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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich denke beiden Seiten haben irgendwo Recht. Ich kann verstehen, dass Schwarze sich das Wort zu Eigen gemacht haben, um die Kontrolle darüber zu bekommen und es den Weißen und deren Deutungshoheit zu entreißen. Wer es heute als Nicht-Schwarzer in der Öffentlichkeit nutzt (bezogen auf fremde Personen) drückt damit entweder eine gewisse Einstellung aus oder zeigt seine Ignoranz (es sei denn er/sie ist 75+ und weiß es seit der alten Zeit nicht besser). Auf der anderen Seite betont diese schwarze Subkultur die Unterschiede ja sogar noch und zementiert sie. Ist halt alles nicht so einfach.
 
ne, einfach ist das mit Sicherheit alles nicht. Man brauch aber sicherlich keine Macht um rassistisch zu sein. Selbst die ärmsten Säue können die krassesten Rassisten sein. Oftmals findet man so ein Gedankengut ja auch eher bei den weniger Gebildeten und Verdienenden. Und wenn ich mich richtig erinnere gab es auch zur Zeiten der Sklaverei Schwarze, die sich als etwas besseres gesehen haben als andere und lieber dem weißen Mann in den Arsch gekrochen sind. Das ging ja so weit, dass die quasi selbst alle anderen Schwarzen scheiße fanden. Die haben ihre Brüder und Schwestern bestimmt nicht "Nigger" genannt, weil sie sich so verbunden mit ihnen gefühlt haben. Von daher wär ich vorsichtig mit solchen absoluten Aussagen.
 
ne, einfach ist das mit Sicherheit alles nicht. Man brauch aber sicherlich keine Macht um rassistisch zu sein. Selbst die ärmsten Säue können die krassesten Rassisten sein. Oftmals findet man so ein Gedankengut ja auch eher bei den weniger Gebildeten und Verdienenden. Und wenn ich mich richtig erinnere gab es auch zur Zeiten der Sklaverei Schwarze, die sich als etwas besseres gesehen haben als andere und lieber dem weißen Mann in den Arsch gekrochen sind. Das ging ja so weit, dass die quasi selbst alle anderen Schwarzen scheiße fanden. Die haben ihre Brüder und Schwestern bestimmt nicht "Nigger" genannt, weil sie sich so verbunden mit ihnen gefühlt haben. Von daher wär ich vorsichtig mit solchen absoluten Aussagen.

Macht war auch eher auf die Stellung der eigenen Ethnie und nicht auf den finanziellen Status bezogen. Und subtiler Rassismus welcher in der Elite ist, ist viel schlimmer als der plumpe Rassismus von Neonazis oder dummen Menschen. Dieser plakative Rassismus hat weniger Einfluss und wird ja eher verteufelt und viele distanzieren sich auch davon. In der Hochzeit der Sklaverei nutzen viele afrikanische Stämme (zb Ashanti) die europäischen Invasoren aus, um rivalisierende Stämme loszuwerden und arbeiteten eng mit den Holländern zb. zusammen. Aber das haben weiße auch in Europa zb in der Zeit Roms getan. Nichts ungewöhnliches aber dennoch traurig. In den USA wurden oft wenige schwarze manipuliert, damit diese ihre eigenen Leute verraten, weil sie flüchten wollten und nein ich habe das nicht aus Django. Es gibt sogar eine Anleitung, wie man gezielt dafür sorgt, dass sie Masse an Sklaven sich eher gegen sich selbst wendet als gegen den Meister. Hierfür befördert man einen Schwarzen und zieht den Hass der Masse dann gegen diesen besseren "Neger". Und ja auch später gab es halt einige schwarze die opportunistisch waren, so wie heute auch. Ist denke ich menschlich, dass man das beste für sich will und sich weniger um die eigene Ethnie kümmert, wenn man eh nichts machen kann. Können schwarze andere schwarze unterdrücken? ja. Weiße können auch weiße unterdrücken. Hat mit Rassismus aber nichts zu tun.

Zum Wort Nigga. Wenn ein schwarzer den anderen feindselig Nigga nennt, hat das Wort doch gar keine power. Er nennt mich nigga und ich nenn ihn dann auch nigga. Er kann sich mit dem Wort nicht abheben, auch wenn er das vielleicht denkt. Effektiver wäre da sogar Dummkopf. Nicht umsonst gab es andere Bezeichnungen unter schwarzen wie Onkel Tom usw.

@Gerri du hast deine Sichtweise. Ich akzeptiere sie und mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich dreh mich echt ungern im Kreis.
 
also kommt es für dich in dem Fall nicht auf die Intention an, mit der dich jemand "Nigga" nennt, sondern auf die Person bzw. wie diese aussieht?

Ich find das halt schwierig nachzuvollziehen, so wie du es gerade formulierst. Irgendwie versteh ich ja schon, dass das unter Schwarzen ne andere Bedeutung hat, aber findest du es ok, wenn dich jeder x-beliebige Schwarze, der dich irgendwo sieht, gleich mit "Nigga" anredet? Im Freundeskreis ist das ganze halt n ganz anderer schnack finde ich.

Und wer bestimmt denn, welche Ethnie wie viel Macht hat? Geht es da nach Zahlen oder wie ist das Kriterium? Also würden die Asiaten wiederum in dieser "Rangliste" über dem westlich weißen Mann stehen?
Klar gibt es Alltagsrassismus und ich bin froh, damit meiner eigenen Auffassung nach sehr selten in Berührung zu kommen. Mich persönlich interessiert es nicht, welche Ethnie welche Stellung in der Gesellschaft aufgrund irgendwelcher geschichtlichen Ereignisse hat und ich kann nicht nachvollziehen, warum man einen Schwarzen nicht einstellen sollte, nur weil er schwarz ist. Mir ist es nur wichtig, dass man sich gegenseitig auf Augenhöhe begegnet. Wer das nicht tut, egal ob privat oder geschäftlich, ist ganz schnell unten durch und kann mich mal am Arsch lecken. Deshalb werde ich meinen Kindern auch nur Schimpfwörter beibringen, die jeder Depp egal welcher Hautfarbe unmissverständlich versteht :D
 
@Crozzbow Das ist ja auch sehr löblich von dir und ich hoffe, dass dein Vorbild die Runde macht.

Es ging noch nie nach Zahlen. Ginge es nach Zahlen, hätte Europa nicht die Welt eingenommen. Japan nicht China etc. Welches Kriterium jetzt entscheidend ist, sollten dir Sozialwissenschaftler beantworten. In meinem Psychologiestudium haben wir das nicht so weit behandelt.
 
Ich denke einzelne Meinungen sind auch bei dem Thema Rassismus nicht der springende Punkt.
Die werden immer voneinander abweichen. Ich selbst hab bei der H&M Aktion z.B. nur nen jungen in nem grünen Pulli gesehen, mehr nicht aber das ändert ja nichts daran das Rassismus auch solch subtile Formen annehmen kann. Keiner von uns kann sagen ob der urheber dahinter das aus diesem Grund gemacht hat oder sich genau so wenig gedacht hat wie ich als ich das Bild gesehen hab.

Eigentlich wäre es sogar schön diese Debatte nicht führen zu müssen denn hätten alle das gesehen was ich gesehen hab gäbe es das problem auch nicht aber der Stachel sitzt bei einigen halt tief und solange das so ist werden das andere auch noch ausnutzen um den wunden Punkt zu treffen. Gibt halt immer Menschen die was gegen andere Gruppen haben.

Das Problem ist einfach man kann halt vergeben aber vergessen ist wieder ne andere Sache.

Wir können alle nicht ändern wie sich andere verhalten oder fühlen ABER wir können genau das bei uns ändern.
Es macht die Welt vllt nicht besser aber es ist halt auch besser als darauf zu verharren etwas sei doch nicht so schlimm.

Ich für meinen Teil weiß jetzt zumindest das ich wenn z.B. Onyi mal nen Kind bekommen sollte ich keinen Pulli mit dem Aufdruck kaufen sollte. Ich glaub es ist einfach immer ein abtasten für jeden bei uns und es ist auch von Person zu Person unterschiedlich wie etwas aufgefasst wird. Wörter die eine bestimmte Gruppe bennenen und negativ geprägt sind, sind einfach irgendwo rassistisch. Es ist genau so rassistisch jeden deutschen einen Nazi zu nennen das ist einfach nichts anderes.

Und am Ende geht es auch weniger um die Tatsache was etwas ist sondern lediglich wie jemand das empfindet und Rücksicht darauf zu nehmen. Ich meine bei nem Behinderten kommt man auch nicht auf die Idee sich vor den zu stellen und Witze über die behinderungen zu machen. Klar kann man Spaß machen wie z.B. bei nem Rollstuhlfahrer "Siehs mal positiv wenigstens hast du von da unten im Sommer den besseren Ausblick als ich" oder halt mit dem Klischee zu spielen das jeder schwarze einfach voll das lange Teil hat. Das sind ja dann komplett andere Sachen wenn man mit jemanden lacht als über jemanden.
 
Also die Frage ist sicherlich interessant, warum Schwarze angefangen haben, sich selbst so zu bezeichnen. Klar, man möchte sich das Wort zu eigen machen, damit man es nicht mehr entfremden kann. Das kann man auch positiv sehen. Müsste ich mal länger drüber nachdenken.

Intuitiv, als jemand der nicht in dieser Debatte steht, empfinde ich das allerdings als die „letzte große Demütigung“ des weißen Mannes, dass es die Black Community noch nicht geschafft hat, das zu überwinden und sich ständig damit konfrontieren, welche Hautfarbe sie haben. Das ist doch eine Schande, zusätzlich zu den immer noch vorhandenen Diskriminieregen gegenüber Schwarzen und anderen Bevölkerungsgruppen.

Zudem ist und bleibt es, egal wie sie gemeint ist, eine rassistische Aussage, weil sie fast ausschließlich dann getroffen wird, wenn der Adressat Schwarz ist. (Gibt sicherlich auch weiße, die das machen, und schwarze, die das nicht machen etc)
 
Das Wort zu eigen machen um es in seiner Brisanz zu entwerten halte ich für eine steile These. Wenn das das Ziel gewesen sein soll, dann wurde es komplett verfehlt. Dann dürfte kein Hahn mehr danach krähen unabhängig davon wer es spricht. Das ist ganz und gar nicht der Fall. Gibt kaum ein kontroverseres Wort auf dieser Welt.
 
„Es wurde ja wie angesprochen auch positiv von uns schwarzen genutzt, um dem Wort die Macht zu nehmen und es sogar umzudrehen. Große schwarze Aktivisten haben es in ihren Reden genutzt. Du kannst Geschichte nicht so einfach wegmachen.“

So hatte ich das jetzt zumindest gelesen. Vielleicht hab ich da auch was übersehen.
 
Nochmal ein anderes Thema

Thema Ausländerfeindlichkeit
Bin eben am Busbahnhof gewesen. Dort war eine Gruppe jugendlicher Türken lautstark am rumpöbeln. Ein älterer Herr (wohl Deutscher) fragte was das soll, die Leute so anzupöbeln. Daraufhin direkt die gesamte Gruppe scheiß Deutscher, scheiß Deutschland, alles Nazis.
Ist es dann Ausländerfeindlich und rechts zu sagen, dass sie auch gerne ins Heimatland gehen dürfen, sowie es der alte Mann gemacht hat?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Man kann erst mal davon ausgehen, dass das Deutsche waren.

Und dass es nur der Abgrenzung dient (Gruppenbildung, wir Vs die) die anderen "scheiß Deutsche" oder "Kartoffel" o. Ä. zu nennen.

Dasselbe bei Leuten, die sich zB als Muslime verbrüdern und das in den Vordergrund stellen, aber überhaupt nicht danach leben.

Ist normal, man will zu einer Gruppe gehören.
 
Muhammed Ali - No Vietcong ever called me Nigger

Natürlich ist es nicht gelungen dem Wort die schärfe zu nehmen, wenn es rassitisch genutzt wird aber es ist schon ziemlich abgeschwächt. Die Blacks unterscheiden ja sogar zwischen Nigger und Nigga. Es wird auch natürlich auch unter schwarzen debattiert, ob das Wort nicht verschwinden muss. Die Hiphop Kultur ist aber sehr resistent und ob es nun ein doppelstandard ist, kann man ewig darüber streiten.
 
war von beiden Seiten rassistisch.

deutsch ist doch keine Rasse?

Ich würde die Aussage des Mannes als eine konsequente Antwort auf die hohlen Sprüche der anderen Gruppe sehen. Allerdings ist seine Wortwahl etwas missglückt. Heimatland kann auch bei diesen Jungs Deutschland sein. Aber wenn alle deutschen Nazis sind, kann man gerne gehen. Europa ist groß.
 
Intuitiv, als jemand der nicht in dieser Debatte steht, empfinde ich das allerdings als die „letzte große Demütigung“ des weißen Mannes, dass es die Black Community noch nicht geschafft hat, das zu überwinden und sich ständig damit konfrontieren, welche Hautfarbe sie haben. Das ist doch eine Schande, zusätzlich zu den immer noch vorhandenen Diskriminieregen gegenüber Schwarzen und anderen Bevölkerungsgruppen.

Zudem ist und bleibt es, egal wie sie gemeint ist, eine rassistische Aussage, weil sie fast ausschließlich dann getroffen wird, wenn der Adressat Schwarz ist. (Gibt sicherlich auch weiße, die das machen, und schwarze, die das nicht machen etc)

War neulich auf nem Geburtstag eingeladen und habe eine junge, schwarze Frau kennengelernt. Da wir beide kaum jemanden dort kannten, haben wir uns viel unterhalten. Mir ist zuerst, schon als sie den Laden betrat, ihre Schönheit aufgefallen. Als wir dann ins Gespräch kamen, fiel mir sofort ihr starkes Selbstbewusstsein auf, ihr extremer Humor und ihre Berliner Schnauze (obwohl sie kaum berlinerte, aber die Grundhaltung in ihrem Ausdruck, das war typisch Berlin). Na gut, jedenfalls hätte ich sie nie als Ausländerin oder als exotisch gesehen, so von ihrer Art her. Aber im weiteren Verlauf stellte sich dann heraus, wie krass das Thema Rassismus sich in ihr Bewusstein gegraben hat. Ich muss dazu sagen, dass ich wenig Kontakt zu dunkelhäutigen Menschen habe und das für mich vielleicht praktisch gesehen neu war. Sie steigerte sich regelrecht rein in das Thema, bis ich sie fragte, wie oft sie denn "daran" täglich so denken würde. Da war sie regelrecht perplex und ich glaube, sie hat mir auch keine konkrete Antwort darauf geben können. Ich hatte den Eindruck, dass sie im Grunde permanent und eigentlich immer mit dem Rassimusblick durch den Alltag geht. Also sich als nicht dazugehörig, als Aussenseiter zu fühlen, auf Formulierungen achten oder direkten Anfeindungen ausgesetzt zu sein. Im Grunde scheint das für sie Allgegenwärtig zu sein und als Betroffener Mensch, der damit aufwächst, wird man da wohl auch immer sensibler. Ich weiß nicht, wieviele schwarze Menschen unter uns das auch so empfinden. Ich vermute es sind recht viele. Aber denen dann zu sagen, sie sollten das N-Wort als Community (wenn sie sich überhaupt so empfinden; man fühlt sich ja nicht allein wegen seiner Hautfarbe miteinander verbunden, auch nicht als Minderheit) überwinden, halte ich für fragwürdig, angesichts dieser, vielleicht auch manchmal sehr subjektiven Wahrnehmung. Das ist doch eigentlich nur eine vielleicht mental einfach notwendige Reaktion auf den allgegenwärtigen Rassismus, gegen den man sich oft machtlos fühlt.

Ach ja, was ich eigentlich noch sagen wollte: Es hat mich ziemlich traurig gemacht, dass eine auf den ersten Blick so selbstbewusste, liebenswürdige und starke Persönlichkeit, so viel Lebenszeit mit so etwas sinnlosen und überflüssigen verbringen muss. Weil die Gesellschaft ihr das so abverlangt und sie da auch nicht so einfach loslassen kann.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
klar gibt es bessere Wege und wir arbeiten auch daran, Stereotype zu beseitigen. Die intelligenten und talentierteren von uns nutzen alle Plattformen, um es irgendwann mal für die nächsten Generationen leichter zu machen. Dennoch kann ich nichts machen, wenn Theater in Deutschland keine schwarzen nehmen, und stattdessen weiße schwarz anmalen. Wenn Labels schwarzen Künstlern sagen, dass sie nicht ins Konzept passen usw. Wir müssen dass dann selbst in die Hand nehmen und das tun wir. Dauert halt noch ;)
 
Das ist auch noch mal extra schwer für dunkelhäutige Menschen die hier in Deutschland geboren wurden.
Sie fühlen sich als Deutsche und doch ausgegrenzt.
Meiner Frau passiert das ja auch öfter (meistens unterschwellig) aber sie sieht sich eh als Kubanerin und die sind ja generell ein stolzes Volk.
 
Ach ja, was ich eigentlich noch sagen wollte: Es hat mich ziemlich traurig gemacht, dass eine auf den ersten Blick so selbstbewusste, liebenswürdige und starke Persönlichkeit, so viel Lebenszeit mit so etwas sinnlosen und überflüssigen verbringen muss. Weil die Gesellschaft ihr das so abverlangt und sie da auch nicht so einfach loslassen kann.
Es gibt Erlebnisse, die machen paranoid oder zumindest übervorsichtig.
 
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