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REVIEW Dead Rising 3 [Review]

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Dead Rising war einer der am meisten erwarteten Titel der frühen Xbox 360 Ära, das neue Resident Evil quasi. 6 Jahre und eine absolute Zombieübersättigung später erscheint Dead Rising 3 exklusiv für den Knochen und ist somit nach Ryse der zweite AAA Titel, der 560 Euro wert sein will.


Wie exklusiv exklusiv wirklich ist, bleibt freilich abzuwarten. Resident Evil 4 war mal exklusiv für Nintendos Würfel, mittlerweile gibt es den Titel für die PlayStation 2, 3, die Xbox 360, die Wii, den PC und wenn ich in meinem Smartphone mal den playstore aufrufe würde es mich nicht wundern, wenn der Titel dort ebenfalls erhältlich wäre. Stand Ende 2013 ist freilich, dass ihr DR3 nur auf Microsofts neuem Kasten spielen könnt.



Los Zombiedos



In der Kleinstadt Los Perdidos ist die Hölle los. Eine Zombieapokalypse legt die Stadt lahm, in fünf Tagen kommt die große Bombe und eine kleine Gruppe Überlebender baut ein Flugzeug zusammen, um zu entkommen. Füge Verschwörungstheorien und einige Cameos alter Bekannter hinzu und fertig ist die Laube. Preise für Originalität gibt es hier nicht. Im Mittelpunkt steht Mechaniker Nick Ramos, Laufbursche erster Klasser, der sich mit diversen merkwürdigen Gestalten, Psychopathen und mehreren zehntausend Untoten rumschlägt. Weder Story noch Charaktere geben viel her. Nick bleibt blass, nicht zuletzt da, wie er angedeutet, nur als Laufbursche von einer Ecke in die andere geschickt wird. Frank West war der einzige Grund, warum die Geschichte im ersten Teil funktioniert hat. Frank war ein Egoist, kein Held, ein Mann mit Charakter, Humor, einer Spur zuviel Selbstbewusstsein, getragen nur von dem Willen einer guten Story, die er verkaufen kann. Ohne Frank ist der restliche Cast extrem austauschbar.


Co-Co-Co-Combo-Waffen


Das eigentliche Gameplay ist das Gleiche wie eh und je, nur auf die Spitze getrieben. Die Kombowaffen sind zurück und kommen in noch verrückterer Form als in Teil 2. Nick kann diese überall zusammen schrauben, so er denn die Pläne dafür gefunden hat und die gebauten Waffen sind anschließend allesamt in den diversen Safehouses frei abrufbar. Nick steuert sich arg schwammig mit ausufernden Animationen und einer Verzögerung von fast einer vollen Sekunde beim Laufen. Ähnlich ungreifbar steuern sich die Fahrzeuge, bei denen man kaum von Physik sprechen kann.


Nick sammelt Prestige Points, die immer noch so heißen, auch wenn sie nur bei Frank Sinn gemacht haben. Mit diesen kann er seine Fertigkeiten erweitern, die das übliche Repertoire wie schneller, stärker und widerstandsfähiger abdecken. Die Kombowaffen bieten recht normal anmutendes Werkzeug wie zusammengeschnürte Messer und Katana, aber auch so wunderbaren Blödsinn wie einen DeathRay auf Mikrowellenbasis. Das klassische Spielprinzip, Zombies mit dem zu töten, was man gerade vorfindet, egal wie ungeeignet es auch sein mag, geht dabei allerdings vollends verloren. Mit dem Ultimate Grim Reaper, einer Waffe so overpowered, dass es als Cheatcode richtigerweise eigentlich die Achievements ausschalten müsste, war man weniger Überlebender als vielmehr Zombiejäger Nr. 1. Das Beste ist, dass man diese das Spielsystem brechende Waffe nicht etwa kurz vor dem Finale findet, sondern noch vor dem ersten Kapitel zusammen bauen kann.


Nightmare Mode: Denn wir haben doch keine Zeit


Nach dem Start habt ihr die Wahl zwischen Storymode und Nightmaremode. Nightmaremode ist das klassische Dead Rising, mit der permanten laufenden Uhr, die es verhindert, dass ihr alles sehen könnt und nach Ablauf das Beenden der Story unmöglich macht. Storymode hat immer noch ein Zeitlimit, aber eines das so großzügig ist, dass ihr es nicht bemerken werdet. Insbesondere sind die einzelnen Missionen nicht an Zeitlimits gekoppelt. Storymode ist außerdem pisseasy. Im gesamten Spiel bin ich einmal gestorben und das war aus Unachtsamkeit. Weder die enttäuschenden Psychopathen noch die Bossgegner der Story bieten eine Herausforderung. Dank der Kombowaffen, die ihr ihm Tutorial findet und immer wieder spawnen könnt, großzügig verteilter PP und einem neuen Fokus auf Fernwaffen hatte ich im Spiel nie Probleme. Simples Draufhalten mit ganz gelegentlichem Essen zur Gesundheitsregenration hat immer funktioniert. Bereits im vorletzten Kapitel hatte ich das Levelcap von 50 erreicht und spätestens mit den Upgrades, die damit freigeschaltet wurden, wurde der Rest des Spiels zum Kindergeburtstag.


Auto: Brum-tata-brum-tat


Fahrzeuge spielen eine größere Rolle als zuvor, denn erstmalig habt ihr eine gesamte Stadt zur freien Verfügung anstatt nur eines Einkaufszentrums oder eines Casinos. Hierin liegt einer der größten Schwachpunkte des Spiels.


Oftmals liegt euer Ziel, egal ob Haupt oder eine der Dutzenden Nebenmissionen, in einem der drei Stadtviertel, in dem ihr euch gerade nicht befindet. Sich dorthin zu begeben, ist eine einzige Qual. Es gibt keine GPS, nur eine Karte und die Straßen sind voll mit Zombies, Hindernissen, aufgerissenen Straßen, zerstörten Brücken und Sperren. Ein Open World Spiel, in dem das Navigieren den wenigsten Spaß macht, hat ein gravierendes Problem.


Die vielen Nebenmissionen gestalten sich zum nicht unerheblichen Teil als reine Fetchquests. Bring dieses und jenes, fünf von dem, fünf von dem anderen, was in Zusammenschau mit der fürchterlichen Navigation bei mir schnell zu einer Konzentrierung auf die Psychopathen und die Story geführt hat.


Power of the Cloud, häh?


Den größten Fauxpas leistet sich Dead Rising 3 in technischer Hinsicht. Nein, Technik ist nicht alles, aber gerade zum Launch sollte man durchaus etwas bieten. Dead Rising 3 läuft in nativen 720p, nicht, dass ich dies gemessen hätte, aber diverse Quellen bestätigen dies. Auch dies wäre noch kein Todesurteil (wobei eine solche Auflösung anno 2014 schon arg schwach ist). Die Umgebung an sich ist nicht total verwaschen, aber tatsächlich wird die Schärfe eines Killzone nie erreicht und die Gesichter können nicht mit der Detailtiefe eines Ryse aufwarten. Trotz der geringen Auflösung fehlt es an Effekten, die diese wettmachen würde. Es fehlen die Zerstörung eines Battlefield, die Lichteffekte eines Killzone, die Partikeleffekte eines Killer Instinkt, ja selbst Knack beeindruckt mehr als DR 3. DR 3 bietet eine offene Welt mit hunderten von Zombies auf dem Schirm. Die Anzahl entspricht in etwa der der Vorgänger, insbesondere Teil 2, aber erstmalig kommt das Spiel ohne Ladezeiten aus. Erkauft wird dies scheinbar mit der Framerate, die des Öfteren massiv in die Knie geht und einer Umgebung, die teilweise erst nach wenigen Sekunden scharf schaltet und teilweise erst von der Engine dargestellt wird, nachdem man bereits dagegen gefahren ist und sich gewundert hat, warum die Luft plötzlich so hart ist.


Kurzum, DR 3 fühlt sich in jeder Sekunde so an, wie ein Spiel, bei dem die Konsole aus dem letzten Loch pfeift, ein Projekt, das eine Spur zu groß für das System war. Wäre DR 3 eine der letzten Veröffentlichungen der Xbox360 gewesen, so hätte jeder den Entwicklern für die offene Welt gratuliert und die technischen Unzulänglichkeiten auf die seit Jahren veraltete Hardware geschoben. Unrealistisch erscheint mir ein DR 3 in genau dieser Form auf der siebten Generation aber keineswegs. Ich erkenne keinen Grund, warum DR 3 auf die achte Generation gemusst hätte. NachRyse, das brilliant aussieht, aber auch kaum mehr Interaktivität bietet als eine durchschnittliche Folge der Simpsons und DR 3, das eine deutlich offenere Welt bietet, aber technisch wirkt wie ein Spiel der letzten Generation, kann ich nur hoffen, dass die Xbone in Zukunft Spiele bietet, die beides miteinander kombinieren können und die Leistung der Konsole nicht so schwach ist, dass die Entwickler zwischen Grafik und Gameplay wählen müssen. Nicht, dass der restliche Launch überzeugt. Die weiteren Exklusivtitel sind ein Beat'm'Up (in 720p) und ein als Rennspiel getarnter Cyberbetrug. Die Multiformattitel liegen derzeit samt und sonders hinter den PS4 Titeln zurück. Wenn da nicht in naher Zukunft noch was nachkommt, seh ich für den Kasten schwarz.



Wie wär's mit Zombies in Rom? Dead Rysing?



Dead Rising 3 macht durchaus Laune. Es ist kurzweilig, dumm, unreif und blutig. Weder die Stadt überzeugt dabei vollends noch die Story oder die Missionen. Für einige Stunden dummen Spaß reicht der Titel aber allemal. Absolut rein gar nichts aber Dead Rising 3 auf der Xbox One verloren. Das ist ein Last Gen Spiel wie es im Buche steht. Nicht, aber auch gar nichts qualifiziert den Titel für einen Next Gen Launch. Das kann und darf schlichtweg nicht das sein, was wir die nächsten Jahre erwarten dürfen. Wer die Box sowieso hat, Fan der Serie oder Zombiegeschichten im allgemeinen ist oder günstig an das Game heran kommen kann, der darf gerne zugreifen, wenn er seine Erwartungen in Grenzen hält. Aber ich kann nur dringenst davor warnen, für Dead Rising 3 den Knochen ins Haus zu holen. Dem Druck des Systemsellers halten nur wenige Titel stand und Dead Rising 3 zerbricht daran wie ein Kartenhaus unter einem Panzer.
 
Schönes Review mal wieder.
Ich werde mit DR eh nicht warm, hab weder den ersten noch den zweiten durchgespielt, da blieb der Spaß bei mir recht schnell auf der Strecke, finde ich zwar schade da ich die Serie gerne mögen würde, funzt aber irgendwie nicht.

Was deine Reviews anbelangt, weiter so! Sie zu lesen ist immer wieder eine Freude! :)
 
[...] kann ich nur hoffen, dass die Xbone in Zukunft Spiele bietet, die beides miteinander kombinieren können und die Leistung der Konsole nicht so schwach ist, dass die Entwickler zwischen Grafik und Gameplay wählen müssen.

Du sagst es ja selbst, DR3 ist ein gerushter Port für die One und war schon mit den Ressourcen der 360 geplant, dass ist ganz sicher kein Maßstab für die Zukunft, war DR noch nie. Witcher 3 oder Division nächstes Jahr können dann als Messlatte für OW-Spiele auf der One herhalten.

Oftmals liegt euer Ziel, egal ob Haupt oder eine der Dutzenden Nebenmissionen, in einem der drei Stadtviertel, in dem ihr euch gerade nicht befindet. Sich dorthin zu begeben, ist eine einzige Qual. Es gibt keine GPS, nur eine Karte und die Straßen sind voll mit Zombies, Hindernissen, aufgerissenen Straßen, zerstörten Brücken und Sperren. Ein Open World Spiel, in dem das Navigieren den wenigsten Spaß macht, hat ein gravierendes Problem.

Dieses Problem verstehe ich nicht. :D Nach ein paar Stunden kennt man doch die besten Routen und Geheimwege, wo die Absperrungen sind weiß man auch. So groß ist die Stadt nun auch wieder nicht. Ich verlaufe mich ja gerne in Spielen, in DR3 aber praktisch nie.

Bereits im vorletzten Kapitel hatte ich das Levelcap von 50 erreicht und spätestens mit den Upgrades, die damit freigeschaltet wurden, wurde der Rest des Spiels zum Kindergeburtstag.

So schnell? Challenges gemacht?

Wer die Box sowieso hat, Fan der Serie oder Zombiegeschichten im allgemeinen ist oder günstig an das Game heran kommen kann, der darf gerne zugreifen, wenn er seine Erwartungen in Grenzen hält.

Nix da.:D So konsequent wie das Konzept weiterentwickelt wurde macht es mehr Spass denn je. Oder willst du nach den ganzen Fähigkeiten und Kombofahrzeugen wieder zurück zu den alten Dead Risings?
 
Zuletzt bearbeitet:
Barts Reviews haben oft eine abschreckende Wirkung wie es scheint. :D Derweil decken sich meine Eindrücke so gut wie nie mit seinen Berichten! Keine gute Hilfe für Kaufentscheidungen. :deal:
 
er gibt auch keine kaufentscheidung ab, er sagt nur wie es ausschaut, das bedeutet ja noch lange nicht dass man damit keinen spaß haben kann, ich glaube auch nicht dass bart nur spielt weil die spiele schlecht sind, er hat nur eine ganz eigene vorstellung was er bekommen will und urteilt darüber was er bekommt, vollkommen subjektiv und ebenso auch geschrieben, sehr ehrlich und direkt auch, find ich besser als keine kritik zu äußern. und besser als punkte zu vergeben oder + und - details hinzuschreiben.
 
Aber den Kommentaren unter den Reviews nach nehmen das aber sehr viele als Maßstab. :D Das geht aber bei Subjektivität nicht. Genau wie mit der sperrigen Wegfindung in DR3 als konkretes Beispiel. Wer es nicht gespielt hat denkt sich da jetzt wer weiß was dazu und findet es abschreckend. Dieser Gedanke kam mir in 25 Stunden aber kein einziges Mal.

@Farang erst kürzlich GTA V und SC Blacklist. Hat mich in beiden Fällen in dieser Form überrascht.
 
Find das Review eigentlich wie immer sehr gelungen, auch wenn Bart eben oftmal in den Extremen schreibt. :D
Aber das finde ich eben auch irgendwie schön. Und meine Kritikpunkte decken sich auch mit seinen, nur fallen sie bei mir nicht so ins Gewicht dass sie mir das Spiel vermasseln können - dafür habe ich am Zombiematschen einfach zuviel Spaß.
 
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