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KT Bloodborne – Spielempfehlung für Casualopfer

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Braucht Bloodborne noch ein Review? Nicht wirklich. Das Spiel ist gut und das zeigen genügend Tests im Internet. Eine weitere Empfehlung muss nicht mehr ausgesprochen werden. Jetzt habe ich das Spiel aber kürzlich platiniert die Erweiterung abgeschlossen und habe das Gefühl, der Welt die Angst vor dem Souls-Genre nehmen zu müssen. Seht den Artikel als Köder für Spieler, die sich aufgrund des Schwierigkeitsgrades nicht an die Serie und speziell Bloodborne herantrauen. Denn es ist schlichtweg ein Meisterwerk.

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Es ist aber zu schwer.

Die Gegner sind schnell, aggressiv und töten dich mit einer Combo. Die Spielwelt ist nicht nur non-linear, sondern unübersichtlich. Jeder zweite Gegner greift aus dem Hinterhalt an und ansonsten stirbst du wegen kaum sichtbarer Fallen. Bei den Bossen wirst du verzweifeln. Und jeder Tod zieht dir deine gesamten gesammelten Erfahrungspunkte und die Spielwährung ab. Das scheint unfair, ist aber ein Spielprinzip, ein eigenes Genre und die richtige Reaktion auf die Spielelandschaft und ihre Spieler.

Games sind ein Opfer der Informationsgesellschaft. Das Spiel fragt dich nach deiner Lieblingsfarbe, aber du bist zu dumm, und fragst lieber Google. Du willst Konsequenzen, aber hast Angst dich falsch zu entscheiden. Du willst Geheimnisse, aber am liebsten eine Karte dafür, um nichts zu verpassen. Du willst eine Herausforderung, aber den schnellsten Weg um XP und Geld zu grinden. Ubisoft markiert dir den Weg zum Ziel, damit du deinen Browser nicht bemühen musst. Kein Wunder, dass sich Spiele immer mehr vom Gameplay distanzieren um ein cineastisches Erlebnis zu liefern. Wir leben in einer Zeit, in der sich Spieler über die Spielidee freuen, einen Morsecode auf dem Touchpad abzutippen und nichts epischer ist als ein Bossfight, der in erster Linie von Hasbros Partyknüller der 70er-Jahre Simon Says inspiriert ist.

Wie reagiert man auf so eine Spielerschaft? Wie schenkt man ihnen die lang vermisste Faszination am Spiel? Das Gefühl der Herausforderung und des Erfolgs, des Erkundens und Entdeckens?

Miyazaki und sein Team, die Schöpfer der Souls-Serie, kennen die Antwort. Sie erschufen eine Spielformel mit so vielen Unbekannten, dass selbst das allwissende Internet sie nicht zu lösen vermag. Mit großem Vertrauen in die Komplexität seiner Spiele lässt er der Community die Möglichkeit öffentliche Nachrichten in der Spielwelt zu hinterlassen. Sie werden dich leiten und auch mal fehlleiten, du wirst googlen, aber immer wieder unerwartete Überraschungen erleben. So sehr du dich bemühst die Formel zu entschlüsseln, der Reiz des Unbekannten wird erhalten bleiben.

Und so kickt dich der spielerische Urtrieb, die Neugierde, die Methodik, die Herausforderung. Was schwafelt die Alte? Wo bin ich? Wie funktioniert das? Und wie zur Hölle besiege ich den ersten Boss?

Du lernst wieder zu beobachten. Der Großteil der Spielwelt ist statisch, lernbar. Beim nächsten Versuch wirst du die Bodenplatte umgehen, auf den Angriff des Gegners hinter der Ecke vorbereitet sein, du wirst seine Bewegungen lernen und wissen wie du ihnen ausweichst und sie konterst.

Wenn du wieder anfängst mit offenen Augen durch ein Spiel zu gehen, wird dich erstaunen, was du plötzlich alles siehst und was du alles übersehen hast und deine Aufmerksamkeit wird sich auszahlen. Bloodborne und die Souls-Serie im Allgemeinen zeichnen sich durch eine hohe Detaildichte aus. Im Vergleich zu anderen Spielen gibt es keine Hunderte Quadratkilometer große Oberwelt oder hunderttausend Dialogzeilen oder ganze Bücher als lesbare Items. Bloodborne ist kompakt und jedes Wort und jeder Ausblick ist gewichtig.

Die Spielwelt besteht aus Puzzleteilen, die zusammengesetzt werden müssen. Um das zu verdeutlichen ein kleines Beispiel.

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In der The Old Hunters – Erweiterung spielt man in einer alptraumhaften Erinnerung. Der erste Teil spielt in der Stadt Yharnam, dem zentralen Angelpunkt der Geschichte. An einer Stelle fällt einem ein schneckenähnliches Monster vor die Füße. Wir schauen hoch. Es scheint vom Himmel gefallen zu sein. Diese Szene vergisst man im weiteren Spielverlauf sehr schnell. Bis man in einem düsteren Fischerdorf landet. Dort erscheinen die Schneckenmonster zahlreich als unsere Feinde. Wir denken an unsere vom Himmel gefallene Schnecke zurück und schauen auf das Wasser, dass die Fischerinsel umgibt. Trüb und verschwommen erkennen wir die Stadt Yharnam mit ihrer imposanten Kathedrale. Suchen wir in unserem Inventar nach weiteren Hinweisen, erfahren wir in der Rune des Großen Sees, dass große Wassermassen dem Schlaf als Bollwerk dienen. Alles noch sehr vage, aber dem interessierten und investigativen Spieler erschließt sich der Hintergrund des Schicksals der Stadt mehr und mehr.

Auf ähnliche Weise wird man sich mit Levelarchitektur und den Gegner auseinandersetzen und aus der Beobachtung eine Taktik für die Gefechte ziehen. Dabei ist die Fehlertoleranz oftmals so gering, dass kein Weg am fast vergessenen 'guten Spielen' vorbeiführt. Bloodborne ist nicht zu schwer, es ist 'auf den Punkt'. Kein Walkthrough und kein Let's Play wird hier die nötige Erfahrung ersetzen können. Mit jedem Versuch bei einem schwierigen Bossfight wird man besser und irgendwann ist die Schwelle überschritten und mit vom Schweiß benetzten Händen wird der Controller weggelegt, doch die Befriedigung wird so groß sein, dass nach kurzer Verschnaufpause sofort die nächste Herausforderung in Angriff genommen wird.
Bloodborne, stellvertretend für die Souls-Serie, vereint die allseits vermissten Aspekte moderner Videospiele und überführt klassische Reize eines Spiels, die Erkundung, die Herausforderung, in eine aktuelle Spielelandschaft, die in der Informationsgesellschaft kaum noch ein Geheimnis wahren konnte. Prepare to die but learn to play again.
 
Lustigerweise hab ich vor rund einer halben Stunde mal wieder die Disc eingelegt und wollte es weiterspielen, so nach bald einem Jahr. Auf die 9,irgendwas GB an Patch hatte ich aber keine Lust.

Waren schöne Zeiten, in denen man das Zeug einlegen und losspielen konnte.
 
Wollte ich.
Zwei Mal probiert, blieb beide Male für rund 2 Minuten im Bootscreen stecken (ziemlich sicher, weil im Hintergrund noch die Installation lief).

Naja. Irgendwann spiele ich es weiter (Nachtmahr). Ist schon ein cooles Spiel.
 
Wollte ich.
Zwei Mal probiert, blieb beide Male für rund 2 Minuten im Bootscreen stecken (ziemlich sicher, weil im Hintergrund noch die Installation lief).

Naja. Irgendwann spiele ich es weiter (Nachtmahr). Ist schon ein cooles Spiel.

Mal versucht da wo der download ist nicht zu pausieren sondern auf löschen zu drücken und dann am besten ohne Internet zocken.
Müsste eigtl gehen.

Patch lohnt aber schon weil du einige Sachen kaufen kannst zum Upgraden etc.
 
Interessante Herangehensweise an das Thema @eape .

Auf Bloodborne war ich damals sehr heiss, und bin es im Prinzip heute noch. Die Dinge, die du ansprichtst, haben mich aber bis heute vom Kauf abgehalten. Obwohl es immer kribbelt in den Fingern.

Ich habe im Laufe der Jahre aber festgestellt, dass ich, wahrscheinlich auch aufgrund meines Alters, eher zum Casual mutiert bin. Ich spiele Spiele, um mich unterhalten zu lassen. SG auf "normal" und so wird dann auch ein Uncharted gezockt. Oder Until Dawn. Oder Heavy Rain/Beyond. Auch bei einem CoD, was ich immernoch gerne im SP spiele, ist es meist ein niedrigerer SG. Mich reizt weniger die Herausforderung, mehr die generelle Erfahrung.

Es gibt auch immernoch Ausnahmen. Bei Rennspielen kann ich auch Stunden lang die letzten Zehntel oder Hundertstel suchen gehen. Oder Trials. Bis auf die Extreme-Strecken alles auf mindestens Gold abgeschlossen. Im MP bei Rennspielen kämpfe ich auch bis zur Ziellinie.

Bei Bloodborne bin ich mir aber relativ sicher, dass ich es nach kurzer Zeit einfach frustriert beenden würde.

Ich glaube, das hat auch wirklich mit dem Alter zu tun. Mit 40 ist das alles anders als es noch mit Mitte 20 war.
 
Interessante Herangehensweise an das Thema @eape .

Auf Bloodborne war ich damals sehr heiss, und bin es im Prinzip heute noch. Die Dinge, die du ansprichtst, haben mich aber bis heute vom Kauf abgehalten. Obwohl es immer kribbelt in den Fingern.

Ich habe im Laufe der Jahre aber festgestellt, dass ich, wahrscheinlich auch aufgrund meines Alters, eher zum Casual mutiert bin. Ich spiele Spiele, um mich unterhalten zu lassen. SG auf "normal" und so wird dann auch ein Uncharted gezockt. Oder Until Dawn. Oder Heavy Rain/Beyond. Auch bei einem CoD, was ich immernoch gerne im SP spiele, ist es meist ein niedrigerer SG. Mich reizt weniger die Herausforderung, mehr die generelle Erfahrung.

Es gibt auch immernoch Ausnahmen. Bei Rennspielen kann ich auch Stunden lang die letzten Zehntel oder Hundertstel suchen gehen. Oder Trials. Bis auf die Extreme-Strecken alles auf mindestens Gold abgeschlossen. Im MP bei Rennspielen kämpfe ich auch bis zur Ziellinie.

Bei Bloodborne bin ich mir aber relativ sicher, dass ich es nach kurzer Zeit einfach frustriert beenden würde.

Ich glaube, das hat auch wirklich mit dem Alter zu tun. Mit 40 ist das alles anders als es noch mit Mitte 20 war.


Ich verstehe dich. Ich finde es auch richtig unterhaltsam einfach auf 'Normal' durch ein Uncharted zu laufen oder bei Until Dawn oder Telltale ohne großen spielerischen Anspruch einer spannenden Geschichte zu folgen. Dagegen spricht ja auch nichts. Es ist nur schade, dass die spielerische Herausforderung in den Hintergrund rückt. Es gibt sie natürlich noch. Man findet sie in Sportspielen, in Indie- und Arcadegames und in höheren Schwierigkeitsgraden. Dieses Gefühl in einem Rennspiel das perfekte Setup zu finden und dann endlich die benötigte Zeit zu schlagen, weil man die Strecke und den Wagen beherrscht und das Geschick 90 Sekunden auf Hochtouren lief, das ist das Gefühl, auf dem Bloodborne aufbaut und es in Kampfsystem, Levelarchitektur und Story verbreitet.

Du bist jetzt aber nicht so der große RPG- und Actiongame (im Sinne von DMC, Bayonetta, etc.)-Spieler, ne? Da wird der Zugang natürlich noch etwas schwerer fallen, weil selnst der observierende, denkende Spieler immer noch superbe Reflexe und einen startegischen Überblick braucht. Da fühlt man sich als Genrekenner wahrscheinlich etwas wohler.

Kann trotzdem nur empfehlen bei einem Sale mal zuzuschlagen. Vielleicht hast du irgendwann die Zeit und Ruhe, dich mit dem Spiel auseinanderzusetzen. Es ist für jeden machbar. Ansonsten kommt ja noch Dark Souls 3. Das lassen sich vermutlich fehlendes Geschick mit guter strategischer Vorbereitung besser kompensieren als bei Bloodborne. Das Souls-Genre ist eine Erfahrung, die man imo als Spieler mitnehmen sollte.
 
DMC und Bayonetta sind da auch gute Beispiele. Habe ich früher gerne und teils auch gut gespielt. Bayo 2 habe ich die Demo auf der WiiU probiert und festgestellt, dass ich es zuerstmal mit Button-Smashing probiert habe. Und als das nicht funktioniert hat, habe ich... es ausgemacht. :ugly: DMC ist etwas zugänglicher, wie ich finde.

Ansonsten sind das so Sachen, die man sich mit den Jahren wahrscheinlich selbst abtrainiert hat. Reflexe lassen nach, Übersicht/Strategie auch.

Ich hab den Trailer zu Furi gesehen und wusste direkt, dass ich da gnadenlos untergehen würde. Erstmal muss man wissen, wo man sich wann wie schnell hinbewegen muss, und dann muss man auch noch das Richtige tun... :ugly: :lol:
 
Schön geschrieben eape, aber wenn ich daran denke wie viele ein Soulspiel von Anfang an mit irgend welchen Lösungen spielen, da kommen mir fast die Tränen, das nimmt den Spielen sicher die hälfte an Atmosphäre. :traurig:
 
Schön geschrieben eape, aber wenn ich daran denke wie viele ein Soulspiel von Anfang an mit irgend welchen Lösungen spielen, da kommen mir fast die Tränen, das nimmt den Spielen sicher die hälfte an Atmosphäre. :traurig:

Du darfst das nicht so eng sehen, dir entgeht dadurch nichts an Spielspaß. Aber eventuell würde so manch einer das Game überhaupt nicht spielen oder nach kurzer Zeit abbrechen wenn er keine Lösung zur Hand hat.
 
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