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REVIEW Batman Arkham Origins: Cold Cold Heart [Review]

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Auf der Präsentation des finalen Titels der Arkham Reihe, Arkham Knight, wurde Entwickler Rocksteady nicht müde, zu betonen, dass der Titel das Ende der Arkham Trilogie sei. Die Mathematiker unter uns haben dabei schnell mit gerechnet und festgestellt, dass Arkham Knight nach Asylum, City und Origins der vierte Titel der Reihe ist. Sieht man einmal von der desaströsen Technik des letzten Titels ab (Abstürze im Minutentakt, Freezes, Dead-End Bugs und zerstörte Spielstände) war Origins in einigen Bereichen der beste Teil der Reihe, in den Kernbereichen nur minimal schlechter, was immer noch zu einem sehr guten Spiel reicht. Es ist nachvollziehbar, dass Rocksteady nicht begeistert sind, wenn ein anderer Entwickler die eigene harte Arbeit übernimmt und ein Spiel erschafft, das nach verbreiteter Auffassung die Qualität der Vorgänger nicht halten kann. Ob es gerechtfertigt ist, das Spiel komplett aus dem Kanon zu schießen, ist eine andere Frage.


Keine Wortspiele, versprochen!


Cold Cold Heart ist eine Singleplayer-Erweiterung, die die Entstehungsgeschichte von Mr. Freeze beschreibt und wenige Tage nach den Ereignissen des Hauptspiels spielt. Inhaltlich entspricht der DLC der Episode Heart of Ice aus der Animationsserie, also schmücken sich die Entwickler erneut mit fremden Federn. Auch die Motivation Freezes dürfte allzu bekannt sein, also wenn sich herausstellt, dass er nur seine kranke, tiefgefrorene Frau heilen will, sollte auch niemanden die Kinnlade runter klappen. Gastauftritte des Pinguins und Alfred runden die Geschichte ab.


Cooler Start


Die Story beginnt in Wayne Manor, wenn Industrieller Ferris Boyle einen Preis für seine humanitären Errungenschaften erhält und Mr. Freeze die Party platzen lässt, um eben diesen Boyle mit zu sich einzuladen. Nachdem sich Bruce Wayne in seine Höhle geprügelt hat, macht er sich auf die Suche nach Boyle und Freeze. Die Stadt ist nur zu einem Bruchteil begehbar und nach einem Abstecher in die Bar des Pinguins spielt der Großteil in einem neu designten Labor. Etwa nach der Hälfte erhält Batman auch einen neuen Anzug, der ihm erlaubt, in den extremen Kältebedingungen, die Mr. Freeze schafft, zu bestehen. Cold Cold Heart ist losgelöst von den Erfolgen des Hauptspiels, ihr erhaltet aber Zugang zu nahezu sämtlichen Gagdgets, mit Ausnahme der Klebegranaten (wird durch Alfred mit instabilen Komponenten erklärt). Obwohl der neue Anzug aussieht wie IronMans Anti-Hulk-Suit (ich bin sicher, der hat einen anderen Namen), bewegt sich Batman genauso flink wie eh und je, was ebenfalls durch eine kurze Kommunikation mit Alfred erklärt wird. Neu sind die ThermalHandschuhe, die spielerisch wie die Shock-Handschuhe wirken, aber als Schlüssel dienen, um vereiste Türen zu befreien. Auch der Batarang kann nun aufgeladen werden, um Eiszapfen fallen zu lassen oder vereiste Terminale zu befreien. Das war es im Grunde auch an Neuerungen.


Eingefrorene Mechaniken


Während der etwa vier Stunden dauernden Kampagne durchlauft ihr ansonsten den üblichen Mix aus kurzen Flügen durch die Stadt auf der Suche nach dem Batsymbol, Nahkampfeinlagen und Stealthszenen, in denen Batman Katz und Maus mit bewaffneten Anhängern der Pinguin Bande spielt. Insbesondere bei letzteren hält sich das Spiel nicht zurück und lässt eine halbe Armee auflaufen. Hierbei merkt man auch, dass diese Einlagen im Freien nicht wirklich einfach sind, da ein Großteil der Mechaniken hier nicht zur Verfügung stehen. Nach drei Spielen und zwei DLC ist das Schwingen von Plattform zu Plattform und gezielte Ausschalten der patrouillierenden Wachen aber schon stark an der Grenze der Redundanz. Zwar sind ein, zwei Gadgets im Laufe der Jahre hinzugekommen, aber im Kern spielen sich diese Szenen immer noch identisch zum ersten Teil und können daher viereinhalb Jahre später einfach keine Begeisterung mehr auslösen. Für Arkham Knight wird sich Rocksteady hoffentlich einiges einfallen lassen, um diesen Szenen frischen Wind einzuhauchen.


Das Spiel kulminiert (was hab ich den heut mit Fremdwörtern?) in einem Finale mit Mr. Freeze, welches spielerisch ein (schlechterer) Abklatsch des Kampfes aus Arkham City ist. WB bleiben sich insoweit also treu und dürften Rocksteady nicht wirklich versöhnen.


Verdammt, jetzt ist mir das Spiel schon wieder... eingefroren


Technisch entspricht das Spiel dem Hauptspiel, wobei die extrem steifen Animationen während des Sprechens auffallen. Ob diese schon immer so aussahen ober ob die aktuelle Generation mit Ryse und inFamous unsere Wahrnehmung und Ansprüche so schnell überschrieben hat, kann ich nicht nachvollziehen. Schön ist, wie die Kälte visuell durch Effekte auf Batmans Anzug und dem Bildschirm symbolisiert wird.


Ein Absturz war zu verzeichnen sowie einige visuelle Bugs. Wer zynisch ist (und das bin ich) kann den relativ reibungslosen Verlauf mit der Kürze des DLC erklären. Roger Craig Smith (Ezio) übernimmt erneut Batmans Rolle und klingt näher an Kevin Conroy denn je. Nolan North darf sich erneut am britischen Akzent des Penguins austoben und Maurice LaMarche (Futurama) übernimmt, wie in der Serie und Arkham City, den Part des Mr. Freeze.


Neben der Hauptstory gibt es drei kleinere Nebenaufgaben wie das Suchen und Befreien gefrorener Einwohner Gothams oder das Zerschlagen von Protesten der Anarchy Anhänger. Da es keinerlei Erfahrungspunkte oder Ähnliches gibt, dürfte dies nur Achievement-Huren oder Perfektionisten, die alle Tauben in GTA IV gefunden haben, ansprechen.


Ein DLC, der einen kalt ist


Cold Cold Heart ist eine nette Dreingabe mit einem gut aufgelegten Gegner Batmans. Das Gameplay ist mehr vom Bekannten, die Neuerungen zum Großteil nur visuell. Zu Gute halten muss man den Entwicklern, dass sie einige komplett neue Locations erstellt haben, auch wenn diese relativ generisch aussehen. Letztlich bietet Cold Cold Heart weder bei der Story noch beim Gameplay relevantes Neues. Hier haben Bioshock Infinite und The Last of Us erst kürzlich gezeigt, dass dies keine zu hohe Erwartung an DLC ist. Wer absolut nicht genug von den Arkham Games bekommen kann, wer dringend vier Stunden herumkriegen muss oder wem einfach 10,00 Euro auf dem Konto drücken, der richtet mit dem Kauf des DLC keinen bleibenden Schaden an. Wer verzichtet und lieber auf Arkham Knight wartet, wird sich allerdings in einigen Jahren auch keine Vorwürfe machen müssen, etwas Großartiges verpasst zu haben.
 
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@Bart Wux
 
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