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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Dein erster Punkt macht für mich keinen Unterschied. Auch wenn jemand Opfer abscheulicher Angriffe wird, muss das losgelöst von den Handlungen und Überzeugungen der Person selbst betrachtet werden.
Aber das ist doch das große Problem: dass keine Auseinandersetzung stattfindet mit den "Handlungen und Überzeugungen" der Person, sondern eine rassistische Hetzkampagne betrieben wird, in der El-Hassan pauschal als "Islamistin" abgestempelt wird - und vermutlich in den Köpfen vieler auch abgestempelt bleibt (zumal wenn der WDR dieses Bild durch die Nicht-Beschäftigung zementiert).

Darin unterscheidet sich dieser Fall ganz entscheidend von konstruierten Vergleichen, in denen kein Rassismus im Spiel ist. Weil dort eben eine Distanzierung und eine glaubwürdige Aufarbeitung eigener Fehler aus der Vergangenheit nicht durch einen rassistischen Schleier hindurch geschehen muss, sondern der Blick tatsächlich auf eben die genannten "Handlungen und Überzeugungen" der Person ausgerichtet werden kann.
 
Dein erster Punkt macht für mich keinen Unterschied. Auch wenn jemand Opfer abscheulicher Angriffe wird, muss das losgelöst von den Handlungen und Überzeugungen der Person selbst betrachtet werden.
Aber das ist doch das große Problem: dass keine Auseinandersetzung stattfindet mit den "Handlungen und Überzeugungen" der Person, sondern eine rassistische Hetzkampagne betrieben wird, in der El-Hassan pauschal als "Islamistin" abgestempelt wird - und vermutlich in den Köpfen vieler auch abgestempelt bleibt (zumal wenn der WDR dieses Bild durch die Nicht-Beschäftigung zementiert).

Darin unterscheidet sich dieser Fall ganz entscheidend von konstruierten Vergleichen, in denen kein Rassismus im Spiel ist. Weil dort eben eine Distanzierung und eine glaubwürdige Aufarbeitung eigener Fehler aus der Vergangenheit nicht durch einen rassistischen Schleier hindurch geschehen muss, sondern der Blick tatsächlich auf jene "Handlungen und Überzeugungen" der Person ausgerichtet werden kann.
 
Deinen zweiten Punkt halte ich für Wunschdenken. Unsere Gesellschaft und speziell die Twitter-Soldaten aller Seiten sind dafür zu unverzeihlich, als dass das möglich wäre. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.

Das denke ich nicht. Es gibt doch bspw. diesen Typen, der grad in jüngster Vergangenheit oft durch Talkshows tingelte, der zehn Jahre zurück bspw. noch die Baseballkeule zückte als irgendein Nazishop in Wismar sich durch ne Linksdemo bedroht fühlte, woraufhin die Polizei dann sogar die Waffen zog. Ist grad so das aktuellste Beispiel größeren Kalibers, das mir einfällt.

Auch hier im regionalen Bereich gab es schon Leute, die sogar aus dem Blood & Honour-Netzwerk wieder "rausgekommen" sind, was man kaum vermutet, dass die das überhaupt wirklich zulassen. Das werden dann vielleicht nicht gleich unbedingt antifaschistische Vorkämpfer, aber das verlangt ja auch niemand, wenn sie überhaupt den Weg zurück in normale Leben finden.

Auch der Sänger von Feine Sahne Fischfilet hat eine entsprechende Vergangenheit oder von Loikaemie, einer in der antifaschistischen Skinhead-Szene stets sehr abgefeierte Band. Und man könnte unterstellen, die linke Szene wäre sogar die nachtragendste, aber nicht mal die macht so einen Ausstieg und eine Abkehr "unmöglich".
 
Naja, der "Rassistische Schleier" (interessanter Gedanke!) wird durch einen ideologische ersetzt. Beispiel: Prof. Lucke, der aufgrund seiner AfD-Vergangenheit trotz einer meinem Empfinden nach glaubhaften Distanzierung von der heutigen rechtsextremen AfD von Demonstranten niedergebrüllt und dadurch an der Ausübung seines Jobs gehindert wird. Ich habe das Gefühl, der Mann könnte auf Knien quer durch Deutschland rutschend Entschuldigungen formulieren, er ist für bestimmte Kreise auf Lebzeiten verbrannt.

Naja, wie immer kann man es wahrscheinlich nicht pauschalisieren und es gibt Beispiele für beide Varianten.

@JohnnyWohlfahrt : Wenn meinst du konkret mit deinem ersten Beispiel?
 
Naja, der "Rassistische Schleier" (interessanter Gedanke!) wird durch einen ideologische ersetzt. Beispiel: Prof. Lucke, der aufgrund seiner AfD-Vergangenheit trotz einer meinem Empfinden nach glaubhaften Distanzierung von der heutigen rechtsextremen AfD von Demonstranten niedergebrüllt und dadurch an der Ausübung seines Jobs gehindert wird. Ich habe das Gefühl, der Mann könnte auf Knien quer durch Deutschland rutschend Entschuldigungen formulieren, er ist für bestimmte Kreise auf Lebzeiten verbrannt.

Was ist das für ein Beispiel? Er hat keine "AfD-Vergangenheit", sondern er hat die AfD mitgegründet und war als Gesicht der Partei für deren Aufstieg verantwortlich.
Zudem mag er sich von der offen rassistischen Fratze seiner ehemaligen Partei distanzieren, aber er verortet sich ja eindeutig weiterhin im rechten Spektrum: https://de.wikipedia.org/wiki/Liberal-Konservative_Reformer

Es gibt also keinen ideologischen Schleier, weil er der Ideologie einfach weiterhin gesonnen bleibt. Das ist nichts, was von außen kommt, das ist seine eigene Entscheidung.
 
Ja, er ist ein Neoliberaler. Und das rechtfertigt jetzt schon, dass er keine Vorlesungen mehr halten soll? Du verkennst, dass er eine andere AfD gegründet hat, eine konservative, neoliberale, an wirtschaftlichen Themen orientierte AfD, aber keine Neonazi-Partei. Du verkennst auch, dass er ausgetreten ist, als ihm seine eigene Partei zu bunt wurde. Es liest sich so, als gebe es für dich keine Unterschiede zwischen Neoliberalen und Nazis - für mich gibt es die sehr wohl.
 
Es geht hier nicht um Lucke.
Ihn als Vergleich heranzuziehen ist absolut grotesk.
Lucke hatte genau jene Lobby, die El-Hassan gerade nicht hat:

Aus Wikipedia: "Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier stellte sich hinter Lucke:[77] „Andere zum Schweigen bringen zu wollen, nur weil sie das eigene Weltbild irritieren, ist nicht akzeptabel.“[78] Auch die in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Parteien mit Ausnahme der Linken verurteilten die Störungen.[79] Nachdem Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Bündnis 90/Die Grünen Hamburg) das Geschehen zunächst zurückhaltend kommentiert und dafür wegen „mangelnder Haltung“ Kritik erfahren hatte, erklärte sie später, der Umgang mit Lucke im Hörsaal widerspreche den Regeln fairer politischer und demokratischer Auseinandersetzung, das Niederbrüllen von Lehrveranstaltungen gehe nicht.[80]

Welt-Herausgeber Stefan Aust nannte die Aktionen gegen Lucke „typisch für den Tugendterror unserer Tage“.[81] Mike Schlink, „Rathaus-Redakteur“ der Hamburger Morgenpost, schrieb, es habe „diktatorische Züge“, eine freie Rede zu verhindern, „wenn ihnen der Redner nicht passt“.[82]

WeltN24 veröffentlichte nach den Vorfällen den Bericht eines Studenten, nach dem Linksextreme die Politik an der Universität Hamburg bestimmten und die Verwaltung ihnen den Raum dazu gebe. Linksextreme Schmierereien an den Wänden seien an der Tagesordnung und würden nicht entfernt. Die Vorfälle um Lucke seien symptomatisch für eine häufige Gleichsetzung von Konservatismus und Rechtsradikalismus, wie auch ein Angriff auf den Vize-Chef der Jungen Union Hamburg im Studentenparlament durch fünf Linksextreme. Viele Studenten verurteilten die Angriffe auf Lucke, würden aber von Linksextremisten niedergebrüllt.[83]

Luckes dritte Vorlesung fand am 30. Oktober 2019 unter Polizeischutz statt. Nur Teilnehmer mit Voranmeldung wurden nach Überprüfung ihrer Personalien eingelassen. Die Vorlesung verlief daraufhin ohne Störungen. Das Angebot, eine Online-Vorlesung zu halten, hatte Lucke zuvor abgelehnt."

Er ist und war ökonomisch abgesichert - ganz gleich ob er in Vorlesungen gestört wird oder nicht. Er konnte seine fürstlich entlohnte Professur sogar für mehrere Jahre pausieren, um mal eben ganz erheblich zum Rechtsruck in der deutschen Bundespolitik beizutragen.

Wie ist das auch nur ansatzweise zu vergleichen mit einer mit Rassismus konfrontierten migrantischen Journalistin, die am Anfang ihrer Karriere steht und deren Karriere aufgrund eines (!) Fehlers in ihrer Jugend (!!) bereits jetzt erheblichen Schaden gelitten hat.
 
Nein, der Vergleich ist nicht grotesk.

Du musst doch El Hassan nur mal googeln. Ihre Fürsprecher sind genauso zahlreich und prominent wie ihre Gegner. Wo hat sie denn keine Lobby? Ihr spare es mir jetzt, hier 25 Quellen aufzulisten, weil es darum gar nicht geht.
 
Wie ist das auch nur ansatzweise zu vergleichen mit einer mit Rassismus konfrontierten migrantischen Journalistin, die am Anfang ihrer Karriere steht und deren Karriere aufgrund eines (!) Fehlers in ihrer Jugend (!!) bereits jetzt erheblichen Schaden gelitten hat.

Das ist doch jetzt nicht dein Ernst. Du tust so, als sei Sie mit 14 irgendwo hineingeraten. Natürlich ist es jetzt die rassistisch angegriffene Junge Journalistin...

Man geht doch nicht von heute auf morgen mal auf so dieser Demo. Sie war auch kein stiller Mitläufer.
Man stellt sich nicht vor die Kamera und erklärt, das "mein Dschihad" für einen bedeutet " die Wahrheit zu sagen " wenn auf der ganzen Welt unter diesem "Slogan" Menschen geköpft, Bomben geworfen und Frauen und Kinder Vergewaltigt werden.
Oder lässt beim Podcast und auf Instagram schon grenzwertig Pro Palästinensische und Anti israelische Posts ab (die man so natürlich interpretieren kann..)

Es ist zudem absolut verwunderlich, daß es Erst einem Twitter User auffallen muss was hinter der Person steht oder stehen könnte.

Wo man doch so Investigative Journalisten Asse hat, die Marcel Bohnert in die rechtsradikale Szene drücken wollten, wegen 2 Likes bei Instagram. Inkl. Großen Panorama Beitrag.


Keiner will jemanden canceln. Aber die Sache ist schon grotesk.
 
Wir halten fest das das alles ne rassistische Kampagne ist. Prüfung des WDR ist ein Skandal, weil es die rassistische Kampagne legitimiert. Da die Dame keine Lobby hat ist das eh alles unfair und sie entsprechend entlastet. Offenen Twitter Brief gibt's oben drauf. Fall geschlossen.

Junge du hälst einfach einen Scheißdreck fest.
Was hat dein idotischer Beitrag für einen Mehrwert außer die Diskussion nach deinen Vorstellungen zu verzerren? Die Leute können selbst die Beiträge auf den letzten beiden Seiten lesen und verstehen, dazu brauchen sie dich nicht. Zumal du sie ja eben nicht verstanden zu haben scheinst.
Ich habe nicht geschrieben, dass die "Prüfung" ein "Skandal" wäre, der die rassistische Kampagne "legitimiert". Sondern ich habe geschrieben, dass die Nicht-Beschäftigung durch den WDR ein bestimmtes Bild in den Köpfen der Leute zementiert. Und zwar, dass sie (El-Hassan) - wie von BILD und Co behauptet - eine Islamistin sei. Ob das nun der Grund für die Nicht-Beschäftigung ist oder nicht, ist dann egal: das Bild festigt sich dadurch. Und das ist dem WDR anzukreiden.
 
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