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Der Politikthread

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Ich fürchte, sowas gabs schon immer und versteckte sich nur für die meisten hinter Statistiken.

Wir haben hier eine ganz andere mediale Aufbereitung. Fast live dabei, aus x Blickwinkeln mit Ton und teilweise HD. War Tok machts möglich. Was hat man denn früher gehabt. Geschichtsbücher, Zeitungen, TV-Nachrichten, da war alles aufbereitet und irgendwie auch entschärft bzw. nicht in der Häufigkeit zu sehen. Heute erlebst Du in den sozialen Medien alles quasi hautnah, die Masse der Verbrechen ist "real".
 
hmm vielleicht habt ihr Recht. Hab mir mal z.B. die Zahlen der zivilen Opfer aus dem Irakkrieg angeschaut.
Da ist schon heftig.

Vermutlich hab ich es (Gott sei Dank) noch nie so heftig mitbekommen da inzwischen ja über SM eine ganz andere Berichtserstattung möglich ist.

Und die Ukrainie verwendet diese Bilder natürlich auch vermehrt um dadurch weitere Hilfe zu generieren, was ja legitim ist.
Schau dir auch dbzgl. gern mal die japanischen Kriegsverbrechen vor und während WW2 an. Speziell auch Einheit 731. Richtig kranker shit. Das war einfach ein 2tes nazi Deutschland was Gräueltaten anging.
 
Ist halt auch nicht so nah dran, oder halt ein paar Jahrzehnte her. Tschetschenien 100.000+ Tote, Jugoslawien 100.000+ Tote! Jemen, Sudan, Syrien Myanmar, etc. da kann man die Toten nicht mal mehr zählen. Interessiert bloß kaum jemand, weil es nicht vor der Haustür ist. Und das ist nur eine kleine Auswahl, der letzten Jahre. Zu glauben, daß es zu irgendeiner Zeit einmal einen „sauberen“ Krieg gab, ist naiv.

Interessanterweise sind die Kriege heutzutage vermutlich wirklich sauberer, als noch vor 400-500 oder gar 1.000 Jahren. Wer sich mal mit historischen Konflikten beschäftigt hat, weiß, wie schlimm Krieg vorher war. Aber das ist halt relativ. Krieg bleibt immer Krieg, und bleibt immer barbarisch!
 
Wir waren 1998 das erste Mal im Urlaub in Kroatien. Da gab es in vielen Gegenden noch geisterstädte mit völlig zerschossenen Häusern. Das war echt surreal und hat schon ein sehr mulmiges Gefühl hinterlassen.
 
Der Wahrheitsgehalt eines bei Twitter geposteten Handy-Videos sollte auch nicht zwingend mit der Realität verwechselt werden. Egal von welcher Seite es kommt.

Ein einziges Mal in der Geschichte der Kriege war es der Fall, dass sowas ähnliches wie die Wahrheit gezeigt wurde und das war (recht spät) im Vietnamkrieg. Nicht zuletzt das Bild/Video des vietnamesischen Mädchens, dessen Kleidung nach einem Napalm-Luftschlag verbrannt war und dessen Haut in Fetzen von ihr runter hing, haben zur Beendigung des Krieges geführt.

Sowas wie frei durch die Gegend rumlaufende Journalisten während eines Krieges wird es seitdem weder in einem Krieg mit Beteiligung der USA noch irgendeinem anderen Krieg je wieder geben. Daraus haben alle gelernt.
 
Jepp, das war das letzte Mal, daß Journalisten relativ unabhängig „embedded“ waren. Daraus haben Alle tatsächlich gelernt.
 
Dafür kann halt mittlerweile wirklich jeder in jedem Teil der Welt die Kamera aufs Geschehen richten. Die genauen Hintergründe des gezeigten müssen zwar stets genau geklärt werden aber die Bilder sind erstmal dennoch da und zeigen abscheuliches.Nahezu in echtzeit.
 
Mit dem WWII möchte ich auch gar nicht vergleichen.
Die Welt <sollte> sich ethisch und technisch so weiterentwickelt haben, dass es das in dieser Form nicht mehr gibt.

Durch die Weiterentwicklung ist ja eine viel präzisere Kriegsführung möglich.

Hier aber werden mit Rakaten und Panzern ganze Stadtteile platt gemacht.

Alleine weil Russland in wirtschaftlicher Abhängigkeit steht, hätte ich das nicht erwartet. Vermutlich naiv ja.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit dem WWII möchte ich auch gar nicht vergleichen.
Die Welt <sollte> sich ethisch und technisch so weiterentwickelt haben, dass es das in dieser Form nicht mehr gibt.

Durch die Weiterentwicklung ist ja eine viel präzisere Kriegsführung möglich.

Hier aber werden mit Rakaten und Panzern ganze Stadtteile platt gemacht.

Alleine weil Russland in wirtschaftlicher Abhängigkeit steht, hätte ich das nicht erwartet. Vermutlich naiv ja.


Der Mensch wird, ganz besonders zu Kriegszeiten, immer ein grausames Individuum sein, da spielt die Zeit und alles was wir aus vergangenen Konflikten gelernt haben keine Rolle. Sowas wie in Butscha wird es in jedem Krieg geben.
 
Ich weigere mich das so anzunehmen. Vielleicht ist es so aber ich persönlich bekomme es nicht in meinen Kopf.
Auch wenn man das nicht vergleichen kann aber ich hab ja auch meinen Grundwehrdienst geleistet und ich kann mir
einfach beim besten Willen nicht vorstellen, dass aus den Leuten im Kriegsfall Vergewaltiger und Mörder von Zivilisten werden würden. Vielleicht schlummert in viel mehr Menschen eine ganz dunkle Seite, als ich mir eingestehen möchte. Eine dunkle Seite, die durch den Krieg zum Vorschein tritt, weil man sich da von dem engen Korsett des vorgegebenen Verhaltensweisen befreien kann. Die persönliche Purge des Soldaten.

Aber ich bekomme es nicht in meinen Kopf, sorry.
Nicht greifbar.
Da fährt jemand mit dem Fahrrad vorbei und ballerst ihn über den Haufen.
Surreal und abgrundtief erschütternd.
 
Aber ich bekomme es nicht in meinen Kopf, sorry.
Nicht greifbar.
Da fährt jemand mit dem Fahrrad vorbei und ballerst ihn über den Haufen.
Surreal und abgrundtief erschütternd.

Ja, genau das ist auch mein absolutes Begriffsproblem. Natürlich gerät man in eine Extremsituation im Krieg. Ich meine da bist du wahrscheinlich voller Adrenalin du kämpfts Tage und Wochen ja auch um dein eigenes Leben. Wenn ne Schlacht gewonnen wird, entlädt sich da wahrscheinlich auch extrem viel gefühlsmäßig. Eben ein extremes Wechselbad der Gefühle. Dass das aber zu so etwas führt kann ich absolut nicht verstehen. Allerdings kann ich auch überhaupt nicht verstehen, auch außerhalb eines Krieges, wie wenig manchen scheinbar ein Menschenleben wert ist. Ich bin da ohnehin total empfindlich wenn ich von weltweiten Gräueltaten wie religiösen Enthauptungen etc. höhre, weil ich das überhaupt nicht nachvollziehen kann, so etwas in meiner Welt in meinem Leben keinerlei Platz hat und einfach nur abscheulich und abstoßend ist.
 
ich glaube da musst du nicht mal ne dunkle seite in dir haben. nicht ohne grund gab es gerade nach vietnam so viele probleme in den staaten mit den kriegsrückkehrern.

Das sind für mich zwei unterschiedliche Szenarien.
Da sprechen wir von posttraumatischen Belastungsstörungen und dass die einen Menschen komplett auf links drehen kann, steht wohl außer Frage.
In Russland sind aber junge Soldaten und man ist relativ am Anfang eines Krieges.

Aber die Psyche des Menschen ist komplex.
Die Umstände des Krieges gepaart mit einer Art Maßendynamik gepaart mit einem völlig kranken Staatsoberhaupt.
Ich meine da ist ne olympische Siegerehrung und der Russe steht mit dem Kriegssymbol auf dem Podium.
Diese eine Botschaft steht über allem. Medaille weg, Ausschluss vom Wettbewerb aber Hauptsache zwei Minuten Fame und seine Botschaft platziert. Wie wäre dieser Mensch wohl an die Front unterwegs ?
Ich will es nicht wissen.

traurig alles. Sehr traurig.
 
Ja, genau das ist auch mein absolutes Begriffsproblem. Natürlich gerät man in eine Extremsituation im Krieg. Ich meine da bist du wahrscheinlich voller Adrenalin du kämpfts Tage und Wochen ja auch um dein eigenes Leben. Wenn ne Schlacht gewonnen wird, entlädt sich da wahrscheinlich auch extrem viel gefühlsmäßig. Eben ein extremes Wechselbad der Gefühle. Dass das aber zu so etwas führt kann ich absolut nicht verstehen. Allerdings kann ich auch überhaupt nicht verstehen, auch außerhalb eines Krieges, wie wenig manchen scheinbar ein Menschenleben wert ist. Ich bin da ohnehin total empfindlich wenn ich von weltweiten Gräueltaten wie religiösen Enthauptungen etc. höhre, weil ich das überhaupt nicht nachvollziehen kann, so etwas in meiner Welt in meinem Leben keinerlei Platz hat und einfach nur abscheulich und abstoßend ist.

Ich glaube, da kommt einiges zusammen. Die russischen Soldaten werden selbst wie Abfall von den eigenen Vorgesetzten behandelt, werden teils geschlagen, sie hungern, sind emotional extrem belastet, vielleicht seit Monaten schon nicht mehr zu Hause gewesen, sie leiden unter den Fehlentscheidungen der Führung, sehen ihre Kameraden sterben. Zudem sind sie mit Masse sehr jung - in einem Alter, wo viele noch eher zu Extremen neigen. Dann sind sie auch noch vergiftet mit Propaganda, die aus jedem Ukrainer einen Neonazi mit Mordgelüsten macht. Hinzu kommt eine russische Armee, die derlei Verbrechen möglicherweise befiehlt und erwartet, zumindest aber duldet und nichts dagegen unternimmt. Da kommt einfach so viel zusammen - was wir im Westen vermutlich kaum nachempfinden können.
 
Ich auch nicht... dafür werden eben diverse russische Gefangene an die Wand gestellt. Und die Russen rächen sich ihrerseits wieder an den Ukrainern. Die übliche, sich immer wiederholende Spirale der Gewalt...
 
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