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Der Boulevardpresse Thread (2 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Das bestreite ich auch gar nicht, bis zu einem gewissen Punkt erfüllt Strafe auch eine abschreckende Wirkung und hat einen präventiven Effekt. Auch aus anderen Gesichtspunkten her muss Strafe sein (sei froh, dass ich kein Strafrechtler bin, sonst würde hier deutlich mehr stehen :D).

Aber die Wissenschaft schlägt hier die Logik, dass härtere/höhere Strafen zu einer niedrigeren Kriminalität führen.
Aufklärung bringt viel mehr als härtere Strafen. Die Angst, erwischt zu werden spielt eine viel gewichtigere Rolle.

http://www.tagesspiegel.de/weltspie...cht-die-angst-erwischt-zu-werden/8522764.html
http://www.praeventionstag.de/nano.cms/vortraege/id/2339

Der Gaffer hat aber doch fest damit gerechnet (oder musste damit rechnen) erwischt zu werden und hier hätte dann imo eine höhere Strafe als abschreckendes Beispiel (könnte ja z.b. auch der Führerscheinentzug sein) dienen können.
 
woher willst du wissen dass es ihn tangieren wird? Wenn er arbeitslos ist dann wird ihm auch das scheiss egal sein, so einfach ist es halt einfach nicht. Mir kannste den lappen auch wegnehmen, mir wäre das echt scheiss egal.
Du musst solche probleme gesellschaftlich lösen, genau so wie rassismus, das schaffst du nicht darin dass du nichts mehr sagen darfst.
 
woher willst du wissen dass es ihn tangieren wird? Wenn er arbeitslos ist dann wird ihm auch das scheiss egal sein, so einfach ist es halt einfach nicht. Mir kannste den lappen auch wegnehmen, mir wäre das echt scheiss egal.
Du musst solche probleme gesellschaftlich lösen, genau so wie rassismus, das schaffst du nicht darin dass du nichts mehr sagen darfst.

Ob es ihm wichtig ist oder nicht spielt ja erstmal keine Rolle. Es werden die kommen, denen es wichtig ist und die werden sich dann 2 mal überlegen ob sie das Risiko eingehen.
 
Der Gaffer hat aber doch fest damit gerechnet (oder musste damit rechnen) erwischt zu werden und hier hätte dann imo eine höhere Strafe als abschreckendes Beispiel (könnte ja z.b. auch der Führerscheinentzug sein) dienen können.
Es mag viele Gründe geben, was einen Täter von einer Straftat abhält. Eine höhere Strafe ist ist in den seltensten Fällen.
Das mag gegen deine Logik sprechen, es ist aber nunmal so.
 
Ich habe irgendwo was von Tagessätzen gelesen, weiß man denn wie viele Tagessätze das waren?
Der Sprecher der Anklagebehörde bestätigte Angaben der „Heidenheimer Zeitung“, wonach der Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 15 Euro verhängt wurde. Nach Recherchen der Zeitung wurde bei Festsetzung der Geldstrafe berücksichtigt, dass der Täter wohl weitgehend mittellos sei, über kein eigenes Einkommen verfügt und deshalb auf staatliche finanzielle Unterstützung angewiesen ist.

Quelle Welt.de
 
Gegenfrage: Welchen Nachteil hätte die höhere Strafe denn?
Weiß ich nicht, ich bin kein Kriminologe.

Aber willst du ein Strafsystem, welches möglichst hart bestraft, weil es keine Nachteile mit sich bringt? Wem ist dann geholfen? Das ist doch unsinnig.
Strafe soll einen Nutzen haben, nach deiner Argumentation könnte man alles ins Unermessliche ausweiten, da es ja keinen Nachteil hat.

Zum Glück funktionier unser Rechtssystem (halbwegs) so, dass unwirksame Nachteile keine Rolle spielen, sondern sich auf die wirksamen Vorteile geachtet wird.
 
Weiß ich nicht, ich bin kein Kriminologe.

Aber willst du ein Strafsystem, welches möglichst hart bestraft, weil es keine Nachteile mit sich bringt? Wem ist dann geholfen? Das ist doch unsinnig.
Strafe soll einen Nutzen haben, nach deiner Argumentation könnte man alles ins Unermessliche ausweiten, da es ja keinen Nachteil hat.

Zum Glück funktionier unser Rechtssystem (halbwegs) so, dass unwirksame Nachteile keine Rolle spielen, sondern sich auf die wirksamen Vorteile geachtet wird.

Es geht doch nicht um möglichst hart bestrafen aber auch wenn ich versuche es objektiv zu sehen, finde ich die 60 Tagessätze viel zu wenig.
Das sind wohl so ca 1,5 Netto Monatslöhne für die arbeitende Bevölkerung. Ich find das unangemessen wenig.

Va ist einfach „nur Geld“.
Der Verlust des Führerscheins wäre zb mit unangenehmem Aufwand verbunden.

Alternativ wäre ne ordentliche Zahl an sozialstunden nicht unangemessen.
 
Es geht doch nicht um möglichst hart bestrafen aber auch wenn ich versuche es objektiv zu sehen, finde ich die 60 Tagessätze viel zu wenig.
Das sind wohl so ca 1,5 Netto Monatslöhne für die arbeitende Bevölkerung. Ich find das unangemessen wenig.

Va ist einfach „nur Geld“.
Der Verlust des Führerscheins wäre zb mit unangenehmem Aufwand verbunden.
Das magst du so sehen und das ist auch dein gutes Recht. Allerdings äußert du dich in letzter Zeit eben immer so, jede Strafe erscheint dir zu wenig.
An unseren Gerichten läuft nicht immer alles perfekt, aber am Ende verlasse ich mich auf die Urteile von Richtern, die sich mit den spezifischen Fällen und den Paragraphen auskennen und diesen Beruf gelernt haben.
 
Im Zweifelsfall lebe ich auch lieber in einem Staat wo die Strafen mal etwas milder ausfallen können, statt ständig mit drakonischem Ausmaß. Zwar könnte man vermutlich auch gut argumentieren, dass man durchaus überlegen könnte gewisse Dinge nachzuschärfen aber dabei sollte man nicht das gesellschaftliche Phänomen der “Shifting Borders“ außer Acht lassen, welches uns schneller als uns lieb ist zu Zuständen führen kann, die wir eigentlich nicht haben wollten. Gesetzgebung ist ein feiner Balance Akt, wo man sich nicht zu sehr von seinen Emotionen leiten lassen darf, auch wenn das bei bestimmten Themen (wie eben hier) nicht so einfach ist.
 
Im Zweifelsfall lebe ich auch lieber in einem Staat wo die Strafen mal etwas milder ausfallen können, statt ständig mit drakonischem Ausmaß. Zwar könnte man vermutlich auch gut argumentieren, dass man durchaus überlegen könnte gewisse Dinge nachzuschärfen aber dabei sollte man nicht das gesellschaftliche Phänomen der “Shifting Borders“ außer Acht lassen, welches uns schneller als uns lieb ist zu Zuständen führen kann, die wir eigentlich nicht haben wollten. Gesetzgebung ist ein feiner Balance Akt, wo man sich nicht zu sehr von seinen Emotionen leiten lassen darf, auch wenn das bei bestimmten Themen (wie eben hier) nicht so einfach ist.

Man müsste ja nichtmal "nachschärfen". Davon rede zumindest ich die ganze Zeit nicht. Es würde reichen wenn man den gesetzlich vorgegeben Spielraum etwas mehr ausnutzen würde.
 
Ja, das liegt halt im Ermessen des Richters. Da kann man nun wild darüber spekulieren, wieso es zu gewissen Urteilen in einem möglichen Rahmen kam aber ausgehend von dem Weg, den man zurücklegen muss, um in diese Position zu gelangen, gehe ich davon aus, dass das Urteil nicht von einem Amateur getroffen wurde, der sich nicht intensiv mit dem Fall befasst hat. Im Endeffekt ist es aber halt auch nur ein Mensch, der da entscheidet (und zum Glück noch keine Maschine).
 
Das mag sein aber auch Richter sprechen teils sehr unterschiedliche Urteile.... aber mal was Anderes: findest du das Urteil aus deiner Sicht fair?

Man muss doch kein Richter sein um ein Gespür für Gerechtigkeit, Moral und Empathie zu haben.
 
Das mag sein aber auch Richter sprechen teils sehr unterschiedliche Urteile.... aber mal was Anderes: findest du das Urteil aus deiner Sicht fair?

Da ich ja beruflich selbst davon betroffen bin: Nein, ich würde das allgemein auch höher bestrafen. Ich hätte aber auch ein irrsinnige Lust auf Rache, wenn jemand einen Menschen töten würde, an dem mir viel liegt, obwohl ich ein Gegner der Todesstrafe bin, aus guten Gründen. Gefühle und Rationalität gehen nicht immer Hand in Hand...das tun sie eigentlich nur selten.

muss doch kein Richter sein um ein Gespür für Gerechtigkeit, Moral und Empathie zu haben.

Die Moral ist ein ziemliches Minenfeld und was Gerechtigkeit angeht, darüber streiten sich die Menschen auch schon sehr~ lange. Denke zudem nicht, dass ein Richter emphatisch entscheiden sollte.
 
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