Aaaaaalso, nach rund einer Stunde Spielzeit kann ich sagen: ein Ersteindruck von Project CARS ist sehr schwer!
Aber dazu mehr.
Das Spiel startet mit einem schönen Intro. Normalerweise skippe ich sowas sofort, aber bei einem Rennspiel schaut man sich sowas ja gerne an. Im Hauptmenü angekommen, fühlt man sich sofort wohl. Alles übersichtlich angeordnet, alles gut verständlich.
Schnell habe ich festgestellt, dass man in PCARS alles auf seine Bedürfnisse einstellen kann. Ich wiederhole: man kann
ALLES einstellen. Das Spiel erschlägt einen förmlich mit seinen Möglichkeiten, alles genau so zu konfigurieren, wie man es gerne hätte.
Ich habe mich dann für das Freie Training entschieden, da ich mich erstmal mit der Grundsteuerung und der Physik vertraut machen wollte. Also ab auf Nürburgring GP, die Strecke kenne ich wie meine Hosentasche. Als erstes Auto habe ich den Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo II DTM genommen. Die Jungs aus Assetto Corsa meinten, der wäre gutmütig zu fahren. Sollte ja für den Anfang mal reichen.
Aus der Boxengasse raus ab auf das Castrol S zu. Uuuuuuuund... verbremst. Okay, Reifen kalt. Und kalte Reifen sind kalte Reifen. Erste Runde also vorsichtig die Reifen auf Temperatur gebracht. Zweite Runde dann schon besser. Aber die Karre untersteuert in schnellen Kurven arg. Also wieder ab in die Box und Setup geguckt. Reifendruck vorne leicht abgesenkt und festgestellt, dass ich noch keine Slicks drauf habe. Check. Wieder ab auf die Strecke und da war das schon eine ganz andere Geschichte.
Wer hier ein Forza oder Gran Turismo erwartet, wird sich wundern. Die Fahrphysik ist viel feiner ausgearbeitet, gibt einem aber sofort Feedback, wo der Hase langläuft. So wirklich rund hat sich das noch nicht angefühlt, also wieder in die Box und weiter am Setup rumgeschraubt. Wieder besser. Man stimmt sein Auto wirklich ab, bis es sich gut anfühlt und dem eigenen Fahrstil entspricht. Das ist schon
Arbeit und es ist gut, dass man sich seine Setups abspeichern kann, auch für die jeweiligen Strecken. Hat man es aber hinter sich, belohnt das Spiel einen durch ein schönes Handling.
Mit Pad fährt es sich gut. Aber auch hier gilt: jede Menge Einstellmöglichkeiten! Drei Grund-Setups, aber trotzdem die Möglichkeit, alles nach Gusto einzustellen. Sollte man auch probieren.
Rumble ist schön. Beim Hochschalten vibriert es kurz und knackig, beim Anbremsen leicht aber beständig. Curbs rumpeln schön.
Grafik ist sehr sauber und flüssig. Auch ich konnte keine Ruckler oder Framerateeinbrüche erkennen. Tearing? Nein! Ich meine aber im Augenwinkel ab und zu leichte Popups in der Ferne ausgemacht zu haben. Könnte ich aber nicht beschwören.
Ansonsten grafisch TOP. Level of Detail ungefähr auf einem Level mit Forza 5, durch das bessere Lighting wirkt es aber realistischer und realer. Ansonsten: reale Rennstrecken halt. Grafisch würde ich mal sagen, behält DriveClub die Krone, dabei habe ich Wetter noch garnicht ausprobiert.
Sound ist absolut Brechstange. Ich habe mit dem Wireless Headset 2.0 gespielt und es dröhnt und donnert genial. Das etwas übertrieben Getriebekreischen aus Shift hat man nicht mehr.
Einzel-Event erstellt. Auch hier kann man alles einstellen. Tageszeit, Wetter, Faktor für Tageszeitwechsel/Wetterwechsel, Faktor für Reifenverschleiss/Spritverbrauch, welche Autos die KI fährt, 1. und 2. freies Training, Quali, Warmup, Rennen. Alles mit jeweiliger Länge anpassbar. KI-Stärke natürlich auch, genau wie Strafensystem, Gegneranzahl, usw. Sagte ich schon, dass man alles einstellen kann?
Wie ihr lesen könnt, gibt es viel zu schreiben.
Project CARS ist kein Rennspiel-Quickie! Man kann zwar wie bei Forza und GT sicher auch seine 3-Runden-Rennen fahren, aber will man es? Ist das Spiel dafür ausgelegt? IMO nein! Alleine die Zeit, die man braucht, um sein Auto anzupassen... man kann natürlich auch Default fahren, aber da verpasst man viel vom Spiel.
Wie gesagt, das Spiel erschlägt einen mit Eindrücken und ein Ersteindruck ist ungleich schwerer als bei anderen Rennspielen, die ich von Konsole kenne.
Aber es fährt sich super, es sieht super aus, es klingt super. Ich glaube, mit PCARS kann man viel Freude haben, wenn man sich darauf einlässt.
Ach ja, morgen bin ich wieder auf der Strecke, dann mit Wheel.