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6-Monate-Challenge mit dir selbst: Verzicht auf Konsum

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Bin hier bei @M4rius93 . Kenne sowas auch nicht.
Kenne weder jemanden, der den Führerschein geschenkt bekommen hat, noch ein Auto.
Ich habe als Kind Zeitungen und Reklame ausgetragen, um mein Taschengeld aufzubessern.
Führerschein habe ich mit Mitte 30 gemacht, aber ein Auto konnte ich mir bis heute nicht leisten.

Wo bleibt denn da die Wertschätzung, wenn man so fette Geschenke bekommt? Irgendwie heftig. KT schockt mich immer wieder.
Komme halt aus einer anderen Schicht.
Wenn meine Kinder einen Führerschein oder Auto haben wollen, müssen sie halt dafür arbeiten. In meiner Welt ist das der normale Weg.
Also ich hab den Führerschein damals von meinen Eltern zum 18. Geburtstag bekommen. Natürlich mit der Bedingung alles schnellst möglich zu schaffen. Hatte dann auch Theorie und Praxis beim ersten Mal bestanden, mit den nur notwendigen Stunden. Auto hab ich damals von meinem Opa bekommen für symbolisch einen Euro. War ein Audi 80, super Auto. Wurde immer gepflegt, hat neu TÜV bekommen, alles top. Hab das damals schon geschätzt und heute auch da ich damals an meinen Eltern gesehen hab wie schwer es ist Geld zu verdienen und mir das zu ermöglichen. Mein Vater war zb auf Montage und kam nur alle 3 Wochen nach Hause. Das hat er alles auf sich genommen damit es mir und meiner Mutti an nichts gefehlt hat. Bin seit dem ich 14 bin immer in den Ferien arbeiten gewesen und hab auch da gemerkt und geschätzt wie schwer es ist sich damals 200 Mark in einer Woche zu verdienen. Ich hatte als Kind alles was ich wollte, aber nie übermäßig viel. Selbst heute überlege ich zweimal ob ich was brauche, was man bei meinem ganzen retro Quatsch vlt nicht unbedingt glaubt. Ich hatte in der Lehre und beim Studium nie groß Geld und so zieht sich das durch und hat mich zu dem gemacht der ich bin. Sparsam aber trotzdem gönne ich mir und meiner Freundin mal was. Aber mir würde nie einfallen hunderte Euro für Kopfhörer oder sowas auszugeben. Verurteilte ich natürlich nicht wenn es einer macht, für mich wäre das nichts.
 
Da bei uns nie wirklich viel Geld vorhanden war bin ich schon sehr sparsam aufgewachsen.
- Marken Kleidung? Nie im Leben! (nackig war ich ja trotzdem nicht)
- Smartphone? Das gab's erst mit dem ersten eigenen Vertrag mit 19 Jahren
- neues Auto? Ne der 8 Jahre alte Micra hat's auch getan

Selbst beim Essen bin ich schon mit Spaghetti happy. Jedoch muss ich nun eingestehen, dass ich tatsächlich im Gaming Bereich kurzzeitig die Kontrolle verloren habe. Nachdem nun der erste eigene Job sicher in der Tasche war und ich tatsächlich auch über Geld verfügen konnte, wurde auf einen Gaming PC gespart. Und als der dann da war, da entdeckte ich dann Steam. Und Uplay. Und letztes Jahr dann Humble Bundle.
Ganz schlimm. Jedes blöde Angebot wurde von mir mitgenommen, einfach aus dem Grund, dass der PC in der Lage ist die Spiele zu stemmen. Ich habe so viele Spiele bei Steam und nur noch gefühlt 5 Stunden die Woche, um diese mal zu spielen. Und selbst wenn mal mehr Zeit ist dann macht man doch wieder andere Dinge am PC wie TS, Discord, mal eben schnell Emails checken, Youtube, Twitch...

Ende November war der PC dann kaputt. Offenbar hat es eine Festplatte zerhauen. Da ich mich aber nur mit Software und nicht mit Hardware auskenne dauerte es etwas länger, bis ich den Fehler erkannt habe.
In der Zeit habe ich dann die Playstation 4, die ich mir vor 3 Jahren als Bundle mit Horizon Zero Dawn gekauft habe, aus der Ecke geholt. Ich muss sagen: ich habe sehr lange nicht mehr so entspannt gezockt. Keiner hat mich angeschrieben, angerufen und die anderen Ablenkungen waren ebenfalls nicht greifbar.

Der Jahreswechsel brachte dann den Entschluss: PC ja, gerne - die PS4 werde ich diese Dekade allerdings bevorzugen. Die PS5 dann anschließend sehr wahrscheinlich ebenso, auch falls sie unter der Leistung der xBox liegt (liegen sollte). Und auch wenn alle über PS Now schimpfen, für mich ist es eine sehr kostengünstige Variante um dort verpasste Titel zu zocken.
Mein Jahresplan ist daher die Bibliothek von PS Now. Was mir dann noch fehlt wird so im Sale später mal gekauft. Und die PS5 kommt auch erst ins Haus, wenn der Support für die PS4 eingestellt wird (sprich hier keine neuen Spiele mehr erscheinen).

Ich hoffe das bringt mir allgemein Erleichterung :)
 
Führt hier jemand regelmäßig ein Haushaltsbuch? Papierhaft, als Software oder vielleicht sogar als Funktion im Online-Girokonto?

Ich bräuchte mal ein paar Software-Tipps und Erfahrungswerte, damit ich das generell etwas transparenter gestalten kann.
 
Führt hier jemand regelmäßig ein Haushaltsbuch? Papierhaft, als Software oder vielleicht sogar als Funktion im Online-Girokonto?

Ich bräuchte mal ein paar Software-Tipps und Erfahrungswerte, damit ich das generell etwas transparenter gestalten kann.
Ich würde erstmal mit den planbaren Ausgaben anfangen. So schafft man sich einen Überblick welche Zahlungen in welchem Monat fällig werden. Viele sind danach überrascht was schon geplant an Geld ausgegeben wird.

Mein erster Versuch war es über die App meiner Bank zu Kategorisieren, wenn man das Handy wechselt sind alle Daten weg. Mein zweiter Versuch zum Haushaltsbuch habe ich hiermit gestartet.
https://frugalisten.de/mein-haushaltsbuch-mit-google-tabellen/
Die recht strickte Einteilung fand ich auf längere Sicht aber nervend und sehr Zeitaufwändig. Was ist z.B. der Einkauf bei DM wenn ich Müsli und Essigreiniger kaufe? Lebensmittel oder was anderes? Sollte man auch noch die einzelnen Beträge der Kassenbons auswerten? Inzwischen addiere ich nur noch die Firmen bzw. nach deren Oberbegriff. So habe ich einen groben Überblick wieviel Geld für was ausgegeben wird. Das erledige ich in einer einfachen Excel-Liste, da ich auch nicht meine Giro-Konten in andere Software importieren möchte.
 
Mein Vater war Bänker und man kann sich eventuell vorstellen, wie ich da erzogen wurde. Jedes verdiente oder geschenkt bekommene Geld (Minijobs, Geburtstag, Weihnachten etc.) wurde gespart und ich habe schon früh jede Ausgabe genau auf Notwendigkeit geprüft. Meiner Familie ging es finanziell gut, trotzdem wurde Geld immer sehr sparsam eingesetzt.

Beispielsweise Spielzeuge, die ich als Kinde bekommen habe, wurden von mir mit Samthandschuhen angefasst und waren etwas Besonderes. Wenn davon etwas kaputt gegangen ist, war das für mich immer ein Drama. Nicht weil ich von meinen Eltern Ärger bekommen hätte, sondern weil ich wusste, dass das Geld gekostet hat, nicht einfach so auf Bäumen wächst und meine Eltern dafür arbeiten mussten.

Ich bin froh, so bodenständig aufgezogen worden zu sein und früh den Umgang mit Geld beigebracht bekommen zu haben. In meinem Freundeskreis aus Schulzeiten lief das teilweise ganz anders. Da wurde schnell ein teures Auto, immer das neuste Handy, Markenklamotten, etc. von den Eltern bereit gestellt. Damals hat man sich dann natürlich verglichen und es gab auch einen gewissen Gruppenzwang. Glücklicherweise konnte ich mich da meist selber raus ziehen und mit dem glücklich sein, was ich hatte. Wenn ich heute auf einem Klassentreffen die alten Kollegen wiedersehe, dann sind da einige ganz schön tief gefallen, denn das Stehen auf eigenen Beinen ist dann doch was ganz anderes als das behütete Wohnen bei Mama und Papa. Und wenn man dann nicht rechtzeitig seinen Lebensstil an die finanziellen Begebenheiten anpasst, gibt das unter Umständen ein böses Erwachen.

Mittlerweile habe ich einen guten Job und verdiene selber gutes Geld. Trotzdem habe ich meine Einstellung Geld gegenüber nicht geändert. Ausgaben werden genau hinterfragt, ob sie wirklich notwendig sind. Teilweise finde ich meine Einstellung allerdings selber zu krass und ich halte mich für zu sparsam.
Ich arbeite 50 Stunden die Woche. Am Wochenende muss ich mich dann um Haushalt und Garten kümmern. Somit bleibt auch relativ wenig Zeit und Gelegenheit, das verdiente Geld tatsächlich auszugeben. Das Geld sammelt sich auf dem Konto, wo es mittlerweile auch keine Zinsen mehr gibt. Sparen über ein notwendiges Sicherheits-Polster hinaus macht dadurch eigentlich nur noch wenig Sinn.
Und so häufig denke ich mir, du könntest dir mal ein neues Tablet, ein neues Spiel oder neue Schuhe gönnen, trotzdem sagt mir mein Kopf immer, dass es nicht nötig ist. Ich kann das Sparen nicht aus meinem Kopf bekommen.

Ich denke, es kommt immer auf die Verhältnisse an. Wer mehr Geld zur Verfügung hat, kann auch mehr konsumieren. Das ist einfach so, denn Geld ist zum Leben da. Man sollte allerdings die richtige Balance finden und die Lebenshaltungskosten sollten immer Vorrang vor Luxusgütern haben. Man sollte auch nicht über seinen Verhältnissen leben, aber man sollte auch nicht, so wie ich, unnötigerweise zu sparsam sein.
 
Boah das wär mir zu anstrengend.

mir ist Geld ehrlich gesagt ziemlich wumpe was man auch daran sieht dass ich immer sehr viel Trinkgeld gebe :D

sich seinen Kopf über Geld zu zermatern wenn es nicht sein muss find ich ziemlich unnötig.
Wie ma. So schön sagt: das letzte Hemd hat keine Taschen.
 
So, der Januar ist gelaufen. Es lief sehr gut, bis gestern. Gestern dann eher semi-gut - wenn man ganz ehrlich ist: sogar richtig schlecht. Der größte Teil meines Geldes ist bis dato für Lebensmittel und Haushaltswaren drauf gegangen und so soll es eigentlich für mich aktuell auch sein.

Ich habe mir einen neuen Release-Titel gekauft, der jedoch geplant war, und mir auch einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir einen Rock schneidern lassen. "Leider" gab es noch ein super Angebot für einen Bisaknosp-Amiibo. Definitiv eine unnütze Anschaffung, aber er ist so hübsch :( Wenn ich das an Luxusgütern jetzt hochrechne, sind das insgesamt nicht mal 200 Euro, was definitiv okay ist.

So und jetzt kommen wir zum Tag meiner Schande: Zum einen habe ich mir das Ring Fit Adventure noch geholt, weil es endlich mal wieder verfügbar und im Angebot war - was ja noch okay ist - zum anderen ... und jetzt schäme ich mich wirklich ein bisschen, aber ich will ja an mir arbeiten und niemandem was vormachen :traurig:

Ich habe eine Switch Zuhause und ab März noch eine. Ich habe gestern wirklich sehr sehr lange überlegt und mir letztendlich abends doch die Animal Crossing Switch vorbestellt. Ich hoffe auf jeden Fall, dass das meine unnützeste Ausgabe im Jahr 2020 gewesen sein wird und, dass nicht noch mehr dazu kommt. Dass es den Einkauf absolut nicht gebraucht hat ist mir auf jeden Fall klar. Meine aktuelle Switch werde ich dann im März verkaufen. Joah, wie gesagt, semi-gut bis schlecht lief es im Januar, aber ich werde im März so glücklich sein :(

Ansonsten bin ich aktuell in einer ziemlichen Entrümpelungsphase und trenne mich von vielen Dingen. Zumindest kann ich dahingehend sagen, dass im Januar mehr Dinge aus meinem Leben verschwanden, als dazu kamen.
 
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