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Es gibt endlich ein Lebenszeichen von Walter Moers! In einem längeren Statement, erläutert er die aktuelle Situation und kündigt dabei sogar noch ein neues Zamonien Buch an:
Mich gibt es wirklich!
Ein Bericht zur Lage der zamonischen Literatur
von Walter Moers
Ich bin nicht tot. Und mich gibt es wirklich. Nachdem in der letzten Zeit im Internet wiederholt Meldungen aufgetaucht sind, in denen darüber spekuliert wurde, dass ich entweder verstorben sei oder sogar nie existiert habe, hat mich mein Verleger um drei Dinge gebeten:
1. ein Lebenszeichen,
2. eine Richtigstellung der Gerüchte über mein Schreiben,
3. einen kurzen Bericht über meine momentane Arbeitssituation hinsichtlich der Bücher über den Kontinent Zamonien.
Zu 1: Ich hoffe, dass dieser Bericht als Lebenszeichen genügt. Menschen, die mich persönlich kennen, bestätigen mir gelegentlich meine Existenz, so dass ich mit absoluter Überzeugung behaupten kann: Doch, ich lebe noch. Ich werde aber auch weiterhin nicht in Fernsehtalkshows auftreten, mich nicht fotografieren oder filmen oder vor Mikrophon interviewen lassen.
Zu 2: Kürzlich wurde mein Verleger von einem Kollegen aufgefordert: »Geben Sie zu, dass Sie Walter Moers sind!« Auch dieses Gerücht kann ich dementieren. Ich muss meine Bücher immer noch selbst schreiben und meine Illustrationen immer noch selbst zeichnen. Zu dem Status, dass mein Verleger dies für mich tut, habe ich es leider noch nicht gebracht. Ich lebe also nicht nur nach wie vor, sondern ich schreibe auch immer noch selbst.
Zu 3: Im Jahr 2011 haben wir den Roman »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« veröffentlicht. Die Handlung dieses Buches bricht an einer spannenden Stelle ab und wurde seither nicht fortgesetzt. Außerdem wurde vom Verlag ein Roman mit dem Titel »Das Schloss der Träumenden Bücher« angekündigt, in dem diese Handlung fortgeschrieben werden soll. Dieses Buch ist seither in Arbeit, aber bisher noch nicht fertig.
Um die Verwirrung zu verstärken, wurde ein weiterer Zamonienroman mit dem Titel »Die Insel der 1000 Leuchttürme«angekündigt, der ebenfalls bisher noch nicht erschienen ist. Und nun kündigen wir für den Herbst überraschend als nächstes Buch aus Zamonien das somnambule Märchen »Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr« an. Ich gebe zu, dass das alles ziemlich irritierend ist und durchaus dazu führen kann, dass man über meine Lebensumstände und Arbeitsmethoden spekuliert. Es ist aber eigentlich weder kompliziert noch mysteriös, und ich versuche es im Folgenden zu erklären:
Bei der Niederschrift von »Das Labyrinth der Träumenden Bücher«wurde bald klar, dass dieses Buch vom Umfang her den Rahmen aller bisherigen Zamonienbücher sprengen würde. Also entschloss ich mich nach Absprache mit meinem Verlag, den Roman in zwei Teilen zu veröffentlichen. Das haben wir getan und den ersten Teil publiziert. Meine Arbeitsmethode ist seit jeher, dass ich an verschiedenen Projekten gleichzeitig arbeite. Und dazu gehören nicht nur die Romane, sondern auch Comics und Arbeiten für Film und andere Medien. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass das eine Projekt das andere außerplanmäßig überholt und früher fertig wird als gedacht. Oder umkehrt: Eine Arbeit dauert länger als geplant und wird später fertig. Oder es schieben sich ganz neue Projekte dazwischen.
Und so war es auch diesmal. Durch den Kontakt mit dem Illustrator Florian Biege kam die Idee auf, den Roman »Die Stadt der Träumenden Bücher «als aufwändigen Comic zu gestalten. Dafür musste ich 450 Seiten Romantext ohne Streichungen der Handlung auf einen entsprechenden Comictext eindampfen und all die detaillierten Szenarien Bild für Bild zeichnerisch entwerfen. Erste Kostproben gibt es bald. Dies war und ist sehr zeitintensiv, sodass sich die Arbeit am »Schloss der Träumenden Bücher« immer mehr in die Länge gezogen hat. Da mir das »Schloss« als Abschluss der Reihe um die »Träumenden Bücher«äußerst wichtig ist, habe ich schließlich beschlossen, mich nicht weiter unter Veröffentlichungsdruck zu setzen und diesem Buch so viel Zeit zu geben wie es eben braucht. Daher befindet es sich immer noch in Arbeit, obwohl schon umfangreicher Text und viele Illustrationen entstanden sind.
In der Zwischenzeit hatte ich auch noch mit der Niederschrift und den Illustrationen von »Die Insel der 1000 Leuchttürme«begonnen, einem weiteren Mythenmetzroman, der mittlerweile kurz vor der Vollendung steht. Voraussichtlich wird er noch vor dem »Schloss« erscheinen können.
Und dann habe ich vor einiger Zeit Lydia Rode kennengelernt, eine junge Frau, die an der seltenen und rätselhaften Krankheit »Chronic Fatigue Syndrom« (CFS) leidet. Aus diesem Kontakt entstand ein zusätzliches Zamonien-Projekt, das alle anderen vorübergehend verdrängt hat: der Roman »Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr«, der von mir geschrieben und von Lydia Rode farbig illustriert wurde. Dieses Buch hat nun das Rennen gemacht und wird im Herbst 2017 als nächster Zamonienroman erscheinen - dicht gefolgt von der Graphic Novel in zwei Bänden.
Das ist also die momentane Lage der zamonischen Literatur in deutscher Sprache. Ich bin nicht tot, ich schreibe immer noch meine Bücher selber, und der eigenwillige Organismus Zamonien, der mich manchmal selbst überrascht, wächst weiter. So unberechenbar wie üblich.
Walter Moers
Es geht also weiter
Mich gibt es wirklich!
Ein Bericht zur Lage der zamonischen Literatur
von Walter Moers
Ich bin nicht tot. Und mich gibt es wirklich. Nachdem in der letzten Zeit im Internet wiederholt Meldungen aufgetaucht sind, in denen darüber spekuliert wurde, dass ich entweder verstorben sei oder sogar nie existiert habe, hat mich mein Verleger um drei Dinge gebeten:
1. ein Lebenszeichen,
2. eine Richtigstellung der Gerüchte über mein Schreiben,
3. einen kurzen Bericht über meine momentane Arbeitssituation hinsichtlich der Bücher über den Kontinent Zamonien.
Zu 1: Ich hoffe, dass dieser Bericht als Lebenszeichen genügt. Menschen, die mich persönlich kennen, bestätigen mir gelegentlich meine Existenz, so dass ich mit absoluter Überzeugung behaupten kann: Doch, ich lebe noch. Ich werde aber auch weiterhin nicht in Fernsehtalkshows auftreten, mich nicht fotografieren oder filmen oder vor Mikrophon interviewen lassen.
Zu 2: Kürzlich wurde mein Verleger von einem Kollegen aufgefordert: »Geben Sie zu, dass Sie Walter Moers sind!« Auch dieses Gerücht kann ich dementieren. Ich muss meine Bücher immer noch selbst schreiben und meine Illustrationen immer noch selbst zeichnen. Zu dem Status, dass mein Verleger dies für mich tut, habe ich es leider noch nicht gebracht. Ich lebe also nicht nur nach wie vor, sondern ich schreibe auch immer noch selbst.
Zu 3: Im Jahr 2011 haben wir den Roman »Das Labyrinth der Träumenden Bücher« veröffentlicht. Die Handlung dieses Buches bricht an einer spannenden Stelle ab und wurde seither nicht fortgesetzt. Außerdem wurde vom Verlag ein Roman mit dem Titel »Das Schloss der Träumenden Bücher« angekündigt, in dem diese Handlung fortgeschrieben werden soll. Dieses Buch ist seither in Arbeit, aber bisher noch nicht fertig.
Um die Verwirrung zu verstärken, wurde ein weiterer Zamonienroman mit dem Titel »Die Insel der 1000 Leuchttürme«angekündigt, der ebenfalls bisher noch nicht erschienen ist. Und nun kündigen wir für den Herbst überraschend als nächstes Buch aus Zamonien das somnambule Märchen »Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr« an. Ich gebe zu, dass das alles ziemlich irritierend ist und durchaus dazu führen kann, dass man über meine Lebensumstände und Arbeitsmethoden spekuliert. Es ist aber eigentlich weder kompliziert noch mysteriös, und ich versuche es im Folgenden zu erklären:
Bei der Niederschrift von »Das Labyrinth der Träumenden Bücher«wurde bald klar, dass dieses Buch vom Umfang her den Rahmen aller bisherigen Zamonienbücher sprengen würde. Also entschloss ich mich nach Absprache mit meinem Verlag, den Roman in zwei Teilen zu veröffentlichen. Das haben wir getan und den ersten Teil publiziert. Meine Arbeitsmethode ist seit jeher, dass ich an verschiedenen Projekten gleichzeitig arbeite. Und dazu gehören nicht nur die Romane, sondern auch Comics und Arbeiten für Film und andere Medien. Dabei kommt es gelegentlich vor, dass das eine Projekt das andere außerplanmäßig überholt und früher fertig wird als gedacht. Oder umkehrt: Eine Arbeit dauert länger als geplant und wird später fertig. Oder es schieben sich ganz neue Projekte dazwischen.
Und so war es auch diesmal. Durch den Kontakt mit dem Illustrator Florian Biege kam die Idee auf, den Roman »Die Stadt der Träumenden Bücher «als aufwändigen Comic zu gestalten. Dafür musste ich 450 Seiten Romantext ohne Streichungen der Handlung auf einen entsprechenden Comictext eindampfen und all die detaillierten Szenarien Bild für Bild zeichnerisch entwerfen. Erste Kostproben gibt es bald. Dies war und ist sehr zeitintensiv, sodass sich die Arbeit am »Schloss der Träumenden Bücher« immer mehr in die Länge gezogen hat. Da mir das »Schloss« als Abschluss der Reihe um die »Träumenden Bücher«äußerst wichtig ist, habe ich schließlich beschlossen, mich nicht weiter unter Veröffentlichungsdruck zu setzen und diesem Buch so viel Zeit zu geben wie es eben braucht. Daher befindet es sich immer noch in Arbeit, obwohl schon umfangreicher Text und viele Illustrationen entstanden sind.
In der Zwischenzeit hatte ich auch noch mit der Niederschrift und den Illustrationen von »Die Insel der 1000 Leuchttürme«begonnen, einem weiteren Mythenmetzroman, der mittlerweile kurz vor der Vollendung steht. Voraussichtlich wird er noch vor dem »Schloss« erscheinen können.
Und dann habe ich vor einiger Zeit Lydia Rode kennengelernt, eine junge Frau, die an der seltenen und rätselhaften Krankheit »Chronic Fatigue Syndrom« (CFS) leidet. Aus diesem Kontakt entstand ein zusätzliches Zamonien-Projekt, das alle anderen vorübergehend verdrängt hat: der Roman »Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr«, der von mir geschrieben und von Lydia Rode farbig illustriert wurde. Dieses Buch hat nun das Rennen gemacht und wird im Herbst 2017 als nächster Zamonienroman erscheinen - dicht gefolgt von der Graphic Novel in zwei Bänden.
Das ist also die momentane Lage der zamonischen Literatur in deutscher Sprache. Ich bin nicht tot, ich schreibe immer noch meine Bücher selber, und der eigenwillige Organismus Zamonien, der mich manchmal selbst überrascht, wächst weiter. So unberechenbar wie üblich.
Walter Moers
Es geht also weiter

