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Der gediente Veteranen-Thread! Wehrdienst bei der Bundeswehr

  • Ersteller Ersteller Urgs
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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

@Urgs

Okay. :ugly:

Das war das Problem bei uns. Die Rechte haben wir dann erst nach der Grundausbildung erfahren bzw. teilweise am Ende der Grundausbildung. Lag wahrscheinlich daran, dass wir keinen Offizier im Zug hatten und so unsere höchste Instanz dieser besessene Oberfeldwebel war. Im Nachhinein hätte ich auch einiges anders gemacht und rückblickend kann ich mir auch schwer vorstellen, dass ich dort so machtlos war. Das ging teilweise alles schon sehr weit.
 
Ne, machtlos bist du als Rekrut keineswegs. Es gibt da auch ganz klar einen Unterricht, der in der AGA Pflicht ist und alle Rekruten über ihre Rechte aufklärt. In meiner AGA wurde es aber auch so gemacht, dass man nach drei Tagen Biwak reinkam und dann, nach dem Waffenreinigen, Abends um zehn in einen Raum gesetzt wurde, wo die Heizungen zufällig auf volle Pulle hochgedreht waren. Bei diesem einen Unterricht hat es dann auch komischerweise keinen der Ausbilder interessiert, wenn wir eingepennt sind :grins:
 
Ist aber schon immer wieder interessant wie sich die AGAs unterscheiden. Viele bestehen ja drauf, dass sie die härteste AGA hatte (auch von allen, die noch kommen werden), aber durch die wirklich harten Dinger müssen wohl eher wenige durch. Ich war ja in einem Offizieranwärterbataillon, das sechs Monate im Jahr eben OAs ausbildet und in der restlichen Zeit normale GWDLer hat, und meine Ausbildung war oookaaay und darüber bin ich echt froh. Wir hatten dort vier Gebäude, eines stand leer und in den anderen dreien war jeweils ein Zug, die in meinem Kopf nach Schwierigkeitsgrad aufgeteilt wurden. Mein Zug hat auf Normal gespielt, der im Nachbargebäude waren auf Easy und zwei Gebäude weiter war der erste Zug und die mussten ihre Kampagne auf Nightmare beenden. :D Ich hab's ja glücklicherweise nur aus großem Abstand mitverfolgt, aber dass die im ersten Zug einfach nie zur Ruhe kamen, ist mir trotzdem nicht entgangen. Der eine Ausbilder, Oberfähnrich Ungetüm, war auch so 'ne richtig miese Drecksau, die eigentlich schon selbst Zugführer sein sollte, aber aus irgendeinem Grund nochmal eine AGA leiten musste und entsprechend angepisst war.

In meiner Stammeinheit hatte ich dann etwas weniger Glück. Da war ich dann selber im ersten Zug und obwohl die ganze Einheit grundsätzlich schon eher gechillt war, war es in Zug zwei und drei nochmal viel gechillter als bei uns. Unser Zugführer war ein unstudierter Leutnant, der keine richtige Perspektive beim Bund hatte (deswegen war er auch in 'ner Einheiten, die zu 90% aus GWDL- und FWDLern bestand), aber er war trotzdem mit voller Leidenschaft dabei und hat von seinen Leuten das Beste verlangt.
Irgendwann hat er uns nach Dienstschluss mal den Rucksack packen lassen, uns mit ein paar Gartenstühlen in unsere Sprinter gesetzt, um uns einige Kilometer aus der Kaserne rauszufahren und auszusetzen. Von dort mussten wir dann in Formation und im Laufschritt in die Kaserne zurückmaschieren und dabei die scheiß Gartenmöbel tragen. Dabei gings noch durch einen hüfthohen Fluß und in der Kaserne nochmal über die HIBA. Ab dem Tag hatte ich dann auch verstanden, warum wir in der neuen Einheiten von unseren Vorgängern mit "Aus der AGA in die AGA!" begrüßt wurden. :ugly:
 
Afaik hatten wir sogar recht früh theoretischen Unterricht, in dem auch die Rechte ein Thema waren.

Das wir mal bis 22 Uhr Dienst hatten in der Grundausbildung, war glaub ich auch eher die Ausnahme. Es gab ja immer ne Art Pause, so ab 16-17 Uhr und dann musste man nochmal abends antreten und die Stube musste sauber sein. Irgendwie so war das.

Ich glaub, unsere Vorgesetzten waren auch etwas faul, also so richtig übler Druck war nie hinter dem Drill, wenn man das überhaupt so nennen konnte. Ich musste auch nie so einen Graben ausheben, mit meinem Spaten. Die waren zum Glück alle schon da. Aber viel sinnloses gab es natürlich auch und Biwak-Nächte, in denen ich nur zwei Stunden geschlafen hatte auch. Aber dafür hat man dann den nächsten Tag fast nur auf der Schießbahn rumgelungert.

die höheren Dienstgrade in meiner Batterie waren alles alte NVA-Typen. Die konnten zwar extrem laut brüllen, teilweise regelreicht explodieren, aber irgendwie war da auch nicht so viel dahinter.

Echte Kameradschaft gab's teilweise schon. Ich war ja jemand, der immer die Schnauze aufgemacht hat und sich zu Wort gemeldet hat, wenn's gerade nicht gepasst hat. Liegt in meinem Naturell und ich hatte auch schnell den entsprechenden Ruf weg. Hab mich dementsprechend auch viel mit Vorgesetzten dort angelegt, mir aber teilweise auch auf diese Weise Respekt eingeholt. Und viele haben mich auch dabei unterstützt und mir beispielsweise Informationen zugeschanzt, die mir weiterhalfen. Die Wehrdienstleistenden waren ja überall und hatten daher auch überall ihre Ohren. :D

Hab da teilweise echt lustige Dinger abgezogen. Ich werde z.B. nie vergessen, wie die mich am Ende noch ankacken wollten. Ich hatte Telefonposten und die Uffze und Offiziere hatten so eine Nachtveranstaltung. Na jedenfalls hab ich gepennt und irgendwann standen nen Haufen Offiziere um mich herum und machten ein Riesentheater, weil die Tür offenstand. :lol:

Das ich gepennt hatte, war nicht das Ding. Das durfte ich als Telefonposten sogar. Aber die Tür. Und ich glaube, ich hab die einfach offen gelassen, weil ständig einer rein und raus wollte, wegen dieser Übung halt. Kann mich nicht so genau erinnern.

Die wollten das aber nun auschlachten, da ich eh schon ne Bewährungsstrafe hatte (auch ne geile Story/ 400 DM auf Berwährung) und weil die mich noch zwei Monate für jeweils 2000 DM glaub ich beschäftigen mussten. Wir waren als W12er eingezogen worden, durfte aber schon W10 in Anspruch nehmen. Niemand hätte gedacht, dass ich einen Antrag stellen würde, für die zwei Monate, da ich als erster beim Antreten "ABGÄNGER" gebrüllt hatte. Aber ich hatte eh nix besseres vor und es war klar, dass die für uns eh keine Verwendung hatten. Natürlich hatten die Einspruch eingelegt, sind damit aber nicht durchgekommen. :D

Das war also der Tag der Rache für die. Die Bewährungsstrafe wäre vollzogen worden und wer weiß, was ich noch oben draufgekriegt hätte.

Da ich aber Vertrauensmann war, durfte mir der Batteriechef nicht den Prozess machen. :D
Also musste ich zum Battallionschef (ein eigentlich ganz netter Oberstleutnant) Der war gerade nicht da, aber sein Stellvertreter. Der war schon richtig genervt, sich überhaupt in die Scheiße reindenken zu müssen. Und wie die alle so sind, versuchen die einem unter Druck zu setzen im Verhör, damit man alles zugibt. Ich hab mir aber kein Geständnis rauspressen lassen, sondern verwies nur auf die Fahrschüler, die bei uns im Block untergebracht waren und die auch ständig rein und rauswollten. Ich war mir sicher, die hatten sich einfach den Schlüssel genommen und die Tür offen gelassen.

Der Typ lachte nur und glaubte mir kein Wort. Ich fragte ihn, ob er mir das Lügen unterstellen wolle und fügte noch trocken hinzu, dass er sich sicher sein kann, dass ich - wenn er mir ne Strafe aufbrummt - ich 100%ig dagegen Einspruch einlegen würde. Und dazu fragte ich mit einem Lächen "... und zu wem geht das dann?" Und er musste schluckend zugeben "Zum Brigadekommandeur". Wenn der Typ extra wegen so einer Kindergartenscheiße hätte anreisen müssen ... ich hab jedenfalls nie wieder etwas von dem Fall gehört. Auch nicht, dass das Verfahren eingestellt wurde, nix! :D Aber ich bin mit so einem fetten Grinsen da raus und meine Kameraden haben sich bepisst vor lachen! :D
 
Das Problem am Ganzen Disziplinarrecht ist, dass da eigentlich juristische Maßnahmen ausgeführt werden - mit entsprechenden Strafen (Geldstrafen, Freiheitsentzug etc), die, die es durchführen sollen (Chefs und Höhere) das aber bloß mal nebenher auf nem Lehrgang beigebracht bekommen. Wenn man mal vergleicht, welche Ausbildung ein Jurist im Zivilen durchläuft, ist das ein absoluter Witz. Das Ergebnis ist oft, dass die Vorgesetzten sich nicht trauen, das Disziplinarrecht anzuwenden oder es falsch machen, wo der Betroffene dann gegen klagt. Ist ne schwierige Kiste.
 
@slaughterking

Bei der Stammeinheit hatte ich dafür sehr viel Glück. War nur mit sechs Oberfeldwebeln aufwärts im Büro, durfte nicht wirklich was machen und habe sechs Monate lang nur Sport gemacht und Zeitung gelesen. :ugly: Ich habe mich sogar über die Märsche gefreut. :D

@Urgs

Sowas wäre in unserem Zug wirklich unmöglich. Denke ich zumindest. Ich glaube, man hätte dir einfach die Kehle aufgeschlitzt oder sowas. :D
Mir wollte man dafür in der Stammeinheit Fahnenflucht (so lächerlich) anhängen, weil ich jeden Donnerstag anstatt zu putzen nach Hause gefahren bin. Letztendlich musste ich aber nur einen Aufsatz schreiben und mit dem Spieß (zum Glück ein ehr chilliger Ersatzspieß) über den Vorfall sprechen. :D
 
Ich war von Anfang an frech. Hatte deswegen natürlich gleich ein paar Ausbilder an der Backe, aber irgendwann mochten die mich auch.

Wir hatten in der AGA auch so einen Zugführer, der sich beim Antreten vor dem Mittagessen immer festlaberte und wir dann zu spät zur Kantine kamen, woran dann immer die am meisten litten, die hinten standen. Aber auch die Ausbilder nervte das tierisch.

Eines Tages quatschte der sich wieder fest und alle waren schon genervt, da hab ich mich einfach während seines Monologes gemeldet. Er war völlig perplex und lies mich sprechen. Ich hab ich ihm dann mal den Sachverhalt erklärt, während sich alle anderen das Lachen verkneifen mussten. Er lies uns dann gehen und das kam auch nicht mehr vor! :ugly:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
War von 2009-2011 Zeitsoldat und bin inzwischen Leutnant der Reserve. War ne super Zeit, vor Allem AGA und diverse Lehrgänge. Die letzten Monate in der Stammeinheit wurden dann extrem langweilig, da der Großteil der Kompanie im Auslandseinsatz und nicht mehr viel zu tun war. Hätte vielleicht lieber nochmal als Ausbilder in die AGA oder auf nen Lehrgang gehen sollen.
An Choleriker bin ich natürlich auch geraten, aber die lernt man zu ignorieren. Unterm Strich muss ich aber sagen, dass unter meinen Ausbildern beim Bund die besten, die ich bisher erlebt habe, waren.

Leute wie im Beispiel von eape leben auch beim Bund extrem gefährlich, da es nur eine Person braucht, die sich traut, auf die Kacke zu hauen.

Ob Bund Spaß macht oder nicht, hängt extrem von Vorgesetzten (auf Zug/Kompanie-Ebene) ab. Da ich während meiner Ausbildung ganz gut rumgekommen bin, konnte ich das an verschiedenen Beispielen verifizieren.

Ich hab beim Bund extrem viel gelernt und halte es rückblickend für eine absolut sinnvolle Erfahrung. Ich finde die Pflicht zu Wehr- oder Zivildienst eigentlich gut, nur sollte es auch formell eine freie Wahl geben (auch wenns das effektiv gab). Ich bin der Überzeugung, dass jeder, der sich ein wenig bemüht, eine Möglichkeit (Bund, FSJ im In-/Ausland, Zivi,...) finden kann, die ihm persönlich viel bringt.
 
War von 2009-2011 Zeitsoldat und bin inzwischen Leutnant der Reserve. War ne super Zeit, vor Allem AGA und diverse Lehrgänge. Die letzten Monate in der Stammeinheit wurden dann extrem langweilig, da der Großteil der Kompanie im Auslandseinsatz und nicht mehr viel zu tun war. Hätte vielleicht lieber nochmal als Ausbilder in die AGA oder auf nen Lehrgang gehen sollen.
An Choleriker bin ich natürlich auch geraten, aber die lernt man zu ignorieren. Unterm Strich muss ich aber sagen, dass unter meinen Ausbildern beim Bund die besten, die ich bisher erlebt habe, waren.

Leute wie im Beispiel von eape leben auch beim Bund extrem gefährlich, da es nur eine Person braucht, die sich traut, auf die Kacke zu hauen.

Ob Bund Spaß macht oder nicht, hängt extrem von Vorgesetzten (auf Zug/Kompanie-Ebene) ab. Da ich während meiner Ausbildung ganz gut rumgekommen bin, konnte ich das an verschiedenen Beispielen verifizieren.

Ich hab beim Bund extrem viel gelernt und halte es rückblickend für eine absolut sinnvolle Erfahrung. Ich finde die Pflicht zu Wehr- oder Zivildienst eigentlich gut, nur sollte es auch formell eine freie Wahl geben (auch wenns das effektiv gab). Ich bin der Überzeugung, dass jeder, der sich ein wenig bemüht, eine Möglichkeit (Bund, FSJ im In-/Ausland, Zivi,...) finden kann, die ihm persönlich viel bringt.

du bist so ein vollspiesser, zieh bloss die 1000m leine. :fp:
 
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