Gestern habe ich noch neues altes Lego abgeholt.
Da hatte jemand altes Lego inseriert und auf dem Bild waren mehrere alte Grundplatten in grau, gelb und weiß zu sehen, mit einem kleinen Haufen normalen Legosteinen und anderen Kleinteilen.
Diese Grundplatten gab es von 1956 bis 1969, ein Stein hoch und 10x20 Noppen groß.
Die kann man schön als Etage oder Flachdach benutzen.
Und so ein paar dieser Grundplatten, Steine und anderer Krimskrams für einen Zehner ist ja okay.
Der hatte auch noch ein anderes Lego-Inserat mit uralten Eisenbahnunterteilen (Magnetkupplung!) blauen Schienen, einem Bahnübergang und einer größeren dünnen grünen Grundplatte als Verhandlungsbasis.
Ich nahm also Kontakt auf und habe Interesse bekundet und da hieß es schon, er hätte noch mehr Lego.
Ich dahin und er erzählte, daß sich auf die beiden Lego-Inserate mit den alten Teilen schon sehr viele Leute gemeldet hätten, aber der Preis für ein normales Paket war all den Leuten dann zuviel.
Der wußte was er hatte und er hatte auch drei Lego Piratenschiffe die noch fertig komplettiert werden mußten.
Außerdem hatte er noch das klassische Lego Space Set 920 Alpha-1 Raketenbasis.
Das hatte er noch nicht ganz komplett, aber da ich interessiert war, sagt er erst mir Bescheid, wenn er das komplettiert hat.
Ich würde nicht anfangen bei Ebay nach Classic Space Sets zu suchen, aber wenn mir das angeboten wird und in 10 Minuten mit dem Auto zu erreichen ist, warum nicht?
Ich sehe was ich kaufe und spare mir das Porto.
Er weiß was er hat und was sowas wert ist, aber er scheint faire Preise zu machen.
Er hat wohl auch noch viele Legozüge mit dieser Stromschiene.
Weil ich die dicken Grundplatten vielleicht als Dach für meinen geplante Werkstatt/Verkaufsraum/Tankstelle für meine Cobi Ostblockklassiker nutzen will, habe ich einen Cobi Trabant mitgenommen.
Wenn man Verkäufer emotional anspricht läßt sich oft was am Preis drehen.
Er war von dem Trabant beeindruckt, weil der halt massiv ist, alles super paßt und hält und halt viel sehr klein bedruckt ist.
Dann habe ich ihm noch was zu Cobi erzählt und als er dann hörte, daß die auch Panzer bauen und wir einen Spielzeugladen in der Nähe haben, der Cobi führt und was so Sets ungefähr kosten, da war er sehr interessiert.
Andere Klemmbausteinsets die muß man am besten mal in der Hand gehabt haben und ich glaube bei Cobi kommt selbst ein gestandener Lego-Fanboy ins Schwanken.
Also habe ich drei Legohaufen mitgenommen, mit dem er (Mitte 50), auch schon sein Vater und auch sein Sohn mit gespielt haben.
Zuhause habe ich dann mal so grob die Steine durchgegangen was dabei ist und da habe ich echte Klassiker gefunden:
Legosteine von 1956 aus CA (Celluloseacetat, ein Biokunststoff)
Die waren leider nicht sehr wärmebeständig, wie man sieht.
Die konnte man nur stapeln und nicht klemmen, aber mit mindestens 2x2 Noppen läßt der sich auch nach über 60 Jahren unter einem modernen Legostein anklemmen.
Das ist nicht nur äußerst beeindruckend, sondern auch noch sehr nachhaltig.
1957 kamen schon die ersten Röhren auf der Unterseite, aber das Material war immer noch aus Celluloseacetat, darum sind die Steine auch alle krumm und schief.
Klemmen tun sie trotzdem noch!
Ab 1963 wurden die Steine aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer) hergestellt (Mitte) und die Steine aus Celluloseacetat liefen die nächsten Jahre aus.
Dann wurden die Röhren geschlitzt, danach fiel der Schlitz wieder weg und es wurden noch Stege hinzugefügt, und schon hatten wir die normalen Steine, wie wir sie auch noch heute kennen.

ABS (oben) VS AC (unten).

Noch mehr interessante Evolutionsstufen oder Steinformen.
Interessanter Drehteller, haftet brutal auf einer Platte wie Cobi!
Uuuralte Legoplatten, die eine hat nicht mal den Lego Schriftzug auf den Noppen.

Ich habe noch irgendwo bei meinem alten Lego eine motorlose Dampflok mit Magnetkupplung, aber diese hier kann man nicht abnehmen - und meine Lok baute auch auf einer Platte auf und die Radsätze waren an einem Radstein befestigt.
Beim Bahnübergang fehlt leider ein Teil der Schranke aber das dürfte auch so sehr selten sein.
Die blauen Gleise muß man alle auf Schwellen äh Platten klemmen, die Geraden und Außenkurven sind geriffelt, die Innenkurve hingegen ist glatt.
Und diese beiden 2x2 Dinger mit dem Steg, damit sollen mal Anhänger(?) befestigt worden sein.
Ich werde mal weiter googlen und Bricklink durchsuchen, was das für ominöse Teile sind und aus welchen Jahren die stammen und aus welchen Sets die stammen könnten.
Das waren die interessanten Teile, so Lego Archäologie macht schon Spaß.
Die meisten nichttransparenten ABS-Teile werde ich wohl mal im Waschsack in die Waschmaschine stecken.
Bei den Eisenbahnsachen werde ich mal schauen, ob die was wert sind, hatte anfangs gehofft, daß man mit den Teilen vielleicht wieder einen Waggon oder die Lokomotive komplettieren kann.