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Wenn man sich übrigens die Likes und die Reichweite inkl. der Diskussionen im Internet anschaut, ist das ein absolut genialer Schachzug. Das stärkt seine ohnehin schon geistig debilen Anhänger ungemein.
Na dann trotzdem 'herzlichen Dank' dass du auf Basis von Ahnungslosigkeit oder maximal Halbwissen mal irgendwas anteaserst damit sich noch mehr Ahnungslose und Halbwissende über irgendwas (wirklich irgendwas, denn was genau die geäußerte Kritik war ist den meisten für einen ersten Kommentar auch recht egal) aufregen können.
Wenn Leute sich beschweren, dass eine bestimmte Gruppe versucht, die Äußerungen aller Menschen auf einen von dieser Gruppe festgelegten Bereich zu beschränken, finde ich das erst mal legitim.
Nur ist das wie immer im Internet, es endet in der üblichen Mundverbieten-Endlos-Schleife
A: kill, marry, fuck.
B: Finde ich jetzt aber frauenfeindlich (oder sonst was), lass das.
A: Jetzt soll man sowas schon nicht mehr sagen können. Sag mir nicht, was ich sagen darf.
B: Kannste ja sagen, wie du siehst. Aber du hast das öffentlich gesagt, also halte die Kritik aus. DU versuchst ja MIR den Mund zu verbieten. Sag du mir nicht was ich sagen darf!
A: Ich kann ja wohl deine Kritik kritisieren, sag mir nicht, was ich sagen darf.
...und das auf Repeat.
Niemand_versucht_irgendwem_den_Mund_zu_verbieten_herrgottnochmal! Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Das ist der Tweet, in dem die ursprüngliche Kritik geäußert wurde:
(darunter die Erläuterung und noch zwei, drei andere Sachen im Thread)
Man beachte auch die Nonmention, was entscheidend ist für das, was seit gestern folgt: Denn einmal darauf aufmerksam geworden und in die Diskussion eingeschaltet steht ein 2k-Account gegen einen 277k-Account (rezo). Wer da wirklich Opfer eines Shitstorms wird, dürfte klar sein.
nur eine Frage habe ich noch, da du meinst "nicht zu unrecht, imo"
weil das Video schlecht/gemein war (hab es nicht gesehen) oder weil ein kill, marry, fuck-Spiel _per se_ frauenfeindlich ist (oder welches andere negative Merkmal ist erfüllt)?
Darüber müssen wir uns hier zum Glück nicht mehr unterhalten, weil wir das im KT vor einigen Wochen fast exakt so schon mal durchexerziert haben, als Marius einen 'Witz' gemacht hat und ich deutlich geäußert habe, dass ich das alles andere als witzig finde.
Und auch hier nochmal als drölftigtausendste Erinnerung: auch ich habe ihm damit nicht den Mund verboten noch irgendwie versucht seine Meinunsgäußerung einzuschränken.
Es bleibt ihm - wie auch rezo - auch nach der Kritk natürlich vollkommen frei weiterhin solche 'Witze' zu machen.
Eine ziemlich gute Zusammenfassung des immer wieder gleichen Missverständnisses bietet folgender Thread:
Niemand_versucht_irgendwem_den_Mund_zu_verbieten_herrgottnochmal! Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Das ist der Tweet, in dem die ursprüngliche Kritik geäußert wurde:
...Die Schwangerschaft ist die gefährlichste Phase für Opfer von misogyner Partnergewalt. Aber um das zu wissen, müsste man mal seinen Kopf aus dem Arsch der 28 Layer Ironie ziehen, durch die man auf die Realität anderer Menschen schaut...
...Aber welches Tabu wird denn wirklich gebrochen, wenn Gewalt so akzeptiert und verbreitet ist, wenn man der 100. Gamer ist, der diesen Witz reißt.Ihr haltet ein patriarchales Gewaltsystem aufrecht, unter dem Menschen reales Leid erfahren.
...Ihr repliziert Normalität und haltet euch für mutig. Nur ist an Hinterherlaufen rein gar nichts mutig. Traut euch doch, euren frauenfeindlichen Idolen zu widersprechen.
Aber genau da ist es wieder. Die Jungs spielen ein dummes Teeniespiel. Geschmacklos noch dazu. Ob man das jetzt witzig oder unterhaltsam findet ist jedem selbst überlassen.
Aber daraus jetzt wieder eine "normalisierung der Gewalt gegen Frauen" zu erfinden ist aus meiner Sicht halt wieder total bescheuert. Nur, weil ich über einen Blondinenwitz lachen kann, bin ich im normalen Leben kein frauenfeindliches Arsch der seine Freundin vertrimmt. Genauso wenig bin ich im echten Leben ein Amokläufer, nur weil ich mich in Call of Duty über einen Multikill oder einen besonders guten Headshot freue.
Man wirft wieder so mit extremen um sich und wundert sich dann, dass die breite Masse dem total wiederspricht. Und dann ist man überrascht, dass man damit bei 270k Personen aneckt.
Ich tue mich mit solchen Sachen immernoch verdammt schwer.
Das fängt damit an, dass bei diesem Spiel nicht nur Frauen als "Opfer" vorkommen, sondern auch Männer. Geht weiter damit, dass auch Frauen dieses Spiel spielen.
Es wird unterstellt, dass solche Spiele den Antifeminismus stärken, das patriarchale Gewaltsystem aufrecht erhalten. Was ist dann, wenn Männer Männer "killen wollen"?
Ich weiss auch nicht, ob die Menschen da draussen zu dumm sind, den Unterschied zwischen einem Spiel und der Realität zu begreifen?
Ich tue mich mit solchen Sachen immernoch verdammt schwer.
Das fängt damit an, dass bei diesem Spiel nicht nur Frauen als "Opfer" vorkommen, sondern auch Männer. Geht weiter damit, dass auch Frauen dieses Spiel spielen.
Es wird unterstellt, dass solche Spiele den Antifeminismus stärken, das patriarchale Gewaltsystem aufrecht erhalten. Was ist dann, wenn Männer Männer "killen wollen"?
Ich weiss auch nicht, ob die Menschen da draussen zu dumm sind, den Unterschied zwischen einem Spiel und der Realität zu begreifen?
Nur ein Spiel? Sollen wir also auch (Video-)Spiele tolerieren, welche offensichtlich Amokläufe propagieren? Sollen wir (Doktor-)Spiele zwischen Kindern und Jugendlichen tolerieren, die ganz schnell in sexuelle oder sexualisierte Gewalt umschwenken können? Die Liste kann sich endlos so weiter strecken.
Ich lach wahrscheinlich selber über den Joke da oben und hab dieses Format auch schon 1-2x geguckt, aber "its just a game" ist ja wohl die billigste Ausrede, die es gibt.
Wie kann man sich nur so hart im Kreis drehen?
Ich meine das durchaus ernst, dass wir das hier nicht mehr diskutieren müssen. Die Standpunkte sind bekannt.
Wie wenig sich die verändert haben und wie wenig sich offensichtlich auch ausführliche Erklärungen verfangen haben ist zwar maximal enttäuschend, aber so ist es nunmal.
Nur ein Spiel? Sollen wir also auch (Video-)Spiele tolerieren, welche offensichtlich Amokläufe propagieren? Sollen wir (Doktor-)Spiele zwischen Kindern und Jugendlichen tolerieren, die ganz schnell in sexuelle oder sexualisierte Gewalt umschwenken können? Die Liste kann sich endlos so weiter strecken.
Ich lach wahrscheinlich selber über den Joke da oben und hab dieses Format auch schon 1-2x geguckt, aber "its just a game" ist ja wohl die billigste Ausrede, die es gibt.
Siehst du für einen normal denkenden Menschen irgendeinen Zusammenhang zwischen diesem Spiel und echter Gewalt? Oder Verharmlosung von Gewalt? Wird irgendeine Art von Gewalt gegen irgendeinen Menschen propagiert?
Ich rede ja nicht von anderen Spielen, ich rede über dieses Spiel. Man sieht ja, dass in so ziemlich allen Fällen Heiraten und Sex zuerst gewählt werden, Kill ergibt sich dann halt daraus, was übrig bleibt.
Ich bin absoluter Gegner von Krieg und Gewalt. Und hab trotzdem schon CoD gespielt.
Nur, weil ich über einen Blondinenwitz lachen kann, bin ich im normalen Leben kein frauenfeindliches Arsch der seine Freundin vertrimmt. Genauso wenig bin ich im echten Leben ein Amokläufer, nur weil ich mich in Call of Duty über einen Multikill oder einen besonders guten Headshot freue.
Das wundert niemanden und das überrascht auch niemanden. Es ist nur ziemlich peinlich, wenn dann von einem Shitstorm gegen rezo gesprochen wird, obwohl sich der Shitstorm gegen Leute richtet, die rezo kritisiert haben.
edit: Wenn du sie wirklich lesen willst (27 Seiten, wissenschaftliches Englisch) schicke ich sie dir per Mail zu.
edit2: Ah fuck it, hier der link: https://sci-hub.se/10.1177/0886260519888518
Viel Spaß bei der Lektüre.
Nein, weil ich nicht für deine Bildungsarbeit zuständig bin, das kannst du schön selbst machen.
Die konkrete Studie hatte ich gerade nur zur Hand, weil sie hochaktuell ist und ich sie beispielhaft genannt habe um klar zu machen, dass die Kritik nicht "erfunden" ist sondern sich selbstverständlich auch im wissenschaftlichen Diskurs widerspiegelt.
Sollte wirklich ernsthaftes Interesse bestehen sich diesbezüglich weiterzubilden, es gibt auch wesentlich zugänglichere Bücher, Zeitschriften und Artikel zu der Thematik.
Ich hatte dieses Jahr das vergnügen das erste mal Cards Against Humanity zu spielen.
Den namen des Spiels habe ich mal mit dem Wikipedia Artikel verlinkt, aber hier mal eine kurze Erklärung:
"Das Spiel sticht hervor durch exzessiven Gebrauch schwarzen Humors sowie sonstiger, politisch inkorrekter Inhalte. Spielziel ist das Füllen von Lücken in Aussagen (oder das Beantworten von Fragen) mit möglichst humoristischen Antworten."
Ein Gesellschaftsspiel bei dem man versucht mit einzelnen Begriffen/Wörtern die man gezogen hat einen Lücken Text zu füllen. Punkte bekommt derjenige dessen gefüllter Text am Ende als am lustigsten gewertet wird. Das spielt man dann solange bis alle Karten leer sind oder so.
Je nach Runde kamen mal ganz lustige bis krass politisch inkorrekte Antworten bei raus. Da blieb uns in unserer Buntgemischten Gruppe hin und wieder echt die Spucke im Halse stecken und manchmal wurde lange rum diskutiert wem wir nun den Punkt zu schieben und ob die ein oder andere Aussage nicht doch etwas zuweit ging. Zwischendurch gab es in der Küche ne Kippen pause und da wurde dann auch eifrig weiter diskutiert. Fand das sehr spannend. Da wir aber unter uns waren und ganz genau wussten, dass niemand ernsthaft hinter der ein oder anderen zusammengemischten Aussage stand. War es für uns auch kein Problem das Spiel als das zu sehen was es ist. Ein provokantes, aber irgendwie doch lustiges Spiel.
Wir waren uns aber alle einig, dass wir das Spiel nicht in der Öffentlichkeit oder vor Fremden spielen würden. Und da denke ich ist der Unterschied. Rezo hat eine gewisse Reichweite und damit auch Verantwortung. Für ihn und seine Kollegen mag das nur ein Spiel sein und wie man zu der ein oder anderen Aussage steht scheint unter sich wohl auch klar und kein Problem zu sein. Jedoch hat er nur wenig Einfluss darauf, ob dass auch so bei all seinen Zuschauern der Fall ist.
Im ersten Augenblick hätte ich auch gesagt: "Hey wo ist das Problem dabei, wenn Rezo mit seinen Freunden so ein Spiel spielt?"
Ich schätze ihn und seine Freunde mal so ein, dass sie ganz sicher nicht hinter solchen Aussagen stehen und es ganz klar für sie eine "eigentlich sagt und denkt man sowas nicht"-Situation ist. Aber man sich gerade deswegen unter sich darüber beeumelt kann, weil man sich halt sicher ist, dass es keiner Falsch verstehen kann. Auch zwischen mir (Zuschauer) und Ihm geht das okay, da auch ich weiß wie das gemeint ist.
Aber neben Mir und Ihm sehen ja noch Millionen andere diesen Clip und kann er sich wirklich so sicher sein, dass jeder es so sieht wie er?
Ich würde öffentlich bei Menschen die ich nicht einschätzen kann keine solch sexistischen Witze reißen wollen wie er. Da ich mir des Problems bewusst bin, dass ich keinen Einfluss darauf habe wie das von Dritten aufgefasst wird und mir das Internet auch zu voll mit sexistischen Witzen ist die kaum einer zu Hinterfragen scheint.
Edit: Ich kann echt über vieles lachen auch über krass politisch inkorrekte "Jokes" und ich finde es auch kein Problem darüber mal zu lachen, selbst wenn man sich des sensiblen Themas bewusst ist. Aber als Sender einen solchen Jokes hat man auch die Verantwortung was Dritte aus diesem Joke machen und sollte sich darüber Gedanken machen, ob auch wirklich jeder in der Runde ihn so versteht wie man selbst. Und diese Kontrolle hast du einfach nicht, wenn du deinen Joke mit der ganzen Welt teilst.