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REVIEW Dishonored - Die Maske des Zorns

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Yzerman

Alle Konsolen sind grün
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Dishonored – Die Maske des Zorns

Schon beim Release habe ich mir überlegt das Spiel zu kaufen. Die Berichterstattung war gross und die Wertungen mehrheitlich gut bis sehr gut. Ich liess es damals aber trotzdem sein… Dank dem Gold Abo kam ich nun aber trotzdem noch in den Genuss.

Aller Anfang ist nicht schön
Zu Beginn sieht es nicht gerade rosig aus: Ihr werdet Zeuge, wie die Kaiserin der Pest gebeutelten viktorianischen Stadt Dunwall einem Attentat zum Opfer fällt. Die Tochter der Kaiserin wird dabei auch noch entführt und natürlich wird man von ein paar Hintermännern zum Sündenbock erklärt und soll gehängt werden. Doch eine kleine Gruppe kaisertreuer Männer ermöglicht vor der Hinrichtung die Flucht. Schon bald ist man im Hauptquartier, das als Hub zu den jeweiligen Missionen dient. Hier treiben sich auch die Leute, welche die Flucht ermöglichten herum. Diese sind allerdings auch nicht gerade Charmebolzen. Das wären zum einen der schmierige Lord Pendleton, der nachdenkliche knorrige (und meistens mit einem Bier in der Hand) Admiral Havelock und der intellektuelle Ingenieur Piero, der manchmal den Damen durchs Schlüsselloch beim Baden zusieht. Von ihnen wird man zwischen den Missionen mit Aufträgen und Ausrüstung versorgt. Zu den Missionen gelangt man dann meistens durch den Schiffer Samuel, einer der ganz wenigen sympathischen Figuren im Spiel. Ziel ist, dass man die neue Regierung stürzt, die Tochter der Kaiserin findet und diese, als rechtmässige Erbin, auf den Thron setzt. Klingt jetzt zwar nicht so spannend, ist es aber dann doch.

100 Wege führen ans Ziel
Was auffällt: Das Spiel bietet einem extrem viel Freiheit. Die Missionen lassen sich auf sehr viele Weisen lösen. Mit etwas Kreativität, Geduld und den Willen nicht den einfachsten Weg zu gehen, kann man die Grenzen des Spiels sehr weit ausloten. Das Vorgehen wirkt sich auch auf die Geschichte aus. Je brutaler man zu Werke geht, desto düsterer wird das Ende. Mir war schon nach ein paar Minuten klar, dass ich das düstere Ende zu sehen bekommen werde… Das ist zum einen sehr schade, da das Spiel nur wenn man schleicht das volle Potential entfaltet. Nicht, dass ich die offenen Konfrontationen gesucht hätte, aber nach ein bisschen schleichen wurde ich in den meisten Fällen irgendwann entdeckt und danach ging es nur noch blutig weiter.
Die weitläufigen Levels bieten sehr viel Pfade. So gibt es neben den Missionszielen begehbare Wohungen mit Runen, Artefakten, Munition sowie Nebenhandlungen. Viele von diesen habe ich erst bei einem Walkthrough oder beim Lesen von Tests etc. bemerkt. Ein Beispiel: Um den Safe des Kunsthändlers zu knacken, kann man eben diesen in einem Freudenhaus foltern, bis er mit der Zahlenkombination rausrückt. Oder man hilft einer Dienerin auf der Strasse und sie verrät einem den Code zum Dank. Oder man macht es wie @Sawbones und versucht stundenlang auf gut Glück zu Kombination zu erraten…

Bioshock 2.0?
Die Atmosphäre des Spiels erinnert frappant an Bioshock. Ob es nun die Sounds oder die Umgebung ist (einfach ein wenig düsterer), ich musste immer wieder an Infinite denken. Nur das mir hier die Welt noch ein wenig besser gefiel. In den Missionen kann man die Wächter auslauschen um Hinweise über alles Mögliche zu erhalten. So findet man manchmal den Aufenthaltsort der Zielperson, oder deren Vorlieben heraus. Andermal hört man die Wachen über die Spielfigur Corvo lästern oder man hört von einem Versteck oder einem alternativen Eingang in ein Haus etc. Es macht also richtig viel Spass die Gespräche anzuhören, sowie Tagebücher und Notizen zu lesen. Durch das finden dieser kleinen Hinweisen und das durchstöbern der Levels, stösst man immer wieder auf neue Szenarien und Nebenaufgaben die man lösen kann aber nie muss.

Ich bin dann mal weg
Corvo seine Standartwaffe ist das Schwert. Dieses hat er immer in seiner rechten Hand. Die Kämpfe sind sehr simpel gelöst. Blockt man im richtigen Moment, ist der Gegner mit einem Schlag am Boden. Was allerdings ein wenig nervig ist, sind die Gegner mit einem Schwert und Pistole. Sobald sie zum Schuss anlegen, kann man sie nicht attackieren. Wieso auch immer, aber bei einer Attacke weichen sie jedes Mal aus. Entweder wartet man ab, bis sie geschossen haben oder man zückt selber die Pistole. Dies fand ich nicht optimal gelöst. Aber eben: Selber Schuld wenn man nur kämpfen will… In der linken Hand kann man verschiedenes ausrüsten. Entweder mit „normalen“ Waffen, wie Pistole, Armbrust oder Granate oder mit übernatürlichen Fähigkeiten. In den Levels kann man Runen aufspüren. Mit diesen kann man dann die sechs verschiedenen Zauberkräfte aus- und aufrüsten. Die meist genutzte wird wohl bei jedem Spieler die Teleportationsfähigkeit sein. Damit kann man sich über kleinere Distanzen teleportieren und somit Wachen umgehen und überraschen. Auch sind höher gelegene Stellen mit dieser Fähigkeit zu erreichen. Zu Beginn fand ich die Teleportationsmöglichkeit noch nicht so berauschend, spätestens aber in der zweiten Ausbaustufe ist sie wirklich sehr cool und man kommt oft in einen richtig guten Flow rein.

Zweckmässige Technik
Vom spielerischen her ist Dishonored einfach nur klasse. Technisch ist es gerade mal gut. Es gibt Tearing, ein paar Nachladende und matschige Texturen (Gruss von der Unreal-Engine) und die Animationen der Figuren wirken manchmal etwas steif. Ausserdem hätte man die Quicksavefunktion etwas handlicher einbauen können. Immer zuerst ins Menü gehen und den Spielstand anwählen, diesen überschreiben und dann wieder zurück ins Spiel zu gehen, nervt mit der Zeit. Vor allem wenn man dies vielleicht nach jeder erledigten Wache tun muss.

Ein paar Kratzer gibt es im Lack. Das macht aber der Stil locker weg. Alles in allem ist die Welt sehr schön gelungen. Dunwall erscheint mit seinen grauen Arbeiterbezirken, schaurig grossen Villen, den verkommenen, grünen Armutsvierteln sowie der wuchtigen Architektur wie eine überzeichnete Version aus der Industrialisierung. Von diesem Punkt aus gesehen, tragen die verwaschenen Texturen fast noch mehr zum Gesamtbild bei, als wenn alles hochaufgelöst wäre. Auch die Bewohner sind mit ihrem breiten Rücken, riesigen Händen und kantigen überzeichneten Gesichtern toll in das Spiel integriert (und erinnern auch hier wieder an BioShock). Die Synchronisation fand ich auch passend. Es gab jedenfalls viele bekannte (deutsche) Stimmen zu hören.
Leider gibt es kein New Game+. Denn es hätte sicherlich sehr viel Spass gemacht, mit einem voll ausgerüsteten Corvo nochmals einen Besuch in Dunwall abzustatten. Dies ist umso mehr schade, da es verschiedene Abspanne gibt und man bei einem Run nie alle Geheimnisse entdecken kann…


Das Spiel ist äusserst unterhaltsam und bietet spielerisch ungemein viele Freiheiten. Wer gerne experimentiert und Einfallsreichtum hat, wird seine wahre Freude daran haben. Für Spieler (wie ich einer bin) die eher auf leichte Actionkost stehen, macht es auch eine Menge Spass, auch wenn man das Potential nur erahnt. Für mich ist es das bessere BioShock: Denn anders als im „Vorbild“ macht hier das Gameplay sehr viel Spass und wird (je nach Spielweise) nie repetitiv.

8/10

Stealthfans können locker noch einen Punkt auf die Bewertung drauf hauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Spiel ist Klasse. Besonders die vollendeten Extreme gefallen mir. Ich habe einen Durchgang mit 0 Kills (jede Zielperson diskreditiert, niemanden angefasst) und einen mit 344 Kills am Ende. :ugly: Ich säuberte die Map gründlich, überlebt hat wohl keiner. :D Eine schöne Mischung aus allem möglichen, bisschen Hitman und Assassin's Creed-Flair gab es auch. Wenn ich nur an die Fete bei Lady Boyle oder das Golden Cat denke. :dhoch:

"Knife of Dunwall" und "Brigmore Witches" fand ich aber noch besser als das Hauptspiel. Beide Add-Ons zusammen ergeben fast Dishonored 1.5. Ein Expansion-Pack, wie man es sich vorstellt.
 
Obwohl mich das Spiel sowohl vom Setting als auch vom Gameplay prinzipiell absolut anspricht bin ich damit irgendwie nicht warm geworden... musste mich am Ende richtig durchquälen...
 
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