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Amerika, we have a problem

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich habe die Woche ein Interview gelesen, davon ist mir ein Absatz besonders im Gedächtnis geblieben.

Die Menschen begreifen, dass Polizeigewalt aus dem Stoff gemacht ist, der die USA heute ausmacht. Sie wissen: Würden sie aufhören, auf die Straßen zu gehen, käme das einem stillen Eingeständnis des Rassismus und der Gewalt gleich. Es wäre, als würden sie sich fügen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Leute sich wehren, dass sie laut Nein sagen zu der Ungleichheit.

Insofern sind die Proteste so unheimlich wichtig. Und wenn Leute wie Trump es anders nicht begreifen, wenn sie sich keinen Millimeter bewegen, dann müssen eben auch Häuser brennen.
 
Insofern sind die Proteste so unheimlich wichtig. Und wenn Leute wie Trump es anders nicht begreifen, wenn sie sich keinen Millimeter bewegen, dann müssen eben auch Häuser brennen.
Möglicherweise haben die Proteste auch eine einendere Kraft als sie die Entscheidung zwischen Not oder Elend an den Wahlurnen jemals entfalten könnte:
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Das ist natürlich einerseits zum Schmunzeln, andererseits zeigt es eben wie sehr das Vertrauen in die Parteien (und deren Kandidaten) und das träge System verloren gegangen sind.
 
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Polizeistaat bedeutet auch: du wirst einfach von drei Polizisten vom Fahrrad runter geknüppelt wenn du nach der Ausgangssperre noch in der City unterwegs bist.

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Hier auch ein schöner Tweet an die Leute, die meinen, die Rassismuserfahrungen anderer ständig hinterfragen oder relativieren zu müssen. Educate yourself.

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https://www.zeit.de/campus/2018-05/rassismus-empfehlungen-alltag-diskriminierung-erfahrungen

und für die click-faulen:

1. Wenn du Menschen beim Smalltalk fragst, woher sie kommen, und sie antworten München – dann ist das vermutlich einfach so. Frag bitte nicht (sofort) nach ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Frag lieber dich: Warum ist dir das so wichtig? Kann das weg?

2. War nur'n Witz und nicht böse gemeint? Vielleicht für dich. Bei Betroffenen kommt das oft nicht so rüber. Viele verbinden rassistische Witze mit gewaltvollen Erfahrungen. Und ganz ehrlich: Wer Witze auf Kosten ohnehin benachteiligter Menschen macht, ist einfach nicht lustig.

3. Wenn du miterlebst, dass Menschen rassistisch behandelt werden: Frag die Betroffenen diskret, was du für sie tun kannst. Tu nichts, was Betroffene nicht wollen.

4. Ein kluger Mensch namens Vernā Myers sagte in einem TED-Talk: "Diversität ist, zu einer Party eingeladen zu werden. Inklusion ist, wenn man gefragt wird, ob man tanzen will." Gemeinsames Essen geht auch.

5. Deine Freunde oder Verwandte machen rassistische Bemerkungen oder sie posten rassistische Inhalte? Du kannst dich ausloggen, andere können es nicht. Überlasse deshalb die Reaktion nicht jenen, die sich ständig damit herumschlagen müssen. Sich immer wehren zu müssen, ist sehr anstrengend.

6. Wenn du andere Menschen im Kampf gegen Rassismus unterstützen willst, dann geht es um die anderen – nicht um dich.

7. Die Frage nach Rassismus-Erfahrungen ist sehr persönlich. Viele haben schlechte Erfahrungen in sich vergraben. Respektiere die Tatsache, dass nicht jeder und zu jeder Zeit mit dir darüber sprechen möchte.

8. Nicht alle Menschen mit Migrationshintergrund sind Expertinnen für Einwanderung, Integration, Islam oder fremde Länder. Wenn sie offensichtlich keine Ahnung davon haben, dann behandle sie so wie alle Menschen, die keine Ahnung davon haben.

9. Umgekehrt haben Experten für Migration oder Diskriminierung oft langjährige eigene Erfahrung mit diesen Themen. Wenn du von ihnen lernen willst, hör ihnen zu wie allen Experten oder stelle Fragen. Belehre sie bitte nicht mit privaten Anekdoten.

10. Wenn du die Möglichkeit hast, jemandem eine Stimme zu geben (in einem Aufsatz, bei einer Veranstaltung), dann suche auch nach Autoren und Sprecherinnen mit Migrationshintergrund. Wenn du selbst absagst, gib eine Empfehlung. Gib dein Rampenlicht an Menschen ab, die wenig gehört werden.

11. Menschen, die Rassismuserfahrungen gemacht haben und sie anprangern, sind nicht pauschal dumm, hysterisch oder verrückt. Ihre Erfahrungen sind vielleicht kein Allgemeinwissen. Aber sie sind deswegen nicht falsch.

12. Du findest schwarze Männer oder Asiatinnen besonders heiß? Es gibt eine lange Geschichte der Sexualisierung von Fremden. Betroffene empfinden diese vermeintlich positiven Zuschreibungen manchmal als entwürdigend.

13. Es gilt grundsätzlich, bei diesem Thema aber umso mehr: Eigne dir das Wissen fremder Leute nicht so an, als wäre es dein eigenes. Wenn du etwas Interessantes gehört oder gelesen hast, zitiere die Urheberin oder den Urheber.

14. Als Frau oder Ossi machst du ähnliche Erfahrungen wie Migranten? Setze Rassismus nicht mit anderen Diskriminierungsformen wie Sexismus gleich. Manchmal wird es noch komplizierter: Diskriminierungsformen können sich überlappen und verstärken, wenn eine Person mehrfach diskriminiert wird. Manche sind schwarz, weiblich, homosexuell und haben körperliche Einschränkungen – und sind in Ostdeutschland groß geworden.

15. Es gibt für dich keine Hautfarben, weil alle Menschen gleich sind? Menschen, denen eine dunkle Hautfarbe zugeschrieben wird, machen wegen dieser zugeschriebenen Hautfarbe andere Erfahrungen. Das kann man einfach so akzeptieren.

16. Wenn dich jemand darauf hinweist, dass eine Bemerkung verletzend war, atme tief durch und zähle im Kopf bis mindestens zehn, am besten bis 100, bevor du zum Gegenangriff übergehst. Vielleicht hat sich der Gegenangriff bis dahin verflüchtigt. Dann hättest du nur einmal verbal verletzt, das reicht.

17. Fühl dich bei Debatten über Rassismus oder Weiße nicht persönlich angegriffen. Es geht um einen gesellschaftlichen Missstand, nicht um dich.

18. Trenne die analytische Kritik am Rassismus von deinem individuellen Handeln. Manche Phänomene muss man auch analysieren können, ohne in eine Gut-oder-böse-Diskussion zu verfallen.

19. Nur weil du niemanden mit Rassismuserfahrungen kennst, heißt das nicht, dass es keinen Rassismus gibt.

20. Es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung.
 
1. Wenn du Menschen beim Smalltalk fragst, woher sie kommen, und sie antworten München – dann ist das vermutlich einfach so. Frag bitte nicht (sofort) nach ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Frag lieber dich: Warum ist dir das so wichtig? Kann das weg?
Ich frage eigentlich immer. Egal ob jetzt ein Migrationshintergrund ersichtlich ist oder nicht. Wieso? Ich bin ein allseits interessierter Mensch, welcher gerne über andere Kulturen, Regionen (auch wenn es nur ein paar Kilometer von mir entfernt wäre) spricht. Meistens findet man so auch immer etwas, über das man reden kann.

Aufgrund meines Dialekts werde ich auch fast immer gefragt von wo ich komme. Ich finde das aber bereichernd und auch schön über meine Heimat zu sprechen. Dialog hilft meistens die Leute besser zu verstehen...
Geht mir z. B. bei Mingo so: Es gibt vieles, was ich für übertrieben halte, aber auch mindestens so viel, was äusserst interessant ist und mich zum nachdenken bringt.

Was meinen andere hier im Forum? Stört es euch, wenn man fragt von wo ihr seid? Und wenn ja, wieso?
 
Ist für mich auch kompliziertes Thema. Seit mir aber ein Kollege und Freund mit Eltern aus Sri Lanka erzählt hat wie ermüdend und lästig er es findet wenn beim ersten Gespräch gleich gefragt wird woher er stammt (vor 40 Jahren geboren in Österreich so viel ich weiß) seh ichs etwas anders und versuche es zu vermeiden.
 
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