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MOVIE Der Anime Thread

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Wie versprochen noch ein paar finale Gedanken dazu, mit einem Tag Abstand.

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Worum gehts eigentlich?
Um eine ferne, dystopische Zukunft, in welcher die Erde großteils zu einer einzigen, großen Wüste verkam, die Menschen in sogenannten Plantations, mobilen Festungen leben und quasi kurz vor der Ausrottung stehen, durch eine Bedrohung die sie auf den Namen Kyoryuu getauft haben und die von Magma Energy angezogen wird (eine neue Form der Energie, welche die Menschen tief aus der Erde gefördert haben und sie in ein neues, technologisches Zeitalter verfrachtet hat). Als ihre Defensivlinie haben sie die sogesannten FRANXX, das sind die "Mechas" dieser Serie.

Diese FRANXX haben eine Tandemsteuerung, ergo es werden zwei Leute benötigt um einen zu steuern (diese Piloten werden Parasites genannt). Eine Pistil und einen Stamen, deren Geist miteinander synchronisiert wird. Die Pistil ist dabei direkt mit dem FRANXXX verbunden, spührt sämtlichen Schaden den der FRANXX erleidet und wird auch von diesem ausgelaugt, während der Stamen als zusätzliche Kontrolleinheit im FRANXX dient, da der FRANXX eine zu hohe Belastung auf eine Pistil ausübt die ihn alleine steuern würde und in eine Art Berserk Modus übergeht. Als Piloten dieser hat man sich Kindersoldaten herangezüchtet, die man in den FRANXX verschleißt und somit nicht über das alter junger Erwachsener hinaus kommen.

Die ganzen Hintergründe, wie es zu dieser Dystopie kam, was es mit diesen Kyoryuu, der Magma Energy und den FRANXX auf sich hat bzw. wieso ausgerechnet Kindersoldaten als ihre Piloten eingesetzt werden, das wird alles im Verlauf der Story enthüllt und erklärt. Man verfolgt die Geschichte überwiegend aus dem Blick einer gewissen Gruppe an Kindersoldaten, dem experimentellen Trupp 13. Dementsprechend eingeengt ist der Blick des Zusehers auch, da er stets kaum mehr als deren aktuellen, kumulierten Kenntnisstand präsentiert bekommt.

Vom Genre her würde ich sagen: Dystopischer SciFi Anime, mit Coming of Age Topic, Mecha Action, Drama, Romance, philosophischem Tiefgang und ein paar Comedy Einlagen (die sich jedoch vorwiegend auf die erste Hälfte beschränken).


Dinge die einen davon abhalten könnten die Serie zu mögen.
Möchte mal mit dem beginnen, wo sich die Serie als schwer zugänglich bzw. problematisch gezeigt hat. Allen voran ist das ihr Einstieg. Trigger Serien haben ja so ein ganz eigenes Ding mit ihrem Serieneinstieg. Schon bei Gurren Lagann und Kill la Kill war ich kurz davor die Serien nach den ersten Episoden abzubrechen und blieb eigentlich nur (Zum Glück!) wegen ihrer Reputation dran. Darling in the FRANXX reiht sich hier nahtlos ein. Zum einen entwickelt sich alles sehr gemächlich, da man sich doch viel Zeit für Welt- und vor allem Charakterbildung nimmt (erst ab der Hälfte schaltet man wirklich einen Gang hoch und wechselt dann innerhalb der letzten Folgen in den Beast Mode, was das Pacing angeht) und zum anderen kann die Serie in den ersten Episoden ziemlich merkwürdig anmuten. Auf der einen Seite wird kaum etwas erklärt (keine Sorge, im späteren Verlauf der Serie folgt das noch alles) und zum anderen wirken viele Dinge, eben durch den Wurf ins kalte Wasser, anfangs sehr seltsam.

Zunächst scheint Darling in the FRANXX einige fragwürdige Ecchi-Themen zu beinhalten, etwa wie die Stamen die Pistils im Cockpit förmlich reiten (da habe ich mir zuerst auch einfach nur gedacht WTF?! das kann doch nicht deren Ernst sein aber das entpuppt sich tatsächlich noch als bewusst gewählte Symbolik und ergibt Sinn im Kontext der Hintergründe, sprich es ist kein Fanservice um des Fanservice Willen, wonach es am Anfang aussah) und die Figuren wirkten auch blaß, ohne große Motivationen und ausgeprägten Charakter. Hat mich am Anfang ernüchtert aber im Endeffekt hat sich die Charakterentwicklung als eine der größten Stärken des Anime exponiert. Die Serie wächst kontinuierlich und braucht ihre Zeit zum Reifen, bis man genug Informationen bei der Hand hat, um ein gänzlich neues und vor allem vollständiges Bild von allem zu bekommen. Irgendwelche 3 Episoden Regeln oder derlei Bräuche sollte man besser ablegen.


Wieso man sich FRANXX ansehen sollte.
Das Production Value ist, wie nicht anders bei einer Co-Production von Trigger und A-1 Pictures zu erwarten top notch. Man verfügt über ein sehr einprägsames und originelles Art Design (egal ob es jetzt um die Charakter, das Welten, Mecha oder Gegner Design geht), mit dem man sich eindeutig indentifizieren und von anderen Shows abheben kann. Die Animationen der Action Sequenzen erinnern hier stark an die anderen Werke von den Trigger Leuten. Dementsprechend dürfen sich Action Freunde auf einige tolle Szenen freuen, wobei der Action Count jetzt nicht so extrem ist wie bei einem Kill la Kill - empfand die Balance bei FRANXX sehr gut, es gibt ausreichend Action aber das Storytelling und Characterbuildung steht mehr im Vordergrund. Die musikalische Untermalung ist auch hervorragend, sowohl in den ruhigen Momenten als auch während der Action. Folglich stark ist FRANXX auch inszeniert. Da gibts absolut nichts zu meckern.

Wie vorher schon erwähnt, ist die Charakterentwicklung eine der herrausragenden Stärken der Serie für mich. Charaktere die einem am Anfang noch als Standardfraß und mit wenig Profil erschienen, durchlaufen allesamt nachvollziehbare Entwicklungen und wachsen ans Herz, sodass ich richtig mit ihrem Schicksal mitgefiebert habe - was ich so nach den ersten Episoden gar nicht erwartet hätte. Das betrifft übrigens nicht nur das Main Duo Hiro und Zero Two (auch wenn sie der Charakter mit der wohl größten Entwicklung ist), sondern den gesamten Trupp 13. In Anbetracht der Anzahl an Charakteren, ist das für 24 Episoden schon eine beachtliche Leistung.

Der Punkt, den ich an FRANXX jedoch am allermeisten schätze ist seine inhaltliche Stärke und Tiefe. Wer in Episode 1 mit einem Heraklit Zitat beginnt und die letzte Episode damit schließt, kann eigentlich gar kein seichtes Werk abliefern, ohne sich lächerlich zu machen. Mag er einen am Anfang noch hinters Licht führen, sodass man ihn, im schlimmsten Fall, für einen Anime mit Ecchi und Harem Anleihen halten könnte (der aufmerksame Zuseher wird hier jedoch bereits die starke Symbolik des Anime erkennen und etwas hellhörig werden, wenn auch noch nicht ganz deuten können), doch sobald FRANXX seine wahre Erzählung entfesselt, wird es alles andere als seicht und offensichtlich. Es gibt eine Menge versteckter Themen und Botschaften, neben den nur allzu offensichtlichen und den Trigger typischen Twists, die einem aus dem Off um die Ohren geschlagen werden - ich kann es im Bezug auf die Story nur nochmal erwähnen: Vermeidet jeden Spoiler! Was die Auswahl der Themen angeht, gibt man sich erwachsen (das Thema Coming of Age ist natürlich ein großes Motiv der Serie und ich musste schmunzeln, als ich hier sogar Derridas Auslegung von "Aporie" vorgefunden habe; ebenso spielt das Thema Sexualität eine Rolle und das nicht auf eine Platte Art und Weise) und tiefsinnig. Ich bin ja großer Fan von philosophisch Angehauchtem und FRANXX bot mir in diesem Aspekt einiges an Futter (das ist nicht zuletzt anhand der vorkommenden Bibliothek ersichtlich, die Bücher mit großen Namen der Philosophiegeschichte beinhaltet). Summa summarum sicher einer der inhaltlich ansprechensten Anime für mich.

Hat etwas holprig und langsam gestartet, was der Erzählung geschuldet ist aber stellte sich im Endeffekt als ziemlich geniale Serie heraus. Ein überraschender Anime mit ziemlich viel Herz und Tiefgang, der wieder zeigt was einen starken Mecha Anime ausmacht: Man könnte einem hervorragendem Mecha Anime die Mech Action nehmen und es bliebe trotzdem noch ein starkes Fundament übrig.

Ein paar Auszüge aus dem superben OST:

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Zuletzt bearbeitet:
Die Action ist ähnlich dynamisch wie bei Kill la Kill inszeniert aber inhaltlich ist FRANXX mit keinem der beiden zu vergleichen (da ua nicht so abgedreht wie die beiden, sondern deutlich ernster), außer dass es Trigger übliche Story Twists mit einem epischen Finish gibt, sprich alles eigentlich ganz anders als gedacht kommt. Fühlt sich eher wie eine moderne Version von einem Neon Genesis Evangelion oder RahXephon an.
 
Darling in the Franxx litt für mich direkt wie Gurren Lagann instant darunter, sobald ich rausbekommen hab, dass Romance auch involviert ist, wonach beide Serien für mich auch eigentlich direkt in ner Wüste vergraben werden hätten können.
Ich verstehe es immer nicht, grade in diesem Medium sind Charaktere unfassbar wichtig. Eine scheiß Story mit geilen, entertainenden Charakteren werde ich trotzdem gucken. Im Gegenteil, der Vorteil an guten Charakteren ist, dass ich sie sogar verfolgen werde, wenn sie in total merkwürdigen Crossovers auftauchen, die eigentlich nicht passen, aber weil die Charaktere entertaining sind, das trotzdem geil ist.
Im Gegenzug kann man vom Writing DIE GEILSTE Story aller Zeiten aufs Papier zaubern, wenn mich keiner der Charaktere anspricht, ich keinen sympathisch oder cool finde, wird das Teil trotzdem von mir gedroppt. Da ist es merkwürdig sich immer auf so ein Thema zu verlassen, dass so einen gigantischen Disconnect zum Zuschauer/Konsumenten erschafft.

@Trayal
Und du hattest keinen Hass auf Ichigo als da dieses ganze Love-Triangle in die Wege geleitet wurde? War ne Zeit lang das einzige, was man zu der Serie im Netz lesen konnten, wie unglaublich verhasst sie war, gab sogar nen eigenes Hashtag auf Twitter...
 
Ja, Romance ist wie beschrieben ein Thema der Serie aber ich sehe da kein Problem, da dieser Part hier wirklich gut und ansprechend umgesetzt wurde bzw. halt einfach zu einer Coming of Age Story dazu gehört. Wieso Romance die Charaktere runterziehen soll kann ich nicht nachvollziehen. Das Charakterbuilding war eine der großen Stärken der Serie und da gehört deren sich wandelnde und fortentwickelnde Emotionalität unweigerlich dazu.

@Trayal
Und du hattest keinen Hass auf Ichigo als da dieses ganze Love-Triangle in die Wege geleitet wurde? War ne Zeit lang das einzige, was man zu der Serie im Netz lesen konnten, wie unglaublich verhasst sie war, gab sogar nen eigenes Hashtag auf Twitter...

Ich fand das sogar gut, wie authentisch sie damit umging und das Ganze im Verlauf der Serie verarbeitet hat. Wie erwähnt, das Thema der Emotionalität wurde finde ich ziemlich gut aufgegriffen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ach, das war weniger jetzt spezifisch auf DitF bezogen, als bei Animes und Medien generell. Die zwei Dinge, die ich hasse in Animes sind jegliche Form von Romance, selbst als Neben-Subplot und Gore gegen benannte Story-Charaktere. Gore gegen namenlose Mobs geht für mich noch in Ordnung.
Für mich ist generell in Medien es interessant, wann immer die vierte Wand durchbrochen wird und direkt mit dem Zuschauer interagiert wird, egal ob durch Comedy, Philosophie, oder was auch immer, wenn die Grenzen dabei verschwimmen (ein Glück für mich, dass da ja in mehr und mehr Medien jetzt die letzten 2 Jahre damit experimentiert wird). Eine feste Story mit X Episoden ist hingegen so gut wie immer für mich langweilig, da ich dann nie eine Bindung zu irgendeinem Charakter aufbauen werde, und damit generell selbst die beste Story für mich uninteressant ist, wenn ich an keinem der Charaktere da drinne hänge.

Romance wird aber meist eben unter anderem zur Charakter-Entwicklung genutzt, da Charakter-Entwicklung eben schon ein recht wichtiger Punkt ist für einen guten Anime/Manga/TV-Serie/whatever mit einer festen Story mit X Episoden. Da betrachtet man dann eher als Zuschauer von außen eine (im besten Fall trotzdem gute) Geschichte, die man konsumiert, anstatt dem von mir bevorzugten direkten Kontakt mit fiktiven Figuren.
Selbst in meinen absoluten Lieblings-Animes, selbst Serien, die ich seit meiner Kindheit immer noch verfolge wie Conan, skippe ich instant jede Episode, in dem es nur entfernt um nen Romance-Subplot geht.

Gab ja lustigerweise gestern im ERA in dem Thread zu dem Kotaku Artikel, wo es um den Vergleich Storytelling zwischen Fortnite und Overwatch ging, genau das Thema, das Blizzard ja bewusst vieles ominös lässt und nicht exakt präzise wird, und wenn sie das machen, haben sie da ja auch großen Pushback gekriegt, wie man an Tracer ja gesehen hat, daher war mir das nur grade im Gedächtnis und ich hab hier kurz gepostet... :)
 
Das ist natürlich schon ein sehr spezieller Faible, den du da hast :D

Ich bin mehr Fan des klassischen Aufbaus. Eine in sich geschlossene, schlüssige und gut geschriebene Geschichte, der man folgen kann, ist für mich eigentlich das Maß aller Dinge. Egal welcher Elemente und Themen man sich da bedient, solange es in sich schlüssig und “organisch“ wirkt.

Befinde mich auch gerne in der Position des unbeteiligten Betrachters und benötige auch keine Identifikationsfiguren, die quasi als eine Art Placeholder für den Zuseher dienen sollten. Da ist mir ein voll entwickelter, individueller Charakter viel lieber, als einer der mit universellen Motiven ausgestattet wurde, damit sich die Leute mit ihm oder ihr identifizieren können.
 
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Wobei ich das von dir genannte ja eben noch schlimmer finde. Ich kann solche FIguren zum Tod nicht ausstehen, eben weil ich selbst auch kein Cardboard-Cutout als Persönlichkeit bin, egal wie sehr sich die Autoren dann wünschen, sich selbst in solchen Charakteren zu sehen. Kann die ganzen Harem-Animes auf den Tod nicht ab und ist auch mit einer der Gründe, warum ich Ryu Hayabusa so hasse.
Ich meine dann schon tatsächlich die direkte Bezugnahme und Ansprache des Zuschauers. Ich identifiziere mich dann auch nicht mit Charakteren im Medium, sondern finde eher dieses roleplaying cool und interessant, direkt mit der realen Welt "zu interagieren", bzw. das zu spielen. Mit einer der Gründe, warum ich die Entwicklung der Virtual YouTuber cool finde oder auch gerne viele der Bonus-Videos von Teamfourstar gucke...
 
Das war doch das geniale an Kill la Kill. In jeder Hinsicht völlig abgedreht und over the top aber in sich dennoch vollkommen schlüssig, sogar die Ecchi Szenen und ich hab eigentlich eine latente Abneigung gegen Ecchi bzw. Fanservice. Man hat das ja regelrecht parodiert.
 
Mit Kill La Kill bin ich auch nie wirklich warm geworden, was zum Großteil aber an der nervigen Story lag. Ich halte diese 08/15-"Wir sind alle Freunde"-Ganbatte!-Brechstangen-Sentimentalität (vor allem gegen Ende) einfach nicht mehr aus.
 
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