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Der "Ich könnte kotzen" Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich streck gerade meine Fühler nach einer neuen Stelle aus, weil in meinem jetztigen Job werd ich auf Dauer kreuzunglücklich sein.
Überall heisst es, die Unternehmen suchen soviel Personal wie nie und finden niemanden. Da sollte man doch meinen, dass die Gehälter entsprechend sind. Angebot und Nachfrage und so...
Aber von wegen...
Da werden teilweise völlig abgehobene Qualifikationen gefordert, und dann soll man mit nem mickrigen Gehalt abgespeist werden. Master, Bachelor, Berufserfahrung blablabla, und dann 2.300 brutto....
Das hab ich nach meiner Ausbildung beim Lidl verdient. Das ist 15 Jahre her...
Da brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie niemanden finden...
 
Hmm, ich denke es kommt auf die Branche/Lokation an. Wir suchen in meinen Team ca. 25 neue Mitarbeiter - Gehälter zwischen 50.000 - 110.000 Euro + Extras je nach Seniorität/Berufserfahrung. Das sind auch alles Jobs die "approved" sind durch den BR.
 
Vollbeschäftigung gab es zu Zeiten des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders und auch nur dann.
Trotzdem scheint es mir so als strebe jede bisherige Arbeitspolitik seitdem danach, diesen Zustand wieder herbeizuführen.
Gleichzeitig scheint es ebenso gesellschaftlicher Konsens zu sein, dass man nur dann "voll arbeitet", wenn man das für etwa 39 Stunden in der Woche tut.
Dass hier bereist ein Widerspruch zu erkennen ist, wenn seit Jahren und Jahrzehnten die Arbeitslosenzahlen mehr oder weniger stagnieren, sollte klar sein.
Zudem bleibt bei einer 39-Stunden-Woche kaum Zeit für Haushalt, Erziehung und Pflege, weshalb diese Tätigkeiten nach wie vor häufig unentlohnt an den Frauen hängen bleiben, die dann vielleicht noch eine halbe Stelle machen oder einen 450€-Job.
Es wäre einfach ungemein sozialverträglicher wenn man stattdessen ein Setting schaffen würde, dass möglichst viele Menschen zu möglichst gleichen Teilen am Arbeitsmarkt partizipieren lässt und das jedem und jeder darüber hinaus eine ausgewogene Balance zwischen Privat- und Berufsleben ermöglicht.
 
Vollbeschäftigung gab es zu Zeiten des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders und auch nur dann.
Trotzdem scheint es mir so als strebe jede bisherige Arbeitspolitik seitdem danach, diesen Zustand wieder herbeizuführen.
Gleichzeitig scheint es ebenso gesellschaftlicher Konsens zu sein, dass man nur dann "voll arbeitet", wenn man das für etwa 39 Stunden in der Woche tut.
Dass hier bereist ein Widerspruch zu erkennen ist, wenn seit Jahren und Jahrzehnten die Arbeitslosenzahlen mehr oder weniger stagnieren, sollte klar sein.
Zudem bleibt bei einer 39-Stunden-Woche kaum Zeit für Haushalt, Erziehung und Pflege, weshalb diese Tätigkeiten nach wie vor häufig unentlohnt an den Frauen hängen bleiben, die dann vielleicht noch eine halbe Stelle machen oder einen 450€-Job.
Es wäre einfach ungemein sozialverträglicher wenn man stattdessen ein Setting schaffen würde, dass möglichst viele Menschen zu möglichst gleichen Teilen am Arbeitsmarkt partizipieren lässt und das jedem und jeder darüber hinaus eine ausgewogene Balance zwischen Privat- und Berufsleben ermöglicht.
Wir sind hier im Kreis mir 2,5 relativ nah an Vollbeschäftigung!

Aber ja, die 39 Stunden Woche ist einfach ein Relikt. Ich hab das Problem in der Arbeit auch. Mache meine Arbeit in 4-5 Stunden am Tag aber muss halt trotzdem auf 39 Stunden kommen. Gott sei dank kann ich, wenns mal stressiger war und ich Überstunden aufgebaut hab, an normalen Tagen dann wieder bissel abbauen
 
Vollbeschäftigung gab es zu Zeiten des sogenannten deutschen Wirtschaftswunders und auch nur dann.
Trotzdem scheint es mir so als strebe jede bisherige Arbeitspolitik seitdem danach, diesen Zustand wieder herbeizuführen.
Gleichzeitig scheint es ebenso gesellschaftlicher Konsens zu sein, dass man nur dann "voll arbeitet", wenn man das für etwa 39 Stunden in der Woche tut.
Dass hier bereist ein Widerspruch zu erkennen ist, wenn seit Jahren und Jahrzehnten die Arbeitslosenzahlen mehr oder weniger stagnieren, sollte klar sein.
Zudem bleibt bei einer 39-Stunden-Woche kaum Zeit für Haushalt, Erziehung und Pflege, weshalb diese Tätigkeiten nach wie vor häufig unentlohnt an den Frauen hängen bleiben, die dann vielleicht noch eine halbe Stelle machen oder einen 450€-Job.
Es wäre einfach ungemein sozialverträglicher wenn man stattdessen ein Setting schaffen würde, dass möglichst viele Menschen zu möglichst gleichen Teilen am Arbeitsmarkt partizipieren lässt und das jedem und jeder darüber hinaus eine ausgewogene Balance zwischen Privat- und Berufsleben ermöglicht.

Ich persönlich finde das aber jetzt hanebüchene Kritik :O_o:

Natürlich wäre es schön, mehr Freizeit zu haben, aber 39 Stunden/Woche sehe ich durchaus als ein System an, welches sich bewährt hat. Nicht umsonnst geht es Bürgern und Bund vergleichsweise gut.

Und bei 39 Stunden hat man durchaus noch Zeit für Hausarbeit, Famile, Freunde und Hobby. Rechne doch mal grob auf ne 5-Tage Woche. Fängst um 7 an, hast um halb 4 Feierabend und den ganzen Nachmittag und Abend für dich. Und wenn man sich dann dazu entscheidet, Kinder zu bekommen, dann muss man halt kürzer treten.
 
Ich streck gerade meine Fühler nach einer neuen Stelle aus, weil in meinem jetztigen Job werd ich auf Dauer kreuzunglücklich sein.
Überall heisst es, die Unternehmen suchen soviel Personal wie nie und finden niemanden. Da sollte man doch meinen, dass die Gehälter entsprechend sind. Angebot und Nachfrage und so...
Aber von wegen...
Da werden teilweise völlig abgehobene Qualifikationen gefordert, und dann soll man mit nem mickrigen Gehalt abgespeist werden. Master, Bachelor, Berufserfahrung blablabla, und dann 2.300 brutto....
Das hab ich nach meiner Ausbildung beim Lidl verdient. Das ist 15 Jahre her...
Da brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie niemanden finden...
Stehen jeden Morgen zehn dumme auf, die es für das Geld machen.
 
Darum geht es doch gar nicht. Aber du malst dir das wieder so aus, ohne dass du irgendwelche anderen Situationen kennengelernt hast. Ich hab Kind, Familie und ein paar Arbeitgeberwechsel hinter mir. 7 Uhr ankommen und 16 Uhr Stift fallen lassen geht vielleicht mal, aber wenn du ein Kind hast, hast du vielleicht noch andere Verpflichtungen. Musst das Kind in die Kita, zur Schule oder zum Arzt bringen. Dann gibt es Arbeitgeber, die mit der Gleitzeit ein wenig empfindlicher sind. Kind abholen, Haushalt stemmen usw. kostet auch Zeit. Dann bleibt unterm Strich gar keine Freizeit mehr übrig. Da kannst du dich noch so sehr verbiegen. So eine Pauschalisierung ist einfach nicht zielführend in so einer Diskussion. Und was ja eigentlich kritisiert wird ist doch, dass ich mindestens genauso effizient sein könnten, wenn ich weniger Stunden in der Wochen arbeiten würde.
 
Aber so ist das mit Kindern. Kinder kosten Zeit, Kinder bedeuten Verzicht.

Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf Teilzeit, den kann jeder nutzen. Dann muss man aber auch damit klar kommen, dass man weniger in der Tasche hat. Man kann doch nicht erwarten, dass alles so easy läuft wie mit 18 wenn man eine Familie gründet? Man ist sich doch vorher bewusst, dass das unglaublich anstrengende 12 - 18 Jahre werden, bis das Kind aus dem gröbsten raus ist. Sowohl finanziell als auch sozial.
 
Und was ja eigentlich kritisiert wird ist doch, dass ich mindestens genauso effizient sein könnten, wenn ich weniger Stunden in der Wochen arbeiten würde.

Das glaube ich auch.
Anreize steigern die Effektivität von MA drastisch.
Ein solcher Anreiz könnte z.B. eine Minderung der Stunden bei gleichem Gehalt und gleichem Arbeitspensum sein. Ich will es nicht verallgemeinern, aber ich bin davon überzeugt, dass es in sehr vielen Fällen funktionieren würde.
 
Das ist eine ziemlich traurige Einstellung und eine soziale Bankrotterklärung, sollte dies tatsächlich gesellschaftlicher Konsens sein.

Ne, das ist einfach realität :ugly: Du kannst mit Kindern nicht mehr jedes Wochenende 2 Tage Party machen und im Monat 400 Euro fürs Saufen ausgeben. Oder 4 Wochen all inclusive nach Thailand fahren und dazu noch 300 Euro vom Gehalt zur Seite legen um am Ende des Jahres einen neues Auto zu kaufen.(gehen wir mal vom Normalverdienerhaushalt aus)

Hey, Kinder kosten Geld, Kinder kosten Zeit, Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Zu glauben, dass Kinder das Leben nicht verändern, sowohl sozial als auch finanziell, ist noch realitätsferner als ich bisher gedacht habe.
 
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