Zweiter Ersteindruck: In der Open-World blüht das Spiel definitiv auf.
Den Einstieg fand ich elendig langweilig. Während der Jagd hatte ich ernsthaft keinen Bock mehr. Ist der lineare, dir bestimmte Spielmechaniken aufzwingende Tutorial Part aber vorbei, entfaltet sich eine unbeschreiblich lebendige Welt.
Selten (noch nie?) etwas gespielt, das so organisch wirkt. Abgesehen von den Mainquestgebern, deren Missionen noch klassisch angezeigt, ausgewählt und erledigt werden, ist es ein dynamisches und grenzenloses Abenteuer, dessen Versatzstücke so fließend ineinander greifen als würde ich einen minutiös durchgetakteten Schlauch spielen. Aber trotzdem bin ich es selber, der hier das Tempo und die Richtung bestimmen kann. It's magic. Es ist schlichtweg bemerkenswert, wie erzählerisch homogen und absurd verspielt inszeniert und animiert hier alles zusammenfließt. In dieser riesigen Open-World. Das hat man so tatsächlich noch nicht gesehen.
Steuerung bleibt hingegen bescheiden. Dürfte das erste Spiel überhaupt sein, bei dem ich auch nach vier Stunden noch die kontextsensitiven Butteneinblendungen lesen muss, um die richtige Aktion auszuführen. Irgendwie alles total edgy belegt. Genre-Standards werden hier getrost ignoriert und durcheinander geworfen, Buttons, je nach Situation, doppelt und dreifach belegt oder vertauscht. Dazu ein Radial- und Pferdeinventar mit zig Ebenen. Wahrscheinlich ging es bei der Fülle an Möglichkeiten nicht anders, aber intuitiv ist das so ganz sicher nicht. Wieso man zum Sprinten wiederholt A drücken muss, erschließt sich mir auch nicht. Hat mich schon immer genervt. Vor allem, weil mir R* Charaktere meist zu lahmarschig unterwegs sind und ich deswegen durchgehend A hämmern darf. Sehe schon wie sich demnächst der A Button verabschiedet.
Die Simulationsaspekte sind mir momentan auch noch etwas too much. Mal sehen, ob ich mich noch daran gewöhne. Ist alles sehr natürlich und authentisch, dadurch aber auch verhältnismäßig gemächlich.
Die Spielwelt ist grandios. Nicht nur ihre audiovisuelle Umsetzung, sondern vielmehr noch das, was dahinter steckt: eine so noch nie dagewesene Simulation, deren Dynamik und Detailreichtum selbst die linearsten Spiele aussticht. In diesem Punkt bereits jetzt ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Gameplay muss mich hingegen noch überzeugen. Ist im Aufbau und seiner Umsetzung halt typisch R* (beispielsweise die langen Lauf/Reitwege inkl. endlosem Gelaber) und da bin ich einfach nicht der größte Fan von. Weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich das 60+ Stunden durchstehe. Wäre nicht das erste R* Spiel, das ich, trotz all seiner Qualitäten, abbreche.
(meh, meine meisten Screenshots sind nicht brauchbar, weil das HDR da irgendwie reinfuscht)