Ich hatte zu meiner Teeniezeit ein paar recht fitte Jahre, kam in der Oberstufe mit dem Orientierungslauf, wobei ich dann auch in der Woche immer mal wieder joggen gegangen bin. Da hatte ich glaube ich mit um die 90 kg bei 1,88 Meter mein halbwegs normalstes Gewicht. Propper war ich schon immer. Der Sport wurde dann mit dem Zivildienst ziemlich runtergefahren und ich habe im Studium richtig zugelegt, dank ziemlich hemmungsloser Feierei unter der Woche plus Wochenende inkl. Katerfrühstück.
2009 habe ich dann zum ersten Mal eine Reaktion des Körpers gemerkt, als ich hart an Hämorrhoiden litt. Hab ich doof aus der Wäsche geguckt, als ich Blut geschissen habe. Bis dato hatte ich mir über Essen und vor allen Dingen dessen Qualität nie Gedanken gemacht, hatte zu dem Zeitpunkt wohl gute 112 kg drauf. Das hat sich in den Folgejahren dann etwas runtergependelt, mal mehr, mal weniger. Bin seit 2010 über die Arbeit auch in einem Fitnessstudio, bin die meisten Jahre so 1-3 mal die Woche da gewesen. Im Sommer fing dann auch einer meiner Freunde, der jahrelang nur gechillt hatte, mit einem krassen Diät- und Sportplan an und ich habe mich im Eifer halbwegs drangehängt.
4-6 mal Fitnessstudio, Mischung aus Krafttraining und Cardio, unter der Woche kein Getreide, keine Limonaden mehr, mehr Gemüse, vormittags Obst und Fokus auf proteinreichem Essen, inkl. Dem obligatorischen Shake nach dem Training. Bis auf diese Woche hatte ich selten so wenig Rückenschmerzen wie im vergangenen ¾ Jahr, dazu habe ich mein Gewicht auf 96 Kilo reduziert bei gleichzeitigem Muskelaufbau. Ich möchte wohl sagen, mit knapp vor 30 bin ich auf dem fittesten Zustand seit 12 Jahren. Einerseits freue ich mich, dass ich die Kurve so gekriegt habe. Andererseits frage ich mich auch, warum nicht früher? Und: Man muss auch mittlerweile mit mir zusammen sein wollen, ich time die freie Zeit im Feierabend äußerst penibel und ziehe meine Fitnessstudio-Termine auch ziemlich egoistisch durch und bin andersrum gnaddelig, wenn ich mal einen Tag nichts mache.
Wenn ich die letzten Monate zurückblicke, dann denke ich, wie einfach es doch war, die Kilos abzuspecken und sich auf Vordermann zu bringen. Aber es ist wohl eher durch diese Anziehungskraft des Studios getrübt. Vielleicht war es doch viel Arbeit