur weil ich hier ne Series S auf der Arbeit stehen habe, bedeutet das nicht, ich wüsste nicht was hart arbeiten bedeutet. Nur hab ich mittlerweile erkannt, daß übermäßig viel arbeiten einen nur kaputt macht und man diese Zeit nicht wiederbekommt.

Nur Mal aus Interesse, wo und wie wurdest du denn genau 3,5 Jahre ausgebeutet? Was ist der Grund dass du so eine Abneigung gegen eine vernünftige Ausbildung und auch solchen Arbeiten hast?
Hab eine Orthopädie Schuhmacher Ausbildung gemacht und kann da zig Beispiele aufführen. Manchmal haben wir über Wochen nichts anderes gemacht als stumpf Bettungen zu bauen oder waren Monate im Leistenkeller beschäftigt in dem ich noch nicht einmal aufrecht stehen konnte, vor der Zwischenprüfung und vor allem Abschlußprüfung hat man dann gemerkt, daß einem noch ohne Ende Wissen und Fertigkeiten fehlen und man das alles unter großem Stress aufholen musste, da war ich regelmäßig kurz vor der Kernschmelze.
 
Das ist kein Pech sondern der Normalzustand gewesen. Man tauscht sich schließlich auch in der Berufsschule aus und da hab ich noch schlimmere Geschichten gehört. Es ist eher die Ausnahme, wenn es vernünftig läuft. Generell arbeiten im Handwerk zu viele Chaoten, Choleriker und Idioten.
 
Wie lange ist das her als du deine Ausbildung gemacht hast?

Ach und übrigens trifft dein "gewesen" den Punkt. Das ist einfach heute nicht mehr so. Wie viel Kontakt hast du zu Firmen oder Azubis? Finde das von damals auf heute und alles und jeden zu projizieren einfach falsch und auch gefährlich. Wenn du sowas heute einen jungen Menschen erzählst nimmst du ihn jede Motivation irgendwas in dem Bereich zu machen und du nimmst ihn vllt die Möglichkeit etwas aus seinem Leben zu machen und auch Karriere zu machen. Das Handwerk ist mit Fundament der Wirtschaft und jeder Mensch der motiviert was versucht zu erreichen ist doch was wert.

Ich fahre auch nicht gern Karussell, würde ich sowas jetzt verteufeln und jedem Kind davon abraten weil ich damit schlechte Erfahrung gemacht hab? Der Vergleich hinkt vllt etwas, das ist mir klar, aber man versteht glaube ich schon was ich meine. Ich bin seit sechs Jahren Ausbilder und hab logischerweise jedes Jahr neue Azubis, ca 50 im Jahr aus allen Firmen und wenn ich einige heute noch treffe und sie mir sagen dass es sich für sie richtig gelohnt hat den Beruf und Weg zu gehen dann weiß ich dass das Handwerk noch lange nicht verloren ist
 
Zuletzt bearbeitet:
Imo ist es ein Unterschied, ob man gemeinsam Dinge sauber macht oder alle chillen und die Füße hochlegen und die Azubis den scheiß tun sollen. Erstes ist absolut in Ordnung, zweites nicht. In der Ausbildung meinen Kram sauber machen war selbstverständlich und auch bei meinem Kollegen der für mich zuständig war unter die Arme greifen okay, wenn es aber hieß geh mal nach X und mach da sauber: Nö.
War ich eh gerade Kaffee holen kein Problem einen mitzubringen, hieß es aber geh und hol mal: Nö.
Ich bin nicht die Bitch von irgendwem, der zuständig ist den Dreck von anderen Leute wegzuräumen oder dessen Aufgabe es ist die zu bedienen
 
Imo ist es ein Unterschied, ob man gemeinsam Dinge sauber macht oder alle chillen und die Füße hochlegen und die Azubis den scheiß tun sollen. Erstes ist absolut in Ordnung, zweites nicht. In der Ausbildung meinen Kram sauber machen war selbstverständlich und auch bei meinem Kollegen der für mich zuständig war unter die Arme greifen okay, wenn es aber hieß geh mal nach X und mach da sauber: Nö.
War ich eh gerade Kaffee holen kein Problem einen mitzubringen, hieß es aber geh und hol mal: Nö.
Ich bin nicht die Bitch von irgendwem, der zuständig ist den Dreck von anderen Leute wegzuräumen oder dessen Aufgabe es ist die zu bedienen
Ein Kaffee holen wäre dir als Azubi zu doof? Also bei allem Willen, das macht sie Sekretärin für ihren Chef auch und ist sich nicht zu fein dafür aber der kleine junge Azubi weigert sich? Macht sicher ein guten Eindruck. Man muss auch Mal die Kirche im Dorf lassen. Solange du nicht übertrieben gesagt sein Klo putzen musst ist sowas wie Mal ein Kaffee mitbringen völlig normal. Da muss man sich nicht wundern wenn heute über alles gejammert und gemeckert wird anstatt einfach Mal anzupacken (nicht auf dich direkt bezogen sondern allgemein).
 
sowas wie Mal ein Kaffee mitbringen völlig normal.
Ich sagte ja, mitbringen ist kein Problem.
Wenn ich aber losgeschickt werde einen Kaffee zu holen nur weil der Herr selber zu faul ist quer durch die Halle ins Büro zu laufen um sich einen zu holen; Nö. Bin nicht sein Laufbursche. Vorallem wird in der Regel nicht mal nett gefragt sondern es einem quasi auch noch befohlen.
Und wenn sich weigern einen Kaffee zu holen Minuspunkte in der Ausbildung gibt, gibt es ganz andere Probleme
 
Ich sagte ja, mitbringen ist kein Problem.
Wenn ich aber losgeschickt werde einen Kaffee zu holen nur weil der Herr selber zu faul ist quer durch die Halle ins Büro zu laufen um sich einen zu holen; Nö. Bin nicht sein Laufbursche. Vorallem wird in der Regel nicht mal nett gefragt sondern es einem quasi auch noch befohlen.
Und wenn sich weigern einen Kaffee zu holen Minuspunkte in der Ausbildung gibt, gibt es ganz andere Probleme
Du würdest dich echt weigern wenn du Mal aus welchen Gründen in der Firma beim Chef wärst und er dich nett fragt ob du ihm Mal bitte sein Kaffee holen würdest?
 
Hey Ho, Ihr Arbeitnehmer :lol:!

Ich denke der Ton macht die Musik in der Ausbildungsstätte.
Bei beiden Lagern der Diskussion kann ich Dinge unterschreiben, sehe aber sinngemäße Gedanken wie "Das hat uns früher auch nie geschadet" oder "Das ist schon immer so" eher skeptisch - auch in anbetracht eines Lehrauftrages.

Hier bei uns, in der Sächsischen Schweiz, ist das Handwerk weit verbreitet. Kleine und noch kleinere Betriebe, teils Familiengeführt, haben keine Nachwuchssorgen und Ausbildungsplätze sind nachgefragt. Es mangelt halt geografisch bedingt an großen Arbeitgebern.

Während meiner Ausbildungszeit (1992-1995) gab es strenge Hierarchien, aber nie Schikanen oder Arbeiten, die ausschließlich Lehrlinge verrichteten.
Hier waren es eher die höheren Lehrjahre, die diese Tatsache stets mitteilen mussten.
 
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