Glod schrieb:
Joe Genius schrieb:
Die Pro 360 Leute können vieles in Bart Review so nicht unterstreichen
Und seltsamerweise schafft es keiner, mal genauer auf Bart's Kritik einzugehen. Der größte Aufhänger ist bislang ein einziger Satz, der sich auf das Schlagen der Frau bezieht. Ist auch nicht gerade sehr ergiebig. Wenn Bart so schrecklich danebenliegt, sollte es ja ein Leichtes sein, ihm das anhand seiner Argumentation nachzuweisen.
Ok, dann versuche ich das mal an deinen zusammengefassten Punkten.

Bin jedoch erst in Kapitel 4. Vielleicht ändert sich meine Meinung also noch, aber bis dato siehts so aus:
- extrem unsympathischer Hauptdarsteller
Kann ich kein bisschen nachvollziehen. Vor allem nicht die Sache mit der Frau. Über die Szene habe ich nicht mal nachgedacht. Daran gabs für mich nichts "schlimmes". Also entweder bin ich ein skrupelloser Frauenschläger, wovon ich nicht ausgehe

, oder Bart hat ein wenig übertrieben. Wie gesagt, bin erst in Episode 4. Vielleicht passiert später noch etwas, das mich an Alan zweifeln lässt, aber bis jetzt hat er, in meinen Augen, durchaus nachvollziehbar gehandelt.
- Klischeehafte Charaktere
Hm... vielleicht ein bisschen. Das Spiel ist natürlich eine Verneigung vor Stephen King & Co und setzt daher ganz bewusst auf "genretypische" Figuren und Gestalten. Diese "Klischees" sind mir aber nicht negativ aufgefallen.
- lächerliche/unglaubwürdige Noir-Style-Monologe
Das ist sicherlich Geschmackssache. Ich finde diese Monologe grandios. Vor allem weil es eigentlich keine wirklichen "Monologe" sind, sondern es sich vielmehr um die Stimme eines allwissenden Erzählers handelt, der beschreibt, was Alan denkt und macht. Überhaupt halte ich diese episodenhafte Erzählweise für sehr gelungen. Kann aber auch verstehen, wenn einer nichts damit anfangen kann.
- nicht richtig abgeschlossene Handlung
Kann ich nichts zu sagen. Bis jetzt weiß ich nur, dass die Story bei Laune hält und sich bei mir nach jeder Episode ein "Ich will unbedingt wissen wie es weitergeht!"-Gefühl einstellt.
- Gameplay unlogisch auf Storyinhalte zugeschnitten (man ist oft nachts unterwegs, obwohl es tagsüber sicher wäre)
Den Kritikpunkt kann ich durchaus nachvollziehen. Aber es ist eben ein Spiel. Ein Grusel-Spiel. Das muss im Dunkeln spielen.

Wären alle Spiele oder auch Filme immer logisch und realistisch, würden sie doch gar keinen Spaß machen.
- Sprint nutzlos
Ich komme damit ganz gut zurecht. Ja, Alan macht verhältnismäßig schnell schlapp, aber er ist ja auch kein Uber-Krieger, sondern "nur" ein Autor. Die haben halt keine Kondition.

Hat mich auf jeden Fall noch nicht gestört. Was vielleicht auch daran liegt, dass ich nie Sprinte oder Ausweiche. Das ist nur was für Pussies. Genau wie Bremsen bei Rennspielen.
- Kameraprobleme
Finde ich nicht.
- ständiger Verlust der Ausrüstung
Das stimmt. Aber es wird immer erklärt wieso. Außerdem findet man sehr schnell neue Waffen und Lampen, sodass ich es nicht negativ auslegen würde.
- miese und sinnlose Fahrsequenzen
Der Motorensound ist mies. Die Fahrsequenzen an sich gehen aber in ordnung. Zum Spiel tragen sie natürlich nicht sonderlich viel bei. Hätte man sicherlich auch weglassen können, aber störend finde ich sie nicht.
- offensichtliches Design (vor Kämpfen findet man genug Mun etc.)
Liegt wahrscheinlich daran, dass die Gegner hier keine Munition verlieren. Daher muss man den Spieler, vor einem größeren Kampf, natürlich ausrüsten. So geht der Überraschungseffekt aber leider flöten. Ist ein berechtigter Kritikpunkt, aber sowas gibts auch in anderen Spielen.
- spielerisch kaum Abwechslung
Stimmt, aber ich wüsste nicht, was ich noch anderes in das Spiel eingebaut hätte. Ich unterhalte mich mit verschiedenen Personen, erschieße ein paar Besessene, fahre mit nem Auto durch die Gegend und löse primitive Rätsel. Ist nicht unbedingt viel Abwechslung, aber schon mal mehr, als in den meisten anderen Shootern. Außerdem machen mir die Auseinandersetzungen mit den Besessenen oder die kleinen "Adventureeinlagen" sehr viel Spaß. Wenn man natürlich nicht auf "Monster im dunklen Wald töten" steht, dann könnte einem hier schnell langweilig werden.
- keine echten Highlights
Kommt drauf an, was man unter Highlights versteht. Für mich ist jeder Ausflug in den Wald ein kleines Highlight, weil ich dabei, auf angenehme Art und Weise, unter Stress stehe.

Krachige Actionszenen, wie in Uncharted 2 (Hubschrauber, Zug, Panzer), sucht man hier (jedenfalls bis Ende Episode 3) natürlich vergeblich. Trozdem fühle ich mich bestens unterhalten, da die Inszenierung einfach stimmt.
- letztendlich nur ein Third Person Shooter
Ja, da ist alan Wake. Ich mag das Genre. Von daher ist mir eigentlich egal, dass es eben "nur" ein Third Person Shooter geworden ist. Kann aber durchaus verstehen, wenn jemand was anderes von dem Spiel erwartet hat und deswegen enttäuscht ist.
Insgesamt kann ich Barts Kritikpunkte nachvollziehen. Jeder hat andere Vorlieben und daher nehem ich es ihm sicherlich nicht übel, wenn ihm das Gameplay oder die Erzählweise nicht gefällt. Trotzdem übertreibt er hier und da ein wenig.
Wenn man was für atmosphärische Shooter übrig hat, sollte man sich Alan Wake unbedingt ansehen. Seit Uncharted 2 hat mich kein Spiel mehr so gefesselt. Es sieht wunderbar aus, das Gameplay ist simpel, aber unterhaltsam und die Handlung würde, ohne Probleme, eine grandiose Serie abgeben. Bis jetzt bin ich von Alan Wake sehr angetan.
