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Der "Ich könnte kotzen" Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Danke! @Cybernet1000

@Frystil

Ohne Geräusch geht es leider technisch nicht. Hier eine Kostprobe:

https://www.reddit.com/r/medizzy/s/GaEbB3czI9

Und klar, es gibt viele Leute, die sich schnell dran gewöhnen, andere wiederum haben seit Jahren Schlafprobleme, mussten das lesen aufgeben oder haben gar Suizidgedanken. Ich lese dazu schon lange in Foren, die Spannweite ist groß. Letztendlich habe ich keine Wahl. Ich weiß halt nur dass ich bislang keinerlei tickende Uhren in meiner Nähe dulden konnte, knackende Fernseher mich in den Wahnsinn getrieben haben und verkauft wurden und wir außerhalb der Stadt leben und nahezu kein Geräusch von außen in die Wohnung dringt. Vor allem dieses Rhythmische beunruhigt mich und die Sorge wie es beim Lesen und Einschlafen sein wird.
Kopfhörer und Ohropax sind btw auch keiner Option da das Geräusch von "innen" kommt. Apropos Ohropax: diese nutze ich sogar immer da mich das sehr leise rhythmische atmen meiner Freundin schon nicht einschlafen lässt, egal wie müde ich bin. Ja, ich hab da einen kompletten Tick.
 
Wollte eigentlich auch grad im Strahl kotzen, aber nach dem was @Donald geposted hat würde ich mich nur lächerlich machen.
Donald, ich wünsch Dir, das der Eingriff und die Genesung ohne Komplikationen verläuft und vielleicht gibt's ja irgendwann ein ANC, was interne Geräusche unterdrückt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke! @Cybernet1000

@Frystil

Ohne Geräusch geht es leider technisch nicht. Hier eine Kostprobe:

https://www.reddit.com/r/medizzy/s/GaEbB3czI9

Und klar, es gibt viele Leute, die sich schnell dran gewöhnen, andere wiederum haben seit Jahren Schlafprobleme, mussten das lesen aufgeben oder haben gar Suizidgedanken. Ich lese dazu schon lange in Foren, die Spannweite ist groß. Letztendlich habe ich keine Wahl. Ich weiß halt nur dass ich bislang keinerlei tickende Uhren in meiner Nähe dulden konnte, knackende Fernseher mich in den Wahnsinn getrieben haben und verkauft wurden und wir außerhalb der Stadt leben und nahezu kein Geräusch von außen in die Wohnung dringt. Vor allem dieses Rhythmische beunruhigt mich und die Sorge wie es beim Lesen und Einschlafen sein wird.
Kopfhörer und Ohropax sind btw auch keiner Option da das Geräusch von "innen" kommt. Apropos Ohropax: diese nutze ich sogar immer da mich das sehr leise rhythmische atmen meiner Freundin schon nicht einschlafen lässt, egal wie müde ich bin. Ja, ich hab da einen kompletten Tick.
Oh fuck, das klingt wirklich schlimm. Aber da du gesagt hast man soll positiv sein, hoffe ich das du ein leises Gerät bekommst um in Anbetracht zu einem Deal mit dem Tod scheint das doch noch fair zu sein. Zu tv/radio etc kannst du auch nicht einschlafen oder? Vllt könnte eine Hypnose oder derartiges helfen, um es dir zumindest in der Hinsicht leichter zu machen?
 
Danke euch für die lieben Worte! Manchmal tuts auch einfach gut, in einem anderen, nicht persönlichen Kontext was nieder zu schreiben wenn man sich ansonsten im Alltag meistens im Verdrängungsmodus befindet. Und klar gibts auch immer mal Tiefpunkte und man ist nicht immer stark, gehört eben auch dazu. Wenn ich das jetzt erstmal überstanden habe und mich weitere Aspekte der Krankheit (wie etwa Ablösen der Netzhaut und damit Erblindung, wovor ich logischerweise auch ziemlich Schiss habe und was mir einfach mein Zocken und Lesen nehmen würde) noch länger in Ruhe lassen, bin ich happy.

@St Aaken
Ach quatsch, jedes Problem das man hat, ist ein Problem - das Ganze ist doch kein Wettbewerb :D also hau ruhig raus! :) und danke!

@value Guter Tipp mit der Hypnose für den Fall dass ich nicht klar komme, auch Meditation oder Einschlafhilfen wie Baldrian sind schon in meinen Überlegungen. White Noise hat ebenfalls wohl schon vielen Leuten geholfen, also wandert die Alexa vllt bald mal ins Schlafzimmer um es auszuprobieren. Wobei ich vielleicht besser mal eine Uhr simulieren sollte :kaffee: Mit TV/Radio/Podcast gäbs auch noch Optionen, wenn auch noch nie ausprobiert bzw. gekonnt.

Aber wie du schon sagst, es ist alternativlos und vielleicht mache ich mich auch zu sehr verrückt. Genug Berichte von ebenso empfindlichen Leuten mit gleicher Angst im Vorfeld, die sich dann aber besser als gedacht daran gewöhnt haben (oder es sogar mochten!), geben mir Optimismus. Ich glaube einfach dass in erster Linie eine psychologische Akzeptanz stattfinden muss. Und bekanntlich sind die negativen Stimmen im Internet immer lauter, gerade wenn man gezielt danach googelt. Von Person zu Person unterscheidet sich die objektive Lautstärke ebenfalls (je nach Körperbau, Brustkorb, Organbeschaffenheit usw.) und je mehr sie im Körper verwächst, desto mehr Dämpfung gibt es mit der Zeit.

Jetzt warte ich erstmal gespannt auf den genauen Termin und dann gehts weiter :)
 
"Ich könnte kotzen" wäre übertrieben da ich generell kein Mensch bin der sich großartig über etwas aufregt, sondern Dinge so nimmt wie sie kommen und versucht das beste aus allem zu machen.

Aber aktuelle Umstände sorgen trotzdem dafür dass es mal wieder nicht ganz so rund läuft - und bekanntlich tut drüber reden oder eben schreiben immer gut. Also, wird ein bisschen mehr Text. Wenn zu viel, einfach weiterscrollen, sorry dafür dann.


Ich umreiße es ganz grob. Habe die Generkrankung Marfan, aufgefallen mit 3 Jahren nach Tod des Vaters durch Aortenriss mit 28. Dessen Mutter starb ebenfalls mit 28, da gabs aber keine Obduktion, er lebte und starb folglich damit ohne es zu wissen.

Meine Kindheit verlief bis auf mehrere Leisten-OPs und häufige Orthopäden-Besuche recht ereignisarm.

Jugendalter: Die tickende Zeitbombe "Erweiterung der Aorta (Hauptschlagader)" nahm langsam aber stetig zu. Halbjährliche Kontrollen Pflicht um planmäßig zu operieren und nicht am plötzlichen Riss zu sterben (was den meisten mit der Erkrankung mit 20-35 passiert wenn sie nicht bekannt ist, dann ist in der Regel auch nichts mehr zu machen). Ansonsten: Hier und da mal ein Eingriff, zb nach Pneumothorax.


Mit 22 wars dann soweit, Durchmesser kritisch - aufsteigender Teil der Aorta wurde nach Brustkorböffnung in knapp siebenstündiger OP durch Rohrprothese ersetzt. Aortenklappe war undicht, konnte aber erstmal repariert werden. Zeit danach war...nicht geil, wirklich nicht. Gab einige Komplikationen. Nach einem halben Jahr gings bergauf, ansonsten machte sich der Rücken mit Bandscheibenvorfällen bemerkbar, auch sehr schmerzhaft. Aber erstmal war wieder Ruhe.


Leider nahm die Undichtigkeit der reparierten Herzklappe mit Ende 20 zu, inzwischen war der Grad "hochgradig" erreicht.

In letzter Zeit merkte ich vermehrt Luftnot und ein Engegefühl bzw. dass mir mein Körper fremd vorkommt. Man langsam "degeneriert". Ein ganz komisches Gefühl. Das Leben entgleitet einem irgendwie. Ganz langsam.

Eine Untersuchung in der Uniklinik Hamburg (zweite Meinung eingeholt nach 30 Jahren UK Münster wo meine Familie und ich zuletzt nicht mehr soo zufrieden waren) mitte September ergab sehr schnell dass nicht mehr weiter abgewartet werden darf und ein Eingriff vorgenommen werden muss. Die linke Herzkammer ist bereits auf 72mm angewachsen (Grenzwerte werden bei ca 54mm gesehen) - sprich: mein Herz ist viel zu groß.

Gefahren:

- plötzlicher Herztod, dauerhafte Herzschwäche auch nach OP, usw.


Die Frage nach dem Zeitpunkt stand im Raum. Ich hätte gerne Januar gehabt (das Weihnachtsfest mit meinen Lieben wollt ich mir nicht nehmen lassen). Heute war ich nochmal da zum Gespräch mit dem Chefchirurgen (top Mann nach Sichtung des Lebenslaufes - aber wie viel Stunden hat sein Tag? Irre!). Er würde auf keinen Fall länger abwarten. Somit haben wir uns auf Ende November / Anfang Dezember geeinigt. Tja, schneller als gedacht. So wie er klang hätte er wohl auch nächste Woche loslegen wollen. Er übernimmt selbst aufgrund des Risikos durch Re-Op und Marfan.

Zweite, für mich persönlich unfassbar wichtige Frage: welche Art der Klappe. Biologisch: nur 10-15 Jahre Haltbarkeit, dann erneute OP. Dafür KEIN Klicken und Blutverdünner (mir egal) oder mechanisch. Letztere hält ein Leben lang, dafür...Klickgeräusch. Wie bei einer Uhr. In der Vorstellung klingt es für mich wie der größte Alptraum, ich bin enorm geräuschempfindlich und sich bewusst zu werden, nie wieder Stille zu haben ist der Horror. Sehr viele gewöhnen sich aber dran und es fällt ihnen nicht mehr auf - muss man dazusagen. Mit der Zeit soll es auch weniger werden.
Ich wollte dennoch biologisch und habe auf spätere minimalinvasive Methoden und Entwicklung der Medizin gehofft, vielleicht etwas verblendet. Heute im Gespräch die Ernüchterung. Ganz grob: biologisch mit meinen 33 Jahren keinerlei Option, dritte OP nach paar Jahren (und noch weitere alle paar Jahre) würden enorm komplex werden und vermutlich nicht gepackt werden. Zudem: junger und hoher Stoffwechsel = noch schnellerer Verschleiß. Entscheidung: entweder mechanisch oder insgesamt womöglich nur noch 7 Jahre leben.

Also werde ich bald mit dem Geräusch leben müssen, darum kreisen gerade meine Gedanken. Aber vermutlich wird es halb so schlimm, noch habe ich alles geschafft!

Nun habe ich also noch knapp 4 Wochen um mich um spaßigen Orga-Kram im privaten (Patientenverfügung und Testament für alle Fälle), Übergabe auf der Arbeit (falle mit Blick auf die Erfahrung aus 2012 etwa 4-5 Monate aus) und anderes zu kümmern. Und das ein oder andere Spiel will ich noch beenden :D


Aber so oder so: meinen Optimismus habe ich noch nie verloren, bei all dem denke ich tatsächlich zu 95% auch nur an meine Freundin, Familie und Freunde die so ein blödes Los mit mir gezogen haben sich so Sorgen machen zu müssen. Wenn was nicht gut ausgeht, kriege ich nichts mit. Zack, Dunkelheit. Sie müssten auf ewig mit dem Verlust leben.


Wer bis hierher gelesen, dem möchte ich nur sagen: all die Erfahrungen (und das war nur ein kurzer Auszug) verändern einen, machen einen mit Sicherheit empathischer und ausgeglichener, sorgen dafür dass man das Leben mehr genießt und kleine Momente schätzt.
Also: genießt die guten Momente so gut es geht, erfreut euch so wie es geht an eurer Gesundheit (mir geht es ja prinzipiell auch "gut"! Ich war diesen Sommer noch in Ägypten in den Ruinen von Luxor. Anderen geht es so viel schlechter...), ärgert euch nicht über Nichtigkeiten. Und seid lieb zu den Menschen die euch wichtig sind. Zu allen anderen natürlich auch.
Ach: und gönnt euch Dinge! Ehrlich jetzt. Wartet damit nicht zu lange und spart auch nicht alles für später. Lebt.


Kleiner Roman, aber tat irgendwie gut!

Ja die mechanische ist am Anfang schwer zu ertragen, aber ich weiß das die organische zwar leiser ist, aber du hast auch wie geschrieben mehrer Eingriffe, bei meiner Schwester musste sie innerhalb von 6 Jahren 2 mal ersetzt werden, bis meine Schwester dann auch eine mechanische Herzklappe bekommen hat, sie hat sie nun seit mehr als 6 Jahren drinnen, am Anfang war es schon unangenehm jedoch nach einiger Zeit hat sie das nicht mehr wahrgenommen, stell dir einfach jetzt schon ne Uhr die klickt zum schlafen ins Zimmer, dann wirst du dich evtl schneller dran gewöhnen.
 
Danke euch für die lieben Worte! Manchmal tuts auch einfach gut, in einem anderen, nicht persönlichen Kontext was nieder zu schreiben wenn man sich ansonsten im Alltag meistens im Verdrängungsmodus befindet. Und klar gibts auch immer mal Tiefpunkte und man ist nicht immer stark, gehört eben auch dazu. Wenn ich das jetzt erstmal überstanden habe und mich weitere Aspekte der Krankheit (wie etwa Ablösen der Netzhaut und damit Erblindung, wovor ich logischerweise auch ziemlich Schiss habe und was mir einfach mein Zocken und Lesen nehmen würde) noch länger in Ruhe lassen, bin ich happy.

@St Aaken
Ach quatsch, jedes Problem das man hat, ist ein Problem - das Ganze ist doch kein Wettbewerb :D also hau ruhig raus! :) und danke!

@value Guter Tipp mit der Hypnose für den Fall dass ich nicht klar komme, auch Meditation oder Einschlafhilfen wie Baldrian sind schon in meinen Überlegungen. White Noise hat ebenfalls wohl schon vielen Leuten geholfen, also wandert die Alexa vllt bald mal ins Schlafzimmer um es auszuprobieren. Wobei ich vielleicht besser mal eine Uhr simulieren sollte :kaffee: Mit TV/Radio/Podcast gäbs auch noch Optionen, wenn auch noch nie ausprobiert bzw. gekonnt.

Aber wie du schon sagst, es ist alternativlos und vielleicht mache ich mich auch zu sehr verrückt. Genug Berichte von ebenso empfindlichen Leuten mit gleicher Angst im Vorfeld, die sich dann aber besser als gedacht daran gewöhnt haben (oder es sogar mochten!), geben mir Optimismus. Ich glaube einfach dass in erster Linie eine psychologische Akzeptanz stattfinden muss. Und bekanntlich sind die negativen Stimmen im Internet immer lauter, gerade wenn man gezielt danach googelt. Von Person zu Person unterscheidet sich die objektive Lautstärke ebenfalls (je nach Körperbau, Brustkorb, Organbeschaffenheit usw.) und je mehr sie im Körper verwächst, desto mehr Dämpfung gibt es mit der Zeit.

Jetzt warte ich erstmal gespannt auf den genauen Termin und dann gehts weiter :)
Wünsche Dir alles Gute. Und finde deinen Optimismus und Lebenseinstellung großartig!
Lass dich von dem Video nicht verrückt machen, jedes Geräusch wird automatisch lauter, wenn man sich darauf konzentriert. Deswegen ist bei mir ständig der TV/Radio an, damit ich meinen Tinnitus nicht wahrnehme. Sobald Totenstille oder ich daran denke pfeifts wieder fürchterlich.
Es ist wirklich eine Gewöhnungssache mit ständiger Ablenkung.
 
Kenn mich nicht aus, aber was ist mit einem Spenderherz?
Dass das passt ist glaub ich sehr selten bzw. Wird er kein akuter Fall für die Warteliste sein wenn anderweitig geholfen werden kann. Aber Glaub das ist ne richtig krasse Sache. Musst glaub immunsupressiva schlucken, damit das herz nicht abgestoßen wird. Aber keine Ahnung wie aktuell meine Informationen da sind oder ob die Technik da schon viel weiter ist
 
Wer bis hierher gelesen, dem möchte ich nur sagen: all die Erfahrungen (und das war nur ein kurzer Auszug) verändern einen, machen einen mit Sicherheit empathischer und ausgeglichener, sorgen dafür dass man das Leben mehr genießt und kleine Momente schätzt.
Also: genießt die guten Momente so gut es geht, erfreut euch so wie es geht an eurer Gesundheit (mir geht es ja prinzipiell auch "gut"! Ich war diesen Sommer noch in Ägypten in den Ruinen von Luxor. Anderen geht es so viel schlechter...), ärgert euch nicht über Nichtigkeiten. Und seid lieb zu den Menschen die euch wichtig sind. Zu allen anderen natürlich auch.
Ach: und gönnt euch Dinge! Ehrlich jetzt. Wartet damit nicht zu lange und spart auch nicht alles für später. Lebt.


Das kann ich aus eigener Lebenserfahrung so unterschreiben!

ich wünsche dir alles Gute und drück dir die Daumen, auch wenn wir uns nicht kennen.
 
Mir wurde mitgeteilt, das unsere Filiale Mitte Januar geschlossen wird, Alternative wäre in der nächsten Filiale, nur wäre ich dann statt 2h mindestens 3½h auf Achse.
Da ich auf die Öffis angewiesen bin ist diese Fahrzeit natürlich nur im Idealfall, realistisch sind eher 4h,für mich keine Option :nein:.
 
Mir wurde mitgeteilt, das unsere Filiale Mitte Januar geschlossen wird, Alternative wäre in der nächsten Filiale, nur wäre ich dann statt 2h mindestens 3½h auf Achse.
Da ich auf die Öffis angewiesen bin ist diese Fahrzeit natürlich nur im Idealfall, realistisch sind eher 4h,für mich keine Option :nein:.
Um welche Kette geht es denn? 2h ist ja auch schon saftig jeden Tag!
 
Hammer Heimtex, Fachmarkt für Raumausstattung.
Das Dilemma hat sich durch mangelnden Nachwuchs ergeben, wir haben echt fast 2 Jahre Verstärkung in der Gardinen - und Sonnenschutzabteilung gesucht, keine Chance, niemand bereit im Handel zu arbeiten.
:skep:
 
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