Mad Catz: Ex-Mitarbeiter melden sich zu Gründen der Insolvenz zu Wort
03. Juni 2017 um 19:25 Uhr: Nach rund 28 Jahren muss Mad Catz die Pforten schließen: Nun haben sich ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens zu den Gründen geäußert. Demnach wollte Mad Catz am Ende wohl zu viel und verspekulierte sich.
Ende März war das Schicksal der Peripherie-Macher Mad Catz besiegelt: Nach langer wirtschaftlicher Talfahrt wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, alle Mitglieder des Vorstandes nahmen ihren Hut (wir berichteten). Ausschlaggebend waren vor allem die unbefriedigenden Ergebnisse von „Rock Band 4“, die nicht nur zu einer Beendigung mit den Entwicklern von Harmonix führten, sondern auch zu Verlusten in Millionenhöhe mündeten.
Eurogamer.net konnte nun einige Ex-Mitarbeiter, zu Teilen anonym, zu den Hintergründen befragen. Darunter auch die vorherige Führungskraft und der Gründer von Tritton, Chris von Huben. Als man die Rolle des Publishers übernahm, hätte das schon 1989 gegründete Unternehmen „mehr abgebissen als es kauen konnte“. Für ihn sei es ein „Auf Biegen und Brechen“ gewesen. „Es war das Ave Maria.“, so von Huben.
Der Anfang vom Ende soll aber schon wesentlich früher stattgefunden haben. Bewährte sich Mad Catz noch mit Controllern und Gamepads auf dem Markt, sollte mit den ThunderHawk Studios auch eine eigene Softwareschmiede aufgezogen werden. Auch die Investition in die Android-Mikrokonsole namens „M.O.J.O.“ war nicht von Erfolg gekrönt. Von Huben: „Es war ein totaler Flop.“
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Grund hierfür war, dass die Führungsebene dachte, dass Konsolen tot seien und sich diese und der Markt der Videospiele „entfernten“. Von Huben weiter: „Sie zählten darauf. Und siehe da, es starb nicht, aber die MOJO.“ Es sei ein „Spiraleffekt“ gewesen. Außerdem hätte Mad Catz die Marktsegmente „aushungern lassen“, die für den Hersteller der „Schlüsselerfolg“ gewesen seien: Dazu gehöre der Controller-Markt wie Tritton oder Saitek.