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Also ich hatte nicht den Eindruck, als das Gabriel, Steinmeier oder Schulz, die zuletzt im Gespräch waren, darum gerissen hätten, das zu übernehmen. Imo gab es keinerlei Bekundungen der drei Herren zu dieser Position und Ambitionen hätte auch keiner. Meiner Meinung nach deshalb nicht, weil alle 3 wissen, dass sie gegen Merkel nicht gewinnen können.
 
Was hast Du denn erwartet, ein dreiviertel Jahr vor der Wahl; einen öffentlichen Wahlkampf innerhalb der SPD? Das haben die schon immer intern in der Partei geregelt, ohne öffentliche Schlammschlacht, wie zwischen CDU und CSU
 
Zuletzt bearbeitet:
Definitiv. Wer Event- oder Showpolitik braucht, ist bei andern Parteien besser aufgehoben. Ernsthafte Politik ist nun mal nicht spektakulär.
 
Wenn man allerdings irgendwo noch wahrgenommen werden will, dann sollte man vielleicht besser beides miteinander verknüpfen. Die SPD ist doch mittlerweile ne reine Zombiepartei, die keinerlei Profil mehr besitzt. Jedenfalls keines, das einer sozialdemokratischen Partei passen würde. Ohne neue Koalitionen stellen die nie wieder nen Kanzler sondern werden weiter als Mehrheitsbeschaffer zerbröseln.
 
Naja, also dieses Ausklüngeln in Altherrenrunden hat immer nen blöden Geschmack, finde ich.
Den Schulz halte ich zur Zeit aber auch für ziemlich ungeeignet. Ausgerechnet einen vollblütigen Europapolitiker im Kanzleramt, in Zeiten, in denen sich Menschen wieder nach nationaler Identität sehnen. Der Mann ist doch in der Bundespolitik oder gar in den Ländern überhaupt nicht vernetzt, oder sehe ich das falsch?
Im Wahlkampf könnte dem ganz schnell was auf die Füße fallen oder er tritt von einem Fettnäpfchen in's nächste, einfach weil da gar keine Erfahrungen hat. Und nichts ist schlimmer, als ein Kandidat, der sich ausschliesslich auf seine Berater verlässt.

Aber gut, vieles davon trifft auch auf Gabriel zu. Immerhin hat der sich kürzlich ein Magenband legen lassen. Die Folgen davon wird man im nächsten Jahr sicherlich sehen können.

Ehrlich gesagt, ich sehe zur Zeit niemanden in der SPD, den ich gerne als Kanzler sehen möchte. Wüsste nicht, wer da das Format zu hätte. Hab ich damals über die Merkel aber auch gesagt.
 
Wenn man allerdings irgendwo noch wahrgenommen werden will, dann sollte man vielleicht besser beides miteinander verknüpfen.

Nein, sorry, wirklich nicht. Wenn man Politiktheater veranstalten muß um gelangweilte Wähler zu fischen, die inzwischen an Netflix- und HBO-Serien gewöhnt sind und sich das im Realen wünschen, sollte man schlicht dagegen halten. Auch wenn man diese Leute verliert, das ist es nicht wert. Sowas wie in den USA will ich hier nicht sehen.
 
Das will glaube ich niemand. Man kann aber vielleicht auch mit der Zeit gehen und modernen Wahlkampf betreiben, ohne den Bereich Schlammschlacht einzubeziehen. Irgendwas müssen sie jedenfalls machen. Die Wahlbeteiligung ist ja generell katastrophal und das wird 2017 vermutlich eher noch schlimmer.
 
Das kriegt man aber auch nicht mit "modernem" Wahlkampf nicht geregelt, was immer das auch heißen mag. Einen Eventwahlkampf, wie bei AfD oder CSU, kriegt man bei der SPD zum Glück nicht zu sehen. Wenn ernsthafte Politik bedeutet, daß man weniger Wählerstimmen bekommt, ist das zwar ein Armutszeugnis für die Wähler, aber nicht zu ändern. Allemal das geringere Übel.
 
Ob das das geringere Übel ist, können wir die nächsten Jahre ja alle live miterleben.

Das alles betrifft die Union natürlich genauso, eigentlich noch viel mehr, denn die haben ja größtenteils die politische Kultur hierzulande zerstört. Die sind nur in der komfortablen Position, dass sie - warum auch immer - immer noch recht viele Wähler haben.
 
Das kleinere Übel, als Politik für Eventwähler machen zu müssen, ist es ohne Zweifel. Auch wenn man damit große Koalitionen zementiert.
 
Das kriegt man aber auch nicht mit "modernem" Wahlkampf nicht geregelt, was immer das auch heißen mag. Einen Eventwahlkampf, wie bei AfD oder CSU, kriegt man bei der SPD zum Glück nicht zu sehen. Wenn ernsthafte Politik bedeutet, daß man weniger Wählerstimmen bekommt, ist das zwar ein Armutszeugnis für die Wähler, aber nicht zu ändern. Allemal das geringere Übel.
am ende bringt es aber nix, wenn man dadurch gegen populisten verliert. zwar bin ich weit davon entfernt so etwas sehen zu wollen, aber manchmal(!!!!) muss man auch zurückschreien. ;)

edit: lasst es mich anders sage: uns fehlt in der seriösen politik jemand, der die leute mitreißt und über ein gewisses charisma verfügt. ich glaube DAS würde schon helfen^^
 
Ich sage ja auch nicht, daß man kampflos das Feld räumen soll. Aber man muß ja auch nicht die Populisten mit den eigenen Mitteln bekämpfen. Klappt eh nicht. Es gibt nun mal Wähler, die für die ernsthafte Politik verloren sind, die bekommt man auch nicht zurück. Man muß diejenigen mobilisieren, die zu Hause bleiben, obwohl sie eigentlich realistische Politikarbeit haben wollen. Die erreicht man aber nicht mit Schlammschlachten und Populismusgefasel. Und nein, ich habe da auch kein Patentrezept.
 
Gibts eigentlich belastbare Zahlen zur Wahlbeteiligung von Männern und Frauen? Ich kenne so viele junge Frauen, die sich absolut 0 für Politik interessieren und noch nie in ihrem Leben gewählt haben. Wenn das halbwegs repräsentativ ist, dürften die schon die Wahlbeteiligung deutlich runter ziehen.
 
Gibt es sicher irgendwo, die werden die Geschlechter schon dabei erfassen. Wenn auch nur die zwei historischen Geschlechter (Mann/Frau), was die Auswertungen dann natürlich nur bedingt aussagekräftig machen #Eichhörnchen
 
Größte Fehler der SPD (bzw. Schachzug von Gabriel) war doch Steinmeier zum quasi Präsidenten zu machen. Steinmeier mit Rot-Rot-Grün hätte 2017 ne echte Chance gehabt. Gabriel der Wendehals ist für mich umwählbar.

ich bin wahrlich kein merkel-fan, aber möglicherweise ist ihre art politik zu betreiben (sehr unaufgeregt) in zeiten von erdogan, trump und brexit genau das richtige (um schlichtend eingreifen zu können).

Nun ja, Sie hat viel von Papa Kohl gelernt (sehr unaufgeregt kann man auch mit aussitzen interpretieren). Und das meine ich gar nicht negativ. Unter Kohl ging es mir persönlich wirtschaftlich nie besser. Und auch wenn das nur ein physiologischer Faktor ist, bleibt so was haften. Frage mich auch, welche Person das suveräner oder besser als Merkel machen kann/würde.

am ende bringt es aber nix, wenn man dadurch gegen populisten verliert. zwar bin ich weit davon entfernt so etwas sehen zu wollen, aber manchmal(!!!!) muss man auch zurückschreien. ;)

edit: lasst es mich anders sage: uns fehlt in der seriösen politik jemand, der die leute mitreißt und über ein gewisses charisma verfügt. ich glaube DAS würde schon helfen^^

Das stimmt (leider). Genau deshalb wenden sich aber die Leute ja den rechten "Schreihälsen" zu.

Ich finds schade das die "Piraten" so abgekackt sind. Vom Parteiprogramm her würde ich sie voll unterstützen (bin auch noch Mitglied obwohl ich schon 2-3 Jahre nichts mehr gezahlt habe :grins: ). Bin für 2017 dementsprechend noch voll unentschlossen was ich wählen werde.
 
Steinmeier wäre nicht dazu bereit gewesen, daß er den Präsi macht hat mich schon gewundert. Ich hätte gedacht, daß er im September seine politische Laufbahn beeendet.

edit: lasst es mich anders sage: uns fehlt in der seriösen politik jemand, der die leute mitreißt und über ein gewisses charisma verfügt. ich glaube DAS würde schon helfen^^

Das unterschreibe ich sofort. Schulz könnte so jemand sein, mit Scholz als sachlichem, kühlen Rechner an der Seite - wäre schon ein gutes Team. Platzeck wäre damals auch gut gewesen, aber der hat den Stress und die Flügelkämpfe nicht ertragen. Schade. Gehört hat schon viel dazu, oben in der Politik mitzumischen. Kann nicht jeder, auch wenn das Viele glauben.
 
Gibts eigentlich belastbare Zahlen zur Wahlbeteiligung von Männern und Frauen? Ich kenne so viele junge Frauen, die sich absolut 0 für Politik interessieren und noch nie in ihrem Leben gewählt haben. Wenn das halbwegs repräsentativ ist, dürften die schon die Wahlbeteiligung deutlich runter ziehen.
Auf die schnelle nur die Zahlen von der letzten BTW gefunden. Dürfte aber schon recht aussagekräftig sein.

Bildschirmfoto 2016-12-30 um 18.54.11.png

http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/bundestagswahlen/205677/wahlberechtigte
 
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