Ich habe lange überlegt, ob ich hier noch was zu schreiben soll.
Der Tag hat mich schon sehr getroffen muss ich sagen. Ich hatte ohnehin eine beschissene Woche und dann muss ich mich auf einmal einem gefühlten Tribunal im KT stellen, weil... ja warum überhaupt? Für einige hier scheint es hingegen vollkommen in Ordnung zu sein sich einen einzelnen User rauszupicken und groß und breit auszuführen, was seine Verfehlungen sind. Passend dazu, dass sogar Screenshots als Beweismittel aufgeführt werden, eine schnöde Verlinkung wäre wohl zu wenig Pranger-like gewesen?
Jedenfalls durfte ich dann lesen ich sei "fast schon penetrant narzisstisch", ich würde eine "herablassende Arroganz" an den Tag legen, ich würde "nur eine Show" abziehen, würde eine "Sinneskrise" im Forum ausleben.
Nicht nur meine Beiträge allein seien das Problem, ich trage auch Verantwortung darüber hinaus, denn "einige kontrovers und am Rande der Erträglichkeit verlaufende Diskussionen finden auch bei dir (=mir) ihren Ursprung".
Insgesamt würde ich keinen "konstruktiven Umgang" leben, sondern führe vielmehr einen "Selbstbeweihräucherungs-, Arroganz- und ideologiegeprägten Feldzug", bei dem ich nur meine Meinung als "die einzig wahre" ansehen würde und "jeden anderen belehren möchte".
Wenn ich angesichts dieser Vorwürfe daran zweifle, ob ich weiterhin Teil des Forums sein möchte wird mir attestiert, ich würde "gleich die Opferrolle annehmen" oder süffisant kommentiert, manche Leute bräuchten halt einfach "eine Bühne".
Das alles wird als "konstruktive, ruhige Kritik" angesehen. Und: es scheint von vielen auch nicht als problematisch angesehen, dass man diskutiert "wieso einige pro und einige gegen Mingo sind". Im Gegenteil, dagegen sei "doch nichts einzuwenden".
Sorry, ich finde das einfach nur hart unanständig.
Und ich weiß, dass auch genügend User dem oben widersprochen haben. Aber mir wäre es am liebsten gewesen, sie hätten sich dazu gar nicht erst genötigt gefühlt Partei ergreifen zu müssen. Für mich war es einfach insgesamt in höchstem Maße unangenehm, das mitverfolgen zu müssen.
Eigentlich hab ich auch gar keinen Bock, inhaltlich irgendwie auf die "Anklage" einzugehen, weil ich die Art und Weise einfach zu unmöglich finde.
Aber ganz generell: glaubt mir wenn ich sage, dass ich druchaus genug Selbstreflektion besitze um zu erkennen, dass ich an der einen oder anderen Stelle auch mal über das Ziel hinausschieße. Ich bin mir selbst mehr als bewusst darüber, dass ich auch mal trotzig sein kann. Ich weiß durchaus, dass meine Beiträge auch mal als belehrend empfunden werden können.
Dazu gehören auch Beiträge, die auf den letzten Seiten angesprochen wurden. Aber das kläre ich mit dem/den entsprechenden User per PM und nicht auf der Bühne, auf die ich hier gegen meinen Willen geschubst wurde.
Im Übrigen ist es überhaupt nicht so, dass ich von mir selbst behaupte die einzige "Wahrheit" für mich gepachtet zu haben. Ich glaube sogar, dass ich an anderer Stelle schon (mehrmals) erklärt habe, wie ich zum Wahrheitsbegriff stehe. Und selbstverständlich stehe ich hier immer nur für meine Meinung ein. Dazu darf auch weiterhin jede*r stehen, wie er oder sie möchte.
Zum Abschluss noch eine letzte Sache: ich weiß, dass ich in diesem Forum auch ein pain in the ass bin. Das liegt ein wenig in der Natur der Sache - einfach weil ich bei vielen, vielen Themen eine Außenseiter-Position einnehme. Das ist nicht immer leicht, was hier und da eben auch zu Trotz etc. führen kann (siehe oben).
Aber: ich glaube, dass das dem Forum eigentlich ganz gut zu Gesicht steht.
Ich glaube aber auch, dass das zu einer überkritischen Wahrnehmung meiner Person/Beiträge führt: wenn ich ausführliche, erläuternde Beiträge schreibe, dann rollen einige Leute mit den Augen und nehmen das als oberlehrerhaft, penetrant, belehrend war.
Wenn ich mal schmallippig reagiere, zynisch, keinen Bock habe meine Position in aller Ausführlichkeit darzulegen, dann bekomme ich zu hören, dass man das "ausgerechnet von dir (mir)" nicht gedacht hätte etc.
Alles in allem muss ich die Vorwürfe der letzten Tage/Seiten erst mal noch ein wenig sacken lassen, das ganze hat mich schon sehr zum nachdenken gebracht.