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Bundestagswahl 2025 - Wahlkampf, Trends, Umfragen, Meinungen

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    Stimmen: 3 3,1%

  • Umfrageteilnehmer
    98

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Nichts für ungut, aber das kannst du mit deinen 38 Jahren überhaupt nicht beurteilen. Ich persönlich würde die Zeit auch nicht mehr zurückdrehen wollen – obwohl ich gerne noch mal jung wäre. Ich bevorzuge ein Leben im Hier und Jetzt mit all seinen Vorzügen.

Wenn heute jemand sagt, früher in der DDR ging es ihm besser, dann empfindet er das eben so. Wo liegt das Problem? Fakt ist: Das Leben in der DDR war einfacher. Nach der Schule bekam man eine Lehrstelle und konnte anschließend bis zur Rente im selben Betrieb arbeiten. Niemand musste Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben, und das Leben war eigentlich bis zur Rente durchstrukturiert. Man musste sich um nichts weiter kümmern.

Geldprobleme gab es kaum, weil die Lebenshaltungskosten extrem niedrig waren. Solche krassen sozialen Unterschiede wie heute gab es nicht. Gerade in ländlichen Gegenden führte das zu einem guten Miteinander. Die Leute trafen sich im Konsum oder in der Kneipe, um zu quatschen. Solche Treffpunkte gibt es heute auf den Dörfern gar nicht mehr, weil sie alle schließen mussten.

Durch die soziale Ungleichheit sind die Menschen heute weniger offen; man zieht sich mehr zurück, was auch zu Verbitterung führen kann. Viele hatten ein unbeschwertes Leben in der DDR und waren zufrieden – so ging es mir auch, selbst wenn ich oft über den Staat gemeckert habe.

Wer nicht in der DDR gelebt hat, kann das überhaupt nicht beurteilen. Ich denke, die meisten Menschen sind glücklich, dass die Mauer gefallen ist, und würden sich kein Leben in der DDR mehr wünschen – mich eingeschlossen. Aber wer das nicht miterlebt hat, sollte einfach nicht abfällig über Leute sprechen, die nostalgisch auf diese Zeit zurückblicken.

Und das ist, finde ich persönlich, ein Problem das viele aus dem Osten immer noch haben. Das Leben in der DDR Diktatur wurde bis heute nicht aufgearbeitet, wie es mit der Nazi Zeit gemacht wurde. Wenn ich heute immer die Sendungen mit den Rückblenden sehe, wird mir da die DDR Zeit viel zu unkritisch gesehen. Als hätte es früher einfach nur zwei deutsche Systeme gegeben die halt bißchen unterschiedlich waren. Das das eine ne Diktatur war wird irgendwie ausgeblendet. Erinnert mich immer ein bißchen wenn Opa und Oma von früher erzählt haben und gesagt haben, beim Adolf war auch nicht alles schlecht.
 
Du weißt das natürlich alles besser, immerhin hast du "mehr als genug Schilderungen bekommen", die selbstverständlich völlig objektiv und keineswegs so verklärt wie meine Erinnerungen sind.
 
Du weißt das natürlich alles besser, immerhin hast du "mehr als genug Schilderungen bekommen", die selbstverständlich völlig objektiv und keineswegs so verklärt wie meine Erinnerungen sind.

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Das Problem ist doch eher, dass die DDR nicht nur heute sondern schon immer viel zu sehr verklärt wurde un die alte BRD das toleriert und zum Teil befeuert hat. Das hat dazu geführt, dass das Unrecht nie flächendeckend richtig aufgearbeitet wurde. Bis heute hat man oft den Eindruck, die DDR war, wenn überhaupt, eine irgendwie gemütliche Diktatur light. Mit knuffigen Möbeln, die heute wieder trendig sind und bescheiden paradiesischen Lebensumständen, in denen alle gleich waren. Und das ist alles Bullshit, und vor allem die verklärte Erinnerung der Angepassten, die auch noch 40 Jahre lang weiter in der DDR gelebt hätten und nie den Mut gehabt hätten, gegen das System auf die Straße zu gehen. Und viele von diesen Menschen wählen heute die AfD und wünschen sich einen starken Staat der alles für sie regelt und ein solches Märchenland wieder um sie herum aufbaut.

edit: Nebiros hats ja oben auch schon geschrieben. Hätte ich mir sparen können
 
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Höre gerade das Hörbuch von der Mama Merkel. Und da geht es zum Teil ja auch um ihre Zeit in der DDR. Da wird einem das auch wieder bewusst. Wenn sie da bei einem Vorstellungsgespräch für eine Job an der Uni befragt wird, ob sie bereit wäre Infos über Studenten an die Stasi weiter zu geben. Die Sache mit der Bürgerüberwachung war echt krass. Wird heute kaum noch thematisiert
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Problem ist doch eher, dass die DDR nicht nur heute sondern schon immer viel zu sehr verklärt wurde un die alte BRD das toleriert und zum Teil befeuert hat.
Wenn ich heute immer die Sendungen mit den Rückblenden sehe, wird mir da die DDR Zeit viel zu unkritisch gesehen.
Ihr seid anscheinend in einer anderen Bundesrepublik aufgewachsen als ich. Ich bin Jahrgang 87, also Schulzeit in den 90ern und Nullerjahren. DDR war für mich in der Schulzeit ausschließlich (!) negativ verknüpft. DDR war für mich Mauerbau, Einsperren der eigenen Bürger, Schießbefehl, Stasi, allgemein Mangel an allem, berühmtestes Beispiel immer die Bananen. Dass es in der DDR auch sowas wie einen weitestgehend unbeschwerten Alltag gegeben haben konnte, dass es in der DDR auch Sachen gab die gut funktioniert haben, geschweige denn sogar besser gewesen sein mögen als in der BRD, davon hab ich lange Zeit überhaupt nichts erfahren. Das kam dann irgendwann tatsächlich erst durch diese RTL Shows, durch die glaube ich auch der Begriff "Ostalgie" erst so richtig geprägt wurde (zumindest für mich). Vorher kannte ich das "Phänomen" definitiv nicht. So einen richtigen Einblick in den Alltag - positiv wie negativ - hab ich tatsächlich durch den Podcast Staatsbürgerkunde erhalten - da war ich schon Mitte 20.
 
Ihr seid anscheinend in einer anderen Bundesrepublik aufgewachsen als ich. Ich bin Jahrgang 87, also Schulzeit in den 90ern und Nullerjahren. DDR war für mich in der Schulzeit ausschließlich (!) negativ verknüpft. DDR war für mich Mauerbau, Einsperren der eigenen Bürger, Schießbefehl, Stasi, allgemein Mangel an allem, berühmtestes Beispiel immer die Bananen. Dass es in der DDR auch sowas wie einen weitestgehend unbeschwerten Alltag gegeben haben konnte, dass es in der DDR auch Sachen gab die gut funktioniert haben, geschweige denn sogar besser gewesen sein mögen als in der BRD, davon hab ich lange Zeit überhaupt nichts erfahren. Das kam dann irgendwann tatsächlich erst durch diese RTL Shows, durch die glaube ich auch der Begriff "Ostalgie" erst so richtig geprägt wurde (zumindest für mich). Vorher kannte ich das "Phänomen" definitiv nicht. So einen richtigen Einblick in den Alltag - positiv wie negativ - hab ich tatsächlich durch den Podcast Staatsbürgerkunde erhalten - da war ich schon Mitte 20.

Ich kenne diese Shows nicht, aber offenbar hat RTL da ja einen Markt für gesehen. Die Verklärung dieser Zeit gab es im Osten immer und wurde nicht erst durch diese Shows erzeugt. Hier in Berlin ist man da von Anfang an wohlmöglich näher dran gewesen als bei dir tief im Westen. Diese Aufarbeitung des Unrechts und wie die SED-Diktatur wirklich funktionierte, die gab es in den neuen Ländern und in der deutschen Öffentlichkeit in meinen Augen nur unzureichend. Noch wichtiger ist aber, dass eine gesellschaftliche Vorbereitung/ Hilfestellung der ehemaligen Bürger der DDR, um sich sicher in eine Demokratie einzufügen so gut wie gar nicht stattgefunden hat. Man hat dafür die alten Methoden der politischen Bildung aus dem Westen überführt, die aber nach 40 Jahren ideologischer Erziehung durch ein sozialistisches Regime gar nicht greifen konnten. Das bedeutet, dass aus der breiten Masse der angepassten Bürger der DDR, in der es nach 1990 immer auch ein großes Bedürfnis nach einem starken, autoritären Staat gab, sich nie eine starke Zivilgesellschaft herausbilden konnte, wie wir das in den westlichen Bundesländern haben. Und das ist auch mit ein Grund, warum die AfD ganz besonders in den ostdeutschen Bundesländern stark ist. Die AfD nennt das dann ganz gezielt so, dass es im Osten keinen kolonialistischen Schuldkomplex gibt.
 
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In meiner Jugend kannte ich wirklich niemanden, der positiv über die DDR gesprochen hat. In der Schule wars wie bei Mingo, es wurde der Unrechtsstaat behandel. Ich wüsste allerdings auch nicht, was groß positives in den Lehrplan der Realschule, oder Gymnasium passen könnte.

Das "Früher war ja auch nicht alles schlecht" immer häufiger gesagt wird, kenne ich in Bezug auf die DDR tatsächlich erst seit ein paar Jahren. Und auch, dass dieses Positive so überhöht wird genauso. Von meiner Familie kenn ich sowas aber zum Glück nicht, auch wenn sie teils derbe auf die Regierung schimpfen.
 
Meine Schwiegereltern und deren Familie haben bis auf ein Onkel nach der Wende Sachsen verlassen. Sie erzählen natürlich auch von den schönen Dingen aber im Großen und Ganzen haben die hier bei 0 angefangen. Ohne Freunde und ohne Job. Umschulungen und alles von neu aufbauen. Die BRD war eine Ellenbogen Gesellschaft. Da muss du wohl auch zurecht kommen. Dafür könnte man sich dann später auch Mal einen Urlaub leisten oder ein Auto etc. Ich denke das vergessen auch viele die wohl in den 0er Jahren geboren wurden.
 
Meine Schwiegereltern und deren Familie haben bis auf ein Onkel nach der Wende Sachsen verlassen. Sie erzählen natürlich auch von den schönen Dingen aber im Großen und Ganzen haben die hier bei 0 angefangen. Ohne Freunde und ohne Job. Umschulungen und alles von neu aufbauen. Die BRD war eine Ellenbogen Gesellschaft. Da muss du wohl auch zurecht kommen. Dafür könnte man sich dann später auch Mal einen Urlaub leisten oder ein Auto etc. Ich denke das vergessen auch viele die wohl in den 0er Jahren geboren wurden.

Aber Urlaub und Auto war doch auch i. Osten möglich. Also wir sind jedenfalls auch jedes Jahr in Urlaub gefahren und nach unserem Wartburg hatten meine Eltern einen Hyundai. Also so schlecht gings uns in der "Zone" auch nicht, oder hab ich deinen Beitrag diesbezüglich falsch verstanden? Klingt jedenfalls so, als hätte sich deine Familie das nur leisten können, weil sie in den Westen sind. Bitte korrigiere mich, falls ich das falsch verstanden hab.
 
Dieses Klischee, der Westen wäre eine Ellenbogengesellschaft und der Osten entsprechend eine Solidargemeinschaft(?)… ist doch auch sehr selektiv wahrgenommen. Entspricht zumindest nicht meiner Lebenserfahrung.
 
Aber Urlaub und Auto war doch auch i. Osten möglich. Also wir sind jedenfalls auch jedes Jahr in Urlaub gefahren und nach unserem Wartburg hatten meine Eltern einen Hyundai. Also so schlecht gings uns in der "Zone" auch nicht, oder hab ich deinen Beitrag diesbezüglich falsch verstanden? Klingt jedenfalls so, als hätte sich deine Familie das nur leisten können, weil sie in den Westen sind. Bitte korrigiere mich, falls ich das falsch verstanden hab.
Dazu gibt's auch eine Staatsbürgerkunde-Folge: https://www.staatsbuergerkunde-podcast.de/sbk006-urlaub/
 
Aber Urlaub und Auto war doch auch i. Osten möglich. Also wir sind jedenfalls auch jedes Jahr in Urlaub gefahren und nach unserem Wartburg hatten meine Eltern einen Hyundai. Also so schlecht gings uns in der "Zone" auch nicht, oder hab ich deinen Beitrag diesbezüglich falsch verstanden? Klingt jedenfalls so, als hätte sich deine Familie das nur leisten können, weil sie in den Westen sind. Bitte korrigiere mich, falls ich das falsch verstanden hab.
Sind ja die Erzählungen meiner Schwiegereltern. Hab aber nie Bilder vom Urlaub im Ausland gesehen. Immer nur Ostsee. Und nen Trabi hat mein Schwiegervater auch.
Die erzählen nicht das dort früher alles besser war. Man merkt aber heute noch das man viel durch tauschen und organisieren möglich machen konnte was man hier dann einfach kaufen kann
 
Ich habe schon manchmal das Gefühl als ob die AFD im Westen eine Partei unter 5% wäre. Ja sie holen weniger als im Osten aber ihr kennt schon auch die Zahlen der Wahlen in Hessen und Bayern?Sie wäre nicht annähernd so stark wenn sie nur im Osten immer höheren Zuspruch hätten
 
Ich habe schon manchmal das Gefühl als ob die AFD im Westen eine Partei unter 5% wäre. Ja sie holen weniger als im Osten aber ihr kennt schon auch die Zahlen der Wahlen in Hessen und Bayern?Sie wäre nicht annähernd so stark wenn sie nur im Osten immer höheren Zuspruch hätten

Ja gut Bayern hat halt auch CSU 44% die (=die Bayern) kann ich ja selbst als "Bayer" nicht ernst nehmen.
 
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