Mondknallschlumpf
Forenleiche
Aber hat es dazu die Gewalt gegen die eh noch nicht komplett gefestigte Demokratie der Türkei benötigt? Ich finde nicht.
Nein, um einfach nur der Chef sein zu wollen, hätte er auch einfach mit seiner Strategie des Aufschwungs und der Versöhnung weitermachen können.
Es gibt schon relativ genaue Schemata und Definitionen von den verschiedensten politischen Systemen weltweit.
Auch Vorgehensweisen (wie jetzt z.B. beim Putsch) lassen sich immer Kategorisieren.
Und da fällt für mich die Theorie einfach in sich zusammen, im Sinne von ich baue einen prosperierenden Staat auf, näher mich allen Nachbarn an, strebe teilweise enorme Herausforderungen an (Beitritt der EU als Beispiel) mit Umstellungen, die das ganze Land umwälzen und umgewältzt haben, von einem mehr oder weniger fast unbedeutenden Staat hin zu einem der großen Akteure der Region und reiße dann alles mutwillig ein, koste es, was es wolle.
Und dann auch noch mit dem ganzen Background der türkischen Politik und Erdogans.
Wie auch immer, keiner von uns weiß, was ihn da in letzter Zeit genau getrieben hat, ich versuche es nur irgendwie einzuordnen.
Gerade weil sich die Türkei lange Zeit positiv entwickelt hat, ergibt es einen Sinn. Nur weil die Türkei sich gut entwickelt hatte, ist in den großen Städten eine breite(re) und gebildete Mittelschicht entstanden. Menschen, die irgendwann angefangen haben, die Ungereimtheiten, Lügen und Verbrechen, die Erdogan zum Machterhalt nutze, zu hinterfragen und anzuklagen. Hätte sich der liberale und rechtstaatliche Weg fortgesetzt, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Erdogan heute nicht mehr im Amt wäre. In einem Land mit europäischer Rechtstaatlichkeit würde er sogar längst im Knast sitzen. Insofern ist es für ihn schon von Vorteil, diesen Weg der Konfrontation zu gehen, aber halt auch nur für ihn. Und dieser Weg wird ihm erst gefährlich, wenn wirklich alles den Bach runtergeht. Und er ist halt einfach ein eitler, paranoider Spinner.

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