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MLB Baseball Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Sheesh endlich sind die Astros raus, ich glaub eine Astros-Barves World Series hätte ich mir nicht angetan.
Aber die Braves müssen ja selber erst mal ins Finale kommen, nach dem 3-15 Desaster hatte ich ja schon gedacht die Dodgers gewinnen in 6 aber so ist noch immer alles drin im Spiel 7.
 
Was eine schöne Serie und eine würdige World Series ... beide Teams hätten es verdient. Die Dodgers sind das erste Team, dass eine ganze Saison > 70% der Spiele gewinnt und das in den Playoffs wiederholt.

Besonders freut es mich für Clayton Kershaw (und nicht wegen @camahan :) ), das hat so ein Spieler dann einfach irgendwann verdient. Und nicht nur deswegen: Er wäre nebenbei - wäre Seager nicht gewesen - fast noch MVP der Serie geworden.
 
Die Rays haben es verbockt weil sie Snell rausgenommen haben. So dominant wie der auf dem Mound war, verstehe ich das nicht.
Direkt danach ist das Spiel gedreht worden.
So funktionieren die Rays halt und mit diesem Management sind sie genau so weit gekommen ... Mir war das so klar, dass Snell rausgeht ... auch wenn die Kommentatoren es wohl nie raffen werden
—> rein statistich ist der dritte Gang durch die Order immer schlechter als die davor.
Cash hatte einen der besten Reliever / einen Bullpen ausgeruht. Genau so hat er die Yankees geschlagen und mit dem dritt billigsten Team der Liga die World Series geschafft.

Dieses Mal hat es nicht funktioniert ... damit gefundenes „second guessing“-Fressen. Wäre er drin geblieben und es wäre explodiert, hätte man ihm vorgehalten, dass er nicht typisch nach Rays-Methode gehandelt hätte ...

Es gibt unzählige Beispiele, wo auch „old-school managing“ (stick to your Starter) in die Hose gegangen ist. Sogar ein Pedro Martinez hat das erlebt (damals war es der ominöse 100. Pitch ... den er leider machen durfte).
 
Hier ist auch der Kommentar der Hauptbeteiligten ...

https://www.mlb.com/news/blake-snell-world-series-game-6

Ich finde „The Rays way“ absolut klasse. Die haben mit dem shifting angefangen und sich unter GM Friedman (jetzt übrigens bei den Dodgers) zu einem der Teams entwickelt, die sich am meisten auf analytics verlassen. Kann man mögen, muss man auch nicht. Der Erfolg gibt ihnen in den letzten Jahren aber recht (und hat den Dodgers auch den Weg bereitet, obgleich die finanziellen Mittel da nochmal ein gehöriger Bonus sind)

Ich finde das Spektrum super interessant, weil sich damit viel entwickeln kann ...
 
Naja, kann man mögen, muss man aber nicht. Er hatte das Momentum absolut auf seiner Seite und in so einer Situation, hätte ich auf das Bauchgefühl gehört, welches häufig den Kopf übertrumpft.
 
Naja, kann man mögen, muss man aber nicht. Er hatte das Momentum absolut auf seiner Seite und in so einer Situation, hätte ich auf das Bauchgefühl gehört, welches häufig den Kopf übertrumpft.
Dem Wort „häufig“ würden aktuell wohl 95% aller Profi-Teams der MLB widersprechen :) ... meiner Meinung nach „zurecht“ ... aber so ist das ja mit den Meinungen :)
 
Finde das auch immer interessant, kann mich noch gut an die Giants-Nationals Serie 2014 erinnern.
Der Nationals Starter sitzt im Spiel 2 auf einem No-Hitter, gibt im 9.Inning den 1.Hit ab, Closer kommt rein gibt einen Homerun ab und die Giants gewinnen in 18 Inning.
Ist den Nationals noch mal gegen die Astros passiert, bei den Brewers war es das NLCS Spiel 7 2018.
Da kommt Burnes rein (jetzt der beste Starter) dominiert für 2 Inning wird trotzdem rausgenommen und der nächste Pitcher verliert das Spiel.
Gibt aber bestimnmt 100 Gegenbeispiele, ist halt immer Kaffeesatzleserei.
 
Es ist eben keine Kaffeesatzleserei ... sonst würden es nicht fast alle Teams so exzessiv machen.
Eins ist sicher: Glück spielt auch eine Rolle, der Rest ist einfach berechenbar. Und Bauchgefühl ist ein ganz schlechter Gradmesser ...

Ich versuche, Euch das Thema Bauchgefühl mal an einem Beispiel zu erklären ...

Ich denke, ihr kennt Derek Jeter.

Einen der „grössten Shortstops“ aller Zeiten ... eine Ikone der letzten 25 Jahre. Er ist neben Rickey Henderson mein Lieblingsspieler, weil er die Yankees wieder groß gemacht hat und so viele Titel gewonnen hat.
Was sagt man ihm nach? Er war „Mr. Clutch“ ... er war dann groß, wenn es drauf ankam ... in den Playoffs. Da war er nochmal eine Nummer größer, vielleicht DER Beste aller Zeiten

Geht ihr mit?

Ich bin jahrelang mitgegangen. Für mich war er der Gott der Playoffs...

Dann hab ich mich mit der einsetzenden Analystics-Welle mal mit seinen Stats befasst. Rein statistisch waren seine Zahlen signifikant, weil die Stichprobe groß genug war (aus dem gleichen Grund ist Randy Arozarena nicht DER Beste aller Zeiten, er hatte halt „nur“ 1 Playoff-Saison mit einer handvoll (sehr) guter At-Bats)

Die Karriere-Stats von Derek Jeter:
Regular Season: 2747 Spiele, 11195 At Bats, 3454 Hits, Batting-Average: .310, OPS: .817
Playoffs: 158 Spiele, 650 At Bats

Was glaubt ihr, wie die anderen Stats aussehen?
Playoffs: 158 Spiele, 650 At Bats, 200 Hits, Batting Average: .308, OPS: .838

Das sind fast exakt die gleichen Werte wie in all seinen Regular-Season Games seiner 16-jährigen Karriere (die am Schluss rapide bergab ging)

Fazit:
1. Er war in den Playoffs exakt der gleiche Spieler wie in allen (teilweise unbedeutenden) regulären Saisonspielen seiner großen Karriere
2. Bauchgefühl ist was für Geschichten-Schreiber. Genau aus diesem Grund sind Leute wie Aaron Boone, Craig Counsell und eben auch Kevin Cash Manager geworden. Es war nicht ihre langjährige Erfahrung ... Boone und Cash haben im Millionen-Business der MLB ihren ersten Coaching-Job angetreten ... Sie sind Manager, weil sie mit den Zahlen am besten umgehen (bzw. Gewillt sind, es zu tun)
3. Derek bleibt trotzdem für mich der Grösste :) ... einer, der in den Playoffs immer ne Nummer besser war ... das ist mein glorifiziertes Bauchgefühl, aber eben halt nicht die Wahrheit :)

Rays-Fazit: Guckt Euch den Kader an ... Hätte ich den vor 10 Jahren gesehen, ich hätte Geld darauf gewettet, dass DIE nicht ansatzweise in die Playoffs kommen. Sie sind es aber, weil sie in den ausgewerteten und relevanten Situationen statistisch öfter Dinge besser machen als andere ...

Das lässt sich beliebig auf andere Sportarten übertragen.
NBA: Rein statistisch ist es offensichtlich cleverer, wesentlich öfter 3er in der NBA zu schiessen ... Auch das hat den Sport verändert.
NFL: Dort werden die QB als Gladiatoren hingestellt. In Wahrheit sind es Befehlsempfänger mit limitiertem Options-Spektrum, die auch manchmal improvisieren müssen. Die Befehle folgen 100% ebenfalls Analytics.
 
NFL: Dort werden die QB als Gladiatoren hingestellt. In Wahrheit sind es Befehlsempfänger mit limitiertem Options-Spektrum, die auch manchmal improvisieren müssen. Die Befehle folgen 100% ebenfalls Analytics.
Ist in der NFL etwas anders, darüber hat Aaron Rodgers zuletzt noch in der Pat McAfee Show gesprochen, junge Trainer wie Sean McVay,Mike Shanahan oder Matt LaFleur hören sehr viel auf die Analysten.
Das wird dann aber auch individuell von Spiel zu Spiel entschieden und die guten QB (Brady,Rodgers) entscheiden dann auch nach Spielverlauf und wie die Abwehr sie attackiert.
Im Football ist das schon ein bisschen anders als im Baseball ( siehe Sashi Brown bei den Browns) er hat anch Baseball Vorbild für die nötigen Picks gesorgt wurde aber entlassen weil er es versäumt hat die wichtigste Position als erstes zu besetzen, den QB.
Gibt halt keine Sportart wo eine Position so wichtig ist wie beim Football weil der QB als einziger immer den Ball berührt wenn die Mannschaft im Angriff ist.
 
https://www.mlb.com/news/blake-snell-world-series-game-6

Guckt Euch mal die anderen Videos an, da gibts auch schwer Contra gegen meinen Monolog :). Besonders Snell war really pissed.

ich sag ja übrigens nicht, dass mir Snells Auswechslung persönlich gefällt. Ich sag aber auch nicht, dass solche Entscheidungen falsch sind ;) ... mir war das mit Fallen des Balls von Barnes klar, dass Snell raus ist

Ich habe auch lange gebraucht, dass extreme shifting gut zu finden bzw es zu verstehen...

Das hat meinen Sport auf den Kopf gestellt :)
 
Ich wollte dich noch mal zu Pitchern etwas fragen, ab wann kann man sagen ob ein Pitcher sein Talent umsetzen kann oder nicht?
Ich denke da momentan an die Brewers, Woodruff,Burnes und Peralta galten 2018 als sehr grosse Talente die alle Starter Potential haben.
Bei Woodruff ging es dann auch ziemlich schnell, wärend Burnes sich erst dieses Jahr zum Starter entwickelt hat.
Den hatte ich letztes Jahr schon abgeschrieben, aber dieses Jahr hat er dann denn Durchbruch geschafft.
Nur bei Peralta klappt es irgendwie immer noch nicht.
 
Ich wollte dich noch mal zu Pitchern etwas fragen, ab wann kann man sagen ob ein Pitcher sein Talent umsetzen kann oder nicht?
Ich denke da momentan an die Brewers, Woodruff,Burnes und Peralta galten 2018 als sehr grosse Talente die alle Starter Potential haben.
Bei Woodruff ging es dann auch ziemlich schnell, wärend Burnes sich erst dieses Jahr zum Starter entwickelt hat.
Den hatte ich letztes Jahr schon abgeschrieben, aber dieses Jahr hat er dann denn Durchbruch geschafft.
Nur bei Peralta klappt es irgendwie immer noch nicht.
Du, da gibts keine goldene Regel ... Pitcher sind ein fragiles Gut ...

Ein gutes Beispiel war Gareth Cole. Der mittlerweile teuerste Pitcher der Liga wurde als Nummer 1 gedrafted und war auch zuvor als ein Juwel gehandelt worden ... 5 Jahre spielte er für die Pirates und war gut, vielleicht sogar sehr gut. 3,xx ERA im Schnitt (in der letzten Saison dort sogar nur 4,26) und ca. 1K pro Inning.
Dann wechselte er nach Houston, sein ERA sank deutlich unter 3 und die Ks gingen auf fast 1,5 pro Inning. Stellte sich wohl raus, dass es doch ein korrekt eingeschätztes Juwel war :) ...

Will heißen: Gutes Coaching (Analytics ;) ) haben ihm geholfen und auch eine speziell gute Defense im Rücken. Letzteres ist eine Facette, die viele nicht merken, die aber im Verlauf der Saison zehren können. Er wirft bei schlechterer Verteidigung mehr Pitches, die wiederum eine höhere Wahrscheinlichkeit für Verletzungen haben können.

Fazit: Da ist auch viel Glück dabei, aber allen voran gutes Scouting/Management.

Bedeutet für die genannten Spieler: Gib Ihnen Zeit. Wahres Talent setzt sich oft durch. Ich kenne ihr Repertoire nicht so, aber wenn sie hart genug werfen, dann ist die Chance umso grösser.
Manche Spieler sind aber auch über die Bullpen-Rolle zum Starter entwickelt worden (Price als Beispiel)

Zu guter letzt: Baseball-Talente sind nicht im Ansatz mit der NFL/NBA zu vergleichen... Das sind zu 95% unfertige und ungeschliffene Roh-Diamante, die dann im System fertig entwickelt werden (oder auch nicht).

Ich hoffe, das konnte Dir helfen
 
Alles Klar Danke :dhoch:
Find den MLB Draft ja eh interessant, hab letztens den NHL Draft geschaut weil da ein Deutscher in den Top 5 gedraftet wurde, die haben auch 7 Runden wie in der NFL.
Da dachte ich noch "a ha da werden die sich wohl so ähnlich wie in der NFL durchsetzen", da fiel mir auch wieder der MLB Draft ein wo die jedes Jahr 30(?) Spieler draften das ist ja dann wirklich ein Lotteriespiel :D
Da Draften die ja teilweise mehr für die Minor League als für die MLB hab ich den Eindruck :D
Die Pirates sind ja auch so ein Thema für sich, die hatten Cole,Glasnow etc aber ich glaub die Owner interessieren sich eher dafür Geld zu machen als ein schlagkräftiges Team aufzustellen.
 
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