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6-Monate-Challenge mit dir selbst: Verzicht auf Konsum

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mein erstes Auto war auch 11 Jahre alt. Ich war einfach total dankbar überhaupt ein Auto geschenkt zu bekommen und mir wäre nie im Leben eingefallen da irgendwelche Ansprüche zu stellen. Habe es dann noch 10 Jahre gefahren bis es in den Autohimmel durfte.
 
Nunja, sagen wir, bzw du sagst es ja selber, dass du da schon kein Normbeispiel bist.

Ich versteh da auch @Copado 's Ärger nicht.

Wenn ich meinem Kind ein Auto kaufe (und es mir leisten kann), dann kommt der- oder diejenige nicht in ein 12 Jahre altes Auto sondern in was Sicheres rein.
Gerade Neulinge bauen gerne mal Unfälle, dann würd ich es mir nicht verzeihen wenn das Auto mein Kind nicht ordentlich geschützt hat.
Habe ich doch gar nicht geschrieben. Für mich ist es ganz normal das es sowas NICHT gibt. Selbst wenn ich könnte würde ich einem Kind kein Auto schenken. Dafür arbeiten = Wertschätzung. Habe es noch nie gehört, dass jemand ein Auto geschenkt bekommt. Wenn jemand etwas größeres möchte, muss man dafür auch was tun.
 
War auch nicht auf dich bezogen :) Nur heutzutage muss es ja immer das Neuste und immer ein bisschen besser als andere sein.
So ein Spruch wie von Dans Tochter ala „Es ist ja nur ein polo“ wäre mir im Traum nicht eingefallen.
Hätte direkt geantwortet "Natürlich bekommst du keinen Polo" und wenn sie dann lächelt... "Du bekommst nichts" :D
 
Bin hier bei @M4rius93 . Kenne sowas auch nicht.
Kenne weder jemanden, der den Führerschein geschenkt bekommen hat, noch ein Auto.
Ich habe als Kind Zeitungen und Reklame ausgetragen, um mein Taschengeld aufzubessern.
Führerschein habe ich mit Mitte 30 gemacht, aber ein Auto konnte ich mir bis heute nicht leisten.

Wo bleibt denn da die Wertschätzung, wenn man so fette Geschenke bekommt? Irgendwie heftig. KT schockt mich immer wieder.
Komme halt aus einer anderen Schicht.
Wenn meine Kinder einen Führerschein oder Auto haben wollen, müssen sie halt dafür arbeiten. In meiner Welt ist das der normale Weg.

Also ich hatte auch das Glück, von meinen Eltern ein Auto zu bekommen (war btw ebenfalls ein Polo :D für 7500 in dem dreh). Warum sollte da die Wertschätzung für fehlen? Es ist ja nicht so, dass man mal eben jederzeit ein neues bekäme. Wenn ich das selbstverschuldet geschrottet hätte, dann hätte sich das mit dem Auto jedenfalls erledigt.
 
Hätte direkt geantwortet "Natürlich bekommst du keinen Polo" und wenn sie dann lächelt... "Du bekommst nichts" :D
Ist mir auch sofort in den Sinn gekommen. Lieber noch ein Jahr mit Bus und Bahn fahren lassen während die Freunde alle mobil sind... da wird der Polo am Ende bestimmt mehr wertgeschätzt :D
Gott, zum Glück bin ich keine Mutter :lol:
 
Ich hatte tatsächlich auch einige Monate nach meinem Führerschein einen Neuwagen. Vorher habe ich immer den Jeep meines Papas genutzt, bei dem ich immer nur mit Mühe, Not und all meiner Kraft den Schaltknüppel bewegen konnte. Dass wir schließlich ein Auto kauften war eine spontane Kurzschlussreaktion meines Papas. Es hätte ein gebrauchter sein sollen, er wollte mir dann den Mitsubishi Colt zeigen und ist mit mir nur zum Anschauen ins Autohaus gefahren. Damals gabs die Angebote der 0 % Finanzierung (gibt es die immer noch) und dann kam irgendwie eines zum anderen. Ich hab ihn dann mit meinem Ausbildungsgehalt ein paar Jahre lang abbezahlt und mein Papa hat noch monatlich 50 Euro beigesteuert. Es hätte definitiv kein Neuwagen für 15 k sein müssen, auch, wenn meiner natürlich noch eher untere Preisklasse war, aber ich habe ihn mir mehr oder weniger selbst ermöglicht. Fast 10 Jahre war er auch ein Teil meines Lebens - und dann hat ihn letztes Jahr ein Seat umgebracht :nein:

Heute fahre ich einen gebrauchten Polo ( :D ), der ein wirklich großartiger Kauf war. Würde nie wieder einen Neuwagen kaufen, wenn man auch ein tolles Auto für viel weniger bekommen kann.
 
Ach komm, als ob Teenies nicht Einiges rausrutscht was ihnen später leid tut :) und das war bei ihr ja auch der Fall.
Klar, ich will mich da nicht frei von sprechen, aber ich kann mit Sicherheit sagen das ich sowas nie im Leben über die Lippen gebracht oder nur daran gedacht hätte.
Komme ja selbst auch aus ähnlich bescheidenen Verhältnissen wie @Nimble und das Auto war so ziemlich das einzige was ich an Unterstützung meiner Eltern erhalten habe. Über Geschenke, besonders in der Preislage, sollte man einfach dankbar sein.
 
das ist, denke ich, auch jeder und auch sie war und ist es.
Das so manch unfaire Worte trotzdem mal über die Lippen kommen, ist imo ganz normal.

Was das ist, ist natürlich immer verschieden.
 
Weirde neue Welt, noch nie so drüber nachgedacht.
Das ist keine neue Welt. Heute ist es instagram, vorher war es die Nike Werbung und der Star der die Schuhe trug. Wenn du Victory Schuhe hattest, warst du halt ein armer schlucker. Sich mit anderen vergleichen ist kein neues Thema. Ganz im Gegenteil, seit der Industrialisierung und dem Beginn des Kapitalismus (keine Kritik in dem Fall) geht es uns allen wesentlich besser. Im Schnitt geht es uns super, aber anderen immer besser. Daran misst man sich. Früher zur Landwirtschaftlichen Revolution war es der König und alle wollten zum Adel gehören. Das war aber unmöglich weil man da rein geboren wurde. Heute hängt die Karotte stets vor deiner Nase. Beim einen näher dran, beim anderen weiter weg. So hechelt man dann hinterher und wird nur schwerlich glücklich. Den Zustand haben wir aber auch erst seit gut 200 Jahren. Ein Klecks in der Geschichte der Menschheit. Das es uns dementsprechend schwer fällt mit uns selbst klar zu kommen und zu sagen "so wie es ist passt das schon" ist dabei nicht verwunderlich.
 
Mein Vater starb als ich 6 war. So hat meine Mutter mich und meine 8 Jahre ältere Schwester alleine großgezogen. Wir haben mehr oder weniger von Witwenrente, Wohn- und Kindergeld gelebt. Für Sozialgeld bzw später Hartz IV war meine Mutter immer zu stolz.
Ich habe definitiv weit weg vom Luxus gelebt. Keine neuen Konsolen. Hatte lange Zeit eine PS1 gebraucht geschenkt bekommen, selbst als die PS2 schon lange erschienen war.
Klamotten im Sale, wenn es nötig war. Also zu klein oder kaputt.
Aber in meiner Kindheit waren wir Jungs eh immer draußen auf dem Fußballplatz. Daher kann ich nicht sagen, das mir viel gefehlt hätte. Klar, die neusten Sachen waren halt nicht drin. Es gab aber auch noch keine Smartphones :p
Mein erstes Handy hatte ich gebraucht von nem Kumpel bekommen, als ich 14 oder so war. So ein Nokia iwas :D
Aber zum Beispiel hat meine Mutter jedem Monat 25€ (vorher 50DM) seit meiner Geburt, auf ein Sparbuch eingezahlt. Davon konnte ich mir mit 18 dann den Führerschein bezahlen. Das war schon hammer.
Mein erstes eigenes Geld habe ich dann bei der Bundeswehr verdient. Das war schon geil. Aber auch weit davon entfernt reich zu werden.
Mit 22 habe ich erst meine Ausbildung angefangen und da habe ich ja auch schon über 1 Jahr mit meiner Frau zusammen gewohnt. Das waren dann nochmal 3 ganz harte Jahre nur mit Ausbildungsgehalt und einer Frau die 100% schwerbehindert ist und kaum Geld dazu verdienen konnte. Dazu noch 2 Kinder im Kleinkindalter.
Selbst als ich ausgelernt war und gutes Geld verdient hatte, blieben weiterhin viele Wünsche auf der Strecke, weil Kosten zu begleichen waren und die Kinder neue Sachen brauchten. Klar ne PS4 und ein neuer TV wurde sich zusammen gespart, aber wir konnten auch nicht einmal wirklich in den Urlaub fahren. Mein Dispo war eigentlich auch durchgehend ausgereizt.

Jetzt lebe ich alleine seit Mai und habe das erste Mal im Leben mein Konto richtig im Plus.
Und das obwohl ich jeden Monat über 600€ an Ehegattenunterhalt zu zahlen habe bis Mai.
Habe in der Zeit sehr sparsam gelebt und halt nur die Möbel halt kaufen müssen, für die neue Wohnung.
Jetzt habe ich mir nach einiger Zeit der Überlegung ne Switch Lite gekauft, um auch mal was neues zum daddeln zu haben. Brauchen tue ich die sicherlich nicht, aber auf dem Konto liegen, macht mich auch nicht glücklicher.
Ich habe auch kein Auto mehr, seit ich alleine wohne. Vermisse es aber auch nicht. Habe ne Tracking Uhr und das joggen für mich entdeckt, wo ich im Mai auch das erste Mal an nem Halbmarathon teilnehmen werde. Kostet mich nur paar Euro Anmeldegebühr.

Also wenn ich was kaufe, dann nur langfristige Dinge, die man dann auch nicht so schnell ersetzen muss. Klamotten auch weiterhin auch beim kik, wenn es mir gefällt. Da bin ich überhaupt kein Markentyp. Einzig die Laufschuhe waren jetzt von Adidas, aber auch nur weil die ne lange Zeit bequem sein müssen.

Verzicht habe ich quasi seit dem 6. Lebensjahr gelernt und daher erfreue ich mich heute an den Sachen, die ich mir dann auch tatsächlich leisten kann. Und trotzdem gehe ich da mit Maß an die Sache und versuche absoluten Nonsens zu vermeiden. Meistens klappt das ganz gut.

Wenn man auch nicht so im Überfluss lebt, erfreut man sich glaub ich auch mehr an den Dingen, die man besitzt. :)
 
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