Ich arbeite ja in der stationären Jugendhilfe als Gruppenleitung und muss mir meine aktuelle Situation jetzt einfach mal vom Gemüt schreiben:
Seit 2015 arbeiten wir im Stammteam zu 4. (inkl. mir) und die zwei anderen Stellen konnten seitdem nie wirklich zuverlässig besetzt werden, da es mit den Mitarbeitern nie so richtig geklappt hat oder der Zufall zugeschlagen hat. Teilweise haben wir auch immer wieder mit zu wenig Personal gearbeitet. Kurzer Auszug:
- 3x Schwangerschaft. Die Mitarbeiterinnen haben danach andere Stellen angetreten
- 3 Mitarbeiter mussten wir in andere Gruppenhäuser abgeben, um dortige Teams zu unterstützen/neu aufzubauen
- 2 wurden nach dem befristeten Arbeitsverhältnis nicht übernommen, da die Arbeitsleistung unterirdisch war
- einer kam von einem anderen Gruppenhaus nach einer längeren Krankheitsphase (psychisch), war ein Jahr bei uns, es hat wunderbar harmoniert (+es war ein Mann!) und bekam dann ein perfektes Jobangebot, bei dem er sein Hobby zum Beruf machen konnte. Er ist nun Social Media Manager bei einem Drohnenhersteller und dort u.a. für die komplette Foto- und Videoproduktion zuständig - kein Schichtdienst - deutlich mehr Gehalt.
- 2 Mitarbeiterinnen (vorher Kindergarten und Krippe) wollten sich im Abenteuer Jugendhilfe probieren, wurden nicht glücklich und haben dementsprechend wieder gekündigt.
- ein Mitarbeiter hat aufgrund von psychischen Problemen gekündigt
- die Dame, die letzten Oktober angefangen hat, hat direkt im Dezember wieder gekündigt und arbeitet nun im Jugendamt. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass das ein abgekartetes Spiel war und die Stelle im Jugendamt, die sich eigentlich wollte, erst im Januar frei wurde und wir eben die Übergangslösung waren.
Aktuell werden diese beiden Stellen durch eine Kollegin, die einrichtungsintern von einem Mo-Fr 08-13 Uhr Job zu uns versetzt wurde und einer Berufspraktikantin (so heißen Erzieher, die sich im letzten praktischen Ausbildungsjahr befinden) besetzt. Die ältere Kollegin hat nun aufgrund der Schichttätigkeit gekündigt (hat sie vorher auch so angekündigt) und ist noch einschließlich Juni bei uns (6 Mitarbeiter -1).
Eine Mitarbeiterin (45 Jahre in der Einrichtung !!!) geht im August in Rente (6-2).
Eine weitere Kollegin (17 Jahre im Team), welche im Dezember 60 wird, hat ebenfalls gekündigt, weil sie gesundheitliche Probleme hat, eine lange Fahrtstrecke zur Einrichtung, pflegt ihre Mutter noch nebenbei und ihr einige Dinge, u.a. wie sich die Einrichtung entwickelt, nicht gefallen - macht 6-3. Sie bleibt bis einschließlich November.
Letzte Woche Donnerstag, nach einem gruppeninternen Personalgespräch, eröffnete mir die vierte Stammkollegin das sie Schwanger ist: 6-4
. Sie ist nun im Beschäftigungsverbot und wird nach der Elternzeit nicht wieder zurückkommen
Für die Kollegin die in Rente geht, bekomme ich ab November eine neue Kollegin, frisch von der Hochschule, d.h. wir sind, vorausgesetzt die Berufspraktikantin möchte nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat in den Team bleiben, ab November zu 3, zwei davon Berufseinsteiger.
Meinem Chef hab ich erstmal kommuniziert, dass ich unter den Umständen nicht weiß, ob ich nochmal ein Team von 0 auf aufbauen möchte und das ich mich aktuell auch nicht dazu in der Lage sehe. Das jahrelange Einarbeiten von Mitarbeitern zehrt massiv an den körperlichen und psychischen Ressourcen und das merke ich vorallem seit dem vergangenem Jahr. Bei uns in der Familie ist seit Oktober ständig irgendjemand krank: Erkältung, Grippe, Scharlach, Magen-Darm, etc. - das schlaucht echt extrem! Ich habe jetzt in den bayrischen Pfingsferien zwei Wochen frei und wir setzen uns danach nochmal zusammen, um die Lage zu besprechen. Bis dahin kann er sich Gedanken zum Personal machen und ich mich mit anderen Stellen auseinandersetzen. Das, was ich da aber bisher mitbekommen habe, haut mich alles nicht wirklich um (Jugendamt, Sozialdienst in einer Haftanstalt, Beratungsstelle, Einrichtungsleitung eines Kinderhortes) denn vorallem finanziell muss ich dann auf jeden Fall Abstriche machen, da die ganzen Schichtzulagen wegfallen, was mir auch klar ist. Aber auch weiterhin würde ich, wenn man nach den finanziellen Aspekten, die in den Stellenbeschreibungen beschrieben werden geht, auf jeden Fall weniger verdienen - typsch sozialer Bereich. Selbst im Jugendamt wären das mal eben 500€ Brutto weniger und das ist in meiner familiären Situation echt ein Haufen Geld, auf den ich ungern verzichten möchte, da wir noch einiges an unserem Haus machen müssen.
Mein eigentlicher Plan sah es vor abzuwarten bis unsere Einrichtungsleitung in Rente geht (er ist 63), dann wird mein Vorgesetzter eventuell dessen Nachfolger und ich dessen Nachfolger als Erziehungsdienstleiter (zuständig für die pädagogische und die Personalplanung in der Einrichtung). Selbstständiges Arbeiten, Außenkontakte, eigenes Büro, abwechslungsreiches Arbeiten, Arbeitszeiten von Mo-Fr und mehr Gehalt als jetzt. Falls das nicht klappen würde, hätte ich mich sowieso nach etwas Anderem umgesehen, da ich nicht bis zu meiner Rente im Schichtdienst arbeiten möchte.
Seit 2015 arbeiten wir im Stammteam zu 4. (inkl. mir) und die zwei anderen Stellen konnten seitdem nie wirklich zuverlässig besetzt werden, da es mit den Mitarbeitern nie so richtig geklappt hat oder der Zufall zugeschlagen hat. Teilweise haben wir auch immer wieder mit zu wenig Personal gearbeitet. Kurzer Auszug:
- 3x Schwangerschaft. Die Mitarbeiterinnen haben danach andere Stellen angetreten
- 3 Mitarbeiter mussten wir in andere Gruppenhäuser abgeben, um dortige Teams zu unterstützen/neu aufzubauen
- 2 wurden nach dem befristeten Arbeitsverhältnis nicht übernommen, da die Arbeitsleistung unterirdisch war
- einer kam von einem anderen Gruppenhaus nach einer längeren Krankheitsphase (psychisch), war ein Jahr bei uns, es hat wunderbar harmoniert (+es war ein Mann!) und bekam dann ein perfektes Jobangebot, bei dem er sein Hobby zum Beruf machen konnte. Er ist nun Social Media Manager bei einem Drohnenhersteller und dort u.a. für die komplette Foto- und Videoproduktion zuständig - kein Schichtdienst - deutlich mehr Gehalt.
- 2 Mitarbeiterinnen (vorher Kindergarten und Krippe) wollten sich im Abenteuer Jugendhilfe probieren, wurden nicht glücklich und haben dementsprechend wieder gekündigt.
- ein Mitarbeiter hat aufgrund von psychischen Problemen gekündigt
- die Dame, die letzten Oktober angefangen hat, hat direkt im Dezember wieder gekündigt und arbeitet nun im Jugendamt. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass das ein abgekartetes Spiel war und die Stelle im Jugendamt, die sich eigentlich wollte, erst im Januar frei wurde und wir eben die Übergangslösung waren.
Aktuell werden diese beiden Stellen durch eine Kollegin, die einrichtungsintern von einem Mo-Fr 08-13 Uhr Job zu uns versetzt wurde und einer Berufspraktikantin (so heißen Erzieher, die sich im letzten praktischen Ausbildungsjahr befinden) besetzt. Die ältere Kollegin hat nun aufgrund der Schichttätigkeit gekündigt (hat sie vorher auch so angekündigt) und ist noch einschließlich Juni bei uns (6 Mitarbeiter -1).
Eine Mitarbeiterin (45 Jahre in der Einrichtung !!!) geht im August in Rente (6-2).
Eine weitere Kollegin (17 Jahre im Team), welche im Dezember 60 wird, hat ebenfalls gekündigt, weil sie gesundheitliche Probleme hat, eine lange Fahrtstrecke zur Einrichtung, pflegt ihre Mutter noch nebenbei und ihr einige Dinge, u.a. wie sich die Einrichtung entwickelt, nicht gefallen - macht 6-3. Sie bleibt bis einschließlich November.
Letzte Woche Donnerstag, nach einem gruppeninternen Personalgespräch, eröffnete mir die vierte Stammkollegin das sie Schwanger ist: 6-4
Für die Kollegin die in Rente geht, bekomme ich ab November eine neue Kollegin, frisch von der Hochschule, d.h. wir sind, vorausgesetzt die Berufspraktikantin möchte nachdem sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat in den Team bleiben, ab November zu 3, zwei davon Berufseinsteiger.
Meinem Chef hab ich erstmal kommuniziert, dass ich unter den Umständen nicht weiß, ob ich nochmal ein Team von 0 auf aufbauen möchte und das ich mich aktuell auch nicht dazu in der Lage sehe. Das jahrelange Einarbeiten von Mitarbeitern zehrt massiv an den körperlichen und psychischen Ressourcen und das merke ich vorallem seit dem vergangenem Jahr. Bei uns in der Familie ist seit Oktober ständig irgendjemand krank: Erkältung, Grippe, Scharlach, Magen-Darm, etc. - das schlaucht echt extrem! Ich habe jetzt in den bayrischen Pfingsferien zwei Wochen frei und wir setzen uns danach nochmal zusammen, um die Lage zu besprechen. Bis dahin kann er sich Gedanken zum Personal machen und ich mich mit anderen Stellen auseinandersetzen. Das, was ich da aber bisher mitbekommen habe, haut mich alles nicht wirklich um (Jugendamt, Sozialdienst in einer Haftanstalt, Beratungsstelle, Einrichtungsleitung eines Kinderhortes) denn vorallem finanziell muss ich dann auf jeden Fall Abstriche machen, da die ganzen Schichtzulagen wegfallen, was mir auch klar ist. Aber auch weiterhin würde ich, wenn man nach den finanziellen Aspekten, die in den Stellenbeschreibungen beschrieben werden geht, auf jeden Fall weniger verdienen - typsch sozialer Bereich. Selbst im Jugendamt wären das mal eben 500€ Brutto weniger und das ist in meiner familiären Situation echt ein Haufen Geld, auf den ich ungern verzichten möchte, da wir noch einiges an unserem Haus machen müssen.
Mein eigentlicher Plan sah es vor abzuwarten bis unsere Einrichtungsleitung in Rente geht (er ist 63), dann wird mein Vorgesetzter eventuell dessen Nachfolger und ich dessen Nachfolger als Erziehungsdienstleiter (zuständig für die pädagogische und die Personalplanung in der Einrichtung). Selbstständiges Arbeiten, Außenkontakte, eigenes Büro, abwechslungsreiches Arbeiten, Arbeitszeiten von Mo-Fr und mehr Gehalt als jetzt. Falls das nicht klappen würde, hätte ich mich sowieso nach etwas Anderem umgesehen, da ich nicht bis zu meiner Rente im Schichtdienst arbeiten möchte.


