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VOTE Denis Villeneuves bester Film

Welcher David Villeneuves Film gefällt euch am besten?


  • Umfrageteilnehmer
    38

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Prisoners
Blade Runner
Enemy
Arrival
Sicario
...
Rest leider nicht gesehen und müsste man mal nachholen. Welchen Film kann man aus der Zeit vor Prisoners besonders empfehlen.
Prisoners hat mich damals so gepackt, gefesselt und begeistert wie lange kein Film mehr zuvor.
 

Der Film arbeitet eigentlich auf das Schicksaals-Konzept hin. Alles was im Film etabliert und erklärt wird, soll uns zu verstehen geben, dass die Zukunft eigentlich bereits geschrieben steht, dass jeder seine Rolle im kosmischen Ensemble spielen muss.

Am Ende will uns der Autor dann aber in einem Monolog von Amy Adams erklären dass es IHRE Entscheidung ist das Kind zu bekommen, dass Sie es aus freiem Willen herraus tut, wobei wir den ganzen Film lang eigentlich gelernt haben dass es sowas wie freien Willen gar nicht gibt.

Da ist der Film in seiner Kernaussage derart widersprüchlich und anbiedernd, nur um ein positives, optimistisches, typisches Hollywood-Ende abzuliefern... Es hat mich dezent geärgert. Ich bin niemand der wegen Kleinigkeiten "das ist unlogisch" brüllt, aber wenn es um so einen essentiellen Plot-Punkt geht, komme ich mir als Zuschauer nicht ernstgenommen vor.

Es hat mich so aufgeregt dass ich 1-2 Tage später angefangen habe zu googlen, ob ich nicht vielleicht etwas falsch verstanden hätte, aber der Screenwriter hat in einem Interview bestätigt dass es diesen Widerspruch im Film gibt, er musste das Ende so so positiv gestalten weil "that's just the kind of person I'am"... Das ist einfach KEINE akzeptable Begründung für ein Paradoxon.

Ich mochte den Film ja trotzdem... Viel cooles Zeug dabei, aber im letzten Drittel gab es halt echt Probleme...
 
Ich sehe das Problem um ehrlich zu sein nicht. Passt doch ganz gut zur geführten Debatte um den freien Willen. Hier wird ja zudem keine unbedingte Willensfreiheit angetragen, sondern ein Kompatibilismus.

//edit
Verdammter Zwischen-Walther
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Film arbeitet eigentlich auf das Schicksaals-Konzept hin. Alles was im Film etabliert und erklärt wird, soll uns zu verstehen geben, dass die Zukunft eigentlich bereits geschrieben steht, dass jeder seine Rolle im kosmischen Ensemble spielen muss.

Am Ende will uns der Autor dann aber in einem Monolog von Amy Adams erklären dass es IHRE Entscheidung ist das Kind zu bekommen, dass Sie es aus freiem Willen herraus tut, wobei wir den ganzen Film lang eigentlich gelernt haben dass es sowas wie freien Willen gar nicht gibt.

Da ist der Film in seiner Kernaussage derart widersprüchlich und anbiedernd, nur um ein positives, optimistisches, typisches Hollywood-Ende abzuliefern... Es hat mich dezent geärgert. Ich bin niemand der wegen Kleinigkeiten "das ist unlogisch" brüllt, aber wenn es um so einen essentiellen Plot-Punkt geht, komme ich mir als Zuschauer nicht ernstgenommen vor.

Es hat mich so aufgeregt dass ich 1-2 Tage später angefangen habe zu googlen, ob ich nicht vielleicht etwas falsch verstanden hätte, aber der Screenwriter hat in einem Interview bestätigt dass es diesen Widerspruch im Film gibt, er musste das Ende so so positiv gestalten weil "that's just the kind of person I'am"... Das ist einfach KEINE akzeptable Begründung für ein Paradoxon.

Ich mochte den Film ja trotzdem... Viel cooles Zeug dabei, aber im letzten Drittel gab es halt echt Probleme...

Ist nachvollziehbar, hat mich aber nicht ernsthaft gestört. Müsste den Film aber auch noch einmal sehen, um das genauer im Blick zu haben. Kenne die Vorlage nicht, daher weiß ich nicht, inwiefern das auf den Drehbuchautor oder auf den Roman zurückzuführen ist.
 
Was ist daran widersprüchlich?

Der Determinismus des Films wird durch die im Spoiler erwähnte Angelegenheit am Ende doch nicht gebrochen. Eine unbedingte Willensfreiheit, die nicht mit dem Determinismus des Films vereinbar ist, wird hier doch nicht präsentiert, sondern eben ein Kompatibilismus.
 
Ich müsste mir den Film nochmal ansehen, um sicher zu gehen aber das Ende war doch, dass es unausweichlich war (Determinismus, herbeigeführt durch eine Kausalkette von Ereignissen) aber sie diese bloß (von der Warte der unbedingten Willensfreiheit aus) scheinbare Freiheit als ihre erlebte Freiheit betrachtete.

Ein bekanntes, stoisches Beispiel dazu: Der an einen Karren gespannte Hund, der sich “frei“ entscheidet diesem zu folgen.

Der Film ist durch und durch deterministisch, lehnt aber, wie das Ende klarstellt, die Willensfreiheit nicht komplett ab, sondern bejaht sie in abgeschwächter Form. Das ist ein alter bzw. immer noch aktueller Streit der Philosophie. Im Kern gehts darum was Willensfreheit überhaupt bedeutet (die semantische Frage) und ob es eine solche Form der Willensfreiheit gibt (die ontologische Frage) - je nach Beantwortung dieser Fragen ergeben sich natürlich weitere Fragen bzw. Konsequenzen.
 
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