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KT Alarmierendes 2017: Lootbox und Paywall-Wahnsinn

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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Für mich ist das Thema Lootboxen ehrlich gesagt relativ neu.
Soweit ich weiß kommt das ja ursprünglich aus dem Bereich der (Multiplayer-) Shooter und das ist überhaubt nicht mein Genre.
Allerdings konnte ich immerhin mit zwei, der im Eingangspost genannten, Spiele Erfahrungen sammeln. Das ist einmal "Forza Motorsport 7" und einmal "NBA 2K18".

Zu Forza und den Lootbox-Mechaniken kann ich echt nichts Negatives sagen. In dem Spiel habe ich keinerlei Bedürfnis, Echtgeld für sowas auszugeben und ich finde das Grinden sogar recht motivierend. Wenn genug "Spielgeld" übrig ist, kaufe ich mir gelegentlich so ne Kiste und freue mich, wenn was Gescheites drin ist.

Zu NBA2K muss man sagen, dass die Virtual Credits lediglich für den MyPlayer-Modus relevant sind (der eh nur was für Casuals ist :p). Im klassischen Association-Modus und im MyGM-Modus sind die VC völlig unrelevant. Der MyPlayer-Modus ist dann allerdings tatsächlich echter Hardcore-Grind. Das Spiel verfügt grundsätzlich über ein sensationelles Gameplay - da könnte man natürlich sagen: "Hey, viel zocken ist ja nicht schlimm. Zocken, zocken, zocken, langsam besser werden und Spaß dabei haben. Der Weg ist schließlich das Ziel."
Das Problem ist nur, dass man mit einem Spieler mit einem Overall von 60 (mit dieser Wertung fängt man an) von dem sensationellen Gameplay kaum etwas mit bekommt. Das Spielen mit so einem Noob-Player macht null Spaß und man kann sich seine Credits stundenlang nur über knallharte BBall-Arbeit verdienen (Rebounden, Blöcke stellen usw.). An krachende Dunks und regnende Dreier ist mit so einem Char nichtmal zu denken. Man kann schon froh sein, wenn man alle paar Spiele in Position für einen Easy Layup kommt und diesen dann nicht daneben legt.

Der Spieler wird in diesem Modus also schon stark zum Aufleveln mittels Echtgeld gedrängt. Die größte Frechheit ist dabei allerdings, dass das Spiel einen Savegame-Bug hat, der schon bei einer Vielzahl von Spielern aufgetreten ist (u.a. bei mir). Der Bug löscht Deinen MyPlayer vom 2K-Server mit all seinen Fortschritten. Das heißt, dass Deine 5, 10, 50 oder 100 Euro Echtgeld auch erstmal mit weg sind. Wenn Du bereit bist, eine wahre Informationsflut (inkl. einem Video von all deinen aktuellen Spielständen!) an den 2K-Support zu übermitteln, dann darfst Du darauf hoffen, dass 2K Deinen Spielstand nach ein paar tagen wieder hergestellt hat und dass der Bug nicht erneut auftritt (bei mir 3x in mittlerweile 3 Wochen).

Dumm ist auch, dass die anderen Spielmodi ebenfalls dauernd abstürzen - unabhängig von der ganzen Pay2Win-Geschichte. Und deswegen ist das diesjährige NBA2K auch bei mir unten durch. Die überwiegend negativen Reviews auf Steam empfinde ich als absolut gerechtfertigt. Wenn man ein sensationell gutes Spiel als Basis hat und dieses dann durch Geldgier und schlampige Programmierung in den Sand setzt, dann gehört das abgestraft.

Zum dritten Beispiel (Mittelerde) kann dann ab Mittwoch was sagen. Das Spiel wartet bereits vorinstalliert auf meiner Festplatte.

Was will ich damit eigentlich sagen? Keine Ahnung! :ugly:
Wahrscheinlich, dass man Lootboxen und Grinding auf eine gute und eine schlechte Art umsetzen kann!?
 
Ich halte das ganz einfach. Wenn ich das Game nur für die Hälfte kaufe, dann kann ich (theoretisch) auch 10€ in Microtransaktions investieren. Wenn der Publisher das so will, gerne. Wenn ich das Game für 100h zocke, bin ich auch bereit mehr dafür hinzulegen.

Das sehe ich ähnlich.

Ein Spiel in welches ich innerhalb der letzten Jahre sicher hunderte von Stunden investiert habe ist Blizzards Heroes of the Storm. Das Spiel ist Free2Play, ohne Pay2Win Konzept und trotzdem habe ich schon minimum den Wert eines Vollpreis Titels darin investiert. Tue ich aber gerne, da es eben Free2Play ist, ich Blizzards Engagement hinter diesem Projekt schätze, mir das Spiel sehr gut gefällt und ich es daher auch bereitwillig mit finanziere/unterstütze. Vor allem ist es aber ein echtes Free2Play Konzept und kein Pay2Win Fabrikat.

Bei Vollpreistitel sehe ich das aber überhaupt nicht ein, besonders wenn das sogar noch vor dem Release groß beworben wird. Das ist ein no go, welches zum Glück aber bisher nur für mich ohnehin uninteressante Spiele betrifft. Sollte es aber mal überschwappen, werde ich es gewiss boykottieren.
 
Wollte ich auch gerade posten, guter Talk.

Ich finde da geht total viel durcheinander. Ich habe leider daraus so nichts mitnehmen können, was mir in der Debatte weitergeholfen hatte.

Hängt aber sicherlich damit zusammen, welche Art Spieler man ist, das sagen sie ja auch deutlich.

Für mich bin ich da ganz klar aufgestellt:

In Single Player Spielen denke ich bei Microtransactions gar nicht mal so sehr ans Geld. Ich denke daran, dass da wahrscheinlich absichtlich grindiges Gamedesign implementiert ist. Und dafür ist mir die Zeit einfach zu schade.

In Multiplayer Spielen, wo man kompetitiv spielt, ist das das klassische pay 2 win. Das geht mir am sportlichen Gedanken vorbei. Counter Strike wäre in dem Moment am Ende, wo jemand mit Echtgeld mehr Waffen, oder mehr Health oder eine Unsichtbarkeit kaufen könnte, um gut zu sein. Und bei Battlefront II habe ich den selben Eindruck.

Von daher ist es entweder Zeitverschwendung und Langeweile oder unfair. Und auf beides habe ich gar keine Lust.
 
Kotaku: Loot Boxes Are Designed To Exploit Us

Lesenswert.

Whether they dole out cosmetics or gameplay-affecting items, loot boxes of any sort exist for the purpose of exploiting players. Whether it’s offering the chance to get Symmetra’s new skin or get a better rifle in Battlefront II, the only reason the loot box exists is to prey on the economically vulnerable. You are not a valued player; you are a statistic on a spreadsheet. You are red or black ink. Loot boxes certainly aren’t there for fun. They have always been designed for the purpose of making sure that a company turns a profit.
When you go to a casino, they give you chips. When I log into Fire Emblem Heroes, they give me orbs. This isn’t a problem that started with Shadow of Mordor. It is something that has been a cornerstone of games for years now. Pull that lever and you’ll realize that these boxes are designed to fuck you over and take your cash. For every person who can step away, plenty of people can’t. It’s a system that preys on addiction, built upon mountains of research on how best to trick people into letting companies rob them.
The ESRB recently told us that it doesn’t see loot boxes as gambling because players “always guaranteed to receive in-game content.” I find this assessment absurd. Games offer wide rosters of characters and run limited time events to create rarity that drives purchases. Just because you get something, doesn’t mean you aren’t taking a gamble. I believe the ESRB is making an academic distinction to avoid acknowledging the issue and am skeptical of their assessment given that they were created by the Entertainment Software Association, a trade association dedicated to the business interests of game publishers.
The problem isn’t just that games cost more to make or that loot boxes might affect multiplayer balance. The problem is that I can’t delete these games. The problem is that I’m not the only one. And that’s exactly what publishers are counting on.
 
Da sind aber jetzt auch mal die Reviewer gefragt: Spiele wie Star Wars: Battlefront 2 sollten für diese Abzocke deutlichst abgestraft werden. Krachen die Metascores und Verkaufszahlen in den Keller, werden die Publisher hoffentlich wieder umdenken.
 
Die Publisher werden nicht umdenken, keine großes Blatt wird wegen Lootboxen Abstrafungen machen, da jeder Schiss hat auf ne Blacklist zu kommen.

Kaufen die Spieler das Spiel deshalb nicht, denkt der Publisher die Marke kommt nicht an.

IMO das richtige Zeichen ist eigentlich nur, im Falle eines Singleplayer Titels because fuck Pay2Win im MP, das jeweilige Spiel zu kaufen und KEINE MTs zu nutzen. Somit wird der Prozentsatz der User, die MTs nutzen kleiner und das Modell vielleicht nicht mehr wirtschaftlich.

Wobei auch das nix bringt, denn bei den MTs handelt es sich meist um Content der eh produziert und nachher einfach hinter einer Paywall versteckt wird.

Wenn die Publisher so mutig wären, und ihre Games zu 30 Euro mit MTs anbieten würden, würde glaube keiner was meckern. In einem 60euro Spiel hat sowas halt nix verloren. Leider wird das die Zukunft sein, mit der wir leben müssen. Kurzfristig wird da kein umdenken erfolgen, da das System genug Kohle abwirft. Ich selbst habe genug Bekannte die MTs in Overwatch, CSGO und dergleichen nutzen. Die spielen ein bestimmtes Spiel ne gefühlte Ewigkeit und geben halt sonst für nix Geld aus.
 
Pay2win ist für mich absolut inakzeptabel sofern ich einen vollpreis für das Game hinlegen muss. Bei freien Games kann ich das verstehen. Bei Titel die ich bezahle erwarte ich eigentlich das alles drin ist. Nun ist es ja auch irgendwie aber das langsame hochleveln wurde ja nur so eingebaut damit ich Geld zusätzlich hinlege.

Bislang juckte mich das nicht sonderlich da ich kein Multiplayer spiele, da zu alt und zu schwach, hab da eh keine Chance gegen andere. Wenn diese Pest mir nun aber auch bei Singleplayer droht werde ich grantig. Bedeutet für mich, ich kaufe den Rotz erst wenn ich es um einen gewissen Preis billiger bekomme. Zur Not wird es dann erst ein Jahr später bei irgendeine Key Bude gekauft oder über humblebundle und co. So hab ich es auch mit Star Wars bf 1 gemacht.

Zum Glück gibt es den Mist noch nicht bei vr games.
 
How Activision Uses Matchmaking Tricks to Sell In-Game Items
"For instance, the microtransaction engine may match a more expert/marquee player with a junior player to encourage the junior player to make game-related purchases of items possessed/used by the marquee player. A junior player may wish to emulate the marquee player by obtaining weapons or other items used by the marquee player."
"In a particular example, the junior player may wish to become an expert sniper in a game (e.g., as determined from the player profile)," according to the patent. "The microtransaction engine may match the junior player with a player that is a highly skilled sniper in the game. In this manner, the junior player may be encouraged to make game-related purchases such as a rifle or other item used by the marquee player. "
"Doing so may enhance a level of enjoyment by the player for the game-related purchase, which may encourage future purchases," according to the patent. "For example, if the player purchased a particular weapon, the microtransaction engine may match the player in a gameplay session in which the particular weapon is highly effective, giving the player an impression that the particular weapon was a good purchase. This may encourage the player to make future purchases to achieve similar gameplay results."

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Schöne neue Gaming-Welt.
 
Hier nochmal kurz auf deutsch zusammengefasst.

Patent von Activision: Mit Matchmaking-Tricks zum Microtransactions-Kauf

18.10.17 - Activision hat 2015 ein Patent beim amerikanischen Patent- und Markenamt eintragen lassen, dass die Spieler zum Kauf von In-Game-Items via Microtransactions animieren soll.

Dafür wird das Matchmaking in einem Spiel verändert: Mit "Tricks" sollen Spieler im Verlauf dazu verleitet werden, mehr In-Game-Items zu kaufen. In dem Patent wird speziell angesprochen, dass man erfahrene und herausragende Spieler mit weniger begabten Spielern zursammenbringt, damit diese animiert werden, bessere In-Game-Items zu kaufen, um gegen die Spitzenspieler anzukommen.

Die Daten des Matchmakings können auch dazu verwendet werden, Spieler zum Kauf einer ganz bestimmten Waffe zu animieren - z.B. einem Scharfschützengewehr. Ein Neueinsteiger möchte beispielsweise ein hervorragender Scharfschütze sein, wie sich seinem Profil entnehmen lässt.

Die Microtransactions-Engine sucht dann ein Spiel mit einem Scharfschützen-Profi. Wenn der Neuling sieht, wie der Profi als Scharfschütze spielt, fühlt er sich vielleicht ermutigt, eine bestimmte Waffe oder ein bestimmtes Item zu kaufen, die auch von dem Profi verwendet werden.

Das Patent beschreibt auch die Möglichkeit, Spieler zum Kauf weiterer Items zu verleiten, wenn sie gerade erst etwas gekauft haben. Das Matchmaking würde diese Spieler in Spiele bringen, in denen die "Überlegenheit" des von ihnen erworbenen Items zu sehen ist, wodurch sich die Spieler bestätigt fühlen und Lust haben, weitere Dinge zu kaufen.

Auch gibt es die Möglichkeit, Spieler mit einem bestimmten Item in ein Spiel zu bringen, in denen Mitspieler dieses Microtransactions-Item nicht besitzen; sie sollen dann "neidisch" werden und das Item durch einen Kauf ebenfalls besitzen wollen.

In einer ersten Stellungnahme teilt Activision mit, dass dieses Patent von 2015 und rein explorativ ist. Es wurde von einem R&D Team entworfen, das unabhängig von den Studios von Activision arbeitet. Das System wurde bislang nicht in einem Spiel eingesetzt.
 
Das ist nicht mehr meine Gamerwelt ..wenn Sony mit ihren Exklusiven und Nintendo nicht wären, hätte ich das Hobby wohl schon gegen ein anderes getauscht
 
Eigentlich hätten die Spieler es ja selber in der Hand, solchen Micro-Transaktions-Scheiß einfach zu ignorieren. Dann wäre das Zeug schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Aber es scheint ja regelrechte Aufschreie in der Spielerschaft zu geben, wenn man in gewissen Games Spielfortschritt nicht mit Echtgeld kaufen kann.

Ich selber gebe ja wirklich gerne Geld für mich selber aus... Teilweise fast schon verschwenderisch. Aber ich will zumindest als Gegenwert einen verbindlichen und "handfesten" Inhalt als Gegenwert. Das Mindeste was ich erwarte, ist sowas wie ein Autopaket bei FORZA. Ich würde nie für Spielfortschritt (= Ingamewährung) oder für die Teilnahme an einer Lotterie (= Lootboxen) Geld bezahlen.
 
Ich habe nichts mit lootboxen zu tun und habe auch keinen Bock darauf. Dass jetzt auch fast jedes Singleplayer Spiel damit zugemüllt wird, ist schon schlimm. Die Spielmechanik wird mit Sicherheit darauf ausgelegt, dass man zumindest unbewusst einen Anreiz hat sich die Dinger zu kaufen.

Ich bin froh, dass ich mit so einem scheiß nicht groß werden musste. Als Kind ist sowas doppelt assi. Jetzt als Erwachsener bin ich informiert genug, dass ich weiß mit welchen psychologischen Tricks die Arbeiten. Ich wünsche allen Eltern viel Spaß dabei ihren kleinen zu erklären, warum sie sich die lootboxen nicht (unbegrenzt) kaufen dürfen.
 
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