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MOVIE Bart Wux' Filmkritiken: Heute: Monster vs. Aliens

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Monsters vs. Aliens' Protagonistin ist eine junge Frau namens Susan, die nach einem Meteoriteneinschlag auf über 15 Meter wächst und ich konnte nicht umhin, mir spontan auszumalen, was für wunderbare Möglichkeiten eine solche Frau im Fetischbereich bieten könnte.

Träumereien aber mal beiseite, erstaunlicherweise konnte mich der Streifen von Anfang bis Ende köstlich unterhalten, obwohl seine Struktur so dermaßen nach dem altbekannten Schema abläuft, dass die Verantwortlichen bei DreamWorks (und Pixar, falls nötig) ihre Filmschablone nach diesem Film vollständig nachmodellieren könnten, falls sie mal verloren ginge.

Die Story ist vorhersehbar, sämtliche Wendungen sind von der ersten Szene an klar. Susans Freund erweist sich schnell als eitler Schönling, der nur sich selbst liebt und Susan eigentlich nur haben will, weil eine hübsche Frau als Statussymbol dazu gehört und weniger weil er sie liebt. Die Moral von der Geschicht: Frauen dieser Welt, lasst euch nicht mit Arschlöchern ein! Zu dumm, dass die meisten Männer sich erst drei Jahre nach der Hochzeit als die Arschlöcher entpuppen, die sie sind und nicht, wie im Film, kurz vor dem Altar die Warnung aussprechen.

Des Weiteren wird das altbekannte Thema der Ignoranz und Furcht der Menschen vor Unbekanntem hervorgebracht und wie immer kann man diese nur überwinden, wenn man die Welt rettet, was als Moral und Lektion für alle gehänselten Kinder oder auch gemobbte Erwachsene da draußen natürlich keinen großen Wert hat. Sicher, wenn ein Schwarzer mal eben im Alleingang die gesamte Welt rettet, könnte der eine oder andere Rassist zum Umdenken gezwungen sein, aber sonderlich praktikabel ist das eher nicht.

Gut, aber wann hat je ein Film es geschafft, den Zuschauer zu einem besseren Menschen zu machen? Egal, wie oft Adam Sandler es vor macht, man kriegt sein Traummädchen nicht rum, wenn man eine Rede in einem Footballstadion hält. Man macht sich nur zum Affen und zieht sich den Zorn der wartenden Sportfans zu. Also weg von der Moral und her mit den Gags und dankenswerterweise geizt Monster vs. Aliens damit nicht.

Nachdem Susan also auf ihre erregende Größe angewachsen ist, wird sie, wie in Amiland üblich, weggesperrt in eine rechtsfreie Zone, zusammen mit den anderen Monstern, die zu wirklich sind für die nichts ahnenden Bevölkerung. Geleitet vom General W.R. Monger (get it? Warmonger? Hehe... witzig) fristen dort unter anderem der verrückte Wissenschaftler Dr. Cockroach, das gehirnlose Gelatinenwesen B.O.B. und Frosch...dingsda The Missing Link ihr Dasein. Während sich Susan fast damit abgefunden hat, den Rest ihres Lebens dort verbringen zu müssen, greift der Außerirdische Gallaxhar die Erde an, um sein Ooze zurück zu bekommen, das Susan ihre Größe verliehen hat. Da die Armee mal wieder nichts gebacken kriegt, schickt General Monger seine Monster gegen die Aliens (hence the title).

Der Plot ist von hier an absolut vergessenswürdig (gibt es das Wort?), aber die Witze und das Zusammenspiel der vier (eigentlich fünf mit Insectosaurus) Monster ist das Highlight des Films. Brilliant besetzt mit perfekt aufgelegten Voiceactorn ist das Hin und Her zwischen den Monstern jedes Mal ein Spaß. Jedenfalls gilt dies für die Originalfassung. In der deutschen Version werden Will Arnett und Seth Rogen durch Ralf Moeller und Oliver Kalkhofe ersetzt. Noch Fragen?

Ob es jetzt B.O.B.'s Animationen sind, seine Liebe zu einem Wackelpudding oder die Tatsache, dass er sich nicht von Susan unterscheiden kann, der blaue Blob ist so sympathisch wie witzig und Hugh Laurie als Dr. Cockroach nimmt jedes Klischee des verrückten Wissenschaftlers perfekt auf. Mit ihrer Rolle der Susan, dem "normalsten" Mitglied des Teams hat Reese Witherspoon natürlich die undankbarste Rolle erwischt. Als Katalysator des Plots und weniger als Witzlieferantin erledigt die Oscarpreisträgerin ihre Aufgabe souverän, kann aber im Vergleich mit den ausgeflippten Kollegen in Punkto Humor nicht mit halten.

Es sind jedoch nicht nur die Hauptcharaktere, die brillieren. Als willkommene Abwechslung können sich der vollkommen inkompetente US-Präsident Hathaway (Stephen Colbert) und der bärbeißige Hardliner W.R. Monger positiv hervor tun. Monger wird mit Südstaatenakzent und militärischem Bravado von Kiefer Sutherland gesprochen und bietet mit seinem übermäßigen Selbstbewusstsein einen guten Gegenpart zum überforderten Präsidenten.

Apropos Gegenpart, wie in jedem guten Film braucht es auch einen guten Antagonisten und hier muss Rainn Wilson als Gallaxhar im Alleingang die Kohlen aus dem Feuer holen. Dank eines herrlich überdrehten Charakters schafft er dies auch mühelos, wobei zu den Highlights die Spielereien mit den Klischees des Hollywoodbösewichts gehören, nirgends besser zu sehen als in der Szene, in der er Susan (und dem Publikum) seinen "bösen" Plan offenbart.

Mit seinen Anspielungen an Filme wie Die Fliege oder die klassischen japanischen Monsterfilme, dem gelegentlichen Verweis auf Susans "boobies" und der Vorführung amerikanischer Außenpolitik beinhaltet der Film außerdem eine erstaunliche Vielzahl an Elementen, die deutlich über die Köpfe seiner 6-10 jährigen Zuschauer hinweg gehen werden. Seit Shrek habe ich eigentlich keinen Animationsfilm mehr gesehen, bei dem ich mein Gehirn nicht um 24 Jahre zurück drehen musste, um mich nicht wort-wörtlich im falschen Film zu wähnen.

Im Vergleich zu vielen anderen Vertretern des Genres ist vor allem der obligatorische, "traurige" Teil kurz vor der letzten halbe Stunde erstaunlich subtil und kurz ausgefallen. Ihr wisst schon, der Teil, wo die Hauptfigur in sich geht und mit traurigen Augen davon läuft, bevor zu einem Schnulzensong eine Clipshow den Weg zum letzten Akt bahnt, in dem dann doch alles wieder gut wird. Gesehen in, ähm, 99% aller nicht japanischen Zeichentrickfilme ever made? Hey, sogar die Simpsons haben den Mist gebracht! Das Muster ist zwar auch hier zu finden, aber um einiges weniger störend als in allen Shreks oder Disneyfilmen.

Monster vs. Aliens beschränkt sich auf das Wesentliche, auf Figuren und Charaktere und lässt dabei den Plot nebenher laufen. Wer die Nase voll hat von den ewig gleichen, als Komödie verkauften, dann aber auf die Tränendrüse drückenden, animierten Liebesfilmen, der sollte sich mal die Monster geben. Er wird keine Revolution des Genres erleben, aber einen der spritzigsten Vertreter seit langem. Aber auf die Gefahr, den uralten Kampf O-Ton vs. Synchro aufleben zu lassen, er sollte es um Gottes Willen in der englischen Originalfassung tun. Alles, woran Kalkhofe beteiligt ist, verliert automatisch 50 % an Humor und was ein Ralf Moeller als Synchronsprecher leistet, will ich gar nicht erst wissen.
 
ich hab den seit Wochen hier rumliegen aber nun muß ich ihn sehen ^^

Der erste Satz :gerri:

Schönes Review Bart, allerdings bist du normal bissiger was deine Texte angeht :p
 
Kann mich deiner Kritik nur anschließen, Bart. :dhoch:

Neben "Kung Fu Panda" einer der unterhaltsamsten Animationsfilme der letzten Jahre.
Ist zwischen den ganzen in den Himmel gelobten Pixar-Produktionen, zu Unrecht, ein wenig untergegangen.

Die Szenen mit President Hathaway waren einfach köstlich. Vor allem der Erstkontakt:
(leider gibts auf YouTube nur eine gespiegelte Schwarz/weiß-Version, da die Szene sonst immer gelöscht wird)
[vid]http://www.youtube.com/watch?v=wLk3Ts2yDic[/vid]

:lol:


Monsters vs. Aliens' Protagonistin ist eine junge Frau namens Susan, die nach einem Meteoriteneinschlag auf über 15 Meter wächst und ich konnte nicht umhin, mir spontan auszumalen, was für wunderbare Möglichkeiten eine solche Frau im Fetischbereich bieten könnte.

An sowas musste ich komischerweise auch sofort denken. :grins:

linouge schrieb:
auf deutsch aber absolut grottig wie ich find...

Fand den garnicht mal so schlimm auf Deutsch. Ok, der Möller ist ein Verbrecher. Wer hat den bitte ans Mikro gelassen? Kalkhofe fand ich hingegen sogar ganz gut. Und der Rest ging auch in Ordnung. Wobei Animationsfilme im Original eigentlich fast immer besser sind, weil sie hier in Deutschland ja immer meinen die Synchronarbeit von irgendwelchen dämlichen C-Promis oder Comedians machen lassen zu müssen. :fp:
 
ich habe den film nur auf deutsch gesehen und fand ihn nicht so sonderlich.
Oben und Wall-E waren da imo deutlich besser.
aber vielleicht lags ja an der synchro, die story konnte naemlich nix reissen.
 
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