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Der Boulevardpresse Thread (3 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Rezo hat eine gewisse Reichweite und damit auch Verantwortung. Für ihn und seine Kollegen mag das nur ein Spiel sein und wie man zu der ein oder anderen Aussage steht scheint unter sich wohl auch klar und kein Problem zu sein. Jedoch hat er nur wenig Einfluss darauf, ob dass auch so bei all seinen Zuschauern der Fall ist.
So wie das Oberhaupt der freien Welt, der seinen Kopf in einem Twitterbild auf den Körper von Rocky Balboa fotoshoppt und damit seine Geisteshaltung offen zur Schau trägt ?

Klar, der ist krank - das ist dann schon was anderes....:grins:

Aber neben Mir und Ihm sehen ja noch Millionen andere diesen Clip und kann er sich wirklich so sicher sein, dass jeder es so sieht wie er?
Wo willst Du denn da anfangen ? Ich behaupte mal: Mindestens 20% der Social Media-Nutzer haben nicht mehr alle Latten am Zaun, 40% sind von allem grundsätzlich betroffen (egal wie) und müssen das sofort kundtun, 20% interessiert das alles nicht die Bohne und die sind einfach nur "on", und die letzten 20% betrachten alle Posts vielleicht differenziert, ohne sofort als Moralpolizei alles empört zu "retweeten" oder zu kommentieren.

Schöne neue Welt nenne ich das. Unter diese heutigen Selbstverständlichkeiten habe ich längst den gedanklichen Strich gezogen. Wir sind im Mittel schlicht zu dumm, um richtig mit jedweder Kommunikation umzugehen, haben aber (leider) alle Möglichkeiten das zu tun. Das Problem ist, dass diese Möglichkeiten auch noch (zu) viele nutzen.
 
Edit: Ich kann echt über vieles lachen auch über krass politisch inkorrekte "Jokes" und ich finde es auch kein Problem darüber mal zu lachen, selbst wenn man sich des sensiblen Themas bewusst ist. Aber als Sender einen solchen Jokes hat man auch die Verantwortung was Dritte aus diesem Joke machen und sollte sich darüber Gedanken machen, ob auch wirklich jeder in der Runde ihn so versteht wie man selbst. Und diese Kontrolle hast du einfach nicht, wenn du deinen Joke mit der ganzen Welt teilst.
South park ab jetzt immer mit 20 seitiger PDF Anleitung wie die Witze zu verstehen sind. Zu beziehen auf www.didyougetitright.com
 
Ich behaupte mal: Mindestens 20% der Social Media-Nutzer haben nicht mehr alle Latten am Zaun, 40% sind von allem grundsätzlich betroffen (egal wie) und müssen das sofort kundtun, 20% interessiert das alles nicht die Bohne und die sind einfach nur "on", und die letzten 20% betrachten alle Posts vielleicht differenziert, ohne sofort als Moralpolizei alles empört zu "retweeten" oder zu kommentieren.

Schöne neue Welt nenne ich das. Unter diese heutigen Selbstverständlichkeiten habe ich längst den gedanklichen Strich gezogen. Wir sind im Mittel schlicht zu dumm, um richtig mit jedweder Kommunikation umzugehen, haben aber (leider) alle Möglichkeiten das zu tun. Das Problem ist, dass diese Möglichkeiten auch noch (zu) viele nutzen.
ok boomer
 
Wo willst Du denn da anfangen ? Ich behaupte mal: Mindestens 20% der Social Media-Nutzer haben nicht mehr alle Latten am Zaun, 40% sind von allem grundsätzlich betroffen (egal wie) und müssen das sofort kundtun, 20% interessiert das alles nicht die Bohne und die sind einfach nur "on", und die letzten 20% betrachten alle Posts vielleicht differenziert, ohne sofort als Moralpolizei alles empört zu "retweeten" oder zu kommentieren.

Schöne neue Welt nenne ich das. Unter diese heutigen Selbstverständlichkeiten habe ich längst den gedanklichen Strich gezogen. Wir sind im Mittel schlicht zu dumm, um richtig mit jedweder Kommunikation umzugehen, haben aber (leider) alle Möglichkeiten das zu tun. Das Problem ist, dass diese Möglichkeiten auch noch (zu) viele nutzen.

Wo man da Anfangen sollte?
Vielleicht dort wo es heute ja schon an vielen Ecken auf SocialMedia beginnt. Menschen über das Sender/Empfänger Prinzips aufmerksam zu machen. Sich bewusst zu machen, dass du mit deiner Aussage - auch wenn du verstehst wie sie gemeint ist - auch Menschen erreichst die etwas ganz anderes darin herauslesen möchten.


South park ab jetzt immer mit 20 seitiger PDF Anleitung wie die Witze zu verstehen sind. Zu beziehen auf www.didyougetitright.com

South Park ist hier tatsächlich ein gutes Beispiel.
Möchte ich mich als Produzent von South Park daran beteiligen, dass meine aktuelle Folge "Board Girls" (welches das Thema "trans athletes" behandelt und die Debatte durch den Kakao zieht) politisch von transphoben Gruppen gefeiert wird und eine eh schon vergiftete Debatte weiter vergiftet, oder lass ich es lieber sein? Kann ich mich als Herausgeber eines solchen Formats komplett davon distanzieren, oder trage ich nicht zumindest eine gewisse Mitschuld und Verantwortung dafür was Dritte aus meinem Werk machen?
 
Kannst du die letzten 2 Fragen denn auch beantworten? Also zumindest für dich...?

Ja.
Ich bin der Meinung, dass das Sender/Empfänger Prinzip nicht so einfach von einander zu trennen ist und man sich ruhig darüber Gedanken machen darf was aus dem gesagtem am Ende gemacht wird. Insbesondere dann, wenn man sich der Auswirkungen bewusst ist (man das Internet auch als Hort für jegliche Form von infizierten Ismen und Anfeindungen kennt).
 
South Park ist hier tatsächlich ein gutes Beispiel.
Möchte ich mich als Produzent von South Park daran beteiligen, dass meine aktuelle Folge "Board Girls" (welches das Thema "trans athletes" behandelt und die Debatte durch den Kakao zieht) politisch von transphoben Gruppen gefeiert wird und eine eh schon vergiftete Debatte weiter vergiftet, oder lass ich es lieber sein? Kann ich mich als Herausgeber eines solchen Formats komplett davon distanzieren, oder trage ich nicht zumindest eine gewisse Mitschuld und Verantwortung dafür was Dritte aus meinem Werk machen?
Könnte man sich fragen. Aber will man sich im Humor inhaltlich beschneiden lassen weil manche Gruppen es falsch verstehen könnten? Ist doch tatsächlich eine schwierige Frage wie ich finde.

Ich denke beide Seiten, um auf die ursprüngliche Diskussion zurück zu kommen, haben nen Punkt. Ein rezo darf solchen Inhalt veröffentlichen. Denke da gibt es keinerlei Diskussion. Man darf aber auch darauf hinweisen das es inhaltlich fragwürdig ist um für awareness zu sorgen.

Das Problem ist viel mehr das die Gruppen sich unweigerlich anfeinden weil für sich jeder die Wahrheit gepachtet hat und da wirds dann schwierig. Im worst case endet es dann wie hier und es wird glorios aneinander vorbei geredet und diffamiert bis sich die Balken biegen.
 
Ja.
Ich bin der Meinung, dass das Sender/Empfänger Prinzip nicht so einfach von einander zu trennen ist und man sich ruhig darüber Gedanken machen darf was aus dem gesagtem am Ende gemacht wird. Insbesondere dann, wenn man sich der Auswirkungen bewusst ist (man das Internet auch als Hort für jegliche Form von infizierten Ismen und Anfeindungen kennt).
Also würdest du es begrüßen wenn South Park auf solche (und im Endeffekt damit auf alle) Folgen verzichten würde?
 
Könnte man sich fragen. Aber will man sich im Humor inhaltlich beschneiden lassen weil manche Gruppen es falsch verstehen könnten? Ist doch tatsächlich eine schwierige Frage wie ich finde.

Ich denke beide Seiten, um auf die ursprüngliche Diskussion zurück zu kommen, haben nen Punkt. Ein rezo darf solchen Inhalt veröffentlichen. Denke da gibt es keinerlei Diskussion. Man darf aber auch darauf hinweisen das es inhaltlich fragwürdig ist um für awareness zu sorgen.

Das Problem ist viel mehr das die Gruppen sich unweigerlich anfeinden weil für sich jeder die Wahrheit gepachtet hat und da wirds dann schwierig. Im worst case endet es dann wie hier und es wird glorios aneinander vorbei geredet und diffamiert bis sich die Balken biegen.

Sehe ich ähnlich. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man sich definitiv nicht so einfach hinter "Ist doch nur ein Joke" verstecken kann und zumindest für das Resultat am Ende auch die Verantwortung trägt. Und im Falle von South Park auch mit der Kritik rechnen und sich dieser auch stellen sollte.
 
Öhm ja gut... und das heißt? Was ändert das am Content? Reicht ein Disclaimer: "das ist Satire, denkt drüber nach"? Ich find die Frage ziemlich spannend, versteh aber deine Position dazu nicht ganz.
 
Öhm ja gut... und das heißt? Was ändert das am Content? Reicht ein Disclaimer: "das ist Satire, denkt drüber nach"? Ich find die Frage ziemlich spannend, versteh aber deine Position dazu nicht ganz.

So kompliziert ist es doch nicht. Wenn du einen Joke über Trans Athleten machen möchtest, der Joke am Ende auch von transphoben Menschen gefeiert wird und eine Debatte in eine gewisse Richtung lenkt. Hast du einen Joke gemacht der einen gewissen Einfluss auf Debatten in einer Gesellschaft hat. Das ist dann auch deine Verantwortung.
 
Sehe ich ähnlich. Auch wenn ich der Meinung bin, dass man sich definitiv nicht so einfach hinter "Ist doch nur ein Joke" verstecken kann und zumindest für das Resultat am Ende auch die Verantwortung trägt. Und im Falle von South Park auch mit der Kritik rechnen und sich dieser auch stellen sollte.
Board girls war in meinen Augen übrigens eine der besten Folgen seit langen. :lol:
 
Board girls war in meinen Augen übrigens eine der besten Folgen seit langen. :lol:

Ich hab sie ehrlich gesagt noch nicht gesehen (kann deswegen auch nicht über den Inhalt sprechen).
Hab nur mitbekommen, dass diese Folge in gewissen Teilen des Netz auch für transphobe Aussagen verwendet wurde und Online dazu beiträgt eine gewisse Debatte weiter zu vergiften, statt aufzuklären. Das ist halt der Preis den man für diese Art von Humor Zahlen muss.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
So kompliziert ist es doch nicht. Wenn du einen Joke über Trans Athleten machen möchtest, der Joke am Ende auch von transphoben Menschen gefeiert wird und eine Debatte in eine gewisse Richtung lenkt. Hast du einen Joke gemacht der einen gewissen Einfluss auf Debatten in einer Gesellschaft hat. Das ist dann auch deine Verantwortung.
Ich hab doch nicht danach gefragt was mit solchen Serien im Netz passiert und welche Diskussionen sie auslösen können. Meine Frage war, ob du deshalb Serien wie South Park aus dem Programm nehmen würdest.
Edit: vielleicht wars zuvor nicht klar genug. :)
 
Das Problem ist viel mehr das die Gruppen sich unweigerlich anfeinden weil für sich jeder die Wahrheit gepachtet hat und da wirds dann schwierig. Im worst case endet es dann wie hier und es wird glorios aneinander vorbei geredet und diffamiert bis sich die Balken biegen.
Das Problem ist vor allem, dass in dieser gegenseitigen "Anfeindung" weiterhin ein Machtgefälle existiert und die Diffarmierungen ungleiche Auswirkungen haben.
Wenn eine Twitter-Userin mit relativ geringer Reichweite Kritik an einem der größten deutschen YouTubern äußert, dann tut sie das genau aus dieser Position heraus. Wenn sich der YouTuber selbst dazu äußert und damit seine Fans, andere YouTuber*innen und irgendwann quasi ganz Twitter auf den Konflikt aufmerksam werden, dann ist es ein Euphemismus zu sagen "da sprechen eben zwei Gruppen aneinander vorbei".
Oder wie es die Userin selbst schreibt:
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Die Ironie der Sache liegt im Übrigen darin, dass auf der einen Seite ja damit argumentiert wird, dass man eben nur Spaß macht und auch die Zuschauer*innen in der Regel zwischen dem Witz und 'tatsächlicher Gewalt' gegen Frauen unterscheiden könnten; auf der anderen Seite genau diese Leute, denen man gerade noch einen solchen Persilschein verschafft hat, in großer Zahl Kritiker*innen anfeinden, sexistisch beleidigen etc. und damit den Beweis erbringen, dass sie dieses Vertrauen eigentlich in keinster Weise rechtfertigen würden.
Und damit wird ja gerade wieder der Kern der Kritik legitimiert.
 
Ein rezo darf solchen Inhalt veröffentlichen. Denke da gibt es keinerlei Diskussion. Man darf aber auch darauf hinweisen das es inhaltlich fragwürdig ist um für awareness zu sorgen.

Ich würde den Bogen noch weiter spannen.

Liegt das Problem beim Video darin, dass ein Video über eine normale Sache gedreht wurde (einem breiten Publikum öffentlich machen), oder liegt das ursprüngliche Problem beim Spiel selbst?

Ist es okay, wenn Millionen Menschen das Spiel im Wohnzimmer spielen, sie werden nur nicht von Publikum beobachtet? Oder ist das schwierige Gedankengut nicht sowieso im Umlauf, sobald man sich an sowas beteiligt?
 
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