Nimble
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Hi Leute.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber ich muss mir etwas von der Seele schreiben. In meinem Kopf rasen 1000 Gedanken durcheinander. Alles fühlt sich unwirklich an. Warum?
Dabei fing es so harmlos an. Im September hatte ich meinen zweiten Bandscheibenvorfall. Physio hier, Physio da. Aber keine große Besserung. Mein Gangbild verschlechterte sich zunehmend.
Vor drei Wochen dann ein fieser Sturz. Ich bin zu Hause so dermaßen heftig gegen eine Tür geflogen, dass diese aus den Angeln brach. Die Schmerzen waren nicht von dieser Welt. Meine Frau hat den Schreck ihres Lebens bekommen und sofort einen RTW gerufen, weil ich vor Schmerz kaum noch Luft bekommen habe und meine Beine kaum noch gespürt habe.
Die Nacht in der Notaufnahme war wie aus einem schlechten Film. Nach acht Stunden hat mich dann mal ein Arzt angeschaut und mir Schmerzmittel gegeben. Ich würde geröntgt und nach Hause geschickt, weil nichts zu finden war (doch dazu später mehr).
Die Wochen vergingen, ohne Besserung. Chronische Schmerzen bestimmten meinen Alltag. Ohne fremde Hilfe konnte ich nicht mehr gehen. Generell habe ich bei allem Hilfe benötigt.
Also wieder zum Orthopäden und um Hilfe gebeten. Habe eine Einweisung fürs Bundeswehr Krankenhaus bekommen (das beste was mir in dieser Situation passieren konnte).
Am Dienstag Morgen bin ich stationär aufgenommen worden. Und direkt startete eine unglaublich intensive Untersuchungs-Maschinerie. MRT, Ultraschall, Blutabnahme, diverse Gespräche und Untersuchungen. Wirklich ohne Ende. Jeder Arzt hat sich irre viel Zeit genommen, viele Fragen gestellt und aufmerksam zugehört. Habe noch nie mit so netten und aufmerksamen Ärzten zu tun gehabt. Das gesamte Personal ist eine 10/10.
Am ersten Tag fiel bereits mehrfach der Satz "Mit Bandscheibe haben Ihre Probleme nichts zu tun". Da wird man hellhörig und 'nervös'. Am zweiten Tag folgten noch sehr viele weitere Untersuchungen. Es nahm kein Ende. Ich war jeden Tag 7-8 Stunden nur mit Untersuchungen und Gesprächen beschäftigt. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob die Ärzte auch für andere Patienten da sind. Es fühlte sich so an, als ob die nur für mich da sind. Das soll nicht egoistisch klingen, sondern nur aufzeigen wie intensiv das alles war. Am Abend des zweiten Tages wurde eine Verdachtsprognose ausgesprochen, wo ich schon schlucken musste.
Die Nacht konnte ich kaum schlafen. Die halbe Nacht habe ich die Diagnose recherchiert und mir Sorgen gemacht. Viele Puzzleteile würden zu gut passen.
Am dritten Tag hatte ich bereits drei MRTs hinter mir, eines davon vom Kopf, Ultraschall, CT, eine Lumbalpunktion bei der Rückenmark Flüssigkeit entnommen wird, 17! Fläschen Blut wurden abgenommen und vermutlich noch mehr weil ich gerade nicht alles auf die Reihe bekomme. Dabei hat man durch Zufall herausgefunden, dass ich mir bei dem Sturz vor drei Wochen einen Wirbel der Wirbelsäule gebrochen habe. Wurde damals halt einfach übersehen. Auch geil. Aber das ist nicht der Knackpunkt. Nur ein weiteres Problem, welches neben dem eigentlichen Thema praktisch keine Rolle spielt.
Heute, 14.30 Uhr, standen zwei Ärzte vor mir. Mit ernster Miene "Wir sollten uns unterhalten."
Lange Rede kurzer Sinn, die Verdachtsprognose hat sich bestätigt. Ich habe Multiple Sklerose. Ich werde nie wieder ohne Probleme laufen können. "Die Zeit lässt sich nicht zurück drehen". Ich fühle mich wie im Film. Alles wirkt plötzlich so unwirklich. Ich fühle mich wie Walter White. Meine Gedanken geben Vollgas. Es wird schwierig sich auf das Gespräch zu konzentrieren. Mein Leben wird sich radikal verändern. Ich werde auf Hilfe angewiesen sein. In meinem Beruf werde ich nicht mehr arbeiten können. Nach einer halben Stunde verlassen die Ärzte mein Zimmer, die Tür geht zu, mir kommen die Tränen. Fünf Minuten später kommt meine Frau zur Tür rein und weiß noch nicht was los ist. Wir weinen gemeinsam.
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Aber ich muss mir etwas von der Seele schreiben. In meinem Kopf rasen 1000 Gedanken durcheinander. Alles fühlt sich unwirklich an. Warum?
Dabei fing es so harmlos an. Im September hatte ich meinen zweiten Bandscheibenvorfall. Physio hier, Physio da. Aber keine große Besserung. Mein Gangbild verschlechterte sich zunehmend.
Vor drei Wochen dann ein fieser Sturz. Ich bin zu Hause so dermaßen heftig gegen eine Tür geflogen, dass diese aus den Angeln brach. Die Schmerzen waren nicht von dieser Welt. Meine Frau hat den Schreck ihres Lebens bekommen und sofort einen RTW gerufen, weil ich vor Schmerz kaum noch Luft bekommen habe und meine Beine kaum noch gespürt habe.
Die Nacht in der Notaufnahme war wie aus einem schlechten Film. Nach acht Stunden hat mich dann mal ein Arzt angeschaut und mir Schmerzmittel gegeben. Ich würde geröntgt und nach Hause geschickt, weil nichts zu finden war (doch dazu später mehr).
Die Wochen vergingen, ohne Besserung. Chronische Schmerzen bestimmten meinen Alltag. Ohne fremde Hilfe konnte ich nicht mehr gehen. Generell habe ich bei allem Hilfe benötigt.
Also wieder zum Orthopäden und um Hilfe gebeten. Habe eine Einweisung fürs Bundeswehr Krankenhaus bekommen (das beste was mir in dieser Situation passieren konnte).
Am Dienstag Morgen bin ich stationär aufgenommen worden. Und direkt startete eine unglaublich intensive Untersuchungs-Maschinerie. MRT, Ultraschall, Blutabnahme, diverse Gespräche und Untersuchungen. Wirklich ohne Ende. Jeder Arzt hat sich irre viel Zeit genommen, viele Fragen gestellt und aufmerksam zugehört. Habe noch nie mit so netten und aufmerksamen Ärzten zu tun gehabt. Das gesamte Personal ist eine 10/10.
Am ersten Tag fiel bereits mehrfach der Satz "Mit Bandscheibe haben Ihre Probleme nichts zu tun". Da wird man hellhörig und 'nervös'. Am zweiten Tag folgten noch sehr viele weitere Untersuchungen. Es nahm kein Ende. Ich war jeden Tag 7-8 Stunden nur mit Untersuchungen und Gesprächen beschäftigt. Irgendwann habe ich mich gefragt, ob die Ärzte auch für andere Patienten da sind. Es fühlte sich so an, als ob die nur für mich da sind. Das soll nicht egoistisch klingen, sondern nur aufzeigen wie intensiv das alles war. Am Abend des zweiten Tages wurde eine Verdachtsprognose ausgesprochen, wo ich schon schlucken musste.
Die Nacht konnte ich kaum schlafen. Die halbe Nacht habe ich die Diagnose recherchiert und mir Sorgen gemacht. Viele Puzzleteile würden zu gut passen.
Am dritten Tag hatte ich bereits drei MRTs hinter mir, eines davon vom Kopf, Ultraschall, CT, eine Lumbalpunktion bei der Rückenmark Flüssigkeit entnommen wird, 17! Fläschen Blut wurden abgenommen und vermutlich noch mehr weil ich gerade nicht alles auf die Reihe bekomme. Dabei hat man durch Zufall herausgefunden, dass ich mir bei dem Sturz vor drei Wochen einen Wirbel der Wirbelsäule gebrochen habe. Wurde damals halt einfach übersehen. Auch geil. Aber das ist nicht der Knackpunkt. Nur ein weiteres Problem, welches neben dem eigentlichen Thema praktisch keine Rolle spielt.
Heute, 14.30 Uhr, standen zwei Ärzte vor mir. Mit ernster Miene "Wir sollten uns unterhalten."
Lange Rede kurzer Sinn, die Verdachtsprognose hat sich bestätigt. Ich habe Multiple Sklerose. Ich werde nie wieder ohne Probleme laufen können. "Die Zeit lässt sich nicht zurück drehen". Ich fühle mich wie im Film. Alles wirkt plötzlich so unwirklich. Ich fühle mich wie Walter White. Meine Gedanken geben Vollgas. Es wird schwierig sich auf das Gespräch zu konzentrieren. Mein Leben wird sich radikal verändern. Ich werde auf Hilfe angewiesen sein. In meinem Beruf werde ich nicht mehr arbeiten können. Nach einer halben Stunde verlassen die Ärzte mein Zimmer, die Tür geht zu, mir kommen die Tränen. Fünf Minuten später kommt meine Frau zur Tür rein und weiß noch nicht was los ist. Wir weinen gemeinsam.
