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Im 19. Jahrhundert stand die Lederhose kurz vor dem Aussterben. Josef Vogl, einem Lehrer aus dem bayerischen Miesbach, ist das um 1883 aufgefallen und er wollte sie retten. Deshalb gründete er den ersten Trachtenverein - der am Anfang aber gar nicht gut ankam. Die Kirche fand diese kurzen Hosen sogar sittenwidrig. Die Mitglieder des Trachtenvereins durften mit ihnen nicht in die Kirche. Vogl schrieb aus der Not heraus an König Ludwig II. Der reagierte verständnisvoll - weil er nicht wusste, dass die Lederhose eben keine alte Tradition ist.
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Erst nach dem ersten Weltkrieg, als der Tourismus in den Alpen begann, wurde das lederne Beinkleid wie wir es jetzt kennen salonfähig.
NN: Die Lederhose war quasi eine Marketingidee des Königs?
Weber: Genau. Es sollte ein Nationalgefühl hergestellt werden. Schön König Max II. sagte, dass man die Leute bei Dingen packen muss, die ihnen wichtig sind und man etwas schafft, mit dem sich jeder Bayer identifizieren kann. Und da gehört die Kleidung dazu. Die Wittelsbacher haben durchaus Populismus betrieben mit der Tracht, auch Max´ Sohn, der "Märchenkönig" Ludwig II. und Prinzregent Luitpold. Sie haben sich immer in dieser typischen Jagdkleidung abbilden lassen. Das war schon Propaganda.